Meine (ursprünglich ganz schlicht nach Datum der Verblogrollung strukturierte) Blogroll quillt über, so dass ich langsam selbst den Überblick verliere. Nach allem Hin- und Herüberlegen, Plänen des Umstrukturierens in die Rubriken Best of the Sphere/ de temps en temps/alle Jahre wieder/eigentlich nur aus Loyalität, weil es ja ein netter Mensch ist/eigentlich gar nicht mehr/huch – die Seite ist ja off oder vielleicht doch alphabetisch hab ich dat Ding einfach etwas entschlackt und meinem momentanen Leseverhalten angepasst. Nicht böse sein, wenn es Sie bei der Entschlackung erwischt hat – mal ist mir nach Schampus, mal nach Limo. Kann sich alles wieder ändern. Interessanter als die Frage, warum ich manche Seiten nicht mehr lese (u.a. vielleicht, weil seit Wochen nix Neues mehr draufstand? weil ich weniger Zeit und einen entsprechend kurzatmigen Entertainmentanspruch hab? because the times they are a-changing and so are we?) ist die, welche ich weiterhin lesen werde und warum. Demnächst also eine ganz private Review meiner Lieblingsblogs.
Archiv der Kategorie: Glam gruebelt
LOCATION GESUCHT
Liebe Bloggerinnen und Blogger,
für einen ca. dreitägigen Dreh suche ich eine klassisch abgeranzte Friedrichshainer Wohung (die natürlich auch in Mitte, Kreuzberg oder sonstwo in der Hauptstadt liegen kann). Möglichst mit nacktem Mauerwerk oder abgerissener Tapete, schrottigen 70ies Möbeln usw. Wenn Ihr jemanden kennt, der so wohnt und gerne ein bisschen Geld verdienen möchte – please let me know! Glamourdick bei aol dot com.
Please spread the word! Dankeschön!
DESPERATE GARDENERS oder REHAB IS THE NEW KABBALAH
Jetzt ist also auch Jesse Metcalf, der knackige Gärtner aus „Desperate Housewives“, „in rehab“. Die Formulierung „after a couple of nights of wild partying“ kann ich bald nicht mehr lesen. „After a couple of nights of wild partying“ haben wir unsererzeits am nächsten Morgen die erste Vorlesung ausfallen lassen und sind erst zum Essay-Writing-Kurs erschienen. „After a couple of nights of wild partying“ verkriecht man sich einen Tag im Bett und schläft seine Intoxikation aus. „After a couple of nights of wild partying“ setzt man sich mit einem Tomatensaft an den Schreibtisch und versucht, den Telefonnummern, die man in den Taschen findet, Gesichter zuzuordnen oder ruft im Roses oder F3000 an und fragt, ob das Telefon und die Krankenkarte zufällig an der Bar abgegeben wuden. „After a couple of nights of hard partying“ checken wir nicht gleich im Drogenentzug ein.
Ich glaube nicht, dass Robbie wegen zuviel Red Bull, Lindsey wegen zuviel Kir Royal, Britney für ein Glas Wutschi zuviel eingefahren sind. Letzterer lodert der Methwahn doch förmlich aus den stumpfen Augen. Die Substanzen, die die Trashligisten einfahren sind vermutlich aggressiver als ne Nase Koks. Frau Beckham (ich frag mich, wie die ohne Stoff einen Langstreckenflug übersteht – vermutlich sind die Pfefferminzteebeutel, die sie immer mit sich führt, präpariert). Das doppelte Grauen, das sich Olsen nennt. Die abgefuckte Anna Nicole. Das sind doch Leute, die sich perönlichkeitsbedingt ausblenden müssen. Wenn ich Lindsey Lohan wäre, dann wär ich auch auf Heroin! Wenn Du mit 20 schon 15 Jahre gearbeitet hast, reich und berühmt bist, was gibt es noch zu erreichen? Leid tut´s mir um wirklich kreative Speed-Freaks wie Robbie und Marc Jacobs. Deren Motoren werden jetzt ne Weile ungeschmiert laufen und es läuft sich nicht gut, mit Sand im Getriebe.
Was würde wohl Bree dazu sagen?
I beg your pardon. I never promised you a rose garden…
WHAT CAN YOU LOSE? oder GHOSTWRITERS ON THE STORM
Werde wach, es ist noch dunkel und ich denke „Super, kann ich na noch ´n Stündchen schlafen“, schaue auf den Wecker, es ist 2.00 Uhr, ich hätte also noch über v i e r Stunden Schlaf. Wenn ich denn könnte. Kann ich aber nicht. Mein Herz rast. Ich rede mir ein „Ich bin aufgeregt, excited“ und nicht etwa der Panik nahe. Warum? Wegen des Riesenschritts, den ich zu tätigen mich bereit erklärt habe. Eine Bewerbung. Ein Job, der Reisen, Reden und Charismieren beinhaltet – das alles erscheint mir gerade wie der „Ernst des Lebens“, also ob die Lage in den vergangenen zwei Jahren unernst gewesen sei. Ist doch toll, rede ich mir ein. Ist nämlich eine wunderbare Firma. Und trotzdem, da hängt noch mehr dran. Anerkennen, dass es mit dem Schreiben eben nichts geworden ist. Dass die Romane, die da fertig liegen, nicht erscheinen werden und die Romane, die erschienen sind, einen fremden Namen tragen. Sich mal eben abwenden von einem Lebensziel, dem man dem Stempel „gescheitert“ aufdrückt, aber im Scheitern habe ich ja bereits Erfahrungen gesammelt, reichhaltig. You lose some, but you win some. But you lose some. Ich steck mir eine Zigarette an, an Schaf ist jetzt sowieso nicht mehr zu denken. Die letzten beiden gloriosen Pläne, die Schreibkarriere neu zu lancieren sind glorios gescheitert. Vielversprechend, enthusiastisch aufgenommen, dann abgeschmettert, bevor das erste Wort geschrieben war. Das hat mir irgendwie den Rest gegeben. Aber irgendwie auch nicht. Vielleicht erreich ich das Ziel über Umwege. Vielleicht verlauf ich mich. Vielleicht krieg ich den Job auch gar nicht. Dann hab ich all das aufgeschrieben, das Licht ausgemacht und bin eingeschlafen, kaum dass der Kopf auf dem Kissen lag.
THE KINDNESS OF STRANGERS

Klar, dass das schlechte Wetter bis zum Wochenende wartete. Die Fenster waren ja frisch geputzt, da konnte ich jeden Tropfen in voller Deutlichkeit sehen. Im 2nd Life war´s genau so langweilig, so dass ich mich zu einem Jessica-Lange Marathon entschied. (Ich bin ihr 1982 verfallen, angesichts „Frances“, und das ist ja, wenn man mal nachrechnet, genau 25 Jahre her.) „Everybody´s All American“, ein fast vergessener Football-Film, in dem sie, wie in diversen anderen Filmen, allen voran „Blue Sky“, auf Marilyns Spuren wandelt. Danach „A Streetcar named Desire“, den ich schon jahrelang hier liegen habe und wegen der Besetzung des Stanley mit Alec Baldwin immer vermieden habe. Hätte ich besser gestern auch tun sollen. Blanche DuBois an einem verschissenen Sonntag hebt nicht gerade die Stimmung. Auch hier wieder gedacht, was für eine geniale Altersrolle Blanche für Marilyn gewesen wäre. „Blue Sky“ lag noch vor mir, aber dann hätte ich auch gleich „The Misfits“ anschauen können, aber es waren nicht genug Taschentücher im Haus. Vielleicht zum Stimmungsheben ein Film über eine Gruppe Frauen, die in einem unterirdischen Höhlensystem rummassakriert? Klappte auch nicht. „The Descent“* zog die Stimmung noch tiefer hinab. Für eine Komödie war´s danach auch zu spät. Um 23h stellte ich fest, dass ich den ganzen Tag noch kein Wort gesagt hatte, also nahm ich das DVD-Cover von „Frances“ und sagte „Hallo Jessica, Dankeschön!“, was sich aber etwas hohl anfühlte.
* Nein, da spielt Jessica natürlich nicht mit. If you want a horror movie starring J.L. try „Hush“. Die Zusammenbruchs-Szene am Schluss hat sich gewaschen. anders als Gwyneth Whatshername´s Perücken.
LEIGHXECUTIVE
All jene, die noch nicht dabei sind, wird es wahnsinnig nerven – noch ein 2nd Life-Bericht. 2nd Life ist ja jetzt medial komplett überrepräsentiert. Hat es sich aber auch verdient. Der beste Beitrag ist (ausgerechnet) im aktuellen deutschen VF zu finden. Kein Geschwurmel und Geschwafel á la Spon (surreale Weltrevolution), sondern ein knackiges Interview mit Herrn Linden, dem Creator himself. Er spricht von einer Selbstregulierung, die im 2nd Life allgemeine Gesetze ersetzt und es ist spannend, diese Selbstregulierung zu erleben und selbst mit zu steuern. Ich berichtete ja bereits von den Ageplayern – 2nd-Lifer, die sich kindliche Avatare basteln, diese in irgendwelche Sex-Szenarien schicken und sich so ihren Pädo-Kick holen. In meinem Lieblingswald hatte ich ja begonnen, diese Typen öffentlich zu dissen, das habe ich dann auch in anderen Umgebungen ausprobiert und zu meiner großen Erleichterung habe ich immer mehr Fürsprecher gefunden, die jetzt ebenfalls das Maul aufmachen. Grundstücksbesitzer distanzieren sich mittlerweile weitestgehend von Ageplayern, ermutigen zur Meldung der Vorkommnisse unter Angabe der Namen der Avatare und so dürfte dem Phänomen langsam die Luft ausgehen. Ich hoffe, dass in der Zwischenzeit, so lange diese Wichser noch online sind, jemand sich die Mühe macht, sie im wahren Leben zu recherchieren. Das 2nd Life hat nämlich durchaus mutmachende Wirkungen auf das wahre Leben. Und jemand, dessen Sex-Fantasien Kinder beinhalten, ist nicht gesund und auch nicht Gesellschafts-fähig. Dem sollte keine Gelegenheit gegeben werden, im Wahren Leben etwas in die Tat umzusetzen, was er im 2nd Life erstmals ausprobieren konnte.
2nd Life ist also in der Tat eine gesellschaftliche Realutopie/Dystopie, es existiert nicht und existiert doch ganz heftig, es ist lustig, es ist pervers und es ist ein erstaunliches Experiment, in welche Richtung wir diese seltsame Kommunikationsebene steuern, wobei mich nicht so sehr der wirtschaftliche, sondern vor allem der soziale Aspekt interessiert. Leigh, mein Avatar, wird übrigens immer hübscher! Und Frau Koma ist jetzt auch mit auf der Arche.
THE NAKED VALET oder DICK-AG
Bei Gay*romeo bietet sich jemand als unten-ohne-Chauffeur an und verlangt weniger als den regulären Taxipreis. Is there a catch*? I might tell you tomorrow, falls das nicht heute wieder einer der Abende wird, an denen ich dann lieber doch zu Hause bleibe.
* Der Unterleib war abgebildet und sah recht ansprechend aus.
JE SUIS SUR CETTE PISTE RIEN QU´UN TOURIST
Den ganzen Winter über genossen, abends meist allein zu Hause zu sein, von dem einen oder anderen Fick abgesehen. Meine Wohnung wird irgendwie kleiner, je älter ich werde, aber ich nehme ja auch jedes Jahr ca 500 Gramm zu, verbrauche also auch mehr Platz. Ich hab die Wohnung gern für mich. Das Verhältnis von Einladungen, die ich angenommen und ausgeschlagen habe 50:50. Vielleicht liegts am Aufschreiben, dass ich manchmal einfach nichts mehr zu erzählen habe und lieber das Maul halte. Oder am Geschehenen, das es einfach nicht würdig ist, als Revue zu passieren. Ans Telefon gehen ist nach wie vor wie Orgasmus vortäuschen.
Moi, je m´ennuie
c´est dans ma vie
une manie – je n´y peux rien
Schein doch, gelbe Sau. Mich täuschst Du nicht.
GLAM, PISSED oder BEWARE OF THE STARS
Viktor fragt mich, ob wohl auch Lokalpresse anwesend sei. Aber vielleicht ist es auch Rolf. Derjenige von den beiden jedenfalls, der aussieht wie Heinz Rudolf Kunze. „Ich denke schon. Und ich werd sicher auch darüber bloggen.“ Dann geh ich wieder raus auf diesen Platz, wo die Häuserwände eine seltsame Struktur haben und stell mich zu den anderen Herumlungernden. Aus Stilgründen trage ich zum schwarzen Anzug weiße Flipflops. Bis einer meiner Füße ganz kalt ist und mich jemand darauf hinweist, dass einer kaputt ist. Gabriel. Gabriel weist mich darauf hin und dann sehe ich meinen nackten Fuß und den kaputten Flip Flop – jetzt ein einzelner Flip und ein einzelner Flop – und dann kommt mein Pflegehund auf mich zugerast; er hat mich ein Jahr nicht gesehen und wenn er sich ganz doll freut, wie jetzt, dann kann er sein Wasser nicht halten (deutlicher: bepisst sich vor Freude), ist halt so ne Marotte von ihm – ansonsten ein ganz toller Hund. Ich begrüße den Pflegehund überschwänglich überschwenglich voller Überschwang und versuche dabei, nichts vom Hundeurin abzubekommen, ich will mir ja nicht den Anzug einsauen, geschweige denn Pipi auf den mehr oder noch mehr nackten Füßen, ich habe ja noch das Konzert vor mir. Wir gehen in den Saal und ein Fremder bietet mit eine Marlboro ohne Filter an, weil er mich in ein Gespräch verwickeln will. Ich mag es ja eigentlich nicht, immer die Tabakkrümel von den Lippen und der Zungespitze zu fisseln, aber in diesen schlechten Zeiten sagt man nicht mehr Nein, wenn einem jemand etwas schenkt. Überhaupt herrscht hier eine heftige Flirtstimmung, was ganz nett ist, wenn man nicht gerade halb barfuß unterwegs wäre und auch mal dringen aufs Klo müsste, das leider unauffindbar ist. Dann sehe ich den Merchandise-Stand und freu mich, denn die neue Platte ist draußen. Kauf ich mir also „Beware of the Stars“, zwei Maxis, und ein auffallend lustiger Franzose präsentiert mir Fan-TShirts, aber ich habe ja meine eigene Kollektion mit Liz und Marilyn, da brauch ich sowas nicht. Denke an Mode und ein berühmter Schuhdesigner, schwer an MS erkrankt, wird durch den Raum getragen.
Unsere Plätze sind recht exklusiv, direkt neben der Bühne also quasi fast backstage, super Sicht, wenn auch schräg als solches, aber die Akustik ist etwas daneben. Und der Performer nicht so recht in Form. Und das nun schon zum zweiten Mal in Folge. Irgendwann steht er auf und singt ein neues Lied, wandert über die Bühne. Barfuß. Jetzt seh ich also aus wie ein ganz bekloppter Fan, der alles nachmacht, was der Star so anbietet. Intermission. Ich muss immer noch dringend, vielleicht sogar etwas dringender nun. Riesenschlange vor den Toiletten. Ich also flugs auf den Platz mit den komischen Häuserwänden, ins Nachbaretablissement, das mir etwas suspekt erscheint. Finde Klos, stelle fest, dass es sich lediglich um eine Toiletteninszenierung für die Freunde des Watersports handelt und ich hier als real Pinkeln-müssender nicht in die Handlung passe. Und bald beginnt der zweite Teil des Konzerts. Zurück ins Konzerthaus. Der Marlboror-Mann sieht mich. Um ein Gespräch zu vemeiden, rede ich mich heraus „Ich muss kurz mit dem Tour-Management sprechen, bin gleich wieder da.“ Da fällt mir ein, dass ich das eigentlich wirklich tun müsste, und so mache ich mich auf die Suche. Im Foyer, wo nachher die After-Show-Party stattfinden wird, sitzt eine angestrengt-Mittzwanzig-sein-wollende Frau mit unordentlich hochgestecktem Haar (cheveux bohémienne) auf dem Garderobentresen. Ich stelle mich vor, erkläre mein Anliegen und verstecke meinen nackten Fuß hinterm angezogenen Bein.
„Ich warte nun also seit 3 Monaten auf ein Feedback von Universatil, hake regelmäßig nach und nichts passiert.“
„Ja ja – die deutsche Plattenfirma.“
„Und ist er interessiert an der Produktion oder kann ich das Ding ad acta legen?“
Ausflüchte. Dann kommt der Künstler zu uns, ich bemühe mich angestrengt, ihn zu ignorieren, man will ja nicht übereifrig erscheinen, selbst wenn man es ist, und er schnappt sich die Flasche Prosecco, die ich aus unerfindlichen Gründen bei mir habe.
„Let´s all have champagne!“ sagt er, verschwindet und kommt nicht wieder. Na toll, denke ich, das habe ich mir wirklich anders vorgestellt. Verfrüht wird das Catering aufgebaut und ich merke wie hungrig ich bin. Aber aufs Klo muss ich erst Mal! Dann wache ich auf, mit einem Morgenständer. Denke an Pheerce, (oder war es Rakete), der erklärte, dass es sich beim Morgenständer um eine Erektion handelt, die dafür sorgen soll, dass der Urindruck zurückgehalten wird. Merke, dass ich mal aufs Klo muss.
I blame 2nd-Life-Entzug, 31 Seiten Teenager-SMS-Horoskope übersetzen, mit der Nichte „Hallelujah“ singen, Paris – irgendwie immer noch nicht weggesteckt, und das Gläschen Wein kurz vorm zu Bett gehen.
DAS KRI KRA KROKUMOBIL
Und gerade als mir, realitätsbedingt, bei der Rückkehr nach Berlin die Frühlingslaune wieder abhanden kommt, fährt Daniel Brühl in einem xxxx-farbenen Oldie-Cabrio an mir vorbei und ich denke, na ja – im Harz hätten wir stattdessen, bzw. in der Farbe, nur ein Krokus vorzuweisen. In dieser Gegend gibt es sogar manchmal auch Stadlober und die Helden. Man muss ja dankbar sein wo man kann. Und ich zähle zu den wenigen Leuten, die so gar nicht mit Sozialneid ausgeliefert wurden und ihn auch später nicht erworben haben. Kann ja aber noch kommen. Man weiß es nicht. Aber bestimmt nicht angesichts Daniel Brühl, denn so toll find ich den gar nicht. Der Schilling ist auch einfach besser. Aber der fährt sicher ein silbernes Auto. Wenn überhaupt. Und der Kolja ist hübscher. Aber ob der Führerschein hat? Weiß man auch nicht und ist genau so egal.