Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

HAPPY GARDEN FÜR 5 EURO ABZUGEBEN

Es gibt dieses Stöckchen, das ich schon paar Mal an mir habe vorbeifliegen lassen, in dem es um Informationen geht, die man sonst vielleicht nicht aufschreiben würde. Der Stock funktioniert bei mir insofern nicht, als dass ich ja eh immer alles aufschreibe, ungeachtet der Popularität des so Servierten. Ich bin ja nicht RTL. Ich schreibe nur Tagebuch im Internet, bin also eine Art belletristisch-chronistische Exhibi-Spätfolge von Bärbel Schäfer & Co.

Eine brisante Information dennoch: von allen meinen Möbeln sind 25% neu erworben, 24% geerbt und 10% gefunden (Straße, Hausflur, Sperrmüll). 40% stammt vom Trödel (West-Trödel, hauptsächlich Flughafenstraße, einige Lampen jedoch auch vom Boxhagener Platz) und eines ist gestohlen, aber es war eher eine Befreiung als ein Raub, da sind sich bislang alle Besucher einig.

Aber hier nun mein eigentlicher heutiger Beitrag:

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Vielleicht sollte man jeden Tag durch die Welt gehen und mindestens vier Sachen fotografieren, die einen mehr oder weniger begeistern.

Edit: Über das letzte Foto komme ich gar nicht hinweg. Diese scheußliche Schale, die sie selbst bei Rudis Restecontainer aus dem Sortiment geschmissen haben, die soll hier knapp 40 Euro kosten. Aber der charmante Ost-Garten, der nun wirklich zweckmäßig, gestalterisch anspruchsvoll und irgendwie — keck ist – der mir auf Anhieb gute Laune macht, den man im Grunde statt Prozac nehmen könnte, der nun wirklich außer Sex fast ALLES HAT – nen 5er! Die Leute haben keine Wertvorstellungen. Jetzt bereue ich, nicht zugeschlagen zu haben. Man findet sowas nicht mehr oft. Unvorstellbar, wenn man den noch irgendwie sexy machen könnte.

HEUTE SCHON BEPISST? oder MIDNGHT IN THE SUBWAY

„In der U-Bahn riecht es nach abgestandenem Leben.“

Mit Dir darin sieht es auch so aus.

„Zwei Typen in Gangster-Rap-Klamotten tauchen auf. Meine Tante würde ohnmächtig werden.“

Hat die Tante Geburtstag? Oder wie hat Sie es in diese Zeilen geschafft? Hätte in-die-Kamera-winken nicht gereicht?? Fakt ist jedoch, dass Florian Silbereisen nicht am Brennpunkt HerrmannSplatz wohnt. Da trifft man schon eher Buschi-Do und so. Was mir jetzt wirklich zu denken gibt: Wagners Tante. Wie alt mag die wohl sein? Die war doch sicher schon bei der Erfindung der Ubahn dabei.

„Ich habe keinen Augenkontakt mit den Biertrinkern. Frau Zypries auch nicht.“

Na, Du hast doch die Zypries mit zum Flirten.

„„Wohin soll ich fliehen“, frage ich die Ministerin, „wenn die Schläger mich verfolgen?“ „

Herr Wagner, ich würde NICHT den Weg über die Gleise nehmen. Dort ist es dunkel und vielleicht kennen Sie den Film mit Franka Potente, jedenfalls, eher nicht den Weg über die Gleise. Vertrauen Sie mir. Versuchen Sie es mit der nächsten Notrufsäule.

„Ich stelle mir vor, wie ich blutüberströmt zu der Notrufsäule krieche und den untersten Knopf erreiche.“

Wieviel Knöppe hat die denn?? Einen deutschen und einen türkischen? Ich würde einfach jemanden vom Kamerateam um ein Handy bitten.

„Untergrundfahrer-Gesichter, Unter-der-Erde-Fahrer. Niemand guckt jemanden an.“

Die hatten Angst vor Dir. Hätte ich auch gehabt. Dann auch noch dieser strenge Geruch von Kehlkopfkrebs, billigem Cognak, altem Leder und Schwarzkopf-Haarvolumen-Produkten…

„Ich sage der Ministerin, dass ich lieber über der Erde lebe – mit Bäumen und Blumen.“

Schatzi, die Leute leben dort nicht. Die benutzen das zum Fortbewegen und Aufwärmen. Und auf Dauer ist ein Leben mit Bäumen und Blumen einsilbig. Ich finde das Leben mit Menschen irgendwie – menschlicher.

ANALOGIK

Lucky: „Der Typ ist so ein verkniffener Pedant, der hat bestimmt so´n Millimeter-Arschloch und wenn er scheißt, dann macht es immer so pftt pftt pftt.“
Glam: „Meinst Du, da kommt der Begriff Korinthenkacker her?“

ENSEMBLE-MOVIE-SATURDAY

Ausgeliehen wegen Toni Collette. Dran geblieben wegen Piper Laurie, Giovanni Ribisi, Mary Steenburgen, Brittany Murphy, Marcia Gay Harden. Fasziniert von Mary Beth Hurt.

Ausgeliehen, weil sonst nichts da war. Dran geblieben wegen Sharon Stone und Demi Moore. Sowie Helen Hunt, Freddy Rodriguez (dem kleenen Mexikaner aus 6 Feet under), Anthony Hopkins, Heather Graham, Ashton Kutcher, Elijah Wood. Sogar Lindsey Lohan war gut. Truly impressed by writer/actor/director Emilio Estevez.

HEART SHAPED BOX, JOE HILL

Die erste Hälfte des Buches über dachte ich, die Vorschusslorbeeren seien unverdient. Doch dann steigert sich das Tempo, der Horror wird horribler, im Blutvergießen kennt der Autor keine Gnade und macht auch vor seinen Protagonisten nicht halt.
Doch was ich als „Geisteroman“ kaufte, hat leider nicht den erwarteten Schauer-Charme, sondern lediglich die Qualitäten eines gehobenen Horror-Thrillers. Immerhin hat das Buch einen weiteren Verdienst – ich habe Lust bekommen, meinen charmanten neogothischen Schauerroman noch einmal vor zu kramen und zu wetzen und zu polieren, bis es nur so Schauer showert.

MITTE WILL MICH NICH

Früher bin ich ja gerne dann und wann mal in die Friedrichstraße gefahren, zu Dussmann und Hugendubel, ins Quartier 206 und in den kleinen Schuhladen neben H&M. Habe meinen Wagen vorm „Four Seasons“ in der Charlottenstraße abgestellt und bin dann ein bisschen konsumflaniert. Nach dem Eindecken mit Büchern und CDs (DVDs sind bei Dussmann absurd überteuert) habe ich mich dann ins „Catherine´s“ gesetzt, dieses amerikanisch angelehnte Café, das sich durch scheußlichste Wandbemalung und die beste aller Berliner Kellnerinnen auszeichnete, und habe einen karamelisierten Kaffee getrunken, in meinen neuen Büchern geblättert und eine Chesterfield light geraucht. „Catherine´s“, das sehr kuschelig und gemütlich war, ist jetzt ersetzt durch ein Krankenzimmer mit Ecken und Kanten, die Lieblingskellnerin ist auch nicht mehr da. Rauchen geht ja sowieso nicht mehr. Und, da das Parken mittlerweile 50 Cent pro 15 Minuten kostet, mag ich mir den Ausflug in den Buchhandel nicht mehr leisten. Auch mit der Ubahn würde mich ein ausgedehnter Shopping-Trip 4 Euro zusätzlich kosten, und soviel ist es mir nicht wert, insbesondere angesichts des Elends, mit dem man sich in der Ubahn konfrontiert sieht. Im Grunde müsste einen die BVG bezahlen, damit man die öffentlichen Transportmittel benutzt. Selbst Schuld, denke ich. Wenn Ihr die Leute aus der Stadt verscheuen wollt, dann ist Euch das wunderbar gelungen. Amazon bekam von mir und der Amerikanischen Nachbarin 30 Euro, seit dem liefern die umsonst und einen Tag nach eingegangener Bestellung. Wenn es mal später wird, erstatten sie einem 6 Euro zurück. Noch eine verspätete Lieferung und ich hab meine Unkosten wieder raus. Keine Parkgebühr und ich kann beim Blättern rauchen und Kaffee trinken, den kann ich nämlich auch selbst kochen, allerdings verzichte ich auf den Luxus des Karamell, der war reserviert für das Shopping-und-über-die-wunderbare-Kellnerin-freuen-Erlebnis.

Vielleicht gefällt mir ja das Rauchverbot in der Gastronomie, sobald ich Nichtraucher bin. Momentan hält es mich davon ab, mich mit Freunden in Cafés und Retsaurants zu treffen. Dann geht man stattdessen eben spazieren oder trifft sich privat. Die ganzen Kochsendungen sind ja auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen, man kann ja schicke Sache selbst zubereiten und auf den Tisch bringen. Dennoch – es ist mir schon klar, dass die Gastronomie leidet und auch die Läden in der Innenstadt werden ein großes Problem bekommen, sich gegen den Internethandel auf Dauer durchzusetzen. Nur, dass diese stay-at-home-attitude mir eigentlich gar nicht passt. Denn, anders als früher, bin ich durchaus auch mal gerne unter Menschen, selbst ein samstäglicher Ikea-Besuch stellt für mich keinen Horror-Trip mehr dar.

Es ist ja leider so, dass die meisten von uns nicht mit Geld um sich werfen können. Und so lehne ich es ab, eine völlig überzogene Mautgebühr für die Straßen der Innensatdt zu bezahlen, ich finde nämlich, dass der Staat mit 19% der Umsätze meiner Einkäufe ausreichend abgefunden ist. Oder man macht es wie Lucky, der empfiehlt, auf das Entrichten der Parkgebühren vollständig zu verzichten, denn wenn man von viermal gratis Parken einmal erwischt wird, dann hat man weniger bezahlt, als wenn man jedesmal die Parkuhr betätigt hätte. Freilich ist es einem entspannten Einkauf etwas abträglich, ständig an die Ordnungsbeamten zu denken, die lästig wie Tauben durch die Häuserschluchten ziehen, also, lieber Herr Dussmann, tut mir Leid, dass anstelle Ihrer nun Amazon an mir verdient. Ist nicht persönlich gemeint.

DER GLAMPOD

… kam uns beim Betrachten von „Far from Heave“ der Gedanke, eine Karriere als Podcaster zu machen, bzw zwei. Denn wir wären wirklich hervorragende Kommentarsprecher unserer Lieblingsfilme und noch bessere von Filmen wie Alexander oder The Wiz. Es macht jedenfalls große Freude, mit Frankie Filme zu kommentieren und wenn wir nicht immer so lautstarke Lebensmittel dabei konsumieren würden, dann wären wir also beinahe unter die podcaster gegangen, aber wir gehören zu den Menschen, die nur schwer auf Genussmittel verzichten können, also bleibt der Welt der downloadbare DVD-Kommentar von Frankie und Glam erspart. Blame it on wasabi crust. Außerdem wird man nach der zweiten Flasche Wein den Schauspielern gegenüber oft etwas respektlos. Und das, wo wir eine große Wertschätzung für Julianne Moore haben.

EASY DOES IT

Melly gefällt mir. Melly aus Marzahn. Neulich sagte sie zu Easy, der Table-Dancerin mit den schlimmen Extensions „So wie Du da liegst siehst Du aus wie eine Hafennutte.“ Und es stimmte. Easy trug nur einen schwarzen Pulli, einen Slip und lag nacktbeinig auf einer schmuddeligen Matratze. Jetzt weint Easy seit zwei Tagen und heult sich bei allen Mitbewohnern aus. Sie will klarstellen, dass sie keine Hafennutte ist, sondern eine Tabledancerin. Melly hat Probleme mit ihrem Busen, weshalb man sie häufig unter der Dusche oder in der Wanne sieht, meistens, wenn die Matchglocken läuten. Wahrscheinlich sitzt jemand aus Easys Verwandtschaft an den Big-Brother-Match-Glocken. Easy Brüste sind zum Teil aus Silikon, Mellys sind kleiner, aber echt. Melly hat auch das hübschere Gesicht. Mir gefällt Melly.

HARZ 3SAT

„Eine einsame Balz.“ Die markante Sprecherstimme legt nach einer prägnanten Pause nach dem „Eine“ die volle Betonung auf die erste Silbe von „einsame“. Dann fährt er fort. „Der Hahn wird wohl keine Henne mehr finden.“

Gestern eine TV-Doku auf 3Sat über die Landschaft des Harzes. Ich hab mich da sehr wiederentdeckt. In dem Auerhahn, der trotz Auswilderung einfach keinen Fuß im Harz mehr fassen will. Und auch von drei Luchsbabies blieb nachher nur eines am Leben. Im August diesen Jahres werde ich genau so lange in Berlin gelebt haben wie zuvor im Harz. Ab September 08 darf ick dann wohl offiziell berlinern.