
Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden
THE EAGLE HAS TAKEN FLIGHT
Now give me some of that December-magic…. Glam sagt Danke, Hanne!
GLEE PRIDE or KURT´S TURN
Ich drück die Däumchen!
JUST ASKING FOR IT COULD EVEN MAKE IT HAPPEN
Rechnung geschrieben, ein Kapitel ins Englische übersetzt und gemerkt, wie holprig mein Englisch trotz allem ist. Nichtsdestotrotz kam mir im Englischen ein viel schöneres Bild für den Moment, wo Slashers Herz bricht: „Even tougher men than Hector would have heard the sound of their heart cracking at her sight. In his case, it sounded like something firm and plump flung forcefully onto a marble floor.“ And, yes, it´s a reference to Coupland.
Letter to K. Bloß nicht zu viel schreiben, es geht ja jetzt nicht um meine Lebensgeschichte und ihren Soundtrack sondern um eine schlichte Frage. Darf ich? Und, wenn ja – willst Du mehr?* Und, wenn ja – wenn Es Ihnen gefällt, Hoheit, schreiben Sie mir was für den Buchrücken? Bitte Bitte??
*In that case, I´ll be busy translating my book into English this winter. There´s worse things you could do in a Berlin winter.
LAPSANG SOUCHONG
Falls Sie die Kommentare nicht mitlesen ist Ihnen der folgende Gastbeitrag entgangen. Deshalb jetzt hier, give a warm welcome to Mr. Frank Burkhard…..
„Sie reibt sich gedankenverloren die schmalen Hände warm. Es ist kalt in dem großen, leeren Anwesen, dessen spärlich möblierte Räume schnell im brutalen Dunkel des frühen Winterabends versinken. Im letzten Licht des Tages toben draußen vor den pseudoviktorianischen Fenstern des 8,25-Millionen-Euro-Landhauses ihre zwei Weimeraner durch den
brandenburgischen Schnee…“ The hounds of love are hunting“, setzt sie leise zu summen an und kämpft weiter gegen ein leichtes Frösteln. Der Ohrwurm hat einen naheliegenden Grund, denn nicht nur sind die beiden Hunde da draußen ein Geschenk ihrer Geschäftspartnerin Kate Bush, die mit der Komposition der Musicals zu jedem der Mega-Seller der Erfolgsautorin, die da am
Fenster fröstelt, mehr Geld verdient hat als mit all ihren eigenen Alben, – es raschelt in der Innentasche des Autorinnen-Oberteils auch der jüngste, natürlich handgeschriebene Brief der fernen musikalischen Freundin, mit Fragen und Anregungen zu weiteren gemeinsamen Projekten, UND verbunden mit der Bitte, dem
Bush´schen Sohn einige Zeit Unterschlupf zu gewähren, weil der sich wegen einer Entziehungskur vor der berüchtigten englischen Klatschpresse versteckt halten soll…
„Entziehungskur…“ murmelt sie unhörbar und ein mürrisches Kräuseln umspielt für einen Moment das weltberühmte Autorinnen-Stupsnäschen, während sie mit dem Handrücken beiläufig ein, zwei weiße Stäubchen vom Ärmel fegt, bei denen es sich
wohl um Schnee von draußen handelt, worum schließlich sonst.
Dem strengen ostdeutschen Winter ist das champagnerweiße Material ihres Vintage-Woll-Blazers nicht gewachsen, denn konzipiert wurde er für kühle kalifornische Abende, nicht für den sibirischen Hauch, der sich hin und wieder über diesen Teil von Europa legt. Es ist das liebste Bekleidungsstück der erfolgreichen Krimi-Autorin (erstanden aus dem Fundus-Verkauf einer längst verstorbenen Hollywood-Legende, deren überirdisch leuchtendes Blond sich auch die Schriftstellerin schon vor Jahren zum Markenzeichen gemacht hat) und das bei beiden Besitzerinnen eine entrückte, fast schmerzhaft schöne Harmonie mit dem altmodischen Wollweiß des Damenoberbekleidungs-Teils eingeht.
Der blasse Teint der makellosen Haut der scheinbar alterslosen Schriftstellerin tut sein Übriges zu dem rätselhaften, ätherischen Gesamtbild – ein Gesamtbild, das die internationale Fach-Presse nach dem lawinenartigen Erfolg des Spätwerks der Schriftstellerin mit der üblichen Besessenheit zu enträtseln versucht hatte.
„Versucht.“ denkt sie und der Anflug eines mitleidlosen, harten Lächelns setzt sich für einen Moment auf ihre Wangen, leicht und kurzlebig wie eine der Schneeflocken, die sich von draußen aufs Fenster setzen, nur um dort umgehend dahinzuschmelzen…
Sie greift nach der hauchdünnen Versace-Porzellantasse mit Lapsang-Souchong-Tee, der am Fenster neben ihr auf einem Service-Wägelchen wartet, – der Tee ein Geschenk ihrer Freundin und Kollegin Joanne K., die sie seit Jahren regelmäßig in England besucht und die einzige Person, mit der sie ernsthaft den Segen und Fluch des Superstar-Autorinnen-Daseins bereden kann, – das Wägelchen ein „Souvenir“ aus der Präsidenten-Suite des Berliner Adlon Hotels… verknüpft mit sehr undamenhaften und dafür umso hochgeschätzteren Erinnerungen an die damalige Nacht mit den beiden jungen Brasilianern vom Zimmerservice…
Im Gegensatz zu den zwei temperamentvollen Hotelangestellten aber ist der Tee, nach dem die fröstelnde Schriftstellerin jetzt greift, kalt. Sie setzt die Tasse wieder auf dem frivolen und – nennen wir die Dinge doch ruhig beim Namen- gestohlenen Wägelchen ab und zieht den Polarfuchs heran, um ihn sich in einer
Bewegung von vollendeter Eleganz um die Schultern zu legen. JETZT ist das Bild perfekt, das Kostüm vollständig, die Uniform angelegt, das Werkzeug gerüstet. Sie schließt kurz die Augen, atmet tief aus und denkt an Greta Garbo – dann hört
man das gedämpfte Klicken einer digitalen High-End-Kamera, als der vom Verlag beauftragte Portraitfotograf sein Bild macht.“
WE EVEN HAVE A BEARDED LADY! oder DISCLOSURE

Very pathetic sitze ich vor dem Foto, für das es nur die eine Regie-Anweisung gab – möglichst sinnentleert kucken, das hat die Garbo genau so gehandhabt, er ließ immer viel Raum für Interpretation, dieser Blick ins Leere, sitze ich also und glotze mich selbst ins Leere schauend an, und doch nicht mich selbst. Das Foto ist Hommage an ein anderes, kaum bekanntes Foto des MGM-Fotografen Clarence Sinclair Bull. Mit diesem Foto verbindet mich eine lange Geschichte und die habe ich in dem Roman verarbeitet, auf den wir alle noch ein Jahr warten müssen.
Ich sehe in dem Foto mich und zugleich die Dame, der die Hommage gilt (nicht die Garbo, übrigens, ein anderes Gespenst), und die Verschmelzung, und das bringt noch einmal alles an Gefühl hoch, was das Schreiben und Lesen und Überarbeiten des Romans ausgelöst hat. Dieser perfekte Mischmasch aus meiner Erlebniswelt und die zeitgleiche Absenz von mir selbst als Figur im Roman. Ich merke, das Buch bin ich. Da sind soviele Splitter Glam drin, dass mein Erstleser, Herr Strike, der mich schon viele Mitternächte kennt, die blanke Freude daran hatte, all die Referenzen herauszudetektieren. Der Roman funktioniert auch ohne diese Nebenwirkung, sonst hätten mich keine so wunderbaren Agentinnen wie Svealena Kutschke und Hanne Reinhardt – und die für mich – den 1st class-Verlag gefunden.
Meine Agentinnen finden, wir sollen das Portrait als Autorenfoto verwenden, und ich sinniere jetzt schon seit Wochen darüber, ob ich das möchte. Denn eigentlich haben sie Recht – ursprünglich hatte ich eine Autorin für den Roman erfinden wollen. Ich lese selbst lieber Autorinnen als Autoren. Das Foto passt zum Roman. Die Frau im Foto hätte ihn gut schreiben können und immer wieder kreist die Handlung um sie. Andererseits bin ich eitel und will als ich selbst für das Buch verantwortlich gemacht werden, nicht in einer Travestie. Vielleicht kann ich es aber auch einfach so handhaben wie jetzt hier erklärt. Das AutorInnenfoto zeigt die Summe von Roman und Autor. Für Lesungen kann man dann aber nur den Autor MIT dem Roman buchen, nicht die Inklusive-Version. Die gab es nur einmal, am Tag des Shoots und gebannt in dieses Bild, und an dieser Stelle Hut ab und Dank an Frank Burkhard, der das Foto gemacht hat – I love you even more now, wenn das überhaupt möglich ist. Danke an Betsy Niederkron, die mich in diese Frau verwandelt hat. Danke an Britta Dahlmann, die aus ihrem Fundus die downright perfekte champagnerfarbene Jacke hervorzauberte, und Danke, Jana Kunath für den von mir gehätschelten und gepflegten Polarfuchs, den es im Originalfoto gar nicht gab, aber ohne den sich die Autorin vermutlich nie wieder fotografieren lassen wird.

DON´T STOP BELIEVING or PAST LIVES

KNUTSCHT DOCH!
IT´S IN THE TREES
Die wunderbare Frau Frost wies mich auf einen Event hin, heute Abend im Theater Thikwa. Dieser Termin gibt die heutige Playlist vor und ich freue mich sehr auf nachher.
GLEE, Season 2, Episode 9: PERSONAL EDUCATION
Keine neue Lieblingsfolge aber auch lange nicht so schlecht, wie die ersten Blogrezensionen schreiben. Kurt ist in Hogwarts gelandet, also an einer Schule, die J.K. Rowling gemeinsam mit einem entfernten Cousin von Tom Ford ausgestattet hat. Dort wird er von den uniformierten Scientologen erst einmal in seine Schranken verwiesen. Tolle Idee bei jemandem, der seine Individualität braucht, weil sie zwar mitunter Fluch aber hauptsächlich Segen ist. Ich mag weder die Schule, noch die Dalton Warblers, bei denen er sich jetzt unterordnen muss. Und der Schirmherr seiner neuen Karriere, Blaine, ist ein bisschen spookie in a Stepford-kind-of-way. Der einzige touchy moment – Blaines Blick auf Kurt, als der die Evita macht – wird gleich wieder ruiniert, als er ihm gestikuliert, die Arme unten zu behalten. It´s fucking Evita man. Balkon. Arme. Evita. Get it? Parallelmontiert die Rachelbeere auf dem Gitterbalkon des Mc Kinley Auditorium. Immerhin. Natürlich singt Kurtie das viel schöner.
Die anderen Glee-Kids kommen zum Leuchten, weil endlich einmal die Solos und Duette fremdbesetzt werden. Nicht Rachelbeere und Finn, sondern Barbie und Ken (Quinn und der Neue Blondie, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, Sam, sagt IMDB.) Quinn – habe ich schon mal gesagt, dass ich ein großer Fan von ihr bin? Ich liebe ihre Singstimme und ich liebe, was sie aus ihrem Part macht. Brittany und Mike Chang dürfen bei Santanas (!) großer Gesangsnummer von der Schwäche des Liedes („Valerie“) ablenken – durch eine fantastische Choreographie. Aber die beste Choreographie, und eine wirklich angenehmst überraschende – was die Kids zu Florence´s „Dog Days“* tanzen. Spontan, wild, unkontrolliert – es sieht aus, als haben sie mächtigen Spaß gehabt, and that´s what Glee is all about, innit?
(Der Vollständigkeit halber, der aktuelle Paarstatus: Rachel und Finn: off, Brittany und Artie: off and on again, Kurt und Blaine: immer noch züchtig, Schuester und Pillsbury: off, Pillsbury und Zahnarzt: married! Sectional-Status: Sowohl Warblers als auch New Directions kommen in die Regionals. Sue-Status: war Sue in dieser Folge überhaupt dabei?)
Gespannt, was Kollege Brett Berk nachher im VF schreiben wird.
*Fehlt unverschämterweise auf der neuen CD.