ALICE LEBT HIER WIRKLICH NICHT MEHR LANG

Vor ca 14 Tagen: diverse Hin- und her-Mails zwischen Alice und mir, in denen es mal wieder darum geht, mit mehr als einem Mac Zugriff auf mein Wlan zu bekommen. Bevor man eine Antwort bekommt, erhält man erstmal eine Mail folgenden Inhalts: „Innerhalb der nächsten Tage erhalten Sie von uns eine E-Mail, in der wir Ihre Fragen gerne beantworten.“ Die Antwortsversuche, die dann vier Tage später folgen, haben selten mit den gestelllten Fragen zu tun, es ist als ob man im Laden eine Tafel Schokolade erbittet und man bekommt eine Flasche Duschdas, da zählt dann wenig, ob sie gern oder ungern verfasst wurden: „Wir stellen jedem Kunden kostenfrei ein DSL-Modem zur Verfügung.Daher ist immer nur eine Einwahl möglich. Welches Gerät allerdings verschickt wird, ist abhängig vom Lagerbestand zum Versandzeitpunkt. Dies kann aus organisatorischen Gründen leider nicht beeinflusst werden.“ Wenn sie manchmal ganz nah an die Antwort herankommen, dann liest sich das so: „Die Drahtlosverbindung mit mehreren PC ist gleichzeitig möglich, die Einwahl ins Internet muss jeder Rechner selbst durchführen. Laut AGB ist nur eine Einwahl zulässig. Um unseren Anschluss mit mehreren PC über eine Einwahl gleichzeitig nutzen zu können, ist ein Router notwendig.“ Darauf folgt in der Regel ein nutzloser Textbaustein wie dieser: „Unser persönlicher Tipp für Sie: Nehmen Sie Optionsänderungen bequem über die Alice Lounge vor. Melden Sie sich dazu einfach in der Alice Lounge an, klicken Sie oben auf Mein Alice und dann auf Mein Produkt. Hier können Sie zum Beispiel die Anzeige der eigenen Rufnummer ändern oder Ihren Tarif komplett mit ausführlicher Preisliste ansehen.“ Gerne irgednwann mal. WENN ICH ENDLICH MIT DEM ZWEITEN RECHNER ONLINE GEHEN KANN, VIELLEICHT.

„Welcher Router kommt für meine Mac-Rechner in Frage?“ war dann meine letzte Email-Frage, auf die ich zunächst keine Antwort kam, bis am Sonntag ein freundlicher Herr von Alice anrief (!) und mir erklärte, dass er mir gern das passende Gerät kostenfrei zusenden würde.
„Ist die Installations-Software auch für Mac OSX dabei?“
„Ei freilich! Und falls nicht – rufen Sie einfach die Kollegen von der Hotline an.“ Da rührte sich das Haupt der Schange des Pessimismus, der hielt ich etwas Poppers vor die Nase/gespaltene Zunge und sie schoss pflitzebogenartig davon.

Ich hatte Hoffnung. Ich hab´s mir eingeredet und schöngeredet. Dieses Mal wird alles gut. Alice hat sich bestimmt in Höchstform gebracht, mit tiptop geschulten Mitarbeitern, die mit leistungsstarken Headsets und Nerven aus Stahl ausgerüstet sind. Sie hattes es doch sogar geschafft, das neue blitzweiße Modem an eine von der Rechnungsadresse abweichende Lieferanschrift zu versenden, normalerweise ein garantierter, vorprogrammierter Stolperstein!

Well. Immerhin: keine von den vier männlichen Alicen, die ich in den nächsten ZWEI Stunden verschliss, fing an zu weinen. Das Höchstmaß an Pampigkeit war
„Da kann ich Ihnen nicht helfen, da müssen Sie zu Apple gehen.“
„Apple verkauft Computer und keine Modemkonfiguration, da müssen schon SIE Ihren Job beherrschen.“
Oder der Kollege, der am Längsten ausgehalten hatte, dessen Vorgesetzten ich gerne sprechen wollte, nachdem er nicht mehr ein noch aus wusste – ich meine, ich war tough drauf, ich würde nicht aufgeben, bis die kleine Torte oben rechts am Kopfmenu in stolzem Schwarz sämtliche Verfübkarkeits-Symbolbalken präsentierte. „Das geht nicht. Ach, warten Sie – ich habe hier noch ne Nummer für besondere technische Probleme!“ Eine 98-Cent/Minute-Nummer, in der ein Kollege abnahm. der mir erklärte, dass er mir auch nicht helfen könne, seine Hotline befasse sich mit Alice-Kunden mit Fremdgeräten. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Alice zuvor der Annahme war, ein Mac sei ein „Fremdgerät“.

Aber er tippt doch im Internet! Was hat er denn und regt sich auf? fragen Sie sich. Nun. Er hat was ganz dolles entdeckt. So eine Art Plastikschlauch, durch die jetzt mein Wlan fließt. Mein Ethernet-Kabel! Wer sagt denn, dass das Internetz durch die Luft kommen muss, wenn man eine sexy Steckverbindung herstellen kann?! Einen Hotline-Anlauf werde ich noch in Angriff nehmen. Ich meine, Sie lesen hier einen Mann, der in einer Woche seine Steuerschulden bezahlt hat! (Es dauerte wegen meines Überweisungslimits pro Tag tatsächlich so lange und dass ich keine Steuerschulden mehr habe heißt auch nur, dass ich jetzt anderswo Schulden habe, aber immerhin – der Mut morgens diese Überweisungsformulare auszufüllen, diese Summen zu sehen, Geld, das man für so schöne Dinge ausgeben könnte und dann tippt man Finanzkasse in die Empfängerzeile, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie fertig mich das macht und doch auch stark.) Und wenn das nicht klappt, dann schick ich Alice ihre ganze verschissene Elektronik zurück und geh zurück zur Telecom, wo die Inkompetenz wenigstens einen Traditionshintergrund hat und nicht auf Sparmaßnahmen beruht.

21 Gedanken zu „ALICE LEBT HIER WIRKLICH NICHT MEHR LANG

  1. glamourdick

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    darling, that was last year. dieses modem ist quasi die antwort auf die beschwerden von damals und soll den zugriff von zwei geräten ermöglichen, ganz offiziell. nur muss man es erstmal zum laufen kriegen…

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  2. blogger.de:gedankengebaeude

    Nu, ich hab auch Alice und mehrere Macs über WLAN und einen PC über Ethernet angeschlossen. Ebenfalls mit den gelieferten DSL-Modem und einem selbstgekauften angehängten Router. Früher war es mal ein Netgear, jetzt ne Fritzbox. Läuft tadellos und ließ sich auch ratzfatz einrichten. Was genau funktioniert denn nicht? Vielleicht kann man ja doch noch irgendwie helfen?

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  3. walküre

    Wenn ich das mal so sagen darf: Menschen, die dermaßen heroisch ihre Steuern begleichen, haben meine Bewunderung. Unumschränkt. Dagegen ist das Alice-Dingsbums eine Lappalie.

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  4. glamourdick

    REPLY:
    letzte diagnose war hardwarefehler (normalerweise sagen sie das immer am anfang, damit man mal eben durch die stadt fährt und mal wieder im apple-store reinschaut, in der regel überflüssigerweise.) also schicken sie mir jetzt ein neues modem. mal kieken, ob das dann was wird.
    ansonsten bin ich jetzt so abgefrühstückt mit alice, dass ich kündigen und wechseln werde, wenn es beim nächsten versuch scheitert. alles in allem habe ich drei stunden lebenszeit verloren. mit 95 würde ich mich vielleicht nicht so ärgern, aber das war noch JUNGE lebenszeit!

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  5. timanfaya

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    @ gedankengebäude

    … wenn man wie du den router vor das alicedingens hängt ist das doch vom prinzip her eine reine – betriebsystem unabhängige – netzwerkeinrichtung, oder?

    aber auch das hat seine tücken. ich kämpfe gerade damit, dass mein macbook im windows modus nicht automatisch mit time capsule [was de facto nichts anderes als ein router + festplatte ist] kuschelt, sondern sich mit dem normalen modemrouter verbindet. macht es dank bonjour aber immer zuerst, das alte scheißding ohne on/off schalter schöne streberteil. wenn er es dann mal lernt, dauert es selten länger als zwei tage bis … bis … *ArgH*

    @ glam

    erst drei stunden? herjeh, ich dachte, es wäre ein richtiges nerviges problem! (o;

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  6. kittykoma

    REPLY:
    wer seine steuern nicht zahlt, wird beim finanzamt berlin-kreuzberg lebendig geröstet und als döner verkauft. von irgendwas müssen ja unsere 20% transferempfänger hier leben.
    und ich bestätige das jetzt aus eigener erfahrung. herr dick ist bereits weiter als ich. mich ham sie noch am a…

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  7. timanfaya

    sehr geehrter herr glam,

    irgendwie kommt mir das thema in diesem blog bekannt vor. ich rate zu einer modem-router therapie, irgendwo ist da bei ihnen der wurm drin.

    ein router oder modem oder beides ist immer mac kompatibel, da die konfiguration über einen browser via lan-kabel erfolgt. ab dann ist nur noch die unterschiedliche benennung von gleichen dingen im mac und windows universum ein stolperstein. ich hadere da immer mit der mac-adresse, die nix mit apple zu tun hat und bei osx irgendwie anders genannt wird. erkenne ich dann immer erst an den vielfachen doppelpunkten. egal …

    machen sie sich frei. schalten sie vor das alte modem einen „nur“-router z.b. von netgear [netgear = leicht zu konfigurieren, mit unserem telekomdingens im büro hatte ich auch etwas zu kämpfen] , und alles ist gut. und am besten: lassen sie das jemanden machen, der in beiden welten halbwegs zuhause ist. eigentlich ist das nämlich ganz einfach, kann aber echt nerven kosten.

    p.s.: divers mac foren haben diese probleme schon mehrfach rauf und runter dekliniert.

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  8. archer

    Ohne Dich verunsichern zu wollen: Da hilft meistens nur jemand vor Ort, der sich damit auskennt. Die _Spezialisten_ bei den Hotlines sind in der Regel komplett unterqualifiziert, und zur Technik, wo sies Dir vielleicht erklären könnte, stellt Dich keiner durch. Dazu kommt, dass der junge Mensch am andern Ende der Leitung erstens den Router des Fremdanbieters nicht kennt und, falls es ein Alice-verschickter Router ist, spätestens bei der Konfiguration des Macs nicht mehr weiss, was er Dich wo klicken lassen soll.

    Und wenn man das dann mit so lustigen Späßen kombiniert (live erlebt! und in Farbe!) dass sie Dir ein Gerät hinstellen, das Router heisst, im Internet als Router geführt wird und dann, nachdem Du – als jemand der sich damit auskennt und das ungefähr zu 1000sten Mal macht – nach ner Stunde total verzweifelst weil der Müll nicht geht, entnervt die Hiotline anrufst, der Tante so auf den Nerven rumtrampelst dass sie Dich tatsächlich in die Technik eskaliert und der freundliche Mensch Dir dann erklärt „Ja ja, kann ja alles sein, aber wir, wir haben auf das Gerät ne eigene Firmware aufgespielt, und damit isses kein Router mehr, sondern nur noch ein DSL-Modem, und deswegen kann das ja gar nicht gehen….!“ – dann weisst Du, warum Du nen Externen buchen willst 🙂

    Der braucht dann ne halbe oder ganze Stunde, je nachdem, und das sind sehr gut in Seelenfrieden investierte hmzich Euro.

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  9. glamourdick

    REPLY:
    ebenfalls sehr geehrter herr timanfaya,

    glauben Sie mir, wenn ich jemanden hätte, der mir das abnimmt, dann wäre das längst geschehen. aber an mir glam-normal-mac-und-wlan-benutzer wird doch augenscheinlich, dass man nicht alles können kann. und selbst die, die darauf trainiert und geschult sind scheitern. es ist also alles nicht immer so einfach und mit einem „machen Sie das doch so!“ erledigt. sonst würde ich diese scheiße ja nicht schriftlich festhalten.

    die lösung schien in diesem fall das seit letzter woche ausgelieferte ich-kann-alles-modem zu sein, zu dem ich in meiner umfangreichen foren-recherche noch keinen eintrag gefunden habe.

    oder: ich bin ja nicht blöd.

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  10. timanfaya

    REPLY:
    ich weiß, warum ich immer bei der telekom geblieben bin. das ganze gelabere über die hat sich auch immer gern an sich selbst befriedigt. ich erlebte bisher nur sehr gute technische beratungen. die kennen im normalfall ihre geräte und[!] deren fehler. man konnte mir letztens – ich hatte denen einen zugang geöffent – von deren platz aus sagen, das irgendetwas an unserem switch nicht läuft und die verbindungsproblematik nicht an der dsl leitung läge. dem war auch so …

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  11. glamourdick

    REPLY:
    „falls es ein Alice-verschickter Router ist, spätestens bei der Konfiguration des Macs nicht mehr weiss, was er Dich wo klicken lassen soll.“

    that´s the point.

    „damit isses kein Router mehr, sondern nur noch ein DSL-Modem“

    das war bislang der fall, sollte aber mit dem neuen gerät behoben werden.

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  12. timanfaya

    REPLY:
    … manchmal soll es halt nicht. und je einfacher desto schlimm. ich versuche seit monaten[!] in unserem büro einen rechner mit einenem netzwerkdrucker zu verbinden. bei 8 rechnern läuft das einwandfrei, einer will nicht. da hjabe ich schon locker 10 stunden investiert. und kein mensch hat einen schimmer, woran das liegen könnte.

    [es ist natürlich irgendein häkchen im 27. untermenü. oder so ähnlich …]

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  13. mouchi

    Ein ganz kleiner Versuch: Apple hat gestern ein SW-Update veröffentlicht, das Probleme mit Drahtlosnetzwerken beheben soll. Ist das schon drauf?

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  14. kittykoma

    die hotliner von alice dürfen diese auskünfte nicht geben. das wäre so, als würde man bei m*crosoft anrufen und fragen, wie man die lizenz umgehen könnte. das wissen die mitarbeiter in der regel schon, sagen werden sie es nicht.
    da die agb von alice immer nur den internetzugang eines gerätes erlauben, ist deren router verriegelt und nennt sich „bridge“. das kann man beseitigen, auch wenn man sich dann nicht mehr agb-gerecht verhält. indem man nämlich einen anderen, nicht verriegelten router die interneteinwahl erledigen läßt (der simuliert quasi ein endgerät), der eingewählte router wiederum verteilt per wlan an alle, die ins netz wollen. (tatsächlich am besten netgear, auf jeden fall ohne integriertes modem)
    das ist in mehreren foren beschrieben. und ich hatte dem geschätzten herrn glam vor einem reichlichen jahr meine technische unterstützung in rat und vor allem tat schon einmal angeboten…

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  15. blogger.de:gedankengebaeude

    @timanfaya

    Korrekt, eigentlich sollte das ganze vom System unabhängig funktionieren. Beim Modem mußte auch gar nichts konfiguriert werden, ich habe alle Einstellungen direkt im Router vorgenommen. Der hat meist eine voreinstellte IP (192.168.2.1 o.ä.), die man in der Anleitung findet, und ein voreingestelltes Passwort. Beides kann man über einen beliebigen Browser ansteuern. Und die Beutzeroberfläche fand ich dann eigentlich selbsterklärend. Beim Mac muss man dann im Netzwerk nur noch auf DHCP stellen und den Rest erledigt der Router. Beim PC letztlich auch, da braucht man dann nur manchmal etwas länger, bis man gefunden hat, wie und wo das geht…
    Eine Einschränkung, die man aber in der Regel erst manuell aktivieren muss, ist die zusätzlich Zugriffsbeschränkung via MAC-Adresse (das Ding mit den vielen Doppelpunkten). Wenn der Router (z.B. durch eine vorherige Konfiguration) da eine Einschränkung hat, wird natürlich jedem neuen Rechner der Zugriff verweigert…
    Das Verfahren ändert sich ja leider auch nicht, wenn man den Anbieter wechselt… viel Erfolg 🙂

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