Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

PLAYING WITH PRODIGAL SONS TAKES A LOT OF SENTIMENTAL VALUE

Sichtbar übernächtigt schau ich von außen auf mich drauf und stell mir vor, ich schaue mit ihren Augen. Sie hat mich zuletzt vor sechs Jahren gesehen, da stand ich mit Frau Frost und der elenden Dschungelkönigin auf einem CSD-Truck und erkannte sie unter den Zuschauern, traute erst meinen Augen nicht, aber sie war es. Frau K., mit ganz feuerroten Haaren, strahlte mich an, und ich hatte gerade genug Zeit, ihr einen Becher Sekt zu bringen, sie fest in den Arm zu nehmen, dann musste ich zurück auf meinen Truck. Der Sommertag setzte sich fort, bis mich die Emotion pünktlich zum Sonnenuntergang auf der Oranienstraße übermannte. So kam ich in ein Lied, aber das ist eine andere Geschichte. Das letzte Zusammentreffen mit ihr muss auch mindestens sechs Jahre zurück gelegen haben. Frau K. war meine Zweitmutter, von 14 bis 20. Danach blieben wir eine Weile in Briefkontakt, dann kam der blöde Streit mit ihrer ältesten Tochter und der Kontakt riss ab. Bis ich mit Anke, ihrer jüngeren Tochter, zur Bowie-Vernissage ging. Das ist jetzt ein paar Wochen her. Anke hat ihrer Mutter nicht gesagt, dass wir uns treffen, ich bin also eine Art Osterei. Und sitze im Café und überlege, ob ich nervös bin. Ja. Der Raum von Zeit zwischen damals und jetzt hat etwas mit uns angestellt. Sichtbar und auch sonst. Ostern, Zeit der Auferstehung.

Und als ich am Abend zu Bett gehe und an eine bestimmte leibliche Verwandte denke, fällt mir der Satz „Blut ist dicker als Wasser ein“. Und dass gegen Wasser rein gar nichts einzuwenden ist.

SUCK MY MAC

Bloggerinnen und Blogger – ich drehe durch. Weshalb versteht Itunes nicht, dass die MP3-Datei kein Quicktime-Film ist? Weshalb öffnet Internet Explorer sie nicht gleich mit einem Programm, das es mir ermöglicht, die MP3 als MP3 auf meinem Desktop zu speichern? Weshalb reduziert sie die 12 MB -Datei beim Speichern auf eine 8 KB Quicktime-Datei? Wann kann ich endlich „Candy“ hören??? Verammt nochmal.

So. Und für die, die lachen, weil der Dick den Internet Explorer verwendet: weil das hochgelobte Safari-Programm nicht in der Lage ist, meine AOL-Mailbox zu öffnen. Dito für Mozilla. Das schafft nur der abgewichste IE. Echt toll – AOL und Mac. Bescheuerter geht nicht. Hieeeeellllllfääääääähhhhh!

Und mein Drucker wird von meinem Rechner auch nicht mehr erkannt. Und meinen Scanner kann ich auch nicht mehr benutzen. (Was könnte ich Euch Polaroids zeigen, aber der Scanner war nach dem Update auf MAC OSX rausgeschmissenes Geld.) Kotzen könnte ich. Kotzen.

WEITERE BEGEGNUNGEN

Eine Bloggerin getroffen, die so echt und klar und schön ist wie ihr Blog. Und das, obwohl gar keine Lesung war, also einfach so getroffen, nur mit innerem Anlass.
Auf dem Heimweg von der Arbeit einem 8 Monate alten Weimaraner begegnet, der aus einem Wurf stammt, auf den ich seinerzeit ein Auge geworfen hatte. Und befunden, dass er es bei seinem jetzigen Frauchen, auch so ein Blitz-Auge, vermutlich besser hat. Und er schien mich erkannt zu haben, aber das mach ich mir hier jetzt nur so zurecht, leckte mir die Hand und lächelte.
Und nachher treff ich die Königin der Knorrpromenade und den Mutigen Löwen, denn der hat morgen Geburtstag, und morgen dann die Anke und ihre Mum, die ich ca. Neunzehnhundert2000 das letzte Mal gesehen habe, und da auch nur ganz viel zu kurz. Ankes Mum war meine Zweit-Mum im schlimmen Pubertorium. Ich pflegte meine Mofa zu nehmen und binnen anderthalb Stunden über Land zur Familie K. zu fahren, wenn mir die eigenen häuslichen Verhältnisse de trop wurden, und das war häufig der Fall.
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(Anke.)

Und ich bin die Überraschung für die Mum der Anke, und wie ich uns alle kenne wird es ein paar Freudentränen geben. Frohe Ostern, indeed. Kann so schön sein. Leben.

TADZIO, TADZIO

Eigentlich hatte ich ja die Videothek wechseln wollen, wegen Kalle Blomquist, dessen Anwesenheit mich jedesmal schwer irritierte, hatte ich doch eine magische Nacht mit ihm verbracht, und nur diese eine. Dann ging er verloren und tauchte plötzlich hinterm Tresen der Videothek meiner Wahl wieder auf. Dass die Nacht für ihn nicht magisch gewesen war erkannte ich recht deutlich daran, dass er mich nicht wieder erkannte. Mittlerweile hat Kalle entweder die Filiale gewechselt oder ist aus dem Jog gemobbt worden. Und weil ich (mir selbst) unerklärlicherweise selten die Berufsgruppen wechsele (Tierärzte, Schauspieler hauptsächlich), überrascht es mich nicht, dass es jetzt einen zweiten Videothekar gibt, der mein Herz zum Flattern bringt. Das wird wohl noch ein paar Jahre weitergehen, bis ich (vermutlich) Altenpfleger begehren werde. Aber noch und gerade erst heute wieder, als ich Harry 4 und die neue Reese Witherspoon-DVD retournierte, war es der Videothekar. Echt blond, mit einer frechen Frisur, ca 24 – obwohl ich mit dieser Altersgruppe eigentlich wenig anfangen kann. Ein cherubisches Gesicht, jungenhaft, man weiß nicht wie es altern wird. Und heute fielen mir die Augen auf. Farbe von Bergseen in Gletscherumgebung. Intensiv blau. Und dieses Lächeln. So rein wie der Bergsee. Und dieses leichte Erröten, das nur Naturblonde beherrschen.
Aber weil das Leben eben doch schlechter ist als manche Romane, ist es ein anderer, der mit dem schönen Akzent, der mir SMSt, dass er mich wiedersehen will.

„Honey, won´t you hold me tight – get me through Grey Gardens tonight… Tadzio, Tadzio…“

THE TROUBLE WITH BENNO

Exakt einen Monat nachdem ich feststelle, dass mit Bennos Kopfteil etwas nicht stimmt (ihm fehlen ein paar Öffnungen) hat man mir das kritische Ersatzteil nachgeliefert. 4 Wochen, drei Anrufe später. Urpsrünglich war von einer zweiwöchigen Lieferzeit die Rede. Fairerweise sei erwähnt, dass man mich und eine Person meiner Wahl auf eine Sause im Ikea-Restaurant einlud. Immerhin. Und da ich ja weiß, dass die Schweden zwar schöne Filme, traurige Märchen, aber auch sehr sehr langsam Lieferzeiten machen (mein „Smala Sussi“-Soundtrack brauchte ebenfalls einen Monat), war ich nicht einmal wirklich ernsthaft gereizt.
Ich mich also gestern fast gefreut. Überlegt, ob ich den Benno-Aufbau für den schönen verregneten Feiertag aufhebe, dann aber viel zu ungeduldig gewesen, die CD-Stapel endlich aus dem Weg zu bekommen, und sofort losgelegt.
Ersatzteil ausgepackt, Eratzteil betrachtet. Gestutzt. Ersatzteil dem Benno-Rohbau vorgestellt. Benno schüttelt den Kopf. Bohrlöcher mit Schrauben und Holzstumpen verglichen. Inkompatibel. Benno-Erstzteil gegen Malm geschleudert, wo es abprallte, eine Delle in den weißen Lack riss, und auf dem rosa Lammfell Zuflucht suchte.
„Hallo ich bin´s, Herr Dick. Sie müssten mich ja mittlerweile kennen. Ich weiß, Sie können in Ihrer Funktion als Call-Center-Agentin einer Reklamationshotline persönlich nichts dafür, und ich neide Ihnen Ihrern Job nicht und ziehe den Hut vor Ihrer Konfliktbereitschaft, die Ihnen die Jobwahl ermöglicht hat, aber ich bin sehr sehr wütend und unwirsch. Nach vierwöchiger Wartezeit haben die Kollegen aus Schweden mir das falsche Ersatzteil zukommen lassen. In diesen 4 Wochen habe ich dreimal das Bedürfnis verspürt, nach Ikea zu fahren, aber darauf verzichtet, weil der Anblick des dort ausgestellten Benno-Regales mich deprimiert hätte. Ich habe nun folgenden Vorschlag und möchte Sie nicht persönlich angreifen, aber bitte Sie in Ihrer Funktion als Call Center-Agentin den Kollegen Feuer unterm Arsch zu machen. Erstens holt jemand das Regal hier ab, zweitens bekomme ich ein neues, intaktes Benno-Möbel, das hier von Ihren Kollegen vor meinen Augen aufgebaut wird. Ich schenke denen zur Entschädigung gern meine Lebensmittelkarten für´s Ikea-Restaurant. Ich bin weder gewillt, weitere auch nur 2 Wochen auf ein wie auch immer geartetes Ersatzteil zu warten, noch, meinen Benno-Rohbau zu demontieren, einzutüten und 5 Treppen herab in meinen Wagen und Ihr Möbelhaus zu transportieren.“
Als sie mit dem Synchrontippen fertig ist: „Ich kann das so nur aufnehmen. Die Kollegen werden sich bei Ihnen melden.“
„Vielen Dank, gute Frau, einen schönen Feierabend. Und frohe Ostern.“

DER DIE DAS, WER WIE WAS?

– Und wie lange bloggst Du schon?
– Ein Jahr etwa. Erst bei Blogspot, dann bin ich zu Twoday. Sind das alles Blogger hier?
– (Alllgemeines Lächeln und Zustimmen.)
– Du auch?
– Ja. Du kennst mein Blog wahrscheinlich nicht. (Emphatische Pause.) Ich blogge seit fünf Jahren.
– (Wenn ich jetzt dem Erfinder der Waschmaschine gegenüber säße, würde ich Danke sagen? Beziehungsweise, wenn ich einem der Wäschewäscher der ersten Stunde vor mir hätte, würde ich fragen, wie es damals war, als es noch das TAED-Sytem gab? Und Tenside? Ich entscheide mich für ein anerkennendes Lächeln.)
– Und Du bist also Glamourdick. Ich hatte mir Dich ganz anders vorgestellt. So als einen breitschultrigen Mann von ein Meter achtzig.
– Ich bin ein Meter achtzig. Du kennst meinen Blog?
– (cringes) MEIN Blog. Es heißt DAS Blog.
– Ah ja. DAS Weblog. Schon klar. (Nur dass es beispielsweise in Frankreich DIE Mond gibt, und sogar DER Welt und auch DER Sonne, und DIE Stern.) Ich sag immer „meinER“, er hat schließlich einen Schwanz.

(Was ganz anderes – ich weiß nicht, ob möglicherweise versteckte Ostereier die DSL-Leitung verstopfen oder ob twoday.net immer noch Performance-Probleme hat, aber der Seitenaufbau dauert momentan bei mir ca „56k Modem öfffnet Flash-Seite auf analoger Leitung“. Das macht doch keinen Spaß!)

GLAM TAUCHT AUF

Dass twoday.net zwei Tage lang so rumgezippelt hat, passte mir gerade ganz gut in den Kram. Die Steuerunterlagen sind sortiert, der Zeitplan für die Büroräumung steht, und das Romamexposé liegt auf einem Schwyzer Lektoratsschreibtisch. Man nennt mich nicht umsonst Held der Arbeit. Ich wünschte, ich könnte von mir behaupten auch noch Sport getrieben und den Regenwald gerettet zu haben – mais non. Nicht einmal die Ansätze habe ich inzwischen nachgefärbt. Und auch bei diesem einen uninspirierten Eintrag wird es heute bleiben. Steuer und Glamour – das bremst sich aus. Ich geh mich jetzt mal erholen.

MESSY GLAM

Heute steht mir bevor
– flugs ein Roman-Exposé für Switzerland anfertigen, ich will endlich ein Schweizer Bankkonto. Der Roman über die beiden amerikanischen Schwestern im britischen Spukhaus sollte mir das einbringen, zumal auch ein mutierter Weimaraner und die Ebu Gogo gewichtige Rollen spielen.
– die Steuer 2004 und 2005 fertig machen
– mein ehemaliges Büro auflösen

Also, wie der zuküntige Gatte und die Trauzeugin zu sagen pflegen: Please be kind if I´m a mess.

HIER STEHT DER SATZ DEN DIE GARBO IMMER GESAGT HAT, ABER SO WIE SIE IHN WIRKLICH GESAGT HAT: i want to be LEFT alone. NOT BY ALL. BUT BY SOME.

Wenn Blogger Blogger treffen kommt man immer irgendwann auf das Thema des Blog-Tabus. Worüber schreibt man NICHT? Ich, für meinen Teil, schreibe nicht über Fäkalien. Obwohl ich ein paar eindrucksvolle Geschichten hätte. Andererseits hat es der Pups schon in meinen Blog geschafft, wer weiß, womit demnächst zu rechnen ist.

Was macht man nun, wenn man bloggenswerte Geschichten mit Bloggern erlebt, die anderen Bloggern bekannt sind, also die Blogger mit denen man die Geschichten erlebt, nicht die erlebten Geschichten? Muss man da diskret sein oder darf man da sein eigenes Erleben zur Freude der Leser genau so ausbreiten und vorführen wie man das im Falle von „zivilen“ zwischenmenschlichen Begegnungen tut? I mean I´m the crazyglambitch confessional Blog after all, ain´t I? Wenn ich ein Erlebnis auf einer Bloggerparty habe, darf ich darüber berichten oder bin ich dann ein Nestbeschmutzer? Um es kurz zu machen: Ich wollte keinen Kontakt mehr mit dieser Frau, die andere Blogger dazu aufgefordert hatte, mir die Fresse zu polieren und mir mit Blutrache bis in die dritte Generation drohte. Ich wollte diese Frau ganz einfach nie wieder sehen. Und auch keine Entschuldigung von ihr. Weil ich sie nicht annehmen kann. Und deshalb wäre es schöner für alle Beteiligten gewesen, wenn man sich einfach aus dem Weg gegangen wäre. When all is said and done, all is said and done. Und trotzdem finde ich es hart und eklig von mir, etwas zu sagen wie „Ich möchte Deine Entschuldigung nicht, ich möchte einfach nach wie vor, dass du dich aus meinem Leben raushältst. An dem Status, den wir haben, gibt es nichts zu verändern.“ Ich möchte solche Sätze schließlich auch von niemandem hören. Aber so ist es und so habe ich es gesagt und gemeint und mich erschreckt, dass ich so etwas aussprechen kann/muss, aber ich würde hingegen auch niemandem mit Blutrache bis in die dritte Generation drohen. Und ich WILL, WILL, WILL mir nach wie vor meine Freunde selbst aussuchen. And I fucking want to be left alone by this one particular person. Und habe kein Problem damit, dass andere sie mögen. Nur ich will das nicht.

Wenn es nicht diese wunderbaren bloggenden Menschen gäbe, wie … (siehe Blogroll and then some, and then some in particular), würde ich mir manchmal wünschen, the whole blog experience in der virtuellen Sphere belassen zu haben.
Aber eine schöne Party war es trotzdem. Und eine fantastische Gulasch-Party-Suppe.

VORM FRÜHSTÜCK BEI GLAM oder GLAM IST BEKENNENDER SINGLE, ABER

killer-atlas

es gibt Zeiten, wo es suckt, alleine zu leben.
– Kragenschilder, die rausschauen. Ein verräterisches Indiz.
– wenn, wie gerade eben geschehen, man beim Versuch, den geliebten Tiffany-Atlas-Ring aufzusetzen, man beinahe einen Finger verliert, weil der Ring nämlich mitten auf dem Fingerknöchel steckenbleibt, bis der Finger immer dicker wird und man den Ring keinen Millimeter mehr schmerzfrei bewegen kann, kaltes Wasser, Bodylotion, nichts mehr hilft und man ein bisschen Beistand gebrauchen könnte von jemandem, der dann neben einem steht, einen beruhigt und sowas sagt wie „mit neun Fingern liebe ich Dich genau wie mit zehn, und überhaupt – wenn alles durchgestanden und der Amputationsstumpen verheilt ist, dann fahr ich mit Dir nach München, dann gehen wir Zu Tiffany´s und Du suchst Dir für den verbleibenden Ringfinger einen passenden aus. Die Atlas-Ringe gibt es doch jetzt auch durchbrochen in Weißgold.“
Aber wenn man Single ist, dann muss man den Ring eben irgendwie alleine runterbekommen, und es hat ja auch geklappt, aber es ist nicht immer leicht, ein schöner strahlender Stern zu sein, der einsam am Firmament steht.