Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden
WAS HILDE NICHT WUSSTE
Auf Marlene Dietrichs Ausgabe des Buches, „Romy – Betrachtungen eines Lebensweges“, das Hildegard Knef 1982 ausgehustet hatte, (zusammen mit einem Häufchen verteerten Bronchialschleims, stell ich mir vor) – Romys Leiche war damals noch lauwarm, steht in Filzstift geschrieben: „I hope she doesn´t write about me. She didn´t know her.“
Dafür allein hat sich der Gang in die Romy-Ausstellung im Filmmuseum gelohnt. Übrigens verlängert bis zum August.
Ich fordere ein Marlene-Museum.
THANK YOU – et puis, du caramel.
Glam dankt Herrn R. für einen fantastischen neuen Duschkopf. Duschkopf. Warum heißt noch keine Band so? The Fantastic Shower Heads. (Trip Hop)
Überhaupt – (was ja eigentlich auch ein Duschkopfwort ist), – überhaupt ist dies eine Woche der Dankbarkeit. Wenn ich nicht vor 5 Jahren mit dem Bloggen begonnen hätte, wenn ich den Quatsch dann nicht so lange durchgezogen hätte, dann wäre ich ohne die Agentin. Die Agentin nun hat es möglich gemacht, dass mein liebstes, schmuckstes, mein unbiografischstes most tender hearted Projekt realisiert wird. Wo ganz viele Stränge meiner Existenz zusammenfinden und zu einer feinen Schleife gebunden werden. Dasselbe gilt für den Plan B. Ich wäre allein nicht drauf gekommen, die B. aber. People who need people. United kann das wunderbar klappen. Was für eine phänomenale Elipse das ist – wie Lebenslinien sich begegnet sind und sich die Linien Lebenden dann begegnen, es ist so schön, noch staunen zu können. I´m in awe.
Die Danksagung ist eines. Vorgestern kam mir die Widmung. Und die ist so schön, dass ich Freudentränen weinen könnte.

HOW COULD WE EVER LIVE WITHOUT HER???
Via Caliban.
WHY GLAM LOVES GLEE MORE AND MORE

Look at Brittany´s* GaGa-outfit (far right – the alien has landed.) Darauf ist nicht mal die Lady gekommen!**
*Ich freue mich sehr über Brittany´s Präsenz in der zweiten Hälfte der ersten Staffel. Die besten one-liner ever. The coolest dumb Blonde in TV right now. I say that with maximum respect.
„You are such a misogynist!“
„I once saw a massagoniste when I sprained my ankle.“
Oder so ähnlich.
**Oder vielleicht doch. Who cares?
FUCK IN THE AFTERNOON
Italians DO do it better. (Ein paar sürdamerikanische Länder nicht mitgerechnet. Aber für einen Europäer – WOW.)
Eigentlich waren wir ja für morgen verabredet gewesen, zum Kennenlernen. Aber dann sahen meine Haare heute so gut aus‘ wie ich das morgen nie hinkriegen könnte und so schrieb ich ihm, ob ein sleazy fuck vorm Kennenlernen nicht vielleicht auch fein wäre. War’s!
(Und eigentlich säße ich jetz in den Sophiensälen, aber ab Mitte 30 muss man genau abwägen – Sex oder Kultur, und Kultur wird’s sogar noch geben wenn es mich nicht mehr.)
GAGA PUNKTET
SENTA BERGER…
… wäre leicht zu persiflieren, aber keiner tut‘ s, und das ist ein seltsam schöner Zug an Deutschland, denn Senta ist heilig, Senta hat GLAM.
RYAN MURPHY´S LAW oder UND SIE HABEN WIRKLICH GEDACHT, GLEE SEI EINE HARMLOSE KLEINE SHOW ÜBER SINGENDE SCHÜLER?
Dass die schwulste Show im amerikanischen Fernsehen gleichzeitig die erfolgreichste ist war mir schon viele Einträge und Youtube-Clips wert. Dass wir dennoch in einer weitestgehend homophoben Kultur leben und mitunter die Schwestern selbst am homophobsten agieren brach vor einigen Tagen auf, als Newsweek einen Artikel veröffentlichte, in dem der Autor, Ramin Setoodeh, sich über das Unvermögen schwuler Schauspieler in Heterorollen auslässt und als Beispiel Jonathan Groff aus „Glee“ anführt (von dem ich nie gedacht hätte, dass er schwul ist). Vorgestern äußerte sich Kristin Chenoweth und kritisierte Newsweek, gestern veröffentlichte Serien-Genie Ryan Murphy (Nip/Tuck, Glee und Regsisseur von „Eat, Pray, Love“) einen offenen Brief, der mir sehr sehr gut gefällt. Unter anderem ruft er zum Boycott von Newsweek auf, bis sich das Magazin entschuldigt.
„I extend an open invitation to Mr. Setoodeh to come to the writers room of our show, and perhaps pay a set visit. Hopefully then he can see how we take care to do a show about inclusiveness…a show that encourages all viewers no matter what their sexual orientation to go after their hopes and dreams and not be pigeonholed by dated and harmful rhetoric…rhetoric he sadly spews and believes in. Hopefully, some of the love we attempt to spread will rub off on Mr. Setoodeh — a gay man deeply in need of some education — and he not only apologizes to those he has deeply offended but pauses before he picks up his poison pen again to work through the issues of his own self loathing. Give me a call, Ramin…I’d love to hear from you. I’ll even give you a free copy of our Madonna CD, on which we cover “Open Your Heart,” a song you should play in your house and car on repeat.
Ryan“
A THOUSAND ACRES, revisited

Jessica Lange, Michelle Pfeiffer und Jennifer Jason Leigh als Schwestern, deren Vater, Jason Robards, Besitzer einer großen Farm, sich einen ruhigen Altersabend machen und seinen Besitz den Töchtern überschreiben will. Skeptisch ist nur Jennifer Jason Leigh, die, anders als ihre Schwestern, nicht in umittelbarer Nähe lebt und als Anwältin arbeitet. Erzürnt über ihren Zweifel, teilt er seinen Besitz unter den älteren Schwestern auf. Eine folgenreiche Entscheidung, die den Ruin fast jeder einzelnen Figur zur Folge haben wird.
Die Ausgangssituation spiegelt „King Lear“ und auch im weiteren Handlungsverlauf gibt es Parallelen, doch „A Thousand Acres“ erzählt eine ewige, klassische Familientragödie, die genau so gut in Bayern spielen könnte, nur, dass es da keine Jessica, Michelle oder Jennifer gäbe. Insbesondere die Verbundenheit/Abhängigkeit, das Vertrauen und vor allem das Unausgesprochene zwischen Lange und Pfeiffer, die Bandbreite von Bitterkeit und Zuneigung machen den Film (wieder)sehenswert. Die Kälte im Spiel Michelle Pfeiffers, neben der selbst Catherine Deneuve wie ein Lagerfeuer wirken würde – herausragend. Das Plakat deutet auf einen Feelgood-Frauenfilm, aber Jocelyne Moorhouse hat eine harsche Tragödie inszeniert, die an vielen Stellen regelrecht weh tut – ich hatte mich fast ein Jahr davor gedrückt, mir den Film noch einmal anzuschauen. Nun bin ich sehr froh, es doch getan zu haben.