Weil mir die Akimba-Diskussionen bei Schroeder so gefallen (siehe Glamourous Places, hueftstemmige heldinnen), und weil El Syd nicht die einzige TV/Movie-Irre ist, an die ich Splitter meines kalten Herzens verloren habe, sage ich nur Mrs. Danvers.(Rechts im Bild, links sehen wir Olivia DeHavillands Schwester Joan Fontaine.)

Im Grunde verdient sie einen eigenen Blog. Den würde ich Manderley Revisited nennen.
Mrs. Danvers war Haushälterin und in ihre Chefin Rebecca DeWinter verliebt und hat deren Nachfolgerin Namenlos DeWinter (toller Trick, Frau DuMaurier!) das Leben zur Hölle gemacht. Zum Schluss fackelt sie noch das Schlösschen Manderley ab
und verbrennt unvorsichtigerweise, aber quasi absichtlich selbst. Mrs. Danvers hat mich schon als Kind fasziniert. Damals bescherte sie mir Alpträume. Heute bewundere ich ihre Konsequenz.
Seit Jahren warte ich darauf, dass jemand ein Musical draus macht und es nicht „Rebecca“ nennt, sondern „Mrs. Danvers“. Das wäre eine späte Genugtuung. Wenn man die Handlung in die Gegenwart verlegt, würde ich Mrs. Danvers zur Landschaftsarchitektin von Manderley machen. Maxim DeWinter würde ich einen bisexuellen Anstrich geben, aber das ist Geschmackssache.
Danvers letztes Lied müsste folgendermaßen anfangen „I´m standing on the porch, lighting my last torch…“ Vielleicht Glenn Close??
EL SYD
Ich glaube ich habe noch gar nichts von Sydney erzählt. Sydney Andrews aus „Melrose Place“. Meine Heldin der 90er. Dargestellt von Laura Leighton. Heather Locklear als Amanda war ja schon toll, aber die intrigante und gleichzeitig völlig unschuldige Syd war mein role model. Und erst kürzlich, über einen Zeitraum von ca 6 Wochen, hatte ich Gelegenheit, mir die vier Staffeln Melrose anzuschauen, in denen sie lügen, lieben, betrügen, Pornos produzieren, ihren Schwager/Gatten umzubringen zu versuchen, ihre Adotpiv-Schwester mit ihrer gebürtigen und nicht-gebürtigen Familie zusammenzuführen und sich gegen die Vorwürfe von Melrose-Langweilern und der Justiz verteidigen durfte. Und ich liebe Syd nach wie vor. Und bin böse, dass Drehbuchautoren sie am Tag ihrer Hochzeit beim Posing für´s Hochzeitsfoto von einer drittklassigen Nebenfigur (die schale Samantha, Freundin des Schuheinlagen-langweiligen-Billy-oder hieß-er-Bobby?) mit dem Auto überfahren ließen. Syd war in meinen Augen nicht böse. Sie musste sich gegen einen Haufen von Langweilern durchsetzen. Her heart was just toooooo big. Syd, rest in peace. Alles in allem war sie aufrichtig crazy. Und ihr Look und ihre Attitude sind unerreicht.

„Why do you always blame ME?“
„Because it´s usually your fault, Syd.“
WAS GLAMDICK AUFFIEL
Aimeminemann. I get dizzy if I look at it too long:
LUCY JORDAN
Die Partywoche ist vorbei. Es war extrem und schön und alt, geliehen, neu und blau. Jetzt ist mir tatsächlich der Wecker stehen geblieben. Und das nach einer SMS, in der mir jemand sagt, dass er mir einen magischen Moment des Zeitstillstands verdankt.
Die Wohnung ist wieder leise, aber im Kopf läuft „The Ballad of Lucy Jordan“. At the age of 37…
Eine Mail, die leise Wehmut auslöst – darin ein Bild, ich mit 20. Was that me? What happened along the way?

Photo by Uli Lindenthal <http://www.pbase.com/ul_photography/root&view=recent>
Rilke du jour:
„Lass uns die Nacht überstehen. Und dann das Kranksein. Und dann die Liebe.“
RILKE DU JOUR
(Die Pro-Rilke-Rubrik)
„Wie ein Käfer, auf den man tritt, so quillst du aus dir hinaus, und dein bisschen obere Härte und Anpassung ist ohne Sinn.“
(Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge)
KAI FÄLLT AUF:
NATURJOD S11
„Und wir haben wirklich SPRECHPERLEN für den Kanarienvogel gekauft, weil wir daran GLAUBTEN! Kannst Dir das bitte mal vorstellen??“
SCHLAG NACH BEI RILKE
„Und sonst? ein Kind in einem stehenden Kinderwagen: es war dick, grünlich und hatte einen deutlichen Ausschlag auf der Stirn. Er heilte offenbar ab und tat nicht weh. Das Kind schlief, der Mund war offen, atmete Jodoform, pommes frites, Angst. Das war nun mal so. Die Hauptsache war, dass man lebte. Das war die Hauptsache.“
Aus: „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“
Immer wenn ich Rilke lese schäme ich mich ziemlich für mein SchRRRRRRRRRReiben. Aber es hält mich trotzdem nicht ab. Dank Akimbo fiel mir wieder ein, dass Rilke bei Rodin als Sekretär jobbte.
Ich habe Schluckauf.
ONE FINE DAY
Amazing! Von 5 Büchern, die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, kenne ich 3 noch nicht. Und „The Falls“ von Joyce Carol Oates ist dabei!!! 2 DVDs, die ich auch noch nicht habe. Rekord! Dass Diana Ross Dorothy in einem schwarzen „Zauberer von Oz“ gespielt hat wusste ich – aber ich wagte nie, mir das genauer vorzustellen. Akimbesk? (I´ll let you know.)
Und heute ist ein Connie&Carla-Tag, den ich im Liegen nehmen werde. Schon einschub-bereit steht da ein schöner dänischer Spielfilm: „Alt. Neu. Geliehen. Blau.“ Was auch sehr schön meinen Partyzustand von gestern Abend zusammenfasst. Beim Reinfeiern geknutscht und gestern gestreichelt. Life can be so beautiful und im Nebenzimmer singt Madonna auf spanisch „veras“ – das ist „you´ll see“ in fremder Sprache. Danch kommt „La isla bonita“ auf Tschechisch. Nicht von Madonna. aber auch nicht von Helena Vondrackova (das ist die tschechische Barbra).
Mein Lieblingshund, der zeitweise auch Mitbewohner war, kam auch feiern und fiel vor Freude fast um. Deshalb durfte er auch auf der Kaninchenfelldecke einen Knochen nagen und ein bißchen rumsabbern. (Ich meckere ja auch nicht, wenn Kai Rotwein verschüttet, und das Kaninchenfell hat schon ganz andere Sachen gesehen, u.a. sterbende Kaninchen. Kann man da sagen „Einwohner“?)
Zum Abschied der Party habe ich den anwesenden heterosexuellen Männern mit Lancome-Lidschatten Grunge-Augen geschminkt. Metrosexuality is alive and well in Kreuzberg. And today some boys will look like raccoons.
In der Küche wird mein bester Freund blondiert. Die Aschenbecher sind geleert und aus den Weinresten in den Pappbechern könnte ich eine Bowle mache, wenn ich fies wäre. Bin ich aber nicht. Es war einfach schön. It´s okay to be 37.
Heute hat Thomas Hardy Geburtstag. Aber er ist ja schon tot. Egal. Toller Mann. Wer kann schon einen Garten beschreiben und damit Sex meinen, so dass man´s versteht? Der konnte das. Schade, dass er nicht bloggen konnte, denn wenn man in seinen Notizbüchern liest kommt man nicht umhin zu wünschen, er hätte täglich die Welt beurteilt.
GÄNSEFLEISCH GRÖSSERE TITTEN MACHEN
Heute ist internationaler Tag der Milch. Sowie mein Geburtstag. Das Reinfeiern hatte alles, was ich mir schon mit 14 ersehnt habe (exclusive sex and drugs): it was a rock and roll night und ich habe mit meinem Lieblings-Popstar geknutscht. Und in einem Weimaraner Hotelzimmer eine wunderbare Post-Concert-Party gefeiert. Der Konzertveranstalter organisierte Getränke und sah auch wie ein Engel aus. Langes blondes Haar, perfekte Zähne und von dem Körper ganz zu schweigen. Er sprach kaum Akzent. Überhaupt haben wir es vermieden mit Einheimischen zu sprechen, aus Angst über das Thüringische lachen zu müssen. Wir waren nämlich sehr kicherig gestern. Jetzt weiß ich leider nicht einmal ob eine Schrippe in Thüringen Brötchen, Wecke, Semmel oder Fischkopf heißt.
In einem Restaurant, das ich als „Bittere Kante“ in Erinnerung habe, das aber tatsächlich „Scharfe Ecke“ hieß, aß ich Thüringer Knödel und verzierte beide mit einer Erbse, so dass sie aussahen wie Titten. Eine Schweizerin erzählte mir, dass ihre Brüste in Weimar immer größer seien als in Zürich. Ob es eine äquivalente Stadt für Männer gibt konnte sie mir nicht beantworten. Schade.
Und so schön das Konzert auch war, das Küssen war schöner. Und das Schönste ist das jugendliche Gefühl, dass ich jetzt habe, obwohl schon wieder ein Jahr älter. Hi hi.
Ach so ja – Marilyn hat auch am Tag der Milch Geburtstag. Und Mittwoch ist Gajneesha-Tag – also seid lieb zu Elefanten, wenn Euch einer über den Weg läuft.