Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

GPEDLC oder THE PRINCE AND THE BLOGBOY

zdob

Wenn das mit Rufus partout nicht in die nächste Phase geht (Hochzeitsliste bei Amazon und Tffany´s), dann geh ich halt doch nach Moldavien. Rockstargatte ist doch auch was Feines. Iagupov ist kein Allerweltsnachname. Und die Landestracht finde ich ausgesprochen ultraglam.

bonika

Elsie Marina, links im Bild, bekommt die klare Luft und die zünftige Musik jedenfalls. Sie muss mittlerweile 110 Jahre alt sein. Mindestens. Manche behaupten, dass es sich bei ihr in Wirklichkeit um Marilyn Monroe handelt, die irgendwann einfach keine Lust mehr auf Blondieren hatte.
Und was macht Ihr am 20. Mai? (Für die, die bis hier nicht folgen können: Grand Prix Eurovision de la Chanson. und Deutschland hat einen ganz reizenden Beitrag!)

WHEN HE WALKED DOWN THE STREET HE HAD THAT VICTIM WALK*

mathewshepard2

matthews

Gerade fällt mir auf, dass Matthew Shepard in Wyoming umgebracht wurde. Um so mehr freue ich mich, dass Brokeback Mountain dort spielt.

Shepard wurde von zwei Trailer-Trash-Faschos zusammengeschlagen, dann mit seinen Schnürsenkeln in Kreuzigungspose an einen Zaun gefesselt, wo er fast verblutete. Die Schläger klauten ihm vorsorglich auch noch die Schuhe. Er starb allerdings erst fünf Tage später im Krankenhaus. Er war 21 Jahre alt.
Ein Jahr zuvor war er bei einem Roundtrip durch Marokko von einer Gruppe von Männern vergewaltigt worden und, ebenfalls seiner Schuhe beraubt, irgendwo in der marokkanischen Tundra ausgesetzt worden. In Folge der Vergewaltigung war er HIV positiv.

Präsident Clinton bemühte sich angesichts des Mordes, sexuelle Orientierung als Motivierung für ein „Hate-Crime“ offiziell anerkennen zu lassen. Es gelang ihm nicht. Russel Anderson und Aaron MacKinney, Matthews Mörder, sitzen dennoch lebenslänglich.

In der Woche com 6.10. bis 12.10.1998 bekam ich von all dem nichts mit, wel ich ein glücklich verliebtes Großstadtschwulenleben lebte. Als ich im März 1999 von einem Marokko-Urlaub zurück kam (auf dem meine große Liebe kaputt gegangen war), las ich Matthews Geschichte im Vanity Fair.
Mittlerweile gibt es ein Theaterstück und mehrere Filme über Matthew. Aufgrund seines Todes werden die Stadt Laramie und der Staat Wyoming noch eine verdient lange Zeit als Synonym für Schwulenhass und Ignoranz gelten. Matthews Eltern haben die Matthew Shepard Foundation gegründet und setzen sich gegen Hass und Ignoranz gegenüber Minderhieten ein.

„“They tied him to a post,“ says police commander Dave O’Malley, and as he begged for his life, they „beat him and beat him.“ Perhaps as an afterthought, police say, the pair took Shepard’s wallet and his shoes. The back of his head bashed to the brain stem, his face cut, his limbs scorched with burn marks, Shepard hung spread-eagled on a rough-hewn deer fence through a night of near freezing temperatures, unconscious and losing more and more blood. On the evening of the next day, 18 hours after he was abandoned, two bicyclists saw him. At first, they thought they were looking at a scarecrow. On seeing his nephew’s near lifeless body hooked up to a respirator, Robert Eaton told a reporter, „It’s like something you might see in war.““

Mehr: „That´s not a scarecrow“ Time Magazine, Oct. 1998

„My son Matthew did not look like a winner. After all, he was small for his age-weighing, at the most, 110 pounds, and standing only 5’2“ tall. He was rather uncoordinated and wore braces from the age of 13 until the day he died. However, in his all too brief life, he proved that he was a winner. My son-a gentle, caring soul-proved that he was as tough as, if not tougher than, anyone I have ever heard of or known. On October 6, 1998, my son tried to show the world that he could win again. On October 12, 1998, my first-born son-and my hero-lost. On October 12, my first-born son-and my hero- died 50 days before his 22nd birthday. He died quietly, surrounded by family and friends, with his mother and brother holding his hand. All that I have left
now are the memories.
(…)
Mr. McKinney, one final comment before I sit, and this is the reason that I stand before you now. At no time since Matt was found at the fence and taken to the hospital have Judy and I made any statements about our beliefs concerning the death penalty. We felt that that would be an undue influence on any prospective juror. Judy has been quoted by some right-wing groups as being against the death penalty. It has been stated that Matt was against the death penalty. Both of these statements are wrong. We have held family discussions and talked about the death penalty. Matt believed that there were incidents and crimes that justified the death penalty. For example, he and I discussed the horrible death of James Byrd, Jr. in Jasper, Texas. It was his
opinion that the death penalty should be sought and that no expense should be spared to bring those responsible for this murder to justice. Little did we know that the same response would come about involving Matt. I, too, believe in the death penalty. I would like nothing better than to see you die, Mr. McKinney. However, this is the time to begin the healing process. To show mercy to someone who refused to show any mercy. To use this as the first step in my own closure about losing Matt. Mr. McKinney, I am not doing this because of your family. I am definitely not doing this because of the crass and unwarranted pressures put on by the religious community. If anything, that hardens my resolve to see you die. Mr. McKinney, I’m going to grant you life, as hard as that is for me to do, because of Matthew. Every time you celebrate Christmas, a birthday, or the Fourth of July, remember that Matt isn’t. Every time that you wake up in that prison cell, remember that you had the opportunity and the ability to stop your actions that night. Every time that you see your cell mate, remember that you had a choice, and now you are living that choice. You robbed me of something very precious, and I will never forgive you for that. Mr. McKinney, I give you life in the memory of one who no longer lives. May you have a long life, and may you thank Matthew every day for it.“
(Schlussrede von Dennis Shepard im Prozess gegen die Mörder seines Sohnes.)

So. Noch irgendjemand, der findet, dass es keinen Film über Diskriminierung von Schwulen mehr geben muss?

fence

*Zitat von Matthews Mutter.

Edit May 2010, after reading Judy Shepard´s Book:
1) Die Kreuzigungspose gab es nicht. Er lag am Boden, die Hände hiterm Rücken an den Zaun gefesselt.
2) Die HIV-Infektion zog er sich nicht bei der Vergewaltigung, sondern später zu. Die Eltern erfuhren im Krankenhaus von seinem HIV-Status, er selbst wusste vermutlich nichts davon.

WWW

Freitag abend. Sitze hier, abgearbeitet, und schau mir den Schlingerkurs an, den mein Blog fährt. From hilarious to devastated. Habe ein bisschen ein Schleudertrauma von den rasanten Kurswechseln und erstaune mich über mein vor Wut anschwellendes Ungerechtigkeitsbewusstsein. Ich weiß, dass ich hier niemanden belehren muss. Ich selbstvergewissere nur öffentlich. Und geh trotzdem gerade innerlich die Wände hoch wegen Fällen wie Matthew Shepard. So etwas tut mir physisch weh und ich überrasche mich, hinterfrage mich natürlich auch mit einem Blick von außen auf mich drauf. Würde am liebsten eine Miliz gründen und schaff es dabei nicht einmal eine Kampfmaßnahme im engsten Familienkreis zu beenden. Wirr, wütend und – auf die dritte Alliteration scheißend – müde von der Wirklichkeit, da jetzt ist sie doch passiert. Vielleicht schmeiß ich am ersten Mai einen mit Wasser gefüllten Ballon auf die dämlichen Abiturienten aus Worpswede und Passau, die dann, wie jedes Jahr, meine sozial schwache Nachbarschaft terrorisieren werden, anstatt sich lieber einmal ordentlich eins auf die Fresse zu hauen. Ich besauf mich jetzt jedenfalls mit südafrikanischem Cabernet. Vielleicht fällt mir morgen etwas ein, die Welt zu retten. But don´t count on me.

And you know what – das ist alles ausgelöst von „Brokeback Mountain“. And that´s why this film is so important. Apart from being just beautiful.

STEMMING THE ROSE

Zunächst: Ich kann mich an keinen Filmkuss erinnern, der mich je so bewegt hat. Das lass ich mal so stehen.

Und dann: Ich weiß, es ist etwas lästig mit mir: die Tatsache, dass ich aufgrund meines Kinohasses über Filme erst schreibe, wenn sie schon nicht mehr im Kino laufen. Aber in diesem Falle muss es sein. A L L E Vorschusslorbeeren waren gerechtfertigt. Ich habe gestern großes Kino auf meinem nicht ganz so kleinen Fernseher gesehen. Ich habe gestaunt vor Schönheit und geweint vor Ergriffenheit. Ich werde ihn mir heute noch einmal anschauen, vielleicht gleich zweimal. Ich möchte Ang Lee knutschen, ich ziehe den Cowboyhut vor Ledger (der m.E. eine Oscar-Nominierung genau so verdient hätte wie Gyllenhall). Folgendes Zitat habe ich auf die Fahnen von Glamourdick Mansion geschrieben:

„If you can´t fix it, Jack, you gotta stand it!“

Das steht jetzt gleich unter „no more beans“.*

Und dass Rufus zum Schluss singt ist nicht nur wunderbar, sondern auch zwangsläufig.

brokeback

*In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob die heterosexuellen Zuschauer sich bei einem Film über Arschficker auch die ganze Zeit Sorgen gemacht haben über die Unmengen von Bohnen die in „Brokeback Mountain“ aufs Lagerfeuer kommen. Viele Heteros und alle Homophoben können es schwer ertragen, was gleichgeschlechtlich orientierte Männer mit Ärschen so alles anstellen können. Homophobie ist meiner Meinung nach eher die Angst vorm eigenen Arschloch. Und, ja, ich merke selbst, dass dieser Blog spätestens seit gestern in seiner analen Phase ist. Vielleicht erzähle ich demnächst mal die Geschichte von dem Bekannten von mir, der — aber das erzähle ich auch nur vielleicht und auch nur ein anderes Mal.)

TOMORROW IS ANOTHER DAY

Wenn ich heute nach Hause komme, dann habe ich die Stresstage fast hinter mir! Dann kann ich einen Kessel Buntes aufhängen, der seit vorgestern in der Trommel mit spitzen Fingern gegens Bullauge trommelt, kann die Blumen auf der abgebrochenen Terrasse gießen. Eine Eilpost an meinen Vermieter schicken betreffs Wiederaufnahme der abgebrochenen Abbruch-Arbeiten unter Androhung von Mietminderung. Die 5 DVDs anschauen, die sich mittlerweile angesammelt haben. (Judy Garland Show, Vol 1-3, Brokeback Mountain, thanks to Sakilight, Madame Sin, thanks to Ereignishorizont). Benno sein neues Deckenplättchen aufsetzen und endlich die CDs einsortieren. Danach ein paar Seiten Jasper Fforde. Eine Haarkur machen und paar Niveatücher verschleißen. Dann könnte ich meine Amazon-wishlist pflegen, nachdem mir gestern zum Vorwurf gemacht wurde, sie sei zu kurz (na wenn Ihr alle jetzt schon Geschenke schickt, dann wird sie eben immer kürzer, kann ich ja nichts für). Danach könnte ich telefonieren mit Menschen, mit denen ich schon seit längerem telefonieren möchte – Britt zum Beispiel. Vielleicht verfrachte ich dann noch ein Sitzmöbel aufs Vordach um die mangelhafte Terrasse aufzuwiegen und schaue mir dann zum morgigen Sonnenaufgang den Sonnenaufgang an. Dann denke ich vielleicht darüber nach, dass ein Kapitel in meinem Leben heute endgültig geschlossen wurde und freue mich darüber, dass ich das vor lauter Stress gar nicht so richtig mitbekommen habe. Dann rauch ich eine und lese bestimmt paar Blogs.

GLAM AUS DER ZWISCHENZEIT

Kinder, ich komme nicht zum Bloglesen. Und würde so gerne kommentieren und alles. Aber es ist ein Stress sondergleichen gerade, und ich hoffe, dass sich das Ende der Woche legt. Und dann bin ich wieder voll da. So. Und nu bin ich auch schon wieder wech.

AUFM DORFE, MIT HAAR UND HAUT

Gestern bei Regen Inlineskates gefahren und überlebt. Dito für Nivea-Bräunungstücher – keinerlei Allergie, dafür sanfte Bräune. Heute Stunden zählen bis sanfte Bräune fleckig wird. Desweiteren: Austoben auf meiner Amazon Wishlist. Ist ja bald Geburtstag. Und Kreuzchen machen ist fast so schön wie schon besitzen zumal ich einen neuen Autoren für mich entdeckt habe: Jasper Fforde. Desweiteren „The Well of lost Plots“ weiterlesen. Kontakte mit Einheimischen vermeiden wegen abschreckenden Niedersachsen-Dialekts. (Von wegen Hochdeustch…)

THE HARZ MOUNTAIN CHAINSAW MASSACRE

IMG_0253
(Der Blick aus dem ehemaligen Kinderzimmerfenster.)

MMLBG3
(Der von meinem Vater liebevoll rekonstruierte Marilyn-Spiegel.)

Es regnet und regnet. Aus Langeweile bin ich zum Altfrauenfriseur gegangen, habe dem eine Packung L´Oréal Hollywood (dass es das hier bei Schlecker gibt! Ich war fast gerührt) auf den Tresen geknallt und mürrisch hat er mir die Ansätze nachgefärbt, während im Hintergrund störrisches weißes Frauenhaar mit Chemikalien in Putzwolle verwandelt wurde. Die einzig mögliche Steigerung wäre gewesen, wenn ich mir die Nägel hätte modellieren lassen. Aber morgen ist Sonntag und heute geh ich nicht mehr raus. Man muss hier auch sparsam sein mit den Kicks. Einer pro Tag reicht. Und bei diesen Surroundings und dem Dreckswetter gehen einem schnell die Ideen aus.

TALKING ABOUT MISPLACED…

Tja, nun bin ich weg. Aber nicht in NY NY sondern Harz Mountains Why Why. Die analoge 56k-Verbindung und der aufkommende Frühling werden meinen Blog-Aktivitäten den Weg verbauen, ich spür´s. Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende, während ich ihr* Blut- und Wasserproben mache. Be back Tuesday, da berichte ich dann ab ca. 8.30 Uhr live von den Bauarbeiten auf meiner Terrasse, die wird nämlich aufgerissen, weil es bei meinem Nachbarn reinregnet, seit drei Jahren. Die haben einfach auf schönes Wetter gewartet, damit sie beim Aufreißen die Sonne auf Glamourdick Mansion Terrace genießen können. Na ja. Wenn ich erst anfange Kaffee zu kochen, dann werde sie sich nochmal schwer überlegen, wie lang sie die Arbeiten in die Länge ziehen wollen.

* das ist ein so schöner Freudscher, den lass ich einfach mal so stehen.

NY, NY or THE MISFIT

„The New York Times called her performance „stiff with self-consciousness,“ but admitted she’s „so deeply disturbingly beautiful that you don’t want to let her out of your sight.“

Julia Roberts (see quote above) spielt am Broadway, Rufus singt Judy in der Carnegie Hall, Bernadette singt Bernadette im Lincoln Center wo Jessica Lange eine Ehrung für ihre Arbeit im Film verliehen bekommt. Never ever have I felt so misplaced in Berlin.