„Und, wie hast Du Silvester gefeiert?“
„Ich hab mir die Sackhaare rasiert!“
„Aber doch nicht den ganzen Abend?“
„Die waren schon ganz schön lang. Dann hab ich mich mit dem Langhaarschneider verletzt.“
„Rchhhhrgh. Das blutet ganz schön!“
„Hat es dann auch.“
Kollegin kommt dazu. „Und was habt Ihr Silvester gemacht?“
„Er hat sich die Sackhaare rasiert und konnte dann nicht mehr raus.“
„Oh!“
„Ja – aber ich find´s okay mit dem Rasieren und dem Bluten. Ist mir lieber als menstruieren.“
Archiv der Kategorie: Glam gruebelt
WHO NEEDS TRUMPETS?
„It´s very difficult to keep the line between the past and the present.“
(Edie Beale)
Für 2006 gab es kein besseres Ende als dieses: mit Lucky auf dem Bett zu liegen, Bäuche vollgeschagen, Champagner kaltgestellt, und „The Beales of Grey Gardens“ zu schauen. Mit dem guten Gefühl, dass im Jahr Sieben vielleicht dem Status des Nouveau Pauvre entkommen werden wird. Mein Vanity Fair Dezemberhoroskop hatte ja einen Wechsel angekündigt und eine Kaffeesatzleserin in einer deutschen Küstenstadt bestätigte indirekt (once removed sagt man) Michael Lutins Prognose.
„Once removed“ im anderen Sinne wurden auch die Weichen gestellt, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbinden. Von der Vergangenheit nehme ich das Beste mit. Besser – die Besten. Ein paar sprachlose Abschiede gab es und kein Träne floss. Unaufgeregter Schwund. Auch das – nouveau, gingen doch andere Verbindungen mit Lärm und Gestank auseinander. Einen Kracher hab ich allerdings noch im Ärmel, aber das wird ein Feuerwerk. Bunt und groß. Wie gerade dieser absurd wunderschön kitschige und dennoch ganz wirkliche Sonnenaufgang, der irgendwie nach Melrose Place aussieht.
Und noch was: Roxana hat mir eine Neujahrs-SMS geschickt! Ihr geht´s jut.
MODESTY PRAISE
Ich frage mich, ob denen, die nicht den Wodka und den Rotwein getrennt getrunken, sondern das Zeug erhitzt, gezuckert und flambiert haben, heute auch so bollerig im Schädel ist.
Aber schön war´s! Danke Miriam, danke Jan!
LIEBE BLOGGERINNEN UND BLOGGER oder SCROOGED
ist Euch der Geist der Weihnacht so tief in die Glieder gerauscht, dass ihr die Finger zum Tippen nicht mehr hoch bekommt? Dann hoff ich, dass die Silvesterknallerei den alten Sack aufscheucht und Ihr Euch wieder an Eure Tastaturen setzt. Ihr könnt auch mit großen Mengen Alkohol versuchen, ihn auszubrennen. Ich freu mich auf ein weiteres Jahr mit Euch!
Love, Peace, Joy and
Glam
NACHTRAG
Eben wollte ich mir mit der Front Row-Fernbedienung eine Zigarette anstecken. Note to Mac-computerdesigner: if you can make it that I put cable between two macs and they exchange information, I bet you can make Front-Row remote with gas. That would be glam.
DIVA PARIS
Bis Mitte 20 war es für mich London. Da kam die gute Musik her, da designte John Richmond schicke Destroy-Couture und da lebte meine ersten große Liebe. Und als ich die zum letzten Mal verloren hatte, da war es auch mit der Stadt vorbei. Und es gab keine Stadt, die an Londons Platz trat. Das letzte Mal sah mich die Stadt byronesk am Stock.
I don´t fall in love with places, I fall in love with people, dachte ich damals. Und dann flog ich nach Paris, Marilyns Nachlass bei Christie´s zu bestaunen. Ich cruiste durch das Marais, kaufte mir einen schicken Hut auf den Champs Elysées und ein paar schicke Klamotten dégriffé. Trank Kaffee und Vodka mit der exilierten Lieblingssängerin und die andere authentisch-französische Chansonnette fuhr mit mir zum Place de L´Alma – Diana-technisch. Ein Anzugfranzose verfolgte mich vom Fnac über den Bahnhof, aber ins Hotel ließ er sich dann doch nicht lotsen. Ich spuckte von einer Brücke in die Seine und flanierte durch die fantastische Architektur wie durch einen Traum. Erstand das Bild der Nippelschwestern und dachte die ganze Zeit „Ja, hier ist es wohin die Diven exilieren.“ Marlene, Romy, Ingrid. Irgendwann will ich hier auch mal. Könnt ich mir vorstellen. Aber wenn Berlin einen im Griff hat, dann ist es erst einmal schwer, sich daraus zu lösen, weil alles recht bequem ist und familiär. Und ich bin ja gern in Familie.
Im Februar flieg ich wieder hin. Dank Skailight und wegen Rufus. Und die Diva will ich auchwieder treffen und einen Plan hab ich, einen ganz schicken. Da muss ich jetzt die nächsten Tage dran basteln und freu mich über jeden gedrückten Daumen. It´ll be major major Glam. And I´ll keep you posted!
DAS SIND DIE WIEDERKEHRER
Vor einigen Monaten bekam ich einen Anruf über den ich mich sehr freute. Jemand, mit dem ich lange Jahre gearbeitet und mit dem mich eine intensive Freundschaft verbunden hatte, offerierte mir einen recht angenehmen längerfristigen Recherche-Job. Ich schüttete Dünger auf das Gras, das zwischen uns hatte wachsen müssen und machte mich mit Elan an die Arbeit. Und hörte nach Ablieferung des ersten Auftrags nie wieder von meinen Freund/Auftraggeber. Auch eine Bezahlung meiner Arbeit blieb aus. Heute erreicht mich die folgende SMS:
„Mein Lieber – einen sanften Gruß aus dieser sanften Zeit zwischen den Jahren!“
„Mein Lieber, einen kräftigen Tritt in den kräftigen Arsch zurück.“ Hätte ich wohl schreiben sollen.
Aber wo kein Gras mehr wächst, muss man auch keine Pfiffigkeiten mehr verschießen.
WEIHNACHTSRESUMÉ
It was good to be there, but it´s good to be back now, too. Paar Gramm schwerer und ein wenig equlibriert.
TURBAN GOTHICKA oder INFAMOUS FOR 15 MINUTES

Thousands of midnights ago, when Glam was still a succesfull record company executive and choc was still smoking. Those were the days when turbans were de rigeur and you wouldn´t want to be seen leaving the house without them. Glam was planning to write his autobiography titled „Urban Gothicka“ but ended up co-writing someone elses instead. Now, some ten years later, autobiographies are ceasing to exist. Who needs them, when you have a blog?
Note the absence of a stylist, der das schnieke Vampir-Hemd etwas zurechtgezuppelt hätte, so dass Glam nicht aussehen würde wie ein schwangerer Zwerg. Also note the absence of a photographer. Those were the days of do-it-yourself. All you needed was a television to place your camera on.
Make up products by Chanel. Cigarette by Marlboro. Turban by some leftover velvet from a show-curtain. Whatever happened to the lovely rhinestone pin?
THE REVOLUTIONARY COSTUME
Und schaue mich um und stelle fest, dass meine Wohnung zunehmend so aussieht wie mein Auto. Zugemüllt. Zeitungs- und Bücherstapel überall. Geöffnete Briefe und ungeöffnete Briefe auf diversen Beistelltischen. Wäsche, die zum Trocknen aufhängt wurde und diesen Zustand bereits vor drei Tagen erreicht hat. Der Küchentisch ist so vollgestellt, dass ich, ohne darüber nachgedacht zu haben, eine Woche lang nur im Stehen gegessen habe. Das Arbeitszimmer, in dem es vor den Regalen mehrere Stapel mit Büchern und Zeitschriften gibt, die eigentlich ins Regal passen würden, wenn mir eine vernünftige Sortierung einfiele. Schubladen – was wohl in den Schubladen ist? Wenn ich etwas wegräume, vergesse ich meistens, dass ich es mal besessen habe.
Nach einem halbherzigen Versuch, Ordnung und Sauberkeit herzustellen, was mir zumindest in Schlafzimmer, Küche und Bad gelingt, werfe ich mich entkräftet aufs Bett und mach mir eine Tüte Honey Mustard Pretzel Snacks auf. Und beiße mir nicht eine sondern zwei Kronen aus. Die Zähne halten das nächtliche Knirschen nicht so gut aus, von dem auch der muskulöse Kiefer zeugt. Das Fest der Liebe naht und der Glanz bröckelt. Also wickele ich mich tiefer ins Kaninchenfell und mach mir aus dem Sweatshirt einen Turban. And that was the revolutionary costume for sunday.