Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

DIE FORSYTHIEN-SAGA

„Wer dagegen seine Ruhe haben möchte, muss sich vor die Tore der City begeben, dorthin wo noch Menschen wohnen, die die Natur satt haben.“
Von hier.

Ich hatte auf mieses Wetter gehofft. Wegen des Konditorns. Da ist´s bei diesem Wetter so knackvoll und in dem kleinen Geheimcafé scheint dann die Sonne auf die Rentner und ihre nicht chemisch gereinigte Mischwollkleidung und die Haare, die wochenlang unter Mützen und Hütchen steckten. Man möchte viel Rauchen dagegen, oder Pröbchen versprühen, aber geht ja nicht. Ich hab auch nur noch Pröbchen von minderwertigen Düften, da riecht muffiger-Rentner fast besser. Vieleicht nehmen wir uns einfach eine Napoleonschnitte auf die Faust, marschieren durch den Tränengarten und schauen den Schnäuzern beim Ficken in den blühenden Büschen zu.

Gestern statt Ficken Fressflash. Aber nicht sehr kulinarisch, alles war schon fertig produziert und wurde von mir nur kombiniert, so dass sich die Geschmacksnoten exotisch mischten. Wenn Essen der Sex des Alter(n)s ist, dann hatte ich gestern schlechten Sex. Ich habe manchmal Bewunderung für diese Hollywood-Zwerg-Ischen, die sich herunterhungern bis auf die Knochen, dann denke ich wieder – das liegt an den Amphetaminen und schon ist es nicht mehr sportlich. Wenn ich soviele Amphetamine nehmen könnte, dann wäre ich auch mager. Kein Kunststück. Und hat auch nichts mit Disziplin zu tun.

EXaltIERT

„Ach, ich vermisse so, dass mein Leben gerade nicht wild und exzentrisch und aufregend ist.“
„Für Exzentrizität muss man sich bloß auffällig verhalten, manchmal auch laut, nichts leichter als das, manchmal sind Drogen im Spiel. Früher hat man das einfach so gemacht, qasi erzeugt, doch sind heute zu viele Leute mit Fotohandy unterwegs und wenn man dann die Fotos von der Exzentrizität in einer dieser massigen CC-Mails zugeschickt bekommt, wie die anderen 200 Partygäste auch, und dann sein Foto sieht, da merkt man dann, dass man gerade in einer Phase der Exzentrizität ist, die optisch alt macht. Man kann eben nicht mehr so wie die jungen Dinger. Mit Mitte 50 vielleicht wieder. Aber für heute – Beine hochlegenund ein gutes Buch lesen. Und morgen gehnwa konditorn.“
„Hm.“
„Oder Du gehst Trampen!“

DER SCHMÄH HALT

Normalerweise, wenn ich nach einer eitlen Googelei des eigenen Namens im Internet über einen von mir verfassten Text stolpere, den ich selbst dort nicht gepostet oder dem Seitenanbieter verkauft habe, doppelklicke ich auf meinem Desktop auf das Dokument RechnungX.doc (und zwei Wochen später in der Regeln auf Mahnung XXX.doc). Dann stelle ich den Betrag in Rechnung, den ich für den Text ursprünglich bekommen habe. Bei Qualitätsanbietern (oh well, heute morgen sind noch nicht so viele Worte unterwegs), die meinten, mich „zitieren“ zu dürfen, reicht das in der Regel. Sie zahlen.

Bei Blogtexten ist das etwas komplizierter. Ich schreibe unter einer CC-Lizenz, die das Zitat mit Hinweis auf den Autoren und seine Seite genehmigt. Dabei gehe ich davon aus, dass der Auszug meines Texts in einer Art und Weise wiedergegeben wird, die Rückschluss über den Gesamttext zulässt (und Lust auf mein Blog macht.)

Jetzt gibt es diverse Seiten, die, nicht wie ich diese Seite, kommerziell orientiert sind. Die sich von Lesern dafür bezahlen lassen, dass sie Texte veröffentlichen auf Basis eines Magazins. Keine Praxis, die man verurteilen müsste. Wenn die mich ungefragt und unhonoriert „zitieren“, dann fällt das in einen Grenzbereich. Manchmal freut es mich zunächst, wie kürzlich im Falle der Veröffentlichung meines „Rosa Strauch“ Texts auf Datum.at. Bis ich feststellte, dass die letzten 5 Zeilen abgesägt wurden. Nicht weiter schlimm, wenn man einen Link auf den Text legt, so dass das geneigte LeserIn ihn zu Ende lesen kann. Diese Mühe wurde aber nicht unternommen. Der Link führt auf meine Seite, von dort müsste man sich aber mit der Suchfunktion weiter helfen. Das ist ein kleines bisschen ärgerlich, als wenn man bei einem Abendkleid den Rock abschneidet, meinte Lucky, aber ich will nicht kleinlich sein.

Datum veröffentlicht im Netz und auch in Papier. Jetzt interessierte mich, ob mein Text wohl auch in Print erschienen sein, also dachte ich mir „rufste da mal an“. Ging nicht. Die einzige veröffentlichte Telefonnummer war die der Anzeigenleitung. Schrieb ich also eine freundliche, bis heute unbeantwortete Mail an die Redaktion. Nach 5 Tagen dachte ich mir „rufste doch mal die Anzeigenleitung an“. Die freundliche Dame konnte meine Frage zwar nicht beantworten, gab mir jedoch die Mobiltelefonnummer des Chefredakteurs. Mit der dringlichen Bitte „aber quäle den nicht!“. Was zunächst nicht meine primäre Absicht war. Lediglich Antwort auf eine Frage, und -im Falle der Print-Veröffentlichung- Bitte um ein paar Belegexemplare und eine Gagen-Nachverhandlung.

Ich erreichte die Mailbox, hinterließ eine freundliche Nachricht und warte noch heute auf Antwort. Ich finde, wenn ich schon Content für eine Publikation – sei es im Netz oder online – stifte, dann wäre eine Information vorab (z.B. in Form einer Anfrage), eine Klärung der Sachlage (Print oder nicht) doch durchaus nicht zu viel verlangt.

Nun scheint dieses nicht-Vorwarnen aber eine gebräuchliche Praxis in Österreich zu sein, wollte ich doch gestern abend einen Text auf dieser schönen Seite, die von einem Geschäftspartner der erwähnten Publikation gehostet wird, veröffentlichen. Ging nicht. Ich bekam den Warnhinweis, dass für dieses Blog keine Zahlung erfolgt sei. Hui, Schande, – es stimmte. Drei Monate waren schon wieder ins Land gegangen, unbemerkt fast, was noch hinzu kam. Flugs entrichtete ich den Knallgrauen meinen Obulus, so dass ich mich wieder den wundervollen Düsteren draußen im Volk zuwenden konnte. Aber würde nicht eine Email mit Hinweis auf den baldigen Ablauf der Blogmiete Sinn machen? Man fühlt sich dann nicht gleich so ganz kriminell, wenn man sein Blog betreiben möchte.

Sollte es unter meinen Lesern Weaner geben, gegebenenfalls Datum-Leser, dann wäre ich für die Info dankbar, ob mein Text in der aktuellen Printausgabe erschienen ist. Desweiteren setze ich voraus, dass mindestenshaltbar.net (die ja zu den Knallgrauen gehören) freundlich anfragt, bevor sie wieder ein Buch veröffentlichen (an dessen Umsatz die Autoren nicht beteiligt sind). In Print koste ich, auch wenn ich schon beim Großzügigsein ertappt worden bin. Aber darüber spricht man nicht. Mit Wienern.

JEDENFALLS HABE ICH DIE NACHT UNTER MEINEM KANINCHENFELL GESCHLAFEN

fur

Berührt mich. Berührt mich nicht. Berührt mich. Usw. Hin und her. Ich mag Nicole ja lieber, wenn sie blond ist, ich bin eben schlicht. Immerhin ein edles Production Design. Am Anfang schlicht und blass und auf einmal regnet´s Farben. Streckenweise sehr sehr sexy. Erotically thrilling. Dann wieder lässt einen vieles an der Handlung kalt. Aber eines nicht: genau wie die Hauptfigur lässt man sich von Robert Downey Jr. um den Finger wickeln und am Ende verliebt man sich in dieses gelebte, zerknautschte Gesicht, das so wunderbar den Gegenentwurf zu Nicole Eisgrazie liefert. Casting: Douze points.

Was der Film, anders als obiges Plakat, gar nicht vermittelt: die Atmosphäre der Fotografien von Diane Arbus, um deren Erlebniswelt und die Geburtsstunde ihrer visuellen Faszination es ja hauptsächlich geht.

Das zweite Mal innerhalb dieser Woche muss ich an Angela Carter denken, von der das Drehbuch zu „Fur“ stammen könnte. So wie „Fur“ auch ganz wunderbar in einem Wanderzirkus spielen könnte. Passt alles irgendwie. Außer dem Schnee da draußen. Der soll weggehen.

Out on DVD now, bei Karstadt beispielsweise für EUR 8,00.

http://www.furmovie.com/main.html

HERZFLEISCHTIEF oder TÖTER LEBEN oder DIE BLOGGEN SATAN!

Eigentlich wollte ich ja heute schimpfen und es mir mit ein paar Bloggern verscherzen, aber der Tag ist nicht danach. Vielleicht morgen. Stattdessen konnte ich mich an einem der schimmernden Berichte des wundervollen Twiggsters erfreuen und ihm einmal mehr exakt nachfühlen, denn seit gefühlten acht Monaten baut Karstadt die Lebensmittelabteilung um, ich finde die Milch nicht mehr, mein Einkaufswagen bleibt seltsam leer, weil meine Produkte sich vor mir verbergen (was ist aus der Du Darfst Gemüseputenwurst geworden – ist die Gemüsepute vielleicht einer EU-Richtlinie zum Schutz neuer Nichtraucher vor genetisch geschönten Tieren zum Opfer gefallen?) und, anstatt Geburtsvorgängen in der Tiefkühlzone, erlebt man dort, wie gestern, verwirrte Prominente um einen gigantischen Fleischtresen, der zum Dreh- und Angelpunkt, quasi zum Herz des Neukoellner Gourmet-Tempels geworden ist.

Heute ist auch ein Tag, an dem der Herr, also welcher, das ist nicht klar, mir viele Kommata verliehen hat. Dazu muss man wissen, dass ich bei der Kommatavergabe in der Schule fehlte, eine Entzündung fraß an meiner Hirnhaut, aber ich finde, dass ich auch mit intuitiven Kommata recht weit gekommen bin, zumal ich nie auf die Zwiebelfischanalsprachler gegeben habe, noch je geben werde. Sollen sie auf ihren Worten rumhacken, ich werfe sie lieber weiterhin in die Luft, bin ja Zwilling. Oder rühre sie ein, stürze sie und schau mal, welche stehen bleiben. Das ist denn Waage/Skorpion.

Nun verschwinde ich hier flugs und widme mich der Großen Aufgabe, nicht jedoch, ohne euch mit einer Weisheit in den Tag zu entlassen, die mir heute morgen auf dem Hauptstadtblog in den Schoß fiel:
„Friedhöfe sind hinreißende Biotope ohne Autos, ohne Lärm, ohne Reklame und ohne Imbißbuden. Sie sind vor allem in der Großstadt der eigentliche Ort zum Leben.“

Schön, nicht?!

Quelle: http://www.hauptstadtblog.de/article/4284/memento-mori-berlin

INTO THE BRAIN

„Ach kuck mal – wie nett! Wie früher Programmhefte!“ begrüße ich die Werbemaßnahme an der Kinokasse und stecke mir einen Flyer ein, um später, bei einem unvergleichlich einzigartig gaumenliebkosenden Heartbreak-Martini* im Billy Wilder folgendes zu lesen:

„Du suchst das Abenteuer, willst einfach mal alles hinter Dir lassen, abschalten, die Freiheit genießen? Dann halte die Augen offen, denn bald kommt der Magic Bus auch in Deine Stadt. Verpasse nicht Deine Chance auf diesen getuneten Oldtimer mit Kultstatus und viele weitere Preise.“

Kann mir bitte jemand das Gewehr reichen, damit ich den Wichser, der diese Kampagne ersonnen hat, abknallen kann? Weshalb sollte jemand den „Magic Bus“ haben wollen, der dem Bus nachempfunden ist, in dem ein 23jähriger verhungert und gestorben ist. In dem zwei Wochen lang seine Leiche lag, bis man sie entdeckte, und die zu diesem Zeitpunkt noch etwas über 30 kg wog. Hat der Wichser vom Filmfirmenpropaganda-Angestellten sich die Mühe gemacht, den Film anzuschauen, für den er seine beschissene Kampagne ersonndn hat?! Wohl kaum. Aber in einer anderen Firma wäre er wegen so einer Geschmacklosigkeit geflogen und man hätte sich sämtliche Mühe gegeben, zu verschleiern, dass eine solche Aktion je in Planung war.

Und, liebe Leser, wenn Ihr auf Abenteuer steht, wenn Ihr einen Hang zum Drama habt und Probleme mit Autoritätspersonen Euch nicht fremd sind, dann bitte: füllt eine leere Flasche mit Benzin, stopft ein altes T-Shirt in den Flaschenhals, zündet das Ganze an und schmeißt es nach dem fein getuneten Magic Bus, sobald der in Eurer Stadt auftaucht. Das hätte Alexander Supertramp geliebt! (Und diese Art Werbung, wie die Scheißer von der Tobis sie ersonnen haben, wird der Grund sein, warum MacCandless´s Eltern sich jahrelang gegen eine Verlfilmung gestellt haben. Darüber hinaus, um Lucky zu zitieren, „Kann denen mal jemand sagen, dass ein Hahn keine Eier legt?“)

*Stellen Sie sich die Essenz einer lachsfarbenen Rose vor, zart gepudert mit flirrendem Vanillestaub.

INDISKRET MIT GLAM

Den Drittlieblingsschauspieler gestalkt beim Lebensmitteleinkauf beobachtet. Vegetarier ist er nicht. Kurz überlegt, ihm am Fleischtresen auf die Schulter zu klopfen und zu zu raunen „Na Kollege, ick hab Dir schon 2003 ne Serie auf den Leib geschrieben, lange bevor Du mit Deiner gefloppt bist. Wollnwa einen trinken gehn?“ Dann dagegen entschieden, weil ich schonmal so eine Art Abfuhr von einer Drittlieblingsschriftstellerin an einem Käsetresen unweit von Karstadt erlitten habe. Na ja. Sie war peinlich berührt, dass ich ihr Erstlingswerk so mochte. Und hat einen brutal krassen Käsegeschmack.

Ja, ist heute wieder einer der produktiveren Tage. Neidisch, wa?!

WIE TATORT NUR SPÄTER

Das ist doch der Mann von Jlow. Und das ist Mickey Rourke. Christopher Walken! Und all das in nem Film mit Denzel Washington und Dakota Fanning! Und trotzdem sterbenslangweilig.

Edit.
Wie??? Dakota ist die Tochter vom Mann von JLow???? Der fährt oben ohne Taxi.
Jetzt hat der Film Untertitel obwohl ich alles genau verstehe und nichts entsprechendes eingestellt habe. Ist doch keine DVD.