Heute ist so ein Tag, wo ich in Demut und Dankbarkeit quelle wie ein Schwamm. Hat vielleicht mit dem schönen Sex letzte Nacht zu tun und ganz sicher mit „Nocturne“ von Kate Bush, aber noch entschiedener mit Thomas, meinem heterosexuellen Freund, den ich in meiner schwärzesten Zeit kennengelernt habe, der mich unschockiert durch Pest und Cholera und Elektroschocks begleitet hat und dessen Herz so groß ist, dass es mir Angst machen würde, wenn nicht ausgerechnet er ein Mensch wäre, der mir keinerlei Angst macht. Er weiß, dass man, einer Aubergine nicht unähnlich, kaum angeschnitten, Bitterstoffe veräußert und er weiß, dass man eine aufgeschnittene Aubergine erstmal auf Salz legt, um die Bitterstoffe zu entziehen. Warum fällt mir keine schönere Metapher ein? Er hätte sie verdient.
Er rennt nicht weg. Er fragt nach, ohne zu nerven. Er bleibt. Und er hat keine Angst, sein Herz zu öffnen. Gegenseitig und einvernehmlich und ehrlich sind wir aufrichtig. Weil uns wehgetan wurde, werden wir einander nicht wehtun, das ist klar.
Ein schwuler und ein heterosexueller Mann – die haben keinerlei Berührungspunkte, dachte ich. Weit auseinandergehende Interessen. Das war einfältig gedacht. Was ich an Thomas liebe, ist, dass er mich durch pure schiere Präsenz eines Besseren belehrt und so neue Wahrheiten entstehen, die alte, falsche Ideen ablösen.
Wenige Menschen schließe ich rein in mein Herz. Manchmal war mein Herz ein Stundenhotel und ich der besoffene Concierge. Jetzt ist es ein bunt bevölkertes San Simeon in dem die Preziosen meine Freunde sind, die alten Langgeliebten (Lucky und Choc und Frank und mein Kai) und die neuen, die dazukommen. Die Neuzugänge in diesem Jahr: ein Herzberger Mädel und ein Mann mit Herz, Thomas, der mutige Löwe.
Und die Möbel für das Zimmer in Deinem Herzen habe ich schon eingekauft, alle brandneu!









