Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

GOTHDICK 2: THE TURN OF THE PILL oder DIE RACHE DER KILLERFÖTEN

Rosemarys Baby, der Kleene aus Das Omen 1, 2, 3 und dem Remake, Linda Blair in Der Exorzist, Carol-Anne aus Poltergeist, die beiden aus „The Turn of the Screw“. Carrie! Das Alien aus Alien (Nr. 1 kommt ja aus dem Bauch, dem Bauch von Mitch Brenners Schwester, wenn ich mich recht entsinne). Der Lack-Zwerg in Don´t look now. Die Waltons.

GOTHDICK

Wenn Mittwochs in meinen Suchanfragen ganz häufig der Name John Kosmalla fällt, dann weiß ich, dass am Vortag Dienstag war. Und ich „Zu Hause im Glück“ verpasst habe. Aber meine allerliebste Suchanfrage sieht heute so aus:

Verstorbene sind noch da

Da bin ich immerhin Treffer 21 von 30. Und kann nicht helfen. Kenne keinerlei Exorzisten. Vielleicht tut´s auch ein Therapeut? Ansonsten einfach mal mit Räucherstäbchen durch die Wohnung marschieren und dem Verstorbenen sagen, dass er ins Licht gehen soll, Carol Anne.

OSTBAHNHOF, NOVEMBERSONNTACH

Nur mal eben in den Buchladen, dann Supermarkt, oops – die Videothek ist zu, da ist jetzt ein Kik drin, schade schade. Dass die hier auch am Sonntag Parkgebühren verlangen ist eine Unverschämtheit, die ich nicht unterstützen kann. Ich beeile mich also ein bisschen. Wie geil! Die haben das „Butt-Book“! Im Supermarkt die klassische Sonntagsschlange und die übelste Menschenmischung. Egal, schnell zurück zum Auto. Da sehe ich sie. Sie sind zu fünft. Das Aso-Programm, das sich Ordnungsamt nennt. Schreiben alle Wagen auf, die schräg vorm Hotel parken. Vielleicht kamen sie aus der anderen Richtung. Ich hüpfe beschwingt zu meinem Wagen und blicke nochnmal schnell auf das Schild vorm Parkautomaten. Ungläubig. Da steht ja gar kein Sonntag drauf. Ich hab aus Versehen gar nicht im Halteverbot geparkt! Hah! Springe begeistert in den Wagen, drehe den Schlüssel, die Smiths gitarrieren heiter und ich sehe das Ticket. An der Windschutzscheibe.
Mängelbericht. Abgasuntersuchung seit Juli überfällig. 15,- Euro und 10 Tage Zeit, die Untersuchung nachzuholen. Die blauen Fünf gehen an mir vorbei.
Dauerwelle: „Sieben Stück, in zehn Minuten! Dit ist doch der Waahnsinn!“
Specknacken: „Doll! Siehste. Jeht doch.“
Fehlt noch, dass er ihr auf die Schulter klopft.

CONFESSIONS OF GLAM

1 – Dolores Claiborne
2 – The Shining
3 – Salem´s Lot
4 – Cell
5 – Danse Macabre
6 – Gerald´s Game
7 – Carrie
8 – Misery
9 – The Girl who loved Tom Gordon
10- Firestarter

Loved them all. Und wenn mir nicht die Augen zugefallen wären, heute morgen um 5.00, dann hätte ich „Cell“ in einem Rutsch durchgelesen. The King of the pageturner. Ich stehe dazu.

GLAM GOES OPERA

Ich verrate nichts Neues, wenn ich berichte, dass ich seit früher Kindheit Filme liebe. Zu den ersten „Erwachsenen“-Büchern, die ich mir je gekauft habe zählt neben „Frühstück bei Tiffanys“ und „Marilyn Monroe intim“ (von ihrem ehemaligen Hausmädchen) auch „Klassiker des Horrorfilms“ von William K. Everson. Das Buch war eine wahre Fundgrube für ein morbid interessiertes Kind. Und es freut mich, dass ich als Erwachsener Gelegenheit bekomme, einige der Filme, die bei Erscheinen des Buches als verschollen galten, endlich zu sehen zu bekommen. In den 70ern und frühen 80ern war man ja dem ausgeliefert, was das Fernsehen und die Programmkinos der nächstgelegenen Universitätsstadt hergaben. Mit Verbreitung der Videotechnologie und jetzt der DVD und dem Internet gibt es endlich die Möglichkeit, zu sehen, was man wirklich sehen möchte. Das an sich ist ja schon schön. Aber es kommt noch besser. Am Montag schaue ich mir den Stummfilmklassiker „Das Phantom der Oper“ an. 1925. Da dachte Andrew Lloyd Webber noch gar nicht daran, die Geschichte mit schnulziger Musik zu verhunzen. Da ich ja bekanntlich ein Kinohasser bin, würde ich die Möglichkeit vielleicht verstreichen lassen und mir einfach die DVD besorgen, a b e r… „Das Phantom“ wird am Montag in der Komischen Oper gezeigt. Mit Orchesterbegleitung. Und wer die Komische Oper schon einmal von innen gesehen hat, wird mir zustimmen: there´s no better place for that movie. Ich sage nur sunset bannister. Wo krieg ich auf die Schnelle ein dramatisches Cape her?
Noch was – liebe Komische Oper, 5 Silben, 1 Hinweis: Erich von Stroheim.

Phantom

GLAMERATIONSKONFLIKT

Mein Patenkind ist elf, also auf der Schwelle vom Mädchen zur Zicke, was man ihr Gott sei Dank noch nicht anmerkt – vielleicht schafft sie die Verwandlung zum Teenie ohne die Zickenphase. Selbst wenn – ich als Sugar-Glam bin ja derjenige, der familiäre Konflikte durch verständnisvolle Telefonate auffangen darf. Der die coolen CDs mitbringt und stylishe Accessoires für´s TV-inspirierte-generalüberholte Jugendzimmer (ein Traum in Gold und Pink, ganz in der Tradition der Mansion.) Den Generationskonflikt soll sie mit ihren Eltern ausmachen, denn ich tue einfach gleichaltrig. Was mir oft nicht schwer fällt, außer bei Lindsey Lohan, den Olsens und „Plötzlich Prinzessin“. Dachte ich. Bis gestern. Denn da war ja noch die Sendung mit Senna, zwei hässlichen Männern, langweiligen Mädchen und manchmal ist Nina Hagen auch noch dabei. Gestern, 20.15 Uhr noch der schnelle Emotionsabgleich:
„Und – für wen bist Du?“
„Für Bahra und Mandy und Ari.“
Ich denke an die Bravo-Poster der Olsen-Zwillinge im Jugendzimmer und kreische ein wenig.
„Und für wen bist Du?“
„Na Senna natürlich.“
„Boah, Senna ist voll Scheiße.“
Von wem hat sie das nur? „Na, Du spinnst wohl? Senna ist voll cool. Mega,“ fällt mir noch ein jugendlicher Ausspruch von einem der hässlichen Männer ein
„Es geht jetzt los. Ich darf nicht bis zu Ende kucken.“
(Was sind das für Eltern?) „Okay – wir reden morgen. Ich hoffe, Mandy fliegt.“
Und frage mich, wie wohl etwas wie Nina Hagen bei meinem Patenkind ankommt. Ob das für einen Olsen-Fan nicht rüberkommt wie ein Splattermovie. Was schade wäre, denn ich fand Nina seit langem mal wieder richtig richtig gut und habe ihr sogar „Somewhere over the rainbow“ mit dem Mantra „it´s the thought that counts“ verziehen.

An dieser Stelle ein Grußwort an Senna: „Schwester, Deine erste Soloplatte kauf ich. Versprochen.“

SERIAL GLAM

Nach langer Zeit mal wieder mit der amerikanischen Nachbarin die amerikanischen Serien angeschaut. Alle drei hintereinander. Akimbo galore.* Wenn sie jetzt noch „The Closer“ mit Kyra Sedgwick (verwandt mit hyperglamorous Edie Sedgwick, nicht verwandt mit lovely-gracious Julia Roberts) auf den Dienstag, 20.15 Uhr-Slot legen würden, dann könnte man den TV-Konsum auf einen Tag in der Woche reduzieren. („Senna, zwei alte Männer, die Langweilerinnen sowie auch manchmal mt Nina Hagen am Donnerstag“ kommt ja nur noch einmal oder so.) Aber dann käme ich in einen John-Kosmalla-Konflikt.

*Sabbeljan erwähnte es unlängst: Schroeder, wir vermissen Dich!

UP HIGH ON THE ROOF

Die Bauarbeiten am Nachbarhaus haben mir ja nicht nur eine Umsetzung meines Wagens beschert, sondern auch eine (wie es scheint) mittlerweile abgeschlossene Mäuseplage. Eigentlich genug. Nur, dass seit gestern fremde Männer auf dem Nebendach sitzen und mir interessiert über die Schulter schauen, ab spätestens 8.00 Uhr morgens. Ich schätze es sind Bauarbeiter. Möglicherweise ein Reality TV-Team. Wenn die da ein Dachgeschoss hochziehen, ist Schluss mit blasen auf der Terrasse meiner splendid isolation. Dann will ich eine neue Mansion. Ein neues Dach, über den anderen. Also drückt die Daumen, dass das bloß Menschen sind, die mein Leben aufzeichnen und ins Internetz stellen.

GLAM ON MUSHROOMS

Wenn man vor lauter Ausweichen, Anrempeln und Gesprächsfetzen auffangen („ER muss endlich einsehen, dass…“ – Schätzchen, träum weiter, das wird ER nie, ER ist doch der Mann, ER wird nie einsehen. SIEh das endlich ein…) überhaupt noch Zeit dafür hätte, die Natur, durch die man gerade stiefelt, zu betrachten, dann würde man vielleicht am Rande des Weges auch die Fliegenpilze entdecken.

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Doch ich sah ihn erst nachdem die Spreepiratin mich darauf hinwies, während wir, sowie ca. 10.000 andere Berlinerinnen und Berliner, 830 goldene Retriever (Blondinenhunde, sagt die Piratin), ein dreibeiniger und ein einäugiger Mischling, sowie ein Weimaraner mit lila Halstuch eine stramme Runde um den Schlachtensee drehten. Popeline- und lodengewandte Kleinfamilien mit Oma und Opa, verschwitzte Joggerinnen und Jogger in allen Farbschattierungen, Kinder mit Fahrradhelmen, Körbchengröße D. Berlin am Sonntag. Anstatt das explodierte Waldrestaurant mit unserem Besuch zu beehren, entschieden wir uns für Pommes mit Knoblauchmayo und Ketchup unter der Discokugel, wo man immerhin noch den Namen der Kartoffel erfährt, bevor sie für einen im siedend heißen Fett geopfert wird. Bye bye Linda. Auffallend viele Frauenmorde bei Glam, aber was kann ich dafür, dass es keine Kartoffel namens Horst gibt.

WHAT IT FEELS LIKE 2: NADINE

Die letzte starb den grausamsten Tod. Ihre Freunde draußen mochten sich schon gefragt haben, wo Nadine bloß blieb. Sie war von ihrem letzten Abendessen nicht zurückgekehrt. Tage vergingen bis ihr Mörder sie schließlich entdeckte. In der Lebendfalle, die er so präpariert hatte, dass keine mehr herauskommen könnte, ohne dass er das wollte. Dabei hatte er die Hintertür so abgedichtet, dass man von außen keinen Einblick in die Falle hatte.
Anfangs mochte Nadine noch Hoffnung gehabt haben, als die Tür hinter ihr zuschlug. Es gab zu essen. Ihre Leibspeise. Anders als ihre Vorgänger war sie nicht durch Genickbruch umgekommen. Sie lebte, konnte durch einen Schlitz in der Wand die andere Falle sehen, die mörderische, die Schweizer Präzisionsfalle. Sie machte drei Kreuze, für jedes der vorigen Opfer und hoffte, betete. Ein paar mal am Tag sah sie ihren Peiniger – warum schenkte er ihr keine Beachtung? Warum stellte er Essen in die Schweizer Falle? Warum gab er ihr nichts zu essen? Ein weiterer Tag verging. Nadine wurde schwächer. Sie bemühte sich, zu piepsen, um sich Gehör zu verschaffen, doch vergeblich. Jetzt wünschte Nadine, sie hätte die Schweizer Falle gewählt – den schnellen Tod. Den letzten Rest Nutella vom Köder geleckt, verschied sie unbeachtet einen einsamen Tod, gefangen in der Lebendfalle. Niemand sollte für sie beten.
Als er sie fand verwünschte er die Schweizer, warf Nadine samt Falle in eine Kaisers-Plastiktüte und machte sich an eine Grundreinigung der Mansion.