THERE ARE HEROES IN THE WORLD, PRINCESSES AND HEROES IN THE WORLD

Der Arschlochhund vom Nachbarn, der so bekloppt ist, dass er letztens mit mir die Treppe hoch ist, nicht mit seinem Besitzer in den lichtverschonten Seitenflügel, mich dann, als sein Besitzer ihn ruft, senil anschaut und verärgert bellt, bellt jetzt gerade den Müllmann an, der in Neonorange durch den Hof geht und sich in dem Moment des Angebellt-werdens den Sack kratzt. Irgend jemand im Hinterhaus macht “We don´t need another hero” an, was mir immer die Frage aufwirft “Warum eigentlich nicht?” und ich stell Bernadette Peters lauter, ach, Bernadette Peters am morgen, das wird in Tränen enden. Im Bad läuft die Waschmaschine, weil meine wunderbare Mitbewohnerin so wohlerzogen ist, die Bettwäsche zu waschen, bevor sie nachher ihre Rückreise ins bayrische Bayern antritt. Sie wird mir fehlen, ist mir in den verganenen Monaten ans Herz gewachsen.

Gestern fragt mich eine Fee, ob ich mich zu den Radical Faeries zählen würde.
“Mir mangelt es an Spiritualität.”
“Das ist doch nur eine Frage der Definition.”
“Mein Blog ist eine Radical Faerie”, fällt mir ein, “aber ich bin ja auch mein Blog.” Und natürlich habe auch ich Sehnsucht nach etwas Göttlichem, nach heiligen Momenten.
“Meine spirituellsten Momente sind die, in denen ich mit den Menschen, die ich liebe zusammen bin und wir gemeinsam Liebe generieren. So oder so.”
“Du BIST eine Faerie.”
“Aber ich umarme keine Bäume. Oder nur sehr selten.” Ich lasse mich von klarem Waldseewasser tragen und bin dann Eins bis mir die Luft ausgeht und ich wieder auftauche. Und dann wieder eintauche. Meine Heart Circles geschehen ohne Therapiegespräche. Wenn die Herzen zirkulieren auf Basis von Verständnis, das nie toleriert, sondern akzeptiert. Ich habe solche Momente nicht selten. Die Diskrepanz von menschlichem und finanziellem Reichtum in meinem Leben ist außerordentlich, aber den menschlichen kann man sich nicht kaufen, also ist es vielleicht nicht so schlimm, wenig Geld zu haben. Als ich mehr hatte, ging es mir nicht besser, sondern schlechter.

Jetzt ist die Mitbewohnerin mit dem Staubsauger unterwegs. Draußen zeigt sich die Sonne, und ein wunderbarer Windhauch geistert durch die Wohnung. Ich muss an die symbolischen Zwillinge aus dem Film gestern denken. Frage mich, losgelöst von allen anderen Überlegungen dieses Vormittags, wie das wäre, wenn man ein fast identisches Gegenüber/Miteinander hätte. Beschließe, in meinem nächsten Leben doppelt auf die Welt zu kommen, dann hat man mehr davon, und beide selbstverständlich stockschwul und stolz.

Dann umarme ich die Mitbewohnerin, ihre Koffer sind gepackt, und muss ein bisschen weinen.

Bernadette Peters singt “There won´t be trumpets”. Who needs trumpets? Und ich denk nur Barbra – people who need people are the luckiest people in the world. Das muss man erfahren, um es zu begreifen.

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