VOR DEM FEST, AUF DEM FEST, NACH DEM FEST

Das Autorenfest, das meine Agentur einmal im Jahr bei der verehrten B., meiner ODP-Heldin, am Schlachtensee ausrichtet, ist einer meiner beiden Lieblingstermine, neben der eigenen Geburtstagsparty. In diesem Jahr war es das Highlight. Den Tag mit dem Strike auf dem See verbracht, wetterbedingt im Schatten und/oder im Wasser, kam ich zum Fest und alle schwitzten glücklich im Schatten und zwei meiner Lieblingskollegen waren schon da, meine Agentin mit zauberhaftem noch-nicht-einjährigem-Sohn, sowie mein Babypausen-Interims-Agent, der Agenturchef, naturally, schließlich war er der Gastgeber. Den habe ich tief ins Herz geschlossen, seit er mir Andrew Solomons Far from the Tree empfohlen hat, a life-changing read if ever there was one.

Mit meinen neuen Lit-Homies, dem geschätzten Sachbuch-Autoren und dem crazy talent mehrere Stunden auf Algonquin-Niveau geplaudert, dass Dorothy Parker ihre reine Freude gehabt hätte. Wir hauten uns unsere Symptome um die Ohren, was zu dem Fazit führte (Sachbuchautor): Wer einen IQ über 120 hat nimmt Psychopharmaka. Sehr viel gelacht und getrunken. Der Rahmen, den die Gastgeberin und ihre Familie liefern ist so einzigartig schön, und das liegt nicht nur an dem magischen Garten, sondern an ihrem Gastgeber-Talent. Sie ist einfach so – ein Mensch, der einem ins Herz schwuppt, instantly. Über die Jahre hat sich da eine Familie gebildet, zu der ich sehr sehr gerne gehöre. Auch ein bisschen eine Soap, mit Neuzugängen und frischem Drama, das Wind bringt und die berufsauferlegte Selbstironie anfeuert.

Am Sonntag das Boot abgeholt, das im Garten übernachtet hatte, die Gastgeber des Vorabends fest umarmt und dann mit dem Strike einmal mehr auf den See. Am Nachmittag kreist ein Polizeiwagen und kaum hören wir die Sirene, klingelt das Telefon und die verehrte B. fragt an, ob bei uns alles okay sei – wir können beruhigen – und am Ende stellt sich heraus dass der Verschollene sich gesund und munter wieder angefunden hat und keineswegs ertrunken ist.

Am Montagabend ein weiterer Neuzugang im Freundeskreis, diese Mal nicht auf dem See sondern auf dem Balkon, die Y., der ich einen Großteil meiner Kenntnisse über die Komische Oper verdanke, die ja im letzten Roman eine Hauptrolle spielt. Auch so eine Frau, die ich irgendwann gesehen habe und bei der ich dachte – die gehört in Deinen Freundeskreis. So war es mir vor einigen Jahren mit der verehrten B. so gegangen. Jetzt sind sie es beide und es ist schön, dass das neugierig-seien-auf und das Kennenlernen nicht irgendwann aufhört.

Die Agentin kehrt nächste Woche aus ihrem Mami-Jahr zurück. Und das ist ein guter Anlass, das Schreiben wieder aufzunehmen. Aber jetzt ist erst mal Sommer! (Come October…)

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