Weshalb kommt mir das heutige „früh“ so viel früher vor als das von letzter Woche Mittwoch?
Geena Davis war doll! Und das sogar auf deutsch.
Archiv der Kategorie: Glam gruebelt
GLAM DANKT

I get a lot of support these days and it makes me humble and it makes me proud. Da wäre die wunderbar frisch in diesem Jahr entdeckte Freundin und Unterstützerin, die Hollywood-Queen, der Smarte Lawyer, die Bannerin, der Casting Advisor und die ganzen Banner-Schalter, zum Beispiel, um jetzt mal drei zu nennen, hier und hier und hier. Und das sind nur die Blogger! Dann sind da noch Sascha und Marco und Chris und Thomas. Das Skailight sowieso. Und Kollegin Nina. Meine Mum, die es cool findet, wenn ich im Internetz Wahrheiten sage, auch wenn ich mir Androhungen einfange. Anke, die von all dem nichts mitkriegt, weil sie mich nicht blogliest, aber mich liest, wenn sie mich sieht. Die Nachbarin. Und es freut mich ganz besonders, dass eine verloren geglaubte Freundschaft heute einen neuen Anfang genommen hat.
I put on this white dress for you!* (Das muss nicht jeder hier verstehn, doch jeder hat´s schon mal gesehn:) I´m kneeling for ya.*
*Bette Davis in „Jezebel“; et moi, ce soir, pour vous.
DRUM, GLAM, MERKE:
– des frühen Morgens magst Du glauben „ach was – ein Gläschen trink ich noch, und ein Zigarettchen darauf, dass der Heimweg bewerkstelligt wurde“ – die viertel Stunde wird sich beim Aufwachen böse rächen. Es ist nämlich genau die viertel Stunde, die ab dem 21. Lebensjahr vom Körper absorbiert wird und sich in irreversiblen Hüftspeck verwandelt.
– Eye-Make up-remover heißt wirklich nur so. Du wirst mit den Spuren der Partynacht noch zwei Tage leben müssen, es sei denn du schminkst die Reste über.
– der Überschwang, mit dem Du femde Menschen mit Flyern und betrunken-originellen Sprüchen bedenkst ist vor allem eines: ÜBER.
– wenn Du Dir schon keine Namen merken kannst, dann begrüße nicht alle Männer, deren Namen Du gerade nicht parat hast mit „Hey Dirk!“
– Gehe nie wieder davon aus, dass nach einem Liter Wodka Red Bull vier Stunden Schlaf völlig ausreichend sind, um ein Wochenende im Büro zu gewährleisten. Das ging nur zu Zeiten, als es noch keinen Wodka Red Bull und Vorlesungen statt Bürozeiten gab.
– Höre jetzt gefälligst endlich mal auf, bei offiziellen Berliner Veranstaltungen und im Kulturkaufhaus Dussmann ständig nach Rufus zu fahnden. Andererseits – mit den aufmerksamen Augen nimmt man viel Schönes und Obskures wahr.
– Es ist eine tolle Treppe, aber Du bist nicht Scarlett.
– For my international audience: It´s a great staircase. But you´re not Scarlett.
– Auch, wenn Du im Alter goldblond bist – denke nicht, dass Menschen aus Deiner Vergangenheit dich nicht wiedererkennen, was ja auch ganz schön sein kann, wenn es sich um nette, talentierte Menschen handelt.
– Erwarte nicht, Johannes Heesters sterben zu sehen. Er wird überleben. Einmal mehr.
– Und – Ja. Du kennst den Typen, von dem Du denkst „woher kenn ich den Typen? Und es ist vollständig egal, ob von einem One Night Stand, einer Party bei Freunden oder einer Vorabendserie, die man sich schämt, geschrieben angeschaut zu haben. Würdest Du ihn aus besseren Zusammenhängen kennen, dann fiele Dir auch sein Name ein. Sag also einfach „Hey Dirk!“ und warte ab, wie er sich verhält.
– Gib Deinen Flyer nur attraktiven, freundlichen und/oder attraktiv wirkenden Menschen.
– Danke, Falk Walter, für eine der schönsten Premierenparties ever. Admiralspalast rulez. Auch ohne 3Groschen. The most gorgeous Baustelle of Berlin ever – don´t change a thing!
– und: ein Link von ihm bedeutet zwei Tage in der High Society. Schreibe also für alle neuen Leser verständlich und nicht soviel übers Ficken. Mehr über soziale und asoziale Ungerechtigkeit und praktiziertes Nerd-tum. Decke Lügen auf und schwärze Betrüger an. Also – alles in allem: weiter wie immer in der üblichen Dosis. Aber mit Lidschatten!
FEELS LIKE AUTUMN
Drehbuch gekürzt. Anwaltsanschreiben in Arbeit. Arbeit. Die Wohnung tendiert gen Verwahrlosung und meine Knie sind kalt. In meiner Küche zuviele household appliances. Fehlt eigentlich nur noch ein Waffeleisen. Und warum habe ich eine Terrasse, wenn ich gar nicht dazu komme, mich mal drauf zu setzen?
Und wenn schon Herr Brandauer nicht auf seine 3Groschenparty geht, dann doch wenigstens ich. (Verlässliches Zeichen für Herbst: die Theatersaison beginnt.)
GLAM ÄUSSERT FREI SEINE MEINUNG
Ich darf über jemanden schreiben, dass er mich belogen betrogen verarscht hat, dass er vermutlich ein Psychopath ist, dass er eine Spur der Verwüstung hinterlässt wo immer er seine feigen tränigen Augen trüb schimmern lässt, aber bei dem Begriff „XXXXXXXXXXX“ wird ein Anwalt strapaziert. Schon bezeichnend, was der Herr alles NICHT abstreitet. Und das spricht durchaus für die Fähigkeit seiner Anwältin. Bin sehr gespannt, was mein Anwalt dazu sagt. Es handelt sich ja schließlich bei dem Kläger um eine weltberühmte, öffentliche Figur, deren Anonymität ich Zeit meiner Berichterstattung gewahrt habe. Sicherlich auch nicht uninteressant für den Rest der Blogsphere. I´ll keep you posted.
GLAMS TANTE ELLI
Am Samstag das erste Mal in 38 Jahren Tante Elli beim Abschied umarmt. Tante Elli ist eine Nenn-Tante, eine Freundin meiner Mutter. Bis zu ihrem 60. Lebensjahr war sie auch die Konditoreifachverkäuferin und Bäckersgattin im Dorfe meiner Kindheit. Außerdem die schönste Blondine vor Ort, Zigarettenraucherin und sehr sehr freundlich. Tatsächlich war sie diejenige, die Kleinglam das erste Mal mit „Na mein Stern, was darf es sein?“ begrüßte und mir mehr als einmal die Woche ein Milchhörnchen spendierte, weil ich ein hübsches, artiges Kind war. Tante Elli hatte drei sehr hübsche Kinder. Katrin war die beste Freundin meiner Schwester. Christoph war mein bester Freund und dann gab es noch einen älteren Bruder, dessen Namen ich vergessen habe und der vielleicht der attraktivste der 3 war und sehr rebellsich, weshalb er selten erwähnt wurde. Eleganz und Attraktivität waren Tante Elli immer wichtig. So kündigte sie einer Konditoreifachverkäuferin, weil diese immer dicker wurde. Als ihr Sohn Christoph einen Fahrradunfall hatte (so richtig mit halbem Gesicht auf der Straße lassend) wannte sie sich weinend an meine Mutter „Was, wenn das nicht verteilt – ich kann ihn nicht im Krankenhaus besuchen, ich kann nicht in ein zerstörtes Gesicht schauen. Stell dir vor, der wird entstellt sein! Ich kann solche Gesichter nicht ertragen. Ich kann keine hässlichen Menschen sehen.“
Tate Elli raucht nicht mehr, hat jetzt gesträhntes Haar, trägt Chanel-Nachahmungskostüme und eine kesse Brille. Sie ist immer noch sorgfältig zurechtgemacht aber hört nicht mehr gut. Das ist nicht verkehrt, denn ihr Mann labert nur Scheiße. Tante Elli redet über Blumengeschenke, Stadtreisen, Geburtstagsfeiern und Freizeitsport. Es gibt viele viele Themen, die mit ihrer eigenen Familie zu tun haben (und mich sprichwörtlich tangieren aber grundsätzlich nichts angehen und deshalb unerwähnt bleiben sollen), über die sie nie sprechen würde. Weil Ästhetik ihr höchster Wertmaßstab ist, wird das Hässliche totgeschwiegen. Und da gab es viel Hässliches. Es sind mir in meinem Leben noch viele Tante Ellis begenet, die ich für ihre Schönheit und ihre Freundlichkeit bewunderte. Und die irgendwann in ihrer Substanzlosigkeit nehzu uninteressant wurden, sogar noch bevor ihre hübschen Hüllen den Zenith überschritten hatten. Deren Hüllen fielen und ein kleines Häufchen selbstverachtenden verkrumpelten Selbsts freigaben. Vielleicht liegt es aber einfach daran, dass Freizeitsport bei mir nur selten Thema ist. Und auch ich zwar von Hüllen leicht zu blenden bin, aber nicht dauerhaft, und dass ich auf die Füllung mehr Wert lege. Es hat lange gedauert, ja. Am Samstag also, fand ich Tante Elli optisch einwandfrei aber ansonsten so richtig Scheiße. Wenn sie redete, dann hörte ich nur die Geschichten, die sie ausließ. Ich dachte an ihre Kinder, die unter dem absurden Attraktivitätsideal der Mutter zu leiden hatten und haben. Und daran, dass sie sich das selbst nie eingestehen kann. Und da musste ich sie in den Arm nehmen.
Apropos Füllung: Bei Kindergeburtstagen brachte Christoph als Geschenk immer gefüllte Pfannkuchen mit. In einem davon war ein 50-Pfennig-Stück versteckt. Das fand IMMER er. Und fand das nicht einmal ungerecht!
FRAG NACH BEI „ALL ABOUT EVE“
„It is about time the piano realized it has not written the concerto.“
NIEDERSACHSEN
…und jetzt, wo ich schon mal hier bin, überlege ich doch tatsächlich, ob ich nicht für Sonntag einen Frühschoppen in Niedersachsen abhalten sollte. Aber ich kenne ja nur einen niedersächsichen Blogger, die anderen beiden Niedersächsinnen sind in Berlin und Hamburg, für die Rheinländer und Innen wird´s zu weit sein. Vielleicht sollte ich mir solche Gedanken in Zukunft paar Tage früher machen.
OVERGLAMMED oder GESTERN WOLLT ICH NOCH LESEN
Nachdem mich gestern Abend die Kraft dergestalt verlassen hatte, dass ich, anstatt mit der Nachbarin Geburtstag zu feiern, um 23h im Bett lag, starte ich heute après office in ein Wochenende, das wohl weitestgehend von Bustaben (geschriebenen oder noch zu schreibenden) verschont bleiben wird. Mal zwei Tage nicht zu schreiben wird guttun, aber das Lesen werde ich, wie in den vergangenen Tagen, schwer vermissen. Und damit ich noch ein bisschen Blogsurfen kann, halt ich jetzt die Klappe und geh lesen. Enjoy the weekend, Bloggers. Und – I hate to say it: André bloggt*.
*Danke für den Hinweis!
GLAM´S SPITTING IMAGE
Eine ca 10 Jahre alte Dokumentation auf DVD gesehen. Hatte verdrängt vergessen, dass ich selbst dort interviewt wurde. Beim Betrachten angesichts meiner selbst vor 10 Jahren errötet. Nicht nur wegen der Rouge-Noir-Fingernägel in Kombination mit einem orangefarbenen Satinhemd, zu dünner Augenbrauen und entsprechender Oberlippe.
Douglas Coupland hat geschrieben, dass sich selbst im Fernsehen zu sehen in etwa so sei, wie ein Glas voll mit der eigenen Spucke auszutrinken. Solang die Spucke im eigenen Mund ist, ist alles okay, aber kaum ist sie draußen, ekelt man sich vor ihr.