Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

(TOTSCHLAG) AUS ALLER WELT

„Messerstecher verweigert Nahrungsaufnahme“

„Mutter und zwei Kinder in Saarlouis mit Beil und Messer getötet“

„In Ubahn geschlagen, getreten und aus dem Fenster getreten“

„Party endet in Messerstecherei“

„Frau in Spielsalon getötet“

„33jährige zerstückelt vermutlich Ehemann“

„Ingrid van Bergen ist Dschungelkönigin“

„Meryl Streep schlägt Angelina Jolie“.

CATHOLIC VAMPIRES IN COURT oder FLEISCHKAUGUMMI*

Biss einer weint.

„Das ist gewiss kein Freispruch erster Klasse“, sagte Vorsitzender Richter Ulrich Fidora, „es ist unfassbar, dass ein katholischer Priester so tief sinken kann wie Sie“.

Glam hingegen glaubt, dass es kaum das erste und sicher nicht das letzte Mal ist, dass ein Priester so tief sinkt wie auf Hosenschlitzhöhe.

Oder so:
„Du Schurke Du! Bleib stähhhhn! Gib mir sooofort mein Hääändy wieda!“
„Da musst Du aber erstmal meinen Pipimann in den Mund nehmen, wenn Du Dein hübsches Händy wieder haben willst, Du!“
„Ooooch! Was Du Dir aber immer auuuusdenkst! Das ist ja soooo eklig! Da muss ich jetzt aber mal feste zubeißen!“

*“Fleischkaugummi“ courtesy of Twiggsterman.

KNOCHENARBEIT

Fühlt sich seltsam an, an einem Arbeitstag auf dem Bett zu liegen und beim Lesen fallen mir die Augen zu. Danach, beim DVD-Schauen das gleiche. Eine halbe Stunde und dann dämmere ich wieder weg. Die Narkose wirkt noch den halben Tag lang nach und danach kombiniere ich Rotwein mit Ibuprofen mit ähnlichen Resultaten. Je mehr ich dämmere, desto weniger mache ich mir das Nichtrauchen bewusst. Da sind selbst die Alpträume willkommen, in denen jemand mit einem Schraubenzieher über meinen Schädelknochen kratzt.

Einen Tag nicht geraucht. Einen Tag hat die Vernunft gesiegt. Für Nichtraucher dürfte es schwer vorstellbar sein, dass selbst mit einer Operationswunde im Mund der Verzicht auf die Zigarette alles andere als leicht fällt. Aber immerhin – einen Tag überstanden, etwas müder als sonst, etwas labiler als sonst (als Ewan McG nach der Weltumrundung in New York eintrifft muss ich heulen, auch schon als er seine Frau wieder trifft und dann auch noch sein Vater ihn mit einem Besuch überrascht) und etwas teerfreier. Wäre ja blöd, jetzt wieder anzufangen, oder? Aber das muss ich mit meiner Sucht ausmachen.

Heute gebe ich mir noch einen Tag Erholung und dann muss ich mich wohl langsam dem nächsten Horror-Thema zuwenden.

Und danke für die guten Wünsche hier, per Mail und per Fon!

SEXSYMBOL FÜR BRILLENTRÄGER

Für Michael C. Hall, Sally Field und Kyra Sedgwick tut´s mir Leid. Für Kate freut´s mich und natürlich für Heath. Alec Baldwin hat ihn auch verdient und die gute Tina Fey hat so hart und zielstrebig daran gearbeitet, lustig zu sein, erfolgreich zu sein, der amerikanische Traum zu sein, dass die Globe-Juroren nicht daran vorbei kamen. Ihr gönn ich den. Aber nach Lektüre der eigentlich recht wohlwollenden Titelstory des aktuellen Vanity Fair aus irgendeinem Grund bin ich überzeugt davon, dass die Dame hochgradig unsympathisch ist und so ehrgeizig, dass sie sich über einen Preis nicht einmal freuen kann, sondern ihn nur als bedrohliche Herausforderung für die berufliche Zukunf sieht. Aber vielleicht bin ich auch nur sozialneidisch. (Komme jedoch nicht umhin festzustellen, dass die anderen Nominierten in der Kategorie beste Schauspielerin in einer TV-Komödie auch nur so Wasserschlücke ware.)

DEER AUDREY

Kaum ebbt der berufsbedingte Saisonstress ab, da kommen wieder Gedanken. Ich will nicht sagen kreative Schübe, davon bin ich noch weit entfernt. Aber ich mache Notizen. Erlebe bewilderment. Wundere mich über Bäume beispielsweise. So ne 1000 Jahre alte Eiche würde ja lachen angesichts einer Biografie wie meiner. Andererseits hat so ne 1000 Jahre alte Eiche auch wenig Erlebnisspielraum. Also vielleicht viel Erlebnis, aber eben wenig Spielraum.

Oder Marilyn. Schaust Du Dir eines der Milton Greene-Fotos von ihr an, wo sie das zu kleine Tutu trägt und dieses Gesicht ist von solch atemberaubender Schönheit, ist die Definition von Schönheit. Eine 30jährige, deren Erleben in ganz krassem Missverhältnis zu ihrer visuellen Präsenz steht. Das ist doch auch nicht schön, wenn man es so weit bringt, und es nicht genießen kann, und so furchtbar traurig ist. Dann gäbe es noch die Geschichte eines psychisch kranken Mannes, der glaubt, viel zu tun, um Marilyns Andenken zu schützen und stattdessen alles zertrümmert. Kein Mensch, dem man helfen kann, und das ist vielleicht die einzige Parallele zwischen ihr und ihm. Eben auch schade. Aber, um auf das Foto zurück zu kommen. Mehr Liebe kann man nicht festhalten, fotografisch, als Milton für Marilyn hatte. Und es war vermutlich ein blöder Zufall, dass Milton glücklich verheiratet war, als er Marilyn kennenlernte. Auf den wenigen Bildern, die die beiden gemeinsam zeigen, sieht man, wie gut aufgehoben sie sich bei ihm gefühlt hat.

Oder Fotografien von Audrey (nicht von Milton) mit dem Reh. Auf dem Sofa und beim Einkaufen. Ich meine – AUDREY! REH! Ich meine, eins reicht doch. Mehr geht doch nicht. Das ist doch ein Oxymoron par excellence und dennoch ist es geschehen. Sie hatte ein Reh als quasi-Haustier, weil sie in dem Film „Green Mansions“ (den niemand, den ich kenne, je gesehen hat) ein zahmes Reh brauchten. Also zog das Kitz bei den Hepburns ein und wurde Hausreh. Bambi Golightly.

Momente, Monumente größtmöglicher Schönheit. Auch das hat es auf diesem Planeten.

AUTOGLAM

I.s Textnachrichten bringen mich immer zum Grinsen.
„Kennst Du einen guten Laden für Autoersatzteile?“
„Weißt Du wo ich eine Garage anmieten kann?“
„Wo in Berlin kann ich eine alte Schreibmaschine auftreiben?“
Neue Freunde schätzen meine Kompetenzen ganz anders ein, und ich stelle fest, dass ich selbst mich bislang mitunter unterschätze.

UNGLÄMMES WOCHENENDE

Ja. Geht mir doch genau so. Am Liebsten möchte ich in Felle gehüllt von einem Gespann mit sechs Pferden über einen zugefrorenen Fluss kutschiert werden, während jemand sich um den Samovar kümmert. Durch die Aviator auf das Weiß schauen und dann und wann ein paar Seiten in einem Spannungsroman lesen. Bloß nicht zu viel bewegen. Das Telefon gar nicht erst anstellen. Den Computer und das niedrige Pfund lediglich dazu nutzen, amerikanische Fernsehserien zu ordern und eine Kiste Rotwein, und am Abend das Bett nicht verlassen. Nichts erleben, was man nicht durch Druck auf die Taste einer Fernbedienung stoppen kann.
Aber in Ermangelung einer Kutsche und eines Samovars verbrachte ich das Wochenende mit sechs Filmen und einem zäh anlaufenden Horror-Roman. „Wanted“ und „The Happening“ kann ich empfehlen. Eine gut geschminkte Angelina, ein Mark Wahlberg als Biologielehrer und Opfer eines mysteriösen Naturereignisses (das sich in spontanen Massenselbstmorden auswirkt). Farblos wie immer: diese Deschanel-Frau mit dem stumpfen Blick. „Flawless“ geht auch, an einem matschigen Wintertag, kein Film, der den Abend füllt. Wie schon bei „Bobby“ macht es Vergnügen, der edel gealterten Demi Moore zuzuschauen, so dass man selbst über Michael Caine und seine ewig gleiche Rolle hinwegsehen kann. Sean Connery wäre eine coole Besetzung gewesen. „26 Dresses“ ist erstaunlich sweet. Eigentlich wollte ich mich über Katherine Heigl mokieren, die ihre Grey´s Anatomy-Rolle so langweilig findet, dass sie sich jetzt die Filme aussucht, für die sich Sandra Bullock zu schade ist, aber manchmal sind bei diesen Bullock-Filmen ja durchaus Treffer zu verzeichnen und so ist Frau Heigl wirklich nichts vorzuwerfen, in diesem Falle. „Shrek 3″ist genau so unterhaltsam wie 1 und 2. Den sechsten Film musste ich eben im Kalender nachschauen. So einprägsam. „Ruins“, ein kleiner Horrorfilm, nicht gut, nicht richtig schlecht. Am Lustigsten bei dieser Art von Film ist ja immer, wenn die „Hauptdarsteller“ in den Special Features zu Wort kommen und gefragt werden, wass denn so das Besondere an ihrem Part (oder gar dem Film) gewesen sei. Besonders schlechte Agenten, in der Regel. Es war also ein Wochenende, an dem ich die ganze Zeit hoffte, dass niemand anrufen würde, weil es doch irgendwie peinlich ist, wenn man so beim nichts-tun-außer-Glotzen ertappt wird, aber meine Hoffnung wurde erfüllt ud so wird niemand erfahren, wie das gestern und vorgestern so war. Anderthalb Stunden mit Lara Croft in einer Gebirgshöhle unterschlagend – sehr frustrierend, die Tastenbelegung bei Tomb Raider Anniversary. Alles in allem: tat gut. Aber ist auch gut, dass heute die Sonne wieder scheint.

GOD SAVE THE GLAM

Eigenhändig kurbele ich die britische Wirtschaft an! 30 Rock! Gossip Girl! Cashmere Mafia! Shop shop shop!!! (Solange das Pfund noch fürn Euro zu haben ist.)

Tipp: Wenn Sie Damages noch nicht gesehen haben, die gibt´s bei Amazon.co.uk grad für 7 Pfund Euro.

WIE DIE ABWESENHEIT VON GEFLÜGELFOND IM DÖRFLICHEN SUPERMARKT MANCHMAL LEBEN RETTET oder GIB GUMMI

Vollsperrung wegen Autounfalls, verursacht durch Motorbrand auf der A2 zwischen Braunschweig und Helmstedt. Darauf wäre es möglicherweise hinausgelaufen, hätte mich nicht die zunächst vergebliche Suche nach flüssigem Geflügelfond (und nicht diesem Körnerscheiß) über Dörfer und durch Kleinstädte geführt, so dass mir der Wagen nur zwei Kilometer vor Erreichen meines Ziels, des Elternhauses, verreckte. Hätte ich mich nicht auf die Suche nach Geflügelfond gemacht, dann hätte mich dieses Schicksal auf dem Heimweg nach Berlin (Szenario siehe oben) ereilt.

Familie Marder hatte sich nämlich in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember ein üppiges Weihnachtsmal bereitet: ein Kanten Weißbrot lag noch neben den drei angenagten und dem vierten, durchfressenen Zündkabel. Letztlich wurde ich auch Geflügelfond-technisch fündig und der Teil von Familie Dickm der kein Rinderfilet mag, kam in den Genuss eines Putenbratens in Estragon-Honigkruste. Das Glam-Mobil durfte die folgenden Nächte dann in der Garage parken. So hatten alle was davon, inclusive des Automechanikers, der für die Heiligabendreparatur eine Geschenktüte mit Champagner und Süßigkeiten erhielt.