Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

ONE FINE DAY

Amazing! Von 5 Büchern, die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, kenne ich 3 noch nicht. Und „The Falls“ von Joyce Carol Oates ist dabei!!! 2 DVDs, die ich auch noch nicht habe. Rekord! Dass Diana Ross Dorothy in einem schwarzen „Zauberer von Oz“ gespielt hat wusste ich – aber ich wagte nie, mir das genauer vorzustellen. Akimbesk? (I´ll let you know.)
Und heute ist ein Connie&Carla-Tag, den ich im Liegen nehmen werde. Schon einschub-bereit steht da ein schöner dänischer Spielfilm: „Alt. Neu. Geliehen. Blau.“ Was auch sehr schön meinen Partyzustand von gestern Abend zusammenfasst. Beim Reinfeiern geknutscht und gestern gestreichelt. Life can be so beautiful und im Nebenzimmer singt Madonna auf spanisch „veras“ – das ist „you´ll see“ in fremder Sprache. Danch kommt „La isla bonita“ auf Tschechisch. Nicht von Madonna. aber auch nicht von Helena Vondrackova (das ist die tschechische Barbra).
Mein Lieblingshund, der zeitweise auch Mitbewohner war, kam auch feiern und fiel vor Freude fast um. Deshalb durfte er auch auf der Kaninchenfelldecke einen Knochen nagen und ein bißchen rumsabbern. (Ich meckere ja auch nicht, wenn Kai Rotwein verschüttet, und das Kaninchenfell hat schon ganz andere Sachen gesehen, u.a. sterbende Kaninchen. Kann man da sagen „Einwohner“?)
Zum Abschied der Party habe ich den anwesenden heterosexuellen Männern mit Lancome-Lidschatten Grunge-Augen geschminkt. Metrosexuality is alive and well in Kreuzberg. And today some boys will look like raccoons.
In der Küche wird mein bester Freund blondiert. Die Aschenbecher sind geleert und aus den Weinresten in den Pappbechern könnte ich eine Bowle mache, wenn ich fies wäre. Bin ich aber nicht. Es war einfach schön. It´s okay to be 37.

Heute hat Thomas Hardy Geburtstag. Aber er ist ja schon tot. Egal. Toller Mann. Wer kann schon einen Garten beschreiben und damit Sex meinen, so dass man´s versteht? Der konnte das. Schade, dass er nicht bloggen konnte, denn wenn man in seinen Notizbüchern liest kommt man nicht umhin zu wünschen, er hätte täglich die Welt beurteilt.

GÄNSEFLEISCH GRÖSSERE TITTEN MACHEN

Heute ist internationaler Tag der Milch. Sowie mein Geburtstag. Das Reinfeiern hatte alles, was ich mir schon mit 14 ersehnt habe (exclusive sex and drugs): it was a rock and roll night und ich habe mit meinem Lieblings-Popstar geknutscht. Und in einem Weimaraner Hotelzimmer eine wunderbare Post-Concert-Party gefeiert. Der Konzertveranstalter organisierte Getränke und sah auch wie ein Engel aus. Langes blondes Haar, perfekte Zähne und von dem Körper ganz zu schweigen. Er sprach kaum Akzent. Überhaupt haben wir es vermieden mit Einheimischen zu sprechen, aus Angst über das Thüringische lachen zu müssen. Wir waren nämlich sehr kicherig gestern. Jetzt weiß ich leider nicht einmal ob eine Schrippe in Thüringen Brötchen, Wecke, Semmel oder Fischkopf heißt.
In einem Restaurant, das ich als „Bittere Kante“ in Erinnerung habe, das aber tatsächlich „Scharfe Ecke“ hieß, aß ich Thüringer Knödel und verzierte beide mit einer Erbse, so dass sie aussahen wie Titten. Eine Schweizerin erzählte mir, dass ihre Brüste in Weimar immer größer seien als in Zürich. Ob es eine äquivalente Stadt für Männer gibt konnte sie mir nicht beantworten. Schade.
Und so schön das Konzert auch war, das Küssen war schöner. Und das Schönste ist das jugendliche Gefühl, dass ich jetzt habe, obwohl schon wieder ein Jahr älter. Hi hi.
Ach so ja – Marilyn hat auch am Tag der Milch Geburtstag. Und Mittwoch ist Gajneesha-Tag – also seid lieb zu Elefanten, wenn Euch einer über den Weg läuft.

SLEEP, INTERRUPTED. AGAIN!

Eine Kältefront schiebt sich ins Schlafzimmer und der schwitzende Körper freut sich so sehr, dass er dem Schlaf ein Schnäppchen schlägt. Bis die Kältefront lautstark wird und ein wildes Prasseln (Applaus?) mit sich bringt. Ich bin in der Augsburger Puppenkiste, on stage, irgendwelche Strippen ziehen meinen Körper und schicken ihn durch die nächtliche Wohnung, Fenster wollen geschlossen werden, um der Entstehung eines Feuchtbiotops entgegen zu wirken. Ohne auch nur einmal gegen Möbel zu klatschen oder über eigene Füße zu stolpern sprintet man mich durch die Zimmer und wieder zurück ins Bett. Der Applaus wird lauter, jemand legt die Strippen beiseite. Ich erfreue mich an weichem Kissen, schneeweißer Bettdecke. S c h l a f….

SUE ELLEN´S TELEPHONE

Seit gestern bin ich im Besitz eines Telefons, das defintiv aus dem Besitz von Sue-Ellen Ewing stammt, obwohl man es in „Dallas“ nie gesehen hat.
Die Basis-Station ist ungefähr 20X35 cm groß und goldfarben. Das Telefon ist über ein Kabel (!) mit der Basisstation verbunden, ebenfalls goldfarben mit einer schrägen schwarzen Tastatur. Auf der Basisstation befindet sich die Mini-Version eines Gitters, wie man es in New Yorker Straßen findet, darunter befindet sich ein Ventilator. Über dem Ventilator auf dem Gitter steht eine relativ liebevoll gestaltete etwa Barbie-Puppen-große Plastik-Marilyn im klassischen weiße Kleid. Wenn das Telefon klingelt, singt Marilyn „I wanna be loved by you“ und der kleine unterirdische Ventilator pustet ihren Rock hoch.
Ich sehe Sue-Ellen vor mir, nach dem achten Bourbon, auf dem Teppich vor der Kommode auf der ihr Telefon steht. Wie sie hofft dass jemand anruft, nur damit Marilyns Stimme erklingt und der Rock hochweht und Sue-Ellen betrunken kichern kann und sich noch einen Bourbon einschüttet. (Oops – schon wieder leer!) und dann schaut sie und schaut sie und es klingelt nicht und dann tut sie, was sie jeden Abend tut – sie DRÜCKT DIE DEMO-TASTE und automatisch, aus heiterem Himmel und ohne dass auch nur irgend ein texanisches Arschloch anrufen muss SINGT Marilyn und der Rock weht HOCH. Sue-Ellen grinst, gluckst, lacht, rollt ab und schläft auf dem hochflorigen Teppich ein, den leeren Whisky-Tumbler noch in der knochigen Hand. Wieder eine Nacht, in der sie mit einem Glücksgefühl niedergeht.

AMEISEN-KNÖDEL

Ich bin in diesem Frühjahr sehr unleidlich und frage mich, ob das mit den Ameisen anfing. Jahrelang haben sie mich nicht gestört, bis ich begriff, dass sie es sind, die sich Blattlauskolonien auf meiner weißen Rose halten. Sie sind immer brav auf der Terrasse geblieben, haben immer die Wohnung verschont, aber trotzdem – diese Blattläuse… Also habe ich ernst gemacht und Gift gekauft. Und sprühe. Und sprühe. Und sprühe. Wie Rambo habe ich die Waffe immer griffbereit und wenn ich Besuch habe, bitte ich den, ebenfalls gewissenhaft nach Ameisen Ausschau zu halten. Wenn ich jetzt auf der Terrasse barfuß laufe habe ich immer das Gefühl, dass ich eine Giftsohle mit mir überall hintrage. Ich merze mich wahrscheinlich gerade schleichend aus. Mein Haar ist schon ganz stumpf.
Dann die Krähen. Siehe unten. Schreiende Kinder. Eltern schreiender Kinder, die mich zum Nichtrauchen anhalten. Hupende Autos. (Werden in der Türkei eigentlich besonders aggressive Hupen fabriziert?) Ich halte mich nicht für übermäßig rassistisch, aber mir klappen die Zehennägel hoch, wenn ich unschuldig an einer Ampel halte und neben mir türkischer Gangsterrap aufs Ohr schlägt. Wirkt das auf türkische Mädchen sexy? Oder ist die Musik so laut, damit sie durch die Kopftücher geht??
Ich reg mich schon wieder ab. Gibt ja auch schöne Dinge, wie z.B. das Comeback von Kim Basinger. Und dass Veronica Ferres in der Werbung zum Schweigen verdammt ist. Pfanni, isn´t it?

CARPE KARMA

Das Geräusch von Krallen, die bei der Landung über Dachziegel kratzen reisst mich aus einem angenehm erektiven Schlaf. Als ob jemand eine Hauskatze mit Nieten besetzt hat und wiederholt aufs Dach plumpsen lässt. Dann fängt der Scheißvogel auch noch an zu singen, und ich frage mich, warum man die Kommunikationsgeräusche von Vögeln überhaupt als „Gesang“ bezeichnet. Wie Kreide auf Tafel ätzt sich das in mein Trommelfell.
Es ist die erste Nacht mit offener Balkontür, so dass ich die Geräusche auch in voller Lautstärke mitbekomme. Genau genommen ist es irgend etwas um 5.30Uhr – es ist schon hell aber die Sonne ist noch nicht überm Altenheim. Ich werfe eine leere Schachtel Zigaretten gegen die Fensterscheibe aber der Kollege gibt sich unbeeidruckt. Krächzt und stößt Schreie aus. Ich klatsche in die Hände und bin jetzt schon fast richtig wach. Wenn ich aufstehe, dann ist an Einschlafen nicht mehr zu denken und so schiebe ich den Gedanke beiseite mit der (ebenfalls leeren) Dose Ameisenspray nach der Krähe zu werfen.
Die werden immer größer. Weil sie die Tauben fressen? Ich bin ja froh, dass die Tauben weniger werden, aber die Krähen sind einfach zu laut. Freitagmorgens und vorm Aufstehen. Fuck the early bird. The night is over when the fat bird screams.