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Eine Woche lang in den Schlaf gekuschelt worden. Arm in Arm gelaufen oder Händchen haltend. Zwischendurch ein kurzer Flash, ob es nicht besser wäre, das zum Ende zu bringen, weil ich die Abschiede immer so schwer verkrafte. Das dann aber ganz schnell für ganz blöd befunden. Und jetzt ist er wieder auf der Reise, mein Faerie-Bro-Nomade, und anstatt mich zu ärgern, dass er weg ist, freu ich mich auf den Tag, an dem er wieder da ist. Unsere Beziehung ist in meinem Leben sprichwörtlich einzigartig.

Wenn´s in diesem Land so weitergeht, dann wäre Kanada eh eine Option.

True Colors shining through

Mit dem Miggi durch die Stadt im britischen Saab, zunächst zum Autorenfest, das dieses Jahr nicht am See sondern in den Agenturräumen stattfindet, dort Treffen mit alten Bekannten und neuen Schriftstellern, die spannende Veröffentlichungen präsentieren. Das Buch wollte ich stehlen, aber es war seine Erstausgabe, sowas ist heilig, nun freu ich mich auf den 11.7.

Weiter zum Brandenburger Tor, das mit knapp einwöchiger Verspätung, und auch nur auf Privatinitiative, in den Regenbogenfarben angeleuchtet wird. Ein unglaubliches Wir-Gefühl mit vielen Tränen aber auch einer enormen Wirkmacht. Auf Regierungen, Ämter und Politik ist kein Verlass, man muss die Dinge selber in die Hand nehmen. Und mit ein paar Tausend anderen gemeinsam “Somewhere over the rainbow” singen. Für die gefallenen Brüder und Schwestern in Orlando. 40% der Deutschen wären sehr angewidert gewesen, von der großen Welle der gleichgeschlechtlichen aber übergreifenden Liebe, die da pulsierte. Habe ich schon erwähnt, dass ich mein Land nicht mehr mag? Aber meine Leute:

Mit zweien meiner Leute über den Flowmarkt, einen Kaffee auf dem Bordstein, einen Wein am PL-Ufer. Nachmittagssschlaf, aus dem ich erwache, als der Miggi sich zu mir legt. Er durfte dann auch sein Kapitel in meinem Buch lesen.

Von der Schwester bekam ich ein Wunder zum Geburtstag geschenkt. Angesichts dessen flossen noch mehr Tränen, aber schöne Tränen.

And here you can spot the Dick.

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Ein ganzes Wochenende nur über Geld gegrübelt. Dabei festgestellt, dass ich ein langfristiges Darlehen zu 50% überabbezahlt habe, so dass ich quasi einen Puffer geschaffen habe, der mir jetzt aus der akuten Finanzkrise hilft.

Die Ämter biegen ein bisschen unter den Herausforderungen. Integrationskurs für Abdu innerhalb der nächsten vier Wochen, auch wenn noch ein Schein fehlt, der auf irgendeinem Schreibtisch in Bayern einstaubt. (Pünktlich um 10 beim Amt gewesen. “Für Flüchtlinge montags und mittwochs um halb 2″. Weil ich da auf dem Weg zur Arbeit bin auf Mittwoch verschoben. Ist er dann aber selbständig um halb 2 aufgekreuzt und hat alles im Griff.)

“The Thrill of it all” so wunderbar, dass ich beim Finale immer so kurze Schluchz-Schocks verbergen musste (ich las im Büro). Also leicht wegdrehen, Hüsteln vortäuschen. Nicht daran denkend, dass jenseits des Hofes ja noch ein Bürokomplex mit großen Fenstern steht.

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Nach “City on Fire” nun “The Thrill of it all”, auch ein Buch über Musik anderer Zeiten, in denen ich vorkam. In beiden ist Bowie der Punkt, an dem sich Menschen entscheiden, wo aus Raupen Schmetterlinge werden oder Raupen bleiben. Das coole Mädchen im Roman hat das Coverfoto von der “Low” auf ihrem Collegeblock mit Tesafilm geklebt, und das 1982. Weißte alles. Heldin. Ich lese in Büropausen, rauchend am Fenster, und muss mich zusammenreißen, aber es ist und bleibt so. Wenn ich daran denke, dass er tot ist, kommen die Tränen. Das ist teilweise Trauer, aber auch große Dankbarkeit, dass ich Teil des Universums Bowie geworden bin, mit 14. Er ist eine Lesart. Und bleibt. Ich kann mir nicht vorstellen, ich zu sein, ohne Bowie.

Prince hat mich nicht so massiv erreicht, aber es war so schön, dass er da war, und es gibt eine handvoll Lieder, ohne die Welt sehr viel ärmer wäre. So long, kleiner großer Prinz, don´t worry, there´s a starman waiting in the sky.

Very sad.

2016. You suck big time.