GLOCKEN, LOCKEN, SCHNECKEN SCHOCKEN

Beim Zappen auf Vox hängen geblieben und das klassische Trainwreck-Gefühl. Glööckler hat eine ungefär 12stündige Abendshow. Er kann das natürlich gar nicht, aber es ist trotzdem amüsant zu zu schauen. So geht es offenbar auch seinen langhaarigen, wohlfrisierten Studiogästinnen. Frauke Ludowig, Constanze Rick und noch ein paar nicht identifizierbare, u.a. eine rote Ledertasche, der man eine alte Perücke übergestülpt hat, vielleicht ist es auch eine aufgeblasene und Monate in der Sonne liegen gelassene guatemaltekische Sorgenpuppe, die als Gina Lollobrigida vorgestellt wird. UND Liz Hurley mit schlechten Strähnen und einem sehr sehr gekonnt kaschierten“Wer bin ich? Was mach ich hier? Wie komm ich hier schnellstmöglich raus?“-Gesichtsausdruck. Aber auch sie kommt irgendwann in Stimmung und beantwortet Fragen wie die, ob denn Nachtigallenkot ein wirklich sinnvolles Beauty-Produkt sei (die Simultanübersetzerin kommt manchmal, angesichts des Vokabulars, arg ins Schwitzen, macht das aber trotzdem souverän). Liz antwortet versiert, dass Estee Lauder auch ohne solche Ingredienzen erfolgreiche Cremes liefert. Woraufhin sich ein Publikumsgast eine Schnecke auf die Stirn setzen lässt, weil der Schleim das neue Botox ist, und das macht man jetzt halt so, vor allem, wenn kein Nachtigallenkot zur Hand ist. Nach 2 Minuten darf sie, samt Schneckenschleim auf der Stirn, die Recamière verlassen, 1000 Jahre jünger mit einem Mal. Eine andere Schnecke kommt auf der Hand einer der Studiogastschnecken zu sitzen und verharrt. Wer weiß, was sie auf dieser Hand absorbiert? Liz flüchtet erst vom Sofa, als Daniela Katzenberger die Show stürmt und wir nun eine dreiviertel Stunde lang Damen in Abendkleidern dabei zuschauen können, wie sie unglaublich hässliche Schuhe an- und ausprobieren. Mein Problem dabei – es macht Spaß, sich dieses Disaster anzusehen. Es hat etwas von Mädchengeburtstag, von Pyjama-Party – wenn man Pyjama mit Abendrobe ersetzt. Alle tun so, als sei dieses absurde Miteinander der logischste Aufbau für ein erfolgreiches Format und sind darüber amüsiert. Sie freuen sich regelrecht. Die Freude überträgt sich unverschämterweise. Frauke ist eh sympathisch, Constanze wird es, und irgendwann sitzt auch Liz Hurley wieder auf dem Sofa (War sie nur auf dem Klo oder hat sie sich ein Sedativ verabreicht?), in ihren eigenen Riemchensandalen. Meine Erinnerungen an das Finale verschwimmen, aber das guatemaltekische Sorgenpüppchen war irgendwann verschwunden – wahrscheinlich kam es wieder an seinem Platz unter Harald Glööcklers Kopfkissen (bezogen mit Glööckler-Bettwäsche) zu liegen, nachdem es möglicherweise eine Glööckler Praline als Betthupferl naschen durfte und sich die Hände an der schokobraunen Glööckler-Kunstseidentapete abwischen durfte. Ick hatte jedenfalls Spaß und freue mich, wenn die Show eines Tages von Prinzessin Lillifee moderiert wird, der Glööckler hat ganz einfach wichtigere Dinge zu tun.

6 Gedanken zu „GLOCKEN, LOCKEN, SCHNECKEN SCHOCKEN

  1. kittykoma

    Na dieses absurde Theater hätte mir doch gestern den Abend versüßt. Ich schau gleich mal, ob ich es in der Mediathek finde.
    Das sollte man eigentlich gemeinsam sehen. Mit Likörchen, Turben und Brosche. Hoffentlich wirds nicht so schnell abgesetzt.

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