Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

DANKE oder WIR SIND HELDEN

Ein Besucher dieses (und der sozusagen angrenzenden) Blogs bemerkt kürzlich etwas moralinig: „Das is ja irgendwie n Haufen Leute, die sich nur sagen, wie toll sie sind.“
Und das stimmte mich nachdenklich, also gab ich der Stimmung nach und dachte nach. Der Mann hat Recht. Abgesehen davon, dass dies hier auch ein Kate-Bush-verehrender Blog ist, in dem sich über die moderne Psychotherapie lustig gemacht wird, wenn nicht gerade irgendwelche Bosheiten über Kultur-Heldinnen vom Schlage Schürmi verbreitet werden, dann hat der Mann recht. Ein wichtiger Bestandteil dieses Blogs ist die anerkennende Wertschätzung von Menschen und Begebenheiten. Auf dem Weg der Bedeutungsfindung vor den Schönheiten des Lebens und Erlebens halt zu machen und bei der Bespiegelung der Welt sich auf Sex, Crime und Häme zu beschränken wird nämlich meinem persönlichen Leben und Erleben überhaupt nicht gerecht. Pointierte Gemeinheiten sind nur eine Facette meines Spektrums. Eben so gerne feiere ich meinen realen und virtuellen Freundeskreis.
Als ehemaliger Pressereferent, der mitunter auch Scheiße zu Gold schreiben musste, ist es mir ein Fest, Promo-Aktionen für die liebenswerten und humorvollen Weg-Genossen und Bereiter zu machen, die mich mehrmals täglich zum Lächeln, Lachen und Nachdenken bringen. Und, wie heißt es in dem schönen evangelisch-lutherischen Chart-Topper: „Danke für manche Traurigkeiten“.

„Einer der nicht sollte, weint am Telefon
Und eine die nicht wollte
weint und weiß es schon
Deine Beine tragen dich nicht wie sie sollten
So oft gehen die
die noch nicht weggehen wollten
Ich weiß, ich weiß und ich ertrag es nicht
Halt dich bei mir fest, steig auf, ich trage dich
Ich werde riesengroß für dich
Ein Elefant für dich.“
(Text: Judith Holofernes)

WHITE XBERG

Von hier oben sieht das gerade fantastisch aus. Schon als ich das erste Mal aus dem Fenster schaute, musste ich trotz Kater lächeln. Berlin has gotten an icing. Mal sehen wie es sich anfühlt, wenn ich im Auto sitze. Die Berliner Straßenreinigung führt sich nämlich beim ersten Schneefall immer sehr hawaiianisch auf.
„Kiekma – kiekma – is irjendwo n AKW hochjejang? Wo kommt der weiße Staub her? Wat sollnwa bloß machn? Vadammt!! Und kalt isset. Hat wer die Sonne ausjestellt?“

It looks just so beautiful. Like. SNOW! (Come to cover the lovers.)

GLAM ON TURKEY

„Sagen Sie mal? Kann das sein, dass Sie keinen tiefgefrorenen Rosenkohl in den anderthalb-Kilo Beuteln mehr da haben?“
Herr Dick rechnet mit einer patzigen Antwort wie „Frach det doch den Tiefkühlmann, ick bin die Käsethekenfrau“, aber stattdessen:
„Na – ich kiek ma, wa?“ Lässt den Büffelmozarella Büffelmozarella sein und kommt hinterm Tresen vor.
„Na dit is ja ´n Ding. Hier müsster eingtli liegn.“
„Ja, steht dran, ne?!“
„Da is nur Iglu!“
„Ja, aber da zahl ich ja das Doppelte.“
„Dit is wohl wahr. Hamsen Aujenblick? Dit liecht villei an der Inventur. Donnerstag ist Inventur. Ick lass ma den Herrn Beeser ausrufen.“
Dies geschieht. Herr Beeser auf die Elf. Wir warten auf Beeser. Beeser kommt nicht. Wahrscheinlich lädt er gerade in den Innereien von Karstadt Rosenkohl ab.
„Ach wissen Sie, ich glaub ich nehm dann doch den von Iglu.“
„Wat ick immer mach: ick koof den frischen, wasch den und frier den ein. Kommt ja aus jleiche raus.“
„Aber kriegen Sie denn die Rosenkohlröschen da auch richtig sauber?“
„Na klar.“
Sie tritt wieder hinter Tresen hervor, stellt sich neben Herrn Dick und präsentiert ein imaginäres Rosenkohlröschen.
„Die jelben Blätter machense ab, und det kleene Klümpchen unten, und dann ritzense det kreuzförmich ein. So etwa.“ Gestikuliert kleines Kreuzchen in kleines Restklümpchen.
„Das kann ich ja mal probieren. Dankeschön.“
Glam geht zum Gemüseregal, dort stehen zwei halbwüchsige türkischstämmige Berliner mit einer langen Inventurliste. Die beiden riechen als hätten Sie gerade in der Parfümerieabteilung geduscht. Frisch. Passt. Frischwaren. Glam schiebt einen der jungen Herren freundlich beiseite und greift drei Netze Rosenkohl.
„Könnsi das esseney?“
Glam honoriert das „Können SIE“ mit einem anerkennenden Nicken.
„Man wäscht, macht die gelben Blätter ab, schneidet das Klümpchen ab und in das Restklümpchen schnitzt man ein kleines Kreuzchen. Kinderleicht.“
Jetzt ist an den beiden Inventurjunioren anerkennend zu nicken.
„Schmeckt sehr gut“.

Und heute abend befreit Glam die verfrorenen, kreuzgeritzten Köhlchen aus dem Eisfach wo sie jetzt noch neben dem Vanille-Vodka schönheitsschlafen, bereitet sie nach Vorschrift zu und freut sich auf ein Thanksgiving-Dinner bei der amerikanischen Nachbarin.

SOMMERSTURM

„Kuckma da hinten, die Wolkenfront!“
„Die braucht noch so 2o Minuten schätz ich.“
„Wie lange brauchen wir denn zurück?“
„Ne halbe Stunde. We´re fucked!“
„Zieh das T-Shirt aus!“ – Lucky geistesgegenwärtig. Gesagt, getan. Und dann als ob Eispartikel auf einen niederprasseln im besengtest-möglichem Tempo über den See rudernd Richtung Anlegeplatz. Als wir ankommen sind wir pitschnass und blaugefroren. Leider haben Gummiboote es ja so an sich, dass man sie nicht einfach vertaut und abhaut, sondern, dass man die Luft erst herauslassen muss, bevor man sie im Kofferraum verstauen kann. Und Bäume, die in den ersten Minuten eines Sturzregens möglicherweise Schutz bieten, möchten auch irgendwann die Regenlast in fetten Platschern abwerfen und die Protagonisten ein wenige aufscheuchen. Also noch zehn weitere Minuten kreischlachend halbnackt am Straßenrand, bis auf die Knochen durchnässt, zitternd, schlotternd, aber selig und vor Lachen ganz irr. Immerhin ist das T-shirt fast trocken geblieben und Glam muss nicht oben ohne nach Hause.

sommersturm
(Im Verfügungsraum, no less! Glam verfügt, seine Leser mögen sich den Film „Sommersturm“ ausleihen, besser noch kaufen. Fantastisches Script, schöne Bilder, hervorragend gespielt, absolut zwingend sehenswert, selbst für Heten Ich bin auch mit Scarlett O´Haras gemischtgeschlechtlichen Liebeleien aufgewachsen, also tut Euch ruhig mal einen schwulen Liebesfilm an, okay?)
Pic courtesy of www.schwung.uni-mannheim.de

GLAM KRIEGT AUFE FRESSE

Ich habe echt überlegt, ob ich diesen Beitrag poste oder nicht. Hab ihn reingesetzt, wieder rausgenommen. Gute Freunde sagen „Du räumst dieser Person damit zuviel Bedeutung ein“. Sicher mit Recht. Ihr einige Wochen keine Bedeutung einzuräumen hatte Schlägereiandrohungen zur Folge. Und ich habe keine Lust meinen Blog zu zensieren, weil eine kampfesdralle Dame sich hier in jeder kritischen Bemerkung die Schöpfung betreffend persönlich angegriffen fühlt. Also, hiermit: einmal Bedeutung für die unbenannte Lady auf diesem meinem Blog und ich hoffe dann war´s das endlich. Es ist der Grenzüberschreitungen genug. Und sollten weitere folgen, dann vertraue ich auf die Polizei und den sozialpsychiatrischen Notdienst (nicht für mich). Wieviel klarer kann man „Komm mir nicht zu nahe“ ausdrücken? Hier das ganze in Buchstaben.

Das Bloggen – es könnte so schön sein. Man liest ein paar zeitgenössische Notizen, hinterlässt ein paar Kommentare, entdeckt neue Chronisten, vergnügt sich und geht seines Weges. So verstehe ich das Bloggen jedenfalls. Und auch die meisten anderen in dieser Community, deren Seiten ich so gern besuche. Dass ausbleibende Besuche meinerseits zu Androhungen führen, dass ich meine Fresse poliert bekommen sollte, finde ich übertrieben. Dass dies auch noch über gänzlich unbeteiligte Drittblogger kommuniziert wird, da ich die Mails einer bestimmten Bloggerin nicht mehr öffne, das ist nicht nur übertrieben, sondern auch noch lästig. I mind my own business an I don´t involve third parties. Dass ich nun auch noch diesen Text auf meinem Blog veröffentlichen muss, ärgert mich besonders, da nun die besagte Bloggerin ihren Narzissmus befriedigt sieht, der sie schon zu der Annahme veranlasst hatte, dass die Äußerung, dass es Ausrutscher in der Schöpfung gebe, sich auf sie bezogen habe, als habe sie nie eine Nacktschnecke gesehen. Da wo sie herkäme, gebe es auf so einen Ausspruch drei Generationen Blutrache. Da ich keine weiteren Generationen von Dicks plane, wird daraus vermutlich nix.
Also sehr geehrte Dame, beruhigen Sie sich und gehen Sie doch alles etwas relaxter an. Meine Fresse ist schon sauber und bedarf keiner weiteren Poliererei.
Ich möchte Sie gleichzeitig bitten, diese Worte nicht als Kontaktaufnahme zu betrachten. Ich habe genug Freunde und Feinde und würde mich freuen, wenn Sie mit mir das gleiche täten wie ich mit Ihnen: in Ruhe lassen. Danke.

AM ANFANG

Und dann plötzlich, Samstag Mittag, ich sitze bei Lucky, auf einmal das Gefühl, dass ich mich wieder mag. Auch ohne Erfolg. Mein wirres Wesen, meine dunklen Haarwurzeln, die weißen Haare im Bart. Sogar auf den Absturzfotos mit Lucky und Frankie, die ich hier leider nicht veröffentlichen darf. Unzulänglichkeiten, mit denen ich leben kann.
Leute, die mir schon immer hätten egal sein sollen, sind es plötzlich. Ich bin bei mir, meine Freunde sind bei mir. Meine Freuden und meine Ängste sind bei mir. Das ist Alles. Alles meins. Und wenn ich dieses Gefühl ein Weilchen halten kann, oder mich sogar davon überzeugen kann, dass es richtig ist, dann werde ich wohl irgendwann weniger bloggen, weil ich stattdessen mit meinem Hund durch Wald und Wiesen hoppse. Alles zu seiner Zeit. Für den Weimaraner-Plan brauche ich noch ein klitzekleines bisschen mehr Stabilität. Aber ist in Arbeit.

v-f1
(Dieses Bild ist von Lucky (photographer) und Frank (rauchend) freigegeben und zeigt zwei der drei Fragezeichen. Playlist (vermutlich) „This woman´s work“ oder „Don´t give up“. Es war unsere erste Probe für die Nachstellung des „Hounds of Love“-Covers mit Glam in der Rolle Kate Bushs und Frank als Weimaraner. Die nicht freigegebenen Fotos zeigen die Protagonisten bei Tageslicht, schon etwas ermüdet.)

Now look what I found on the internet:
kate-gabi
Fehlt eigentlich nur noch ein Elefant!

MISTER BARTOLOZZI

Da mir zum Thema Nüsse nichts einfällt. Wirklich nicht. Also nichts einfällt, greife ich ein anderes heißes Eisen auf. Die Waschmaschine. Kate Bush besingt sie, Frank B. beschreibt den Leidensweg ihrer Cousine, der Geschirrspülmaschine. Hier sehen Sie meine:

washing

Es ist der gewaltige Intellowasher der Firma LG, mit einem Fassungsvermögen von sagenhaften 7 kg. Da die Sieben schon mal an sich eine gute Zahl ist (Zwerge, Brücken, Gwyneth Patrow ohne Kopf) und Herr Dick zuweilen aus Finanznot heraus genötigt ist, Räume in der Glamourdick-Mansion unterzuvermieten, macht so ein Siebentonner Sinn. Der Intellowasher hat zum Beispiel den amerikanischen Mitbewohner überlebt, der unter die Rubrik „messy“ fiel und desöfteren einfach den Teppich zusammengerollt und ihn mitsamt Inhalt in den gierigen Schlund meines Intello gestopft hatte. Der Intello überlebte Nägel, einen Teppichschneider, eine halbe Weinflasche (allerdings nach dem Waschgang leer), zwei Nagetiere, eine Penisförmige Kerze ohne Docht mit einem Kabel daran und einer Fernbedienung am anderen Ende (funktionierte nach dem Waschen auch nicht mehr) und ein Tarot-Kartenspiel. Ich verstehe, warum man versucht ist, ein Loblied über seine Waschmaschine zu verfassen. Das einzige, was mir am Intellowasher nicht gefällt, das ist rückblickend das Kaufdatum. Denn kurz nach dem Erwerb der prächtigen Waschmamsell verließ nach vollzogenem Geschlechtsakt (mit mir, nicht mit dem Gerät) ein stramm gebauter junger Mann mein Bad und bemerkte
„Schöne neue Waschmaschine, der Intellowasher!“
„Ach, den kennst Du?“
„Wenn Du den bei mir gekauft hättest, hätt ich dir 20% Rabatt gegeben.“
Und in mein goldenes Nachttischbüchlein konnte ich eine neue Berufsgruppe eintragen, mit der ich das Vergnügen hatte: den Waschmaschinenverkäufer.

Nachtrag: Als Kind wurde in meiner Familie der Babysitter durch die Waschmaschine ersetzt. Vielleicht rührt daher meine Begeisterung für Herrn Bartolozzi.
Noch ein Nachtrag: Gerade fällt mir ein, dass mein amerikanischer Mitbewohner einst einen Jack Russell besaß, der ihm, laut eigener Auskunft, gestohlen worden war. Hm. Sloshy sloshy sloshy sloshy….
Und hier noch ein Nachtrag zum Thema Kühlschrank.

DEUTSCHLANDRETTUNG IM ÜBERBLICK

Meine Güte, und ich dachte schon, ich sei totalitär, was meine Deutschlandrettung angeht. Nun eskaliert es aber doch ein wenig. Die Sache mit der Bücherverbrennung, z.b., die Frank B. vorschlägt… Grundsätzlich sollte man Bücher erlauben. Wenn das Volk ausreichend deprimiert worden ist, dann hilft auch kein lustiger Roman. Britt will Verdauungsminsterin werden, kann aber nicht mal ihren Kaffee bei sich behalten und auch Frank bespuckt seinen Macintosh. Grassierende Bulimie in der Führungsspitze? Dann passiert mir auch noch der Fauxpas, die M-Frau bei Namen zu nennen und Frank B. setzt noch eins drauf und schlägt namentlich einen Minister vor, der in meinem Kabinett so mal nichts verloren hat. Der Mann ist meines Wissens hoch verschuldet und sollte nicht eine verführerische Position wie die der Eheberatung einnehmen. Der muss erst mal zum Steinbruch, Steine brechen (siehe Stichwort Bulimie).
Lucky fordert jeden Tag Totensonntag und das wird hinhauen, was an den freigelassenen Zoo- und Zirkustieren liegt. Arboretum besteuert alle Anis-Produkte und von den Einnahmen mietet sich die Regierung regelmäßig Strandhuren und andere Matrosen. Die Weltregierung ist gegen eine Abschaffung der Gehrinwäsche, abedr wir wären auch die letzten, die sich für die Abschaffung derselbigen einsetzen, schließlich war es äußerst anrbeitsintensiv, die Hirne so schön grau hinzubekommen (merke: Grau = Elefantenfarbe = gute Farbe!).

Also – es kann doch nun wirklich nicht jeder machen was er will. Sag ich jetzt einfach mal so. Macht doch Euer Deutschland alleine.

Herzlichst,
Euer Dicktator
(Nach Dicktat exiliert.)