Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

GLAM RETTET DEUTSCHLAND

Lucky hat einen Plan. Und ich habe die Elephant Liberation Army. In vier Jahren sind wir an der Macht und dann werden wir alles tun, um dem Französischen Modell kraftvoll entgegen zu arbeiten. Unser Plan: Die Jugend schon frühzeitig so zu deprimieren, dass sie zu antriebslos für Bambule ist. Wir werden irgendeine Fassbinder-Witwe zur Beauftragten für Kultur, Familie und Bildung ernennen. Die verbietet zunächst einmal das Privatfernsehen, so dass die besten Bedingungen für televisonäre Gehirnwäsche im Grauwaschgang geschaffen sind. 4 Programme müssen reichen. Im Tagesprogramm laufen ausschließlich Wiederholungen vom Bayrischen Bildungsfernsehen aus den frühen 70ern. „English for you“ und für die lieben kleinen „Die Sendung mit der Maus“ in schwarz weiß (Elephant content!). Britney Spears wird importiert und als Volksdichterin verpflichtet. Ihre Balladensammlung „Resopalbonbons des Diktatoren: Hurige Hüfte.“ entwickelt sich zum „Geschenkten Gaul“ des 3. Millenniums.
Im Abendprogramm präsentieren die traurigen Kinder ehemaliger D-Prominenz neue Formate wie „Sie verstehen keinen Spaß“ und „Wetten, dass nicht“. Anstelle des Tatorts produziert die ARD den „Totort“, ein 3 1/2 stündiges Programm, in dem Bürgermeistergattinnen die ordentlichsten Friedhöfe und Altenheime ihrer Gemeinde vorstellen und Dorfchöre den Soundtrack liefern. Florian Silbereisen hört auf, sich zu blondieren und bekommt den ZDF-Frauentanzabend, in dem Greisinnen bei Tanztees gefilmt werden. Haarspray, Make up und Zahnersatz werden abgeschafft.
Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsexplosion reduzieren sich praktisch von selber, da ja nach bekannt gegebenem Wahlsieg alle Zoos geöffnet wurden.

TUTU-TITTI oder BALLERINENBRÜSTE

Letzte Nacht träumte ich, mein Geschlecht sei operativ verändert worden. Ich war eine Frau, noch dazu eine Frau mit kleinen Titten. Als ich mich über die Titten beschwerte, erklärte mir Romy Haag, die seien viel natürlicher als die dicken Dinger, die andere sich machen lassen, aber ich wusste, dass sie innerlich triumphierte, dass man bei mir an Silikon gespart hatte. Ich betastete meine knallharten kleinen Titten und dachte „von wegen Natürlichkeit – wer die in die Finger bekommt, weiß doch sofort bescheid…“
Ich war nicht nur wegen der Größe meiner Brüste in Aufruhr, es gab etwas, das mich viel mehr entsetzte: ich hatte gar keine Geschlechtsumwandlung gewollt. Da musste jemand mich missverstanden haben.
Ich muss das jetzt nicht deuten, oder?

BEITRAG 23 SATZ 5

Stöckchenalarm. Aus der roségetönten Schweiz flog mir ein Stock auf den Kopf. Der 23. Beitrag, der 5. Satz. hier ist er:
„Und betrachtet man das Cover genauer, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Retoucheure bei Marcias Gesicht am wenigsten Hand angelegt haben.“
Aus „When Marcia was cross.“
Ich schmeiß weiter an den Ereignishorizont und Frau Arboretum! Fangen!

HORROR VACUI

Schön Frühstückstee gekocht. Ziehen gelassen, dabei eine geraucht. Süßstoff in die Tasse, kja tschack, kja schack, kja tschack, kja tschack und eingegossen, festgestellt, dass ich den Teebeutel vergessen habe.
Also nochmal von vorn.

Warum eigentlich veröffentlicht Amazon.de meine Rezensionen nie??? (Amazon.co.uk tut´s. Sogar die miesen. Meist die miesen.)

Was mich heute beschäftigt: Dass es Leute gibt, die es so auffällig gut meinen, die so nett sind, so attraktiv, die so sozial kompatibel wirken, und kaum sagt man einmal „Buh“ rutscht die ganze Fassade weg und dahinter verbirgt sich – gähnende Leere. Das sind die Aufmerksamkeitszombies.

YOUNG AMERICANS: EXPERIMENT IV

Kann ein Blog Pyjama-Parties feiern? Gibt es virtuelle Lagerfeuer? Riechen Sie den Duft angeschwärzter Marshmellows?
Ich freue mich so sehr, dass der Deutsch/Englisch-Übersetzer der DARPA endlich mal einen vernünftigen Code zu dechiffrieren hat: Sex-songs that kill! Parallel dazu die Stifung einer potenten Allianz.

Um der ELA-Page eine frische Morgendusche zu gönnen, ein Aufruf:

BRING THAT ONE SONG ON THAT CAN MAKE YOU BREAK DOWN AND CRY….

Das traurigste Liebeslied ist gesucht. Titel, Interpret und schönste Textzeile. Ich freu mich!

00GLAMOURDICK AND THE CURSE OF THE DARPA

„D*ARPA’s approach is to imagine what capabilities a military commander might want in the future and accelerate those capabilities into being through technology demonstrations. These not only provide options to the commander, but also change minds about what is technologically possible today.“
Sagt mir Wikipedia über einen häufigen Besucher meines Blogs.

Aber was suchen die hier?? Ich tu doch niemandem was! Ich befreie höchstens mal ein paar Elefantenbesitzer von dem was sie für Besitz halten, was aber eine Seele ist, in einem schönen Elefantenkörper. Ich denke, es geht der Defense Advanced Research Agency um das Kate-nicht-George-Bush-Flash-Mobbing. Das Militär will offensichtlich in Zukunft mit Gesang und Tanz arbeiten, mit der Irritation von Gegnern durch Ausdrucksstärke und Gefühlskraft, mit WIRKMACHT! statt mit Sprengstoff und Gas und Celine Dion.
Und ich weiß echt nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Ich kann im Grunde grad eh nur jedem empfehlen, die neue Kate-Bush-CD zu kaufen. Dann geht´s Euch besser.
!!!!!!!!!!LOOK AT THE LIGHT!!!!!!!!!!!
Scully&MulderDick wünscht einen guten Tag.

P.S.: Dear Mister war researcher. If you make a file on me, please put it next to the one of Cyndi Lauper. She sang this song which was, as we say in Germany, contraproductive to war. I love the word in all its wirkmacht. See, I prefer „Spiele ohne Grenzen“, trancelinke dancing and direct talk to war. Call me ruhig oldfashioned.
P.P.S: Liebe Arboretum, meinen Sie, ich muss Agent Everett einschalten?

NOCTURNE

Vogelgesang in ziemlich mittelbarer Nähe. Aufstehgeräusche. Ein Geruch von – Kohlenstaub. Gemischt mit Räucherstäbchen, wie sie in den 80ern parfümiert waren. Die Aufstehgeräusche kommen aus einem Nebenzimmer, das ebenso wenig zu meiner Wohnung gehört wie das Schlafzimmer, in dem ich gerade wach werde. Neben einem warmen, schönen, schlafenden Körper, der als innenseitiger Löffel an meinem (Körper, nicht Löffel) ruht – so ordentlich wie in der Schublade, warme Haut an warmer Haut, erregbares Gewebe ebenfalls in Aufwachposition.
Ich schaue an eine Decke, ca 50 cm über mir. Wenn dies kein Kleintiergehege ist, dann erwache ich also gerade in einem Hochbett. Im Fenster gegenüber sehe ich eine Brandschutzmauer. Wen hat die je vorm Brennen geschützt? Mich jedenfalls nicht. Langsam und vorsichtig tapse ich die Leiter gen Fußboden hinab und beginne, meine Sachen, die mir gestern vom Leib gerissen wurden, dorthin zu tun, wo sie zuvor waren, an meinem Körper. Bei der Suche nach der Unterhose fällt mir ein, dass ich keine anhatte. Unterhosen sind heikel – seh ich Calvin muss ich lachen, andere mögen meine Dolce & Gabbana-Fakes von H&M nicht. Pfiffig, darauf zu verzichten! Wenn mir das in dreißig Jahren passiert, dann nur aus Senilität. Honni soit und so weiter. Wenn ich mir davon etwas versprochen hatte, ohne Unterhose zum Date zu gehen, dann hat es geklappt. Ich blinzele nach oben, gen Decke, er blinzelt halbwach zurück und lächelt halbseitig. So blinzeln Mittzwanziger. So wohnen Mittzwanziger. So ficken Mittzwanziger.
Auf der Straße, die Sonne geht auf, steck ich mir eine Zigarette an, streiche die in alle Richtungen abstehenden Haare an den Kopf, lächele beidseitig und freue mich, dass ich solche Momente nicht nur aus Reruns von „Sex and the City“ und Erinnerungen an meine Mittzwanziger Vergangenheit beziehe. Und tiriliere ein wenig mit den Dohlen. Kja tschack, Kja tschack, kja tschack! (dtsch: a diamond sky, a diamond night, a sea of honey, look at the light!)

FLEDERMAUSFÄKALIEN

Batshit-insane. Ist irgendwie keiner drauf eingegangen. Dabei gefiel mir das so gut. Könnte auch ein Lied von Ingrid Caven bezeichnen. Aber momentan fühl ich mich gut drin aufgehoben. Batshit insane. Und im Auto vorhin fiel mir David Sylvian ein: I wrestle with an outlook on life that shifts between darkness and shadowy light.
Batshit-depressed.
Get your freak out!
And if someone out there should worry about me: it´s not THAT serious. I´ve got friday to look forward to. Katemas.

TRUE TALES OF TERROR: EAST-GERMANY 2005

Sommer 2005. Ein charmanter Badestrand in Mecklenburg Vorpommern. Wasserklatschen, Kinderschreie, der Geruch von Piz Buin und stockigen Badelaken. Ein Klingeling macht mich aufmerksam auf einen Wanderer mit kreuzförmigem, blütengeschmückten Wanderstab, der eine Kette mit Holzscheibenanhänger um den Hals trägt. Wieder klingelingt er. Eigentlich unnötig, denn unmittelbar hinter ihm folgen ungefähr zwei Dutzend weitere Wanderer, welche der gleiche Holzscheiben-Anhänger-Schmuck ziert. Haben die christlichen Wanderer in einem Gemeinsamkeitsritual einen Baum zersägt? Sie nähern sich vom Waldweg und marschieren über den Strand zum Waldrand empor, lächeln freundlich (naturbreit), entledigten sich ihrer Kleider (Baumwollfasern) und gehen kollektiv baden. Es scheinen Westler zu sein, a) wegen des christlichen Wanderstabes, b) weil sie Badezeug tragen (Ossis baden nackt). Das ist auch ganz gut so, denn die jüngsten Wanderer mögen so um die Mitte 60 sein.
Bleiche Haut auf welkem Fleisch. Gut, dass sie an Gott glauben.
Ebenfalls anzurechnen: der konsequente Verzicht auf Nordic-Walking-Sticks.