Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

STREISAND OHNE GLAM

Yipppiiiiiiiiieeehhhh! Es hat sich ein Abnehmer für´s Ticket gefunden und nun kann ich mir am Samstag schön „Judy Live at Carnegie Hall“ aufm Balkon anhören. Oder selber singen!!

Freeee again…… independent me, free again…

Jetzt hätte ich allerdings noch zwei benutzte Klicklichter abzugeben, damit sich jemand anderes Fühler basteln kann.

THERE WILL BE TRUMPETS, NO DOUBT

Ich hab´s getan. Aus der großen verschlossenen Holzkiste, die als peinliche-CDs-Grab dient, 5 Alben mit den Fingerspitzen hervorgezogen. 5 von ca 30 derselben Künstlerin, die es dorthin verschlagen hat. Und mein Ipod ächzte, als ich ihn andockte. Aber irgendwie muss ich mich doch auf Samstag vorbereiten. Liebe Gott, warum können eigentlich manche Heldinnen nicht Heldinnen bleiben, warum muss man ihnen beim Flügelerlahmen zuschauen? Kannst Du vielleicht aus ihr einen Phönix machen, meinetwegen nur für Samstagabend, damit mir das Geld, das Herr Lucky beidhändig aus dem Fenster geschmissen in Tickets investiert hat, nicht Leid tut?

Playlist:
Beau Soir
Brezairola
Pavane
Mondnacht
Dank sei Dir Herr
Guilty
What kind of fool
Make it like a memory
Free again
The way we were
I´ve been here
You´re the top (with Ryan O´Neal)
The Morning after
What about today
There won´t be trumpets

Da muss ich jetzt durch.

essentialbjs

Edit:

„Liebe deutsche Fangemeinde und alle, die nach Berlin zum Konzert kommen,

wir haben lange darüber nachgedacht, wie man trotz sehr strikter Sicherheitsvorkehrungen (keine Wunderkerzen, keine Feuerzeuge, keine Banner, etc.) dennoch eine- auch für Barbra – atemberaubende Kulisse in die Waldbühne zaubern kann und haben schlußendlich eine Lösung gefunden: Knicklichter! Diese leuchten ca 8 Stunden und können unter anderem als Armband getragen werden.“

www.barbrastreisand.de

Und ich dachte, Reha und Gruppentherapie wären die schlimmste Zeit unter Irren gewesen… Knicklichter! Ich hab hier noch zwei Knicklichter und werde mir damit Fühler basteln.

LITTLE LUXURIES

Fernsehen am Nachmittag, trotz Sonnenschein. In Hollywoodschaukel von raffgerigen ukrainischen Flittchen lesen. Die Joan Crawford-DVD-Collection ordern, auch wenn dafür gar kein Geld da ist („Humoresque“, „The W o m e n“, „Possessed“, „Mildred Pierce“, sowie anderthalbstündige Doku und ein Film von dem ich noch nie was gehört habe – mit Versand noch unter 40,-). Schmetterlinge auf Balkon (der Schmetterlingsbaum heißt nicht umsonst so). Eine Meise auf Balkon. Marienkäfer auf Balkon. Spargeldinner mit Babykartöffelchen und fett Sauce Hollandaise mit wunderbarer Gesprächspartnerin, dazu Champagner (in Küche). Nachtkerzenblüte nachts auf Balkon. Schummrige Beleuchtung auf Balkon. Und zum Abschluss eine Folge „Commander in Chief“ (im Bett).


(Bette D. and Paul H. in Irving Rapper´s „Now, Voyager“, 1942.)

KRIMINELL!

Gen Kotti fahrend wieder die Fenster hochgekurbelt, die Türenverriegelung betätigt und den Finger am Abzug der Wischanlage positioniert. Und siehe – keiner da. Was ist los? Rumänischer Feiertag? Rechts, vorm Kaisers, steht das, was in England „Black Maria“* heißt, in Deutschland „Grüne Minna“. Ein pologeshirteter Polizist, der aussieht wie Vorabendserie, öffnet die Heck-Tür und, kiek an, da sindse. Die kurzarmige Familie Wisch-Mob! Dann ist jetzt wohl mal ne Woche Schluss mit putzich.

*Das weiß ich Dank Marina Lewyckas „Short History of Tractors in Ukrainian“. Und ich hab das da oben einfach mal erwähnt, damit man sich hier ein wenig bilden kann, jetzt abseits von Hollywood Gothicka.

GLAMNESTY INTERNATIONAL* oder TAKE NO PRISONERS-KINDA-GUY

Und an diesem Tag im Jahr treffe ich dann immer viele Männer, die ich einmal kannte und dann, absichtlich oder nicht, aus den Augen verloren habe. Zuvor und währenddessen trinke ich Vodka-Cranberry wegen des Vitamin C und weil´s schneller knallt und die Auseinandersetzung mit dieser Art von Vergangenheit etway tipsy viel angenehmer ist. Dann läuft mir einer übern Weg, der eine winzig kleine Nebenrolle in meinem Leben gespielt hat (Ehrenpreis für das schmutzigste Schlafzimmer) und ich will ihn mit nach Hause nehmen (da ist auch gerade nicht geputzt) und alle sagen „Du willst doch nicht wirklich…“, aber da habe ich ihn schon untergehakt und da ruft jemand Glammy und der Glammy-Rufer entpuppt sich als einer der netteren Exe und ich geh kurz zu ihm rüber und quatsche und denke, den will ich eigentlich viel lieber mitnehmen. Und schau mich nach dem anderen um, der praktischerweise gerade verschwunden ist. Und dann geh ich mit dem Ex zu mir heim und es wird lustig und dann schlafen wir gemeinsam ein, Löffelchen, und 2 Stunden später werde ich wach, weil er hustet. Und dann erzählt er von seinem Asthma und mir fallen die Nachrichten ein, die er mir immer auf dem AB hinterlassen hat. „Du ich hab so Verdauungsprobleme heute, …“ (an der Stelle, wo die … stehen, führte er detailliert aus, wie sich die Verdauungsprobleme genau gestalteten.) Und als er dann seine Klamotten vom Boden liest und mangels Asthma-Mittelchens doch nach Hause geht, da hat alles seine Richtigkeit und ich falle in einen tiefen, angenehmen Schlaf, immer noch oder schon wieder ein wenig erigiert.

*Mit dem Titel muss ich noch was anfangen. Glamnesty Global ist fast noch schöner.

ORANIENSTREETDAY oder BETTER PRAY FOR YOUR CYN

Vielleicht schau ich nachher noch mal in der Nachbarschaft, was die Kreuzberger Schwestern so machen. Der Oranienstraßen-Umzug ist nämlich meist recht niedlich. Und nirgends knutscht es sich lustiger und flüchtiger, als nachmittags im Rinnstein (aber nur, wenn´s nicht regnet).

(Oui, c´est le Ruf et la Cyndi, und sie kündigen von Der Ankunft, leider in schlechter Qualität. Glam fordert mehr Duette von Lieblingssängern!)

Und noch ne wichtige und schöne Cyndi-Angelegenheit!

ICH KOMM DOCH NICHT AUS P-BERG, DU PIMMEL!

Eigentlich wollten wir ja in der Sonne singen in Kreuzberg, aber dann kam das, was Dalida schon lange prophezeit hatte. So also im Auto in den anderen, den verhassten Bezirk gefahren, durch Straßen, die sich in Flüsse verwandelt hatten. Während barfüßige Menschen mit Bierflaschen in der Hand in Pfützen sprangen und ihrer Lebenslust trunken freien Lauf ließen. Immerhin liegt der verhasste Bezirk in Berglage, nur eben am falschen Berg, wo es immerhin nicht soviele Pfützen gab. Schon nach ca. anderthalb Stunden hatte ich einen Parkplatz gefunden, Glück im Unglück, und so kamen wir auch nur bis auf die Unterwäsche, nicht die Haut durchnässt in der Tapas-Bar an, in der schon die beste Choc der Welt auf uns wartete. Wenn man jemand so Wunderbares so lange nicht gesehen hat, dann will man doch wenigstens, dass die (eigene) Frisur (nicht die von Choc, die war, wie immer, superbe) stimmt. Ist doch nicht zuviel verlangt, oder? Zwei Stunden mit ihr täuschten ein wenig über den Bezirk hinweg und dann ging es wieder Heim mit dem U-Boot. Schon ab Fernsehturm verspürte ich eine gewisse Erleichterung, die mich nur befällt, wenn ich den Scheißbezirk gerade verlassen habe.
Ich kann Euch nicht mal sagen was ich an diesem falschen Bergbezirk so hasse. Es hat vielleicht mit meiner Verhaftung dort vor ein paar Jahren zu tun. Oder mit den hippen Designstudenten, die die Szenerie mit ihrer Anwesenheit quälen. Mit der Abwesenheit von Parkraum. Der Überbevölkerung. Der energisch aufgemöbelten Fassaden. Dem Geruch von Baden-Württembergischen Studenten, deren Eltern doch die schöne Wohnung in Charlottenburg haben „Warum willst Du denn in den OSTEN, Lena/Paul?“ An Taxifahrern, samstagmorgens, die einen mit Mascaraspuren und nassen Haaren, unbeeidruckt und stoisch, an der Straße stehen lassen.

Das einzig Schöne was ich sah, leider war ich nicht in Fotografierstimmung, war ein altbackenes Damenbekleidungsgeschäft, nennen wir es Lina M., das in seinem Schaufenster mit dem unüberbietbaren Untertitel „Kleider mit Schwung“ um Geld aus Rentnerportemonnaies buhlte.

GLAMOURDICK UNTENRUM, THE SEQUEL: DEEP DOWN

Manchmal ist Entscheidungsunfreudigkeit nicht das Schlechteste. Wenn man nämlich beim Flipflop-Kauf auf geschultes Verkaufspersonal trifft, das erkennt, dass die Wahl zwischen schwarz und grün schwer, o, so schwer ist. Wenn dann dieses geschulte Personal anbietet, beim Doppelkauf einen Preisnachlass zu gewähren. Und man dann letztlich für beide Paare in etwa soviel zahlt wie in Ibiza-Stadt für ein einziges.

havaianas

Havaianas + Preisnachlass courtesy of Styletraders.com, die in der Rosenthaler 50 einen schicken Hinterhofladen betreiben (und, nein, ich werde für diese Werbung nicht bezahlt). Hollywood-Schaukelbezugsstoff by Karstadt, Bezug designed and fabricated by Brittbee. Schiefe Zehen courtesy of zu oft gegen unbewegliche Gegenstände gelaufen.

GLAMOURDICK UNTENRUM

Das ist es also was Ihr wollt. Lustige Geschichten mit viel Muschi-Content. Damit schießt man in den Twoday-Charts an die Spitze. Doch, liebe Neuleser – dies ist in erster Linie ein zerebraler Blog. Ich bin Geisteswissenschaftler! Hätte nie gedacht dass ich das mal sagen werde. Untenrum-Beuträge sind nicht die Regel. Und um Euch langsam vom erigierten Lachen zu den wichtigen Themen zurück zu führen schenke ich Euch noch einen Untenrum-Beitrag, und dann ist Schluss mit lustig und Ihr könnt wieder auf anderen Blogs spannende Strickanleitungen und kryptische Zahlenfolgen lesen. Thanks for dropping by, though.