Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

GOD´S RAISINS

„Der Regen prasselte vom Himmel wie von Gottes Hand achtlos hingeworfene Rosinen…“
Keine Ahnung, wo ich das mal gelesen habe, aber es ist SO schlecht, dass ich bei jedem Platzregen zwangsläufig wieder dran denken muss. Einfach nicht tot zu kriegen.

FRANKENJACKSON

Mir ist gerade, gelinde gesagt, ein bisschen schlecht. Ich poste einen liebevollen Tinker-Bell Artikel und paar Stunden später wird der White Zombie freigesprochen, der seinen Kinderpuff nach Peter Pans Land benennt.
Mich arg zusammenreißend und vorsichtig formulierend: Jedes Kind, das in Pädo-Pans Schlafzimmer liegen durfte wird zwangsläufig psychisch geschädigt sein, egal ober FrankenJackson „nur“ streichelte oder „nur“ kuschelte oder „nur“ fickte. Spätestens, wenn die Medien (oder irgend jemand sonst) sagen „es ist falsch“ sind die Neverland-Jungs Außenseiter und als Star-Huren abgestempelt.
Die Eltern, die ihre Kinder einem solchen Zombie ausliefern, nur weil sie „Thriller“ so schick fanden, sind Zuhälter.
Und das gehört bestraft, geanu so wie Jackson bestraft gehört.

SCHLANKER FUSS

Ungemein praktisch, ungemein hässlich: diese neuen Herrensocken, die den Fuß bis unterhalb des Knöchels bedecken und die Illusion erzeugen sollen, Herr trüge seine Schuhe überm nackten Fuß. Kennt jemand die Bezeichnung für die Teile? Bislang nenn ich sie Fuß-Schlüpfer.

SCHNÜCHTERN

Ich mache eine Wortschöpfung amtlich: schnüchtern. Beschreibt die Gefühlssituation, in der ein Sozialphobiker ohne Zurhilfenahme chemischer Substanzen (Alkohol, Valium, Kokain) auf eine Party geht, wo er fast niemanden kennt.
Fazit siehe BEIM VERSUCH ÜBER DEN SCHATTEN ZU SPRINGEN…

BEIM VERSUCH ÜBER DEN SCHATTEN ZU SPRINGEN MITTEN DRIN GELANDET

Julia hat mich zu ihrem Geburtstag eingeladen. Eigentlich nichts besonderes, wenn man davon absieht, dass wir anderthalb Jahrte Kontaktsperre hatten, nachdem wir uns anlässlich der Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Freundes, die gleichzeitig unser Kennenlern-Anniversary war, so in Weissglut gestritten haben, das beinahe Blut floss. Wegen Kinderkacke. Man sagt das immer so lapidar. Kinderkacke. Aber Kinderkacke STINKT. Während unseres albernen Streits war ich auf einmal so aggro, dass ich (wie in einem Comic) mit der Faust auf den Tisch schlug. Wir wussten beide, dass nicht viel fehlte, diese Faust in ihr Gesicht zu schlagen und waren entsetzt. Danach schaute wir uns an, sie sagte „Das waren dann jetzt also sechs Jahre Freundschaft“ und ich konterte „Ja, das war´s“ und ging.
Und heute folgte ich ihrer Einladung. Anderthalb Jahre, von denen das letzte halbe für mich landslide war. Was da alles aus den Fugen geriet, ist mehr als eine Badezimmerladung Fugenkitt. Erst beschloss ich natürlich kurzfristig, einfach zu Hause zu bleiben, dann siegte die Vernunft/das Gewissen/die Liebe. Ich überwand meine Sozialphobie und ging. Gewappnet. Ich will ja nicht, dass man mir mein Elend ansieht, also machte ich die schwarze Augenumrandung (urban psycho-look), schnappte die sehr sehr teure Dolce & Gabbana-Tasche (ein Geschenk: aber das weiß ja niemand). Ich sah teuer aus. Und fertig. In der Kombi ein vertretbarer Look. Und kam mit einstündiger Verspätung an. (Normalerweise verfrüht, aber offenbar hatte sich herumgesprochen dass es ein Buffet gab und somit war es schon recht voll – zu voll für einen Sozialphobiker, also mich.)
Beim Julia-Umarmen war ich im Kopf auf Aschenbechersuche und was ein denkwürdiger Moment hätte werden können, ging einfach vorüber. Ich wusste, dass ich jetzt wieder gehen konnte, weil ich meinen Wiedergutmachungs-Kniefall absolviert hatte, wir redeten ein paar Sätze , dann widmete sie sich den anderen Gästen und ich rauchte und schaute auf mein Handy in der Hoffnung, dass es klingeln würde. Tat´s aber nicht, das kennt man ja. Ganz schnell zwei Gläser Wein getrunken, mich von meinerr zweitliebsten bildenden Künstlerin (Svenja Hehner, die die „Aufmerksamkeitspille“ kreiert hat und mir damit ein Lebensthema geschenkt hat) verabschiedet und verschwunden. Die Straßen voller Bullen.
Und im Auto wegen Straßenabsperrungen weitläufig nach Hause gefahren, mit komischen Gedanken und einem Erdrutsch schöner Julia-Erinnerungen. Über meinem Bett hängt eines ihrer Werke. Ein Porno-Porträt – Siebdruck auf Teppich. Seit 3 oder 4 Jahren sehe ich es und freue mich noch immer darüber. Ich hab ihr 1998 ein Freundschaftsliebeslied geschrieben, das immer noch schön ist (wo kann ich die mp3 posten??). Sachen bestehen. Nur: auf Erdrutschgebieten bauen sich keine neuen Häuser. Da muss erstmal neue Erde angekarrt werden. Aber das mach ich. Weil, Altbauten zu renovieren ist schmutzige Arbeit, da lass ich die Finger von.

copyright: Julia Neuenhausen

Julia on a shelf, asleep. Copyright by Julia Neuenhausen

***ICKE*** 3000

jakeshears
(Jake Shears von den Scissor Sisters. I could melt.)

preisbloggen
Das I-Töpfelchen spielte die ganze Nacht durch und hat immer noch Musik. („Gerade „Crippled bird“ von Dolly Parton). Ich einen Kater, weil aus „Ach, schauen wir uns doch einen Film mit Heather Locklear in der Nebenrolle an“ ein triple feature wurde, aber ich kann beim besten Willen keinen homosexuellen Freund aus der Wohnung lassen, ohne dass er Toni Collette in „Connie und Carla“ und die Scissor Sisters DVD gesehen hat.
Dann, nach den Filmen die lustige Idee: „Komm wir fahren ins F+++++ 3000!“ Was noch nie wirklich gut endete. Zur Hamburger Heten-Information: Das F+++++ 3000 ist ein Laden, wie es ihn in hetero nicht geben kann, außer man nennt es dann „Swinger-Club“ und das wird ihm nicht gerecht, weil eh alle singulaire sind und dort durchaus attraktive Menschen hingehen. Man geht also, trinkt ein Bier und findet dann in einem Kellergeschoss Sexpartner und wird Bestandteil einer Orgie. So auch gestern. Und was man sich immer auf die Fahnen schreibt, wenn man dort hingeht: „Nimm nichts mit, was Du im Ficken 3000 aufgelesen hast.“ Und das macht man dann natürlich doch, obwohl es völlig unlogisch ist, denn Sex kann man ja dort schon haben, das ist ja das ganze Konzept (warum GIBT´s das nicht für Heten, wenn´s für uns Homos so gut läuft? Ihr macht uns doch sonst alles nach…). Also um 7.00 Uhr in Begleitung nach Hause, und was will er von mir, kaum, dass die Wohnungstür hinter uns ins Schloss fällt? Einen Kaffee. Ich hatte immer angenommen, das sei nur eine Redewendung?!?

NIX LOS BEI H&M

H&M, Friedrichstraße, freitagmittag. Wie leergefegt. Nur Schwyzerdütsch und amerikanische Sprachfetzen. Selbst der nicht unattraktive Politaktivist der mich vor der Galerie Lafayette anquatscht, redet amerikanisch. Ich höre ihm gern zu, aber vergesse, was er sagt, in dem Moment wo er es ausspricht. Hedgefonds? Wobei es sicher wichtig ist. Weil Deutschland ja am Boden liegt und ich also voll im Trend bin. Und die anderen Deutschen vielleicht auch lieber abends zu Hause bleiben und dänische Spielfilme anschauen?

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Ihr ging es auch schon besser, aber zumindest hat sie noch ´n Sklaven…

LUCY JORDAN

Die Partywoche ist vorbei. Es war extrem und schön und alt, geliehen, neu und blau. Jetzt ist mir tatsächlich der Wecker stehen geblieben. Und das nach einer SMS, in der mir jemand sagt, dass er mir einen magischen Moment des Zeitstillstands verdankt.
Die Wohnung ist wieder leise, aber im Kopf läuft „The Ballad of Lucy Jordan“. At the age of 37…
Eine Mail, die leise Wehmut auslöst – darin ein Bild, ich mit 20. Was that me? What happened along the way?

 http://www.pbase.com/ul_photography/root&view=recent

Photo by Uli Lindenthal <http://www.pbase.com/ul_photography/root&view=recent>

Rilke du jour:
„Lass uns die Nacht überstehen. Und dann das Kranksein. Und dann die Liebe.“

NATURJOD S11

„Und wir haben wirklich SPRECHPERLEN für den Kanarienvogel gekauft, weil wir daran GLAUBTEN! Kannst Dir das bitte mal vorstellen??“