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Freitag abend. Sitze hier, abgearbeitet, und schau mir den Schlingerkurs an, den mein Blog fährt. From hilarious to devastated. Habe ein bisschen ein Schleudertrauma von den rasanten Kurswechseln und erstaune mich über mein vor Wut anschwellendes Ungerechtigkeitsbewusstsein. Ich weiß, dass ich hier niemanden belehren muss. Ich selbstvergewissere nur öffentlich. Und geh trotzdem gerade innerlich die Wände hoch wegen Fällen wie Matthew Shepard. So etwas tut mir physisch weh und ich überrasche mich, hinterfrage mich natürlich auch mit einem Blick von außen auf mich drauf. Würde am liebsten eine Miliz gründen und schaff es dabei nicht einmal eine Kampfmaßnahme im engsten Familienkreis zu beenden. Wirr, wütend und – auf die dritte Alliteration scheißend – müde von der Wirklichkeit, da jetzt ist sie doch passiert. Vielleicht schmeiß ich am ersten Mai einen mit Wasser gefüllten Ballon auf die dämlichen Abiturienten aus Worpswede und Passau, die dann, wie jedes Jahr, meine sozial schwache Nachbarschaft terrorisieren werden, anstatt sich lieber einmal ordentlich eins auf die Fresse zu hauen. Ich besauf mich jetzt jedenfalls mit südafrikanischem Cabernet. Vielleicht fällt mir morgen etwas ein, die Welt zu retten. But don´t count on me.

And you know what – das ist alles ausgelöst von „Brokeback Mountain“. And that´s why this film is so important. Apart from being just beautiful.

STEMMING THE ROSE

Zunächst: Ich kann mich an keinen Filmkuss erinnern, der mich je so bewegt hat. Das lass ich mal so stehen.

Und dann: Ich weiß, es ist etwas lästig mit mir: die Tatsache, dass ich aufgrund meines Kinohasses über Filme erst schreibe, wenn sie schon nicht mehr im Kino laufen. Aber in diesem Falle muss es sein. A L L E Vorschusslorbeeren waren gerechtfertigt. Ich habe gestern großes Kino auf meinem nicht ganz so kleinen Fernseher gesehen. Ich habe gestaunt vor Schönheit und geweint vor Ergriffenheit. Ich werde ihn mir heute noch einmal anschauen, vielleicht gleich zweimal. Ich möchte Ang Lee knutschen, ich ziehe den Cowboyhut vor Ledger (der m.E. eine Oscar-Nominierung genau so verdient hätte wie Gyllenhall). Folgendes Zitat habe ich auf die Fahnen von Glamourdick Mansion geschrieben:

„If you can´t fix it, Jack, you gotta stand it!“

Das steht jetzt gleich unter „no more beans“.*

Und dass Rufus zum Schluss singt ist nicht nur wunderbar, sondern auch zwangsläufig.

brokeback

*In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob die heterosexuellen Zuschauer sich bei einem Film über Arschficker auch die ganze Zeit Sorgen gemacht haben über die Unmengen von Bohnen die in „Brokeback Mountain“ aufs Lagerfeuer kommen. Viele Heteros und alle Homophoben können es schwer ertragen, was gleichgeschlechtlich orientierte Männer mit Ärschen so alles anstellen können. Homophobie ist meiner Meinung nach eher die Angst vorm eigenen Arschloch. Und, ja, ich merke selbst, dass dieser Blog spätestens seit gestern in seiner analen Phase ist. Vielleicht erzähle ich demnächst mal die Geschichte von dem Bekannten von mir, der — aber das erzähle ich auch nur vielleicht und auch nur ein anderes Mal.)

FÜSSE SIND DAS NEUE ARSCHLOCH oder EXTREMITIES

So kann man die gepflegte Dinner-Konversation zusammenfassen, wie sie gestern zum Spargel in Glamourdick Mansion vor sich hinperlte. Mittzwanziger und ihre Fetische. Und dass es immer mehr werden, also Mittzwanziger mit bereits ausgeprägten Fetischen.
„Worauf stehst Du denn so?“ Wurde einer meiner Gäste kürzlich auf den Blauen Seiten gefragt. Allein schon die Frage nervt.
„Das übliche eben.“ (Genau das hätte ich auch geantwortet. Denn es liegt mir fern, den eventuellen Sexpartner schon durch das Beschreiben meiner favorisierten Praktiken zum Orgasmus zu bringen. Unglaublich, wie viele Faker unterwegs sind, die sich schon auf die Beantwortung pornografischer Fragestellungen einen runterholen, anstatt, wie sich das gehört, ein Sexdate klar zu machen.)
„Ich will Dir Deine geilen Füße lecken.“ Turnoff. Total.
Woher kommt diese Faszination mit Füßen auf einmal? Was meiner Generation das Arschloch, das sind den Mittzwanzigern die Füße. Ich habe nichts gegen meine Füße, oder gegen die Füße eines Fremden. Auch die Füße meiner Freunde machen mir keine Sorgen, aber beim Sex sind Füße nahzu irrelevant. Es ist schön, welche zu haben. Aber meine Füße sind nicht geil, und müssen nicht notwendigerweise geil geleckt werden. Dafür habe ich andere Körperteile. Im Grunde können mich die Fußfetischisten am Arsch lecken, wollte ich damit sagen. Da wäre nichts gegen einzuwenden.

TOMORROW IS ANOTHER DAY

Wenn ich heute nach Hause komme, dann habe ich die Stresstage fast hinter mir! Dann kann ich einen Kessel Buntes aufhängen, der seit vorgestern in der Trommel mit spitzen Fingern gegens Bullauge trommelt, kann die Blumen auf der abgebrochenen Terrasse gießen. Eine Eilpost an meinen Vermieter schicken betreffs Wiederaufnahme der abgebrochenen Abbruch-Arbeiten unter Androhung von Mietminderung. Die 5 DVDs anschauen, die sich mittlerweile angesammelt haben. (Judy Garland Show, Vol 1-3, Brokeback Mountain, thanks to Sakilight, Madame Sin, thanks to Ereignishorizont). Benno sein neues Deckenplättchen aufsetzen und endlich die CDs einsortieren. Danach ein paar Seiten Jasper Fforde. Eine Haarkur machen und paar Niveatücher verschleißen. Dann könnte ich meine Amazon-wishlist pflegen, nachdem mir gestern zum Vorwurf gemacht wurde, sie sei zu kurz (na wenn Ihr alle jetzt schon Geschenke schickt, dann wird sie eben immer kürzer, kann ich ja nichts für). Danach könnte ich telefonieren mit Menschen, mit denen ich schon seit längerem telefonieren möchte – Britt zum Beispiel. Vielleicht verfrachte ich dann noch ein Sitzmöbel aufs Vordach um die mangelhafte Terrasse aufzuwiegen und schaue mir dann zum morgigen Sonnenaufgang den Sonnenaufgang an. Dann denke ich vielleicht darüber nach, dass ein Kapitel in meinem Leben heute endgültig geschlossen wurde und freue mich darüber, dass ich das vor lauter Stress gar nicht so richtig mitbekommen habe. Dann rauch ich eine und lese bestimmt paar Blogs.

DER AUFRISS

Meine Terrasse ist eine Baustelle. Die charmanten polnischen Terrassen-Rasierer haben sich zwar sehr beeilt, aber es wird wohl noch ein paar Sonnentage dauern, bis ich meine Nivea-vorgebräunten Körperteile ins Licht halten kann. Schade. Hier der versprochene Nivea-Bräunungstuch-Bericht:

Die Vorbehandlung. Samstag Abend blasse Haut mit Tuch eingerieben, Sonntag morgen sanft gebräunt aufgestanden.

Tag 1
Sonntag spätnachmittag die ersten Absetzungserscheinungen (zwischen den Fingern) entdeckt. Aber kein Vergleich zu der teuren Clinique Bräungungscreme – da sahen die Hände richtiggehend schmuddelig aus. Außerdem stinkt das Zeug bestialisch. Anders die Niveatücher. Stark parfümiert. Fast zu stark. Besser als muffig.
Keine Flecken im Gesicht. Aber bei so leicher Bräune schminke ich eh noch.

Tag 2
Nach erneutem Bräunungstucheinsatz am Vorabend solide Farbe auf den Händen und Unterarmen. Gesicht noch unbefriedigend. Durch das Übertünchen wirken die Absatzflecken zwischen den Fingern fast wie eine ganz normale Pigmentstörung.

Tag 3
Arme einwandfrei, Hände nun auch an den Knöcheln pigmentgestört. Die nächste Schicht wird das korrigieren. Gesicht okay. Make up eine Nuance tiefer gewählt (von Golden Beige auf Sable).

Alles in allem – ein dolles Ding, wenn man es nach einem überlangen Winter hasst, auf wachsweiße Hände zu schauen. Super, wenn man nicht käseblass an den Strand oder sonstwohin möchte, wo es nicht stockduster ist. Billiger als Sloarium, besser für die Haus sowieso. Nur drank denken, die Handinnenflächen nach dem Auftragen zu säubern! Kostenpunkt pro Tuch 1 Euro. Je nach Körpervolumen braucht man eines (Nicole Richie) bis 12 (Kirstie Alley). Ich: 2.

Hey Nivea – krieg ich jetzt bitte eine Kiste gratis? (Sorry Clinique, aber ist doch wahr.)

P.S.: Ich kann von hier zwar schreiben, aber leider nicht Blogsurfen.

GLAM AUS DER ZWISCHENZEIT

Kinder, ich komme nicht zum Bloglesen. Und würde so gerne kommentieren und alles. Aber es ist ein Stress sondergleichen gerade, und ich hoffe, dass sich das Ende der Woche legt. Und dann bin ich wieder voll da. So. Und nu bin ich auch schon wieder wech.

INES 11: INES SCHREIBER KURZ VOR BRAUNSCHWEIG GESICHTET!!

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Ich dachte, mein Schwein pfiffe, als ich Ines´Laster sah. Aber das war gar nichts – Sie hätten mal Ines´Toastbrote kreischen hören als sie den ledrigen Hacken aufs Gaspedal knallte und den Laster auf 160 brachte. Kurze Zeit später:

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Und wenige Minuten später schon hatte ich sie verloren. Eine knapp gefassten audiovisuellen Ergriffenheitsbericht finden Sie hier:

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Tut mir Leid, dass dann, als es endlich spannend wurde, leider die Batterie leer war. Aber ich bin GlamourDick, nicht HitchCock. (Obwohl „Hitchcock – der Highway-Hengst“ bestimmt ein schöner Schwulenporno wäre…)

AUFM DORFE, MIT HAAR UND HAUT

Gestern bei Regen Inlineskates gefahren und überlebt. Dito für Nivea-Bräunungstücher – keinerlei Allergie, dafür sanfte Bräune. Heute Stunden zählen bis sanfte Bräune fleckig wird. Desweiteren: Austoben auf meiner Amazon Wishlist. Ist ja bald Geburtstag. Und Kreuzchen machen ist fast so schön wie schon besitzen zumal ich einen neuen Autoren für mich entdeckt habe: Jasper Fforde. Desweiteren „The Well of lost Plots“ weiterlesen. Kontakte mit Einheimischen vermeiden wegen abschreckenden Niedersachsen-Dialekts. (Von wegen Hochdeustch…)

THE HARZ MOUNTAIN CHAINSAW MASSACRE

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(Der Blick aus dem ehemaligen Kinderzimmerfenster.)

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(Der von meinem Vater liebevoll rekonstruierte Marilyn-Spiegel.)

Es regnet und regnet. Aus Langeweile bin ich zum Altfrauenfriseur gegangen, habe dem eine Packung L´Oréal Hollywood (dass es das hier bei Schlecker gibt! Ich war fast gerührt) auf den Tresen geknallt und mürrisch hat er mir die Ansätze nachgefärbt, während im Hintergrund störrisches weißes Frauenhaar mit Chemikalien in Putzwolle verwandelt wurde. Die einzig mögliche Steigerung wäre gewesen, wenn ich mir die Nägel hätte modellieren lassen. Aber morgen ist Sonntag und heute geh ich nicht mehr raus. Man muss hier auch sparsam sein mit den Kicks. Einer pro Tag reicht. Und bei diesen Surroundings und dem Dreckswetter gehen einem schnell die Ideen aus.

TALKING ABOUT MISPLACED…

Tja, nun bin ich weg. Aber nicht in NY NY sondern Harz Mountains Why Why. Die analoge 56k-Verbindung und der aufkommende Frühling werden meinen Blog-Aktivitäten den Weg verbauen, ich spür´s. Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende, während ich ihr* Blut- und Wasserproben mache. Be back Tuesday, da berichte ich dann ab ca. 8.30 Uhr live von den Bauarbeiten auf meiner Terrasse, die wird nämlich aufgerissen, weil es bei meinem Nachbarn reinregnet, seit drei Jahren. Die haben einfach auf schönes Wetter gewartet, damit sie beim Aufreißen die Sonne auf Glamourdick Mansion Terrace genießen können. Na ja. Wenn ich erst anfange Kaffee zu kochen, dann werde sie sich nochmal schwer überlegen, wie lang sie die Arbeiten in die Länge ziehen wollen.

* das ist ein so schöner Freudscher, den lass ich einfach mal so stehen.