Goldie Hawn kichert sich durch „A hard day´s night“ und ich stimme ihr rundum zu. I´ve been working like a dog and should be sleeping like a lark. Goldie. Elefantentante. Hätte mehr Platten machen sollen.
IT´S SUCH A PERFECT DAY AND I´M GOING TO SPEND IT WITH YOU oder MY HUCKLEBERRY FRIENDS
Es geht doch wenig darüber, mit einem Freund den Nachmittag über MP3s und Sekt zu verbringen oder mit einem Freund Judy Garland anzuschauen und sich über Gastauftritte von Ethel Merman zu amüsieren oder von einem Freund die SMS zu bekommen, dass man seinen Geburtstag auf der Lieblingsinsel verbringen wird – Flugdaten attached. Es geht doch nichts über diese drei.
Und um so schöner, dass wir meinen Geburtstag an vertrauten Stränden gemeinsam verbringen werden. Und Silke kommt auch! Und Andy wird selbstverständlich da sein. Und my favourite dog in the whole wide world – Mowgli! Und vermutlich ruft Rufus auch gleich an. But no, it couldn´t be better. (Then again – Britt, Choc – was macht Ihr vom 28.05 bis 03.06.?) Und nebenan singt Judy „Moon River“. Purrrrrrrfect! Oh doch, noch besser: jetzt singt sie „Ole Man River“! Alles im Fluss heute.
Ole Man Moon River Dick.
UND WO WAREN SIE IM SOMMER 2005?
Aus der Distanz hat es schon wieder etwas sehr belustigendes: ein Saal, in dem 200 Menschen mit den unterschiedlichsten Frühstücksgewohnheiten sitzen und darauf warten, dass der entkoffeinierte Kaffee und die Antidepressva kicken. Das alles noch vor Aufstehenszeit, 7.30 Uhr, denn um 8.15 ist bereits Appell. Da wird dann erläutert, ob Rudern stattfindet oder wegen des Dreckswetters ausfällt (fuckit, wegen des Ruderns habe ich mich für dieses Haus entschieden!), ob Frau Dr. H. wieder gesund ist, und dass um 8.45 Depri in der Aula ist, gefolgt von TSK (Training Sozialer Kompetenz).
Da sitzen sich beim Frühstück also eine brandenburgische Verwaltungsfachangestellte, ein Polizist aus Eberswalde, eine Berliner Karstadtverkäuferin (Karstadt Wedding), ein gestrandeter TV-Schrott-Autor und noch eine Polizistin gegenüber. Reden übers Wetter und ob der Zusammenbruch des neuzugegangenen Vergwaltigungsopfers („Die Finger wollten sie mir abschneiden, die Schweine – mit einer Kneifzange!“) noch in zumutbarem Rahmen war. (Es steht 3 zu 2). Und nach dem Frühstück geht man eine rauchen und auf der Heulbank mit Seeblick werden bereits die ersten Tränen des Tages vergossen. Das ist Monika. Auf Monika ist Verlass. Denkt man. Und dann werden ihre Medikamente umgestellt und eines Morgens strahlt sie mit dem Wolken um die Wette.
TELLEMENT EN COLÈRE oder BERLIN IS MINE AND IT OWES ME A LIVING
Ich kann nach Themen wie Matthew Shepard schon auch noch voller Elan und Esprit weiterbloggen. Mit ein bisschen Anstrengung. Und komme mir auch überhaupt klitzekleingarnicht seltsam dabei vor, erst zu bestürzen und dann Entertainment zu liefern. Die Welt ist manisch depressiv und sehr sehr wütend.
la nuit descend sur la petite ville
et la lune vole avec le vent
elle nage entre les nuages
il neige blanche neige tout est blanc
blanc-de-blanc et entre deux-mères
je suis tellement en colère
(corin curschellas pour michael von der heide, see below)

Yes, I´m angry. Still. It´s not going to stop.
Ich geh wohl besser auf keine Demonstration.
ZUNÄCHST MAL: ICH STEHE ÜBERHAUPT NICHT AUF UNIFORMEN, ABER… oder GLAM, LIVE AUS DER KAMPFZONE
„Sagen Sie, wäre das respektlos von mir, wenn ich jetzt von Ihnen ein Foto schösse? Ich finde die Aufschrift auf Ihren Westen so pekuniär.“
„Aber nein, junger Mann. Schießen Sie ruhig. Ach schau mal an – Dolce & Gabbana!“
„Ja, wir sind hier sehr vielschichtig in Kreuzberg. Und? War nix los gestern am Mauerpark, was? Könnten Sie sich vielleicht bitte mal umdrehen? Sie wissen schon – die Aufschrift. Ja, Danke – so ist sehr schön. Prima!“
„Sehr ruhig. wir haben sehr interessante Gespräche mit den Anwohnern geführt.“
„Ja – ich letztes Jahr auch. Da war das alles schon sehr entspannt. Die Läden hatten geöffnet und die Anwohner haben nicht einmal ihre Autos umgeparkt. Ach schauen Sie mal, ist schön geworden das Foto.

Ich stell das ins Internetz. So ein Anti-Konflikt-Team hätte sicher jeder gern. Auch für zu Hause. Gerade!“
„Ja, schönes Foto. Wirklich! Dann wünschen wir Ihnen noch einen recht schönen Abend!“
„Dasselbe wünsche ich Ihnen auch. Und dass der Abend konfliktarm bleibt.“
Ich liebe meine Nachbarschaft ihn solchen Momenten.*
*also langsam muss ich mit meinen freudschen mal uffpassen…
GET ALONG LITTLE DOGGIES
Mein wichtigstes Blogthema dieser Woche noch einmal zusammengefasst. Und zur Versöhnung mit Rufus (das war nicht ernst, die Sache mit dem Moldavier), und als Sonntagsfrühstückstischkerze für die Trauzeugin und die Rakete.
Hier für Frau Mai.
(Short Interview, then song.)
DA KLAPPT ES MIT DEN NACHBARN
Das Alphabet, angewandt auf meine CDs, positioniert in den beiden Bennos, bereitet mir große Freude. Kuckma:

Georgette kann nicht meckern.

Cora erst recht nicht.

Und Michi und Nina trennt nur Goldie Hawn. Ja, ich war das, der die Goldie Hawn-CD gekauft hat
MISTY WATER COCLOR MEMMMMMRIEEES OF THE WAY THEY WERE
Irgendwann war der Trailer fast so lang wie eine ganze Episode. Klar, dass Köpfe rollen mussten. Aber warum warum warum ausgerechnet der von Sydney??? Nachem ich gestern und vorgestern die komplette letzte Staffel „Six feet under“ gesehen habe, brauche ich jetzt einen Melrose Marathon.
Sehen Sie die explosive Marcia Cross, Kristin Davis (Charlotte aus SATC), Doug Savant (Desperate Husband), die göttliche Heather Locklear und meinen Special Favourite – Laura Leighton. Schnippisch, mörderisch, verschlagen, stylish und sexy. Und für die Schnatterliese Jack Wagner.
GPEDLC oder THE PRINCE AND THE BLOGBOY

Wenn das mit Rufus partout nicht in die nächste Phase geht (Hochzeitsliste bei Amazon und Tffany´s), dann geh ich halt doch nach Moldavien. Rockstargatte ist doch auch was Feines. Iagupov ist kein Allerweltsnachname. Und die Landestracht finde ich ausgesprochen ultraglam.

Elsie Marina, links im Bild, bekommt die klare Luft und die zünftige Musik jedenfalls. Sie muss mittlerweile 110 Jahre alt sein. Mindestens. Manche behaupten, dass es sich bei ihr in Wirklichkeit um Marilyn Monroe handelt, die irgendwann einfach keine Lust mehr auf Blondieren hatte.
Und was macht Ihr am 20. Mai? (Für die, die bis hier nicht folgen können: Grand Prix Eurovision de la Chanson. und Deutschland hat einen ganz reizenden Beitrag!)
WHEN HE WALKED DOWN THE STREET HE HAD THAT VICTIM WALK*


Gerade fällt mir auf, dass Matthew Shepard in Wyoming umgebracht wurde. Um so mehr freue ich mich, dass Brokeback Mountain dort spielt.
Shepard wurde von zwei Trailer-Trash-Faschos zusammengeschlagen, dann mit seinen Schnürsenkeln in Kreuzigungspose an einen Zaun gefesselt, wo er fast verblutete. Die Schläger klauten ihm vorsorglich auch noch die Schuhe. Er starb allerdings erst fünf Tage später im Krankenhaus. Er war 21 Jahre alt.
Ein Jahr zuvor war er bei einem Roundtrip durch Marokko von einer Gruppe von Männern vergewaltigt worden und, ebenfalls seiner Schuhe beraubt, irgendwo in der marokkanischen Tundra ausgesetzt worden. In Folge der Vergewaltigung war er HIV positiv.
Präsident Clinton bemühte sich angesichts des Mordes, sexuelle Orientierung als Motivierung für ein „Hate-Crime“ offiziell anerkennen zu lassen. Es gelang ihm nicht. Russel Anderson und Aaron MacKinney, Matthews Mörder, sitzen dennoch lebenslänglich.
In der Woche com 6.10. bis 12.10.1998 bekam ich von all dem nichts mit, wel ich ein glücklich verliebtes Großstadtschwulenleben lebte. Als ich im März 1999 von einem Marokko-Urlaub zurück kam (auf dem meine große Liebe kaputt gegangen war), las ich Matthews Geschichte im Vanity Fair.
Mittlerweile gibt es ein Theaterstück und mehrere Filme über Matthew. Aufgrund seines Todes werden die Stadt Laramie und der Staat Wyoming noch eine verdient lange Zeit als Synonym für Schwulenhass und Ignoranz gelten. Matthews Eltern haben die Matthew Shepard Foundation gegründet und setzen sich gegen Hass und Ignoranz gegenüber Minderhieten ein.
„“They tied him to a post,“ says police commander Dave O’Malley, and as he begged for his life, they „beat him and beat him.“ Perhaps as an afterthought, police say, the pair took Shepard’s wallet and his shoes. The back of his head bashed to the brain stem, his face cut, his limbs scorched with burn marks, Shepard hung spread-eagled on a rough-hewn deer fence through a night of near freezing temperatures, unconscious and losing more and more blood. On the evening of the next day, 18 hours after he was abandoned, two bicyclists saw him. At first, they thought they were looking at a scarecrow. On seeing his nephew’s near lifeless body hooked up to a respirator, Robert Eaton told a reporter, „It’s like something you might see in war.““
Mehr: „That´s not a scarecrow“ Time Magazine, Oct. 1998
„My son Matthew did not look like a winner. After all, he was small for his age-weighing, at the most, 110 pounds, and standing only 5’2“ tall. He was rather uncoordinated and wore braces from the age of 13 until the day he died. However, in his all too brief life, he proved that he was a winner. My son-a gentle, caring soul-proved that he was as tough as, if not tougher than, anyone I have ever heard of or known. On October 6, 1998, my son tried to show the world that he could win again. On October 12, 1998, my first-born son-and my hero-lost. On October 12, my first-born son-and my hero- died 50 days before his 22nd birthday. He died quietly, surrounded by family and friends, with his mother and brother holding his hand. All that I have left
now are the memories.
(…)
Mr. McKinney, one final comment before I sit, and this is the reason that I stand before you now. At no time since Matt was found at the fence and taken to the hospital have Judy and I made any statements about our beliefs concerning the death penalty. We felt that that would be an undue influence on any prospective juror. Judy has been quoted by some right-wing groups as being against the death penalty. It has been stated that Matt was against the death penalty. Both of these statements are wrong. We have held family discussions and talked about the death penalty. Matt believed that there were incidents and crimes that justified the death penalty. For example, he and I discussed the horrible death of James Byrd, Jr. in Jasper, Texas. It was his
opinion that the death penalty should be sought and that no expense should be spared to bring those responsible for this murder to justice. Little did we know that the same response would come about involving Matt. I, too, believe in the death penalty. I would like nothing better than to see you die, Mr. McKinney. However, this is the time to begin the healing process. To show mercy to someone who refused to show any mercy. To use this as the first step in my own closure about losing Matt. Mr. McKinney, I am not doing this because of your family. I am definitely not doing this because of the crass and unwarranted pressures put on by the religious community. If anything, that hardens my resolve to see you die. Mr. McKinney, I’m going to grant you life, as hard as that is for me to do, because of Matthew. Every time you celebrate Christmas, a birthday, or the Fourth of July, remember that Matt isn’t. Every time that you wake up in that prison cell, remember that you had the opportunity and the ability to stop your actions that night. Every time that you see your cell mate, remember that you had a choice, and now you are living that choice. You robbed me of something very precious, and I will never forgive you for that. Mr. McKinney, I give you life in the memory of one who no longer lives. May you have a long life, and may you thank Matthew every day for it.“
(Schlussrede von Dennis Shepard im Prozess gegen die Mörder seines Sohnes.)
So. Noch irgendjemand, der findet, dass es keinen Film über Diskriminierung von Schwulen mehr geben muss?

*Zitat von Matthews Mutter.
Edit May 2010, after reading Judy Shepard´s Book:
1) Die Kreuzigungspose gab es nicht. Er lag am Boden, die Hände hiterm Rücken an den Zaun gefesselt.
2) Die HIV-Infektion zog er sich nicht bei der Vergewaltigung, sondern später zu. Die Eltern erfuhren im Krankenhaus von seinem HIV-Status, er selbst wusste vermutlich nichts davon.