Ich mag ja Sturm, vielleicht, weil mir noch nie ein Ast auf den Kopf gefallen ist. Also kann man ja mal einen Sonntagnachmittags-Spaziergang machen, schön über den 17. Juni, Türklinkenstände bestaunen. So wehen Frankie und ich durch die unschöne Ernst-Reuter-Architektur, bis wir vor einem prestigereichen Ladengeschäft aufschlagen. Hier bringt man Wohnstätten für Zaunkönige und Vogelfutter in Klinikgrößen an den Mann oder die Frau. Wer wohl so viele Vögel hat?
„Es ist ja unmöglich- früher, als das Haus noch Efeuspalier hatte, da lebten hier unzählige Sperlinge. Dann haben sie den Efeu entfernt und die Vögel verscheucht. Als ob die sich da in den Beton eingraben würden! Dabei hab ich immer so gern in den Himmel geschaut, morgens als erstes.“
Frankie trinkt einen Schluck Hobby-Autismus aus seiner extra dafür mitgeführten Thermosflasche und ignoriert die Alte, wie sich das für ein vernünftiges Stadtkind gehört, dem frühzeitig beigebracht wurde, nicht mit Fremden zu reden, aber ich gebe der korallrot-getönten Trenchcoat-Trägerin Recht und plausche ein wenig. Ich komme ja vom Dorf, da macht man das so an Sonntagnachmittagen. Sie genießt´s, findet den Absprung sogar fast noch rechtzeitig, um nicht als verzweifelt zu gelten und wird von einem nassforschen Windhauch in ihre Renterwohnung fortgeweht. Frankie schaut mich an, als ob ich den Verstand verloren habe. „Es gibt Fremde, deren Geschlechtsorgane ich ungefragt in den Mund genommen habe. Da kann man ja wohl mal mit ner alten Frau über Sperlinge reden.“
Archiv der Kategorie: Glam gruebelt
KRANKES GELD
„Bitte zahlen Sie die 1071 Euro auf das unten angegebene Konto.“ So meine freundliche Krankenkasse, die mir im vorletzten Jahr ein paar Wochen Krankengeld zahlte, da ich arbeitsunfähig wegen Sozialphobie eine langwierige Behandlung antreten musste. Jetzt meinen sie, einen üblen Betrug aufgedeckt zu haben. Ob Herr Dick vielleicht sein monatliches Einkommen etwas übertrieben angegeben hat, um so ein höheres Krankengeld zu beziehen. Und wenn ich Euch jetzt beichte, wie niedrig ich mein Monatseinkommen für den letzten Monat vor meiner Krankheit angegeben habe, dann schießen Euch Tränen des Mitleids in die Augen. Von Betrug keine Spur. Ich bin, was das angeht, zu naiv und zu nervös. Nach neuen Berechnungen (auf welcher Grundlage ist mir nicht bekannt) habe mir ein Krankengeld in „Höhe“ von 5 Euro 95 pro Tag zugestanden. € 5,95. Bitte mal sacken lassen.
Die freundliche Sachbearbeiterin ist seit Versand des Briefes leider „nicht am Platz“.
RÜCKRUFAKTION
Wem hab ich die „Grizzly-Man“-DVD geliehen? Please please, I need him back!
(Sometimes it sucks being an archive. But then again, sometimes you just see what a blog can be good for!)
TOMB RAIDER XXVI: THE ERECTION OF CUMALOT
Das Laster möchte wissen, was nun eigentlich aus mir und dem liebevoll für mich ausgesuchten Do-it-yourself-Dildo-kit geworden ist. Und weil mir nichts zu intim ist – hier die Wahrheit:
Täglich, wenn ich durch die Mansion tigere, streicht mein Blick über das Dildokit. Eigentlich wollte ich es schon am ersten Tag tun. Sofort! Unmittelbar! Aber dann wurde ich ungeduldig bei der Anfertigung des unbedingt 37°-haben-müssenden-Warmwassers für den Dildo-Teig. Was, wenn es nun 38° würden? Schlimmer noch: 36°? Hinzu kam ein gewissermaßen spaßbremsender Faktor: der Dildokit-do-it-yourself-Film, in dem eine Art Monika mit nackten Brüsten einer Art Big Jim das Dildo-Form-Gefäß übers Gemächt stülpte und wild mit den Augen rollte. Ich brauchte ein paar Minuten, um mich von dem Anblick zu erholen. Ich bin sensibel, was heterosexuelle Pornografie angeht, aber das ist eine andere Geschichte, die nicht nur mit langen lackierten Fingernägeln mit Marienkäfer-Applikationen zu tun hat. Und dann war es auch schon dunkel und ich konnte die Bedienungsanleitung nicht mehr genau entziffern, weil es in der Mansion nur gedämpftes Licht gibt.
Nach reiflicher Überlegung möchte ich das Geheimnis um mich und das Dildokit aufrecht erhalten und somit einer späteren GlamourDick-Grals-Legende Vorschub leisten. Hat er oder hat er nich? Werden sich die Menschen fragen. Und sollte Lara Croft mich überleben, dann wird sie es vielleicht sein, die in den Ruinen von Berlin nach einem Relikt aus der Bloggerzeit gräbt: dem GlamourDildo.
GLAM CUDDLES oder DICKHEAD
Ich hätte eigentlich vor drei Stunden aufstehen sollen, um alles zu schaffen, was heut so auf dem Plan steht. Zumal ich vor drei Stunden auch schon wach war. Aber dann ist es ja durchaus von Luxus, wenn man mal jemand warmes, wohlriechendes neben sich liegen hat, also hab ich die Pläne einfach geändert. Und geh jetzt wieder zurück ins Bett. See you later!
Edit:
Und das entpuppte sich als absolut richtige Entscheidung, zumal, kaum dass der junge Mann weg war, das Go-ahead für einen glamourösen Auftrag kam und eh der ganze Tagesplan hinfällig wurde. Da soll nochmal jemand behaupten, mit dem Schwanz zu denken sei verwerflich. Becaus in most cases it points in the right direction. Ahead.
Edit 2:
Achtung! Penis content galore in den Kommentaren. Wenn Sie KEIN Freund des Penis sind, besser überspringen.
Edit 3:
Und jetzt kommt noch ein bahnbrechender Bastelplan dazu: „so fertige ich ein Muppet-Gesicht aus den männlichen Genitalien“.
LA RACLETTE
Das war doch jetzt mal ein Absturz der sich gewaschen hat, wenn der Frühstückstee auf 15.30 Uhr fällt. Ich erinnere mich, mit dem Tresen umgefallen zu sein (alles in dem Laden war festgemauert, nur eben der Tresen nicht), beinahe an einer Rauchvergiftung gestorben zu sein, getanzt zu haben, einen Zug gekifft sogar, dann war auch die Polizei da, meine Hose weg und ich in fremden Bermudas unterm Dolce-Mantel nach Hause – war aber kein weiter Weg, nur mal eben die Straße entlang. Und einem Charismatiker über den Weg gelaufen, wie ich ihn so noch nie erlebt habe. (Nicht auf der Straße, schon vorher). Inklusive „ich mach uns jetzt erstmal ne Flasche Champagner auf“. Es muss nicht immer das Roses sein. Merke: Hetenrestaurants sind wilder als schwule Hochzeiten, Kiffen ist das neue Koksen, La Raclette das neue Le Fondue und die eigenen Hosen sind doch die besten.
GLAM GOES ALDI?
Und wundere mich bei meinem zweiten diesjährigen Ausflug in die Karstadt-Lebensmittelabteilung, dass der Ayles noch immer vier neuneneunzich kostet, auf den Vollkorntoasties der alte Preiss steht, billiger schwarzer Tee noch für 59 Cent zu haben ist und die Du Darfst Gemüseputenwurscht sowie die White Elephant Asia Snack-Erdnüsse im Gewürzmatel ebenfalls von der Mehrwertsteuererhöhung unberührt geblieben sind. Schiebe das Wägelchen Richtun Parkhaus, injiziere die Parkkarte in den Kassenautomaten und denke mein Sack blutet! sehe eine 1,00 im Display. Stutze, drücke Storno doch nichts tut sich. Die freundliche Kassiererin hat die Karte doch aber gelocht! Ich war doch nur ein viertelstündchen hier! Und sehe erst dann das laienhaft applizierte Laminatschildchen. NEUE PARKTARIFE. Erste Stunde für Karstadtbesucher nur 1 Euro. Vor ein paar Tagen waren es noch 50 Cent. Und jetzt frag ich mich, ob Aldi nicht vielleicht auch bald endlich Kreditkarten akzeptieren wird. Dann wird´s das nämlich gewesen sein mit mir und der Karstadt-Lebensmittelabteilung.
INDICKNITO
Ich würde Euch von der Eheschließung berichten, aber weil ich alleine da war, hatte ich keine Verbündeten. Also habe ich die meiste Zeit mit der Mutter des Bräutigams geredet. Ich war unter bürgerlichem Namen unterwegs.
MAY THE BEST MAN WIN
Ich geh jetzt mal trau zeugen. (Leider ohne Rupert.)
GLAM DOES IT LIKE A RABBIT
Als ich aufwache ist es hell. Schön doch eigentlich. Und ich frage mich, woher dieses seltsame Gefühl kommt, dass etwas nicht stimmt. Es dämmert. Es kann nicht hell sein, wenn es zeitgleich ein Donnerstag im Januar ist. Wenn es jetzt hell ist, dann bin ich hier im Bett ganz falsch. Schaue auf die Uhr und sehe, dass ich in 10 Minuten im Büro sein muss. So stellte ich fest
– ein Liter Tee morgens ist nicht nur hilfreich, sondern unverzichtbar.
– die frühmorgige Bloglektüre und Textfabrikation ist ebenfalls elementarer Bestandteil des Wachwerdungsvorgangs.
– bei aller Liebe zur Pünktlichkeit würde ich immer noch nicht ungegroomt aus dem Haus gehen. (Was nicht notwendigerweise eine Dusche einschließt.)
– Autofahren zwanzig Minuten nach Zeitpunkt des Erwachens geht, ist aber weniger sorgfaltsgeprägt als mit ein wenig mehr Zeit im Wachzustand.