Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

GRENZEN SETZEN MIT GLAM

„Jan-Jonas, eine Bitte. Du als Buddhist und Reiki-Meister hast doch ein ausgeprägtes Körpergefühl. Drum achte doch bitte in Zukunft mehr darauf, wie Du Dich hier durch den Raum bewegst und welche Auswirkungen das auf die Menschen in Deiner Umgebung hat. So wäre es sehr aufmerksam von Dir, wenn Du nicht immer mit der Hüfte gegen meine Stuhllehne prallst, wenn Du an mir vorbei eilst. Oder wenn Dein Handrücken nicht gegen meinen schabt, wenn wir aneinander vorbei gehen. Noch besser, wenn Du beim Anziehen Deines Anorkas mir nicht wieder die Strippen Deines Zuzuppel-Säumchens ins Gesicht schleuderst. Auch wenn Du vor mir stehst und mich um Hilfe ersuchend ansprichst – achte auf einen Mindestabstand von vierzig Zentimetern – bedenke, wenn schon nicht meine, dann doch aber den Bremsweg Deiner Aura. Sei so lieb: Mach in nächster Zeit einen großen Bogen um mich, wenn Du verhindern möchtest, dass meine Faust in einer zügigen Vorwärtsbewegung auf Dein Auge trifft. Danke, Jan-Jonas.“

WOLVERINETTE

Und jetzt bekommt sogar „Wetten dass“ mal ein paar positive Bewertungen, nur weil Hugh Jackmann die von der Leyen aus einer Mülltonne gehoben hat. Deckel drauf und abkarren wäre die bessere Unterhaltung gewesen.

TINTO TONTO

Man kennt ja die Nachwirkungen nelkigen Rotweins, so dass man, wenn die Gleichwirkung anschlägt, eigentlich schon weiß, was für einen Schädel man am nächsten Tag haben wird. Ich dachte, ich hätte gerade noch rechtzeitig gestoppt, aber heute stelle ich fest, ich hätte genau so gut weiterfeiern können – Schädel brummt eh.

ALL ABOUT GLAM, EXTENDED BONUS FEAURE: EVIL GLAM

„There are certain characteristics for which you are famous, on stage and off. I love you for some of them and in spite of others. I haven´t let those become too important. They´re part of your equipment in getting along in what is laughingly called our environment. You have to keep your teeth sharp, all right. But I won´t have you sharpen them on me.“

(Bill Sampson zu Margo Channing, „All about Eve“)

Ich verstehe, warum Margo Bill geheirtatet hat. Und was er da sagt, das ist eine gute Umschreibung dafür, wie ich einen mir nahe stehenden Menschen beurteile. Because of some of his qualities and in spite of those I don´t like. Das fiel mir jetzt anhand des Fehlerkataloges ein, den ich gerade bekommen habe. Dass sich jemand die Mühe macht, aufzulisten, was an mir unerträglich ist, hat ja auch was praktisches. Da kann man dann abhaken und sagen Yo – stimmt, oder Nö – so schon mal gar nicht. Mein Arschloch-Attest habe ich mir insofern selbst zu verdanken, denn wenn ein Mensch in meinem Umfeld auf einmal hauptsächlich die Qualitäten an den Tag legt, t r o t z derer ich ihn mag, dann gehe ich in Rückzug und warte bessere Zeiten ab. Das kann man natürlich auch als Liebesentzug deuten. Erspart Schlägereien aber brütet auch Vitriol. So hat einfach alles seine Schattenseiten. Sehen Sie – man wird alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu: Man kann nicht alles richtig machen.

IS THERE SO MUCH HATE FOR THE ONES WE LOVE

ist eine unpassende, schlecht gewählte Überschrift für einen Brief, in dem eine Freundschaft zu Grabe getragen wird. Denn von Liebe ist in dem Brief nichts zu spüren. Es ist eine Ansammlung von Vorwürfen, teils gerechtfertigt, teils an den Haaren herbeigezogen – und dies war genau der Grund, den Kontakt eine Weile auszusetzen. Ich werde nicht gerne beschuldigt, noch vor der Begrüßung. An einem Abend, in dem es darum geht, es sich gut gehen zu lassen, weil jemand, den man sehr lieb hat, das gerade ganz dringend braucht.
Es dauert eine Weile, bis ich für jemanden, der so etwas tut, wieder eine Wertschätzung bekomme. Die hatte sich auch Wochen später noch nicht wieder eingestellt, was sicher damit zu tun hatte dass wir uns zwischendurch über den Weg gelaufen sind und es Phasen gibt, in denen man sich defintiv nicht über den Weg laufen sollte; wenn man kein Pokerface hat, bzw nicht imstande ist, Freunde anzuheucheln. Insofern kam der Brief, der der bösartigste ist, den ich seit meinem 15. Lebensjahr bekommen habe, zum richtigen Zeitpunkt. Ich verstehe nur immer noch nicht, weshalb man in diesem Zusammenhang Kate Bush zitiert, höchstens insofern als dass er sich die Frage selbst beantwortet hat. Die Verwünschungen waren ein wenig too much, aber zeigen doch immerhin eine gewisse Antriebskraft, die ich so nicht von ihm kannte. Solche Boshaftigkeiten sind das Äquivalent zu jemandem in den Ausschnitt kotzen. Das braucht man nicht.

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Mein Pflegehund, den ich 4 Jahre nicht gesehen habe, hat einen bestürzend traurigen Blick jetzt, mit 5. Dass ich in seinen Besitzer verliebt war kann ich angesichts seiner Fotos nachvollziehen, aber nicht nachempfinden.