Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

PANORAMIC: A HEART LIKE A LION

Heute ist so ein Tag, wo ich in Demut und Dankbarkeit quelle wie ein Schwamm. Hat vielleicht mit dem schönen Sex letzte Nacht zu tun und ganz sicher mit „Nocturne“ von Kate Bush, aber noch entschiedener mit Thomas, meinem heterosexuellen Freund, den ich in meiner schwärzesten Zeit kennengelernt habe, der mich unschockiert durch Pest und Cholera und Elektroschocks begleitet hat und dessen Herz so groß ist, dass es mir Angst machen würde, wenn nicht ausgerechnet er ein Mensch wäre, der mir keinerlei Angst macht. Er weiß, dass man, einer Aubergine nicht unähnlich, kaum angeschnitten, Bitterstoffe veräußert und er weiß, dass man eine aufgeschnittene Aubergine erstmal auf Salz legt, um die Bitterstoffe zu entziehen. Warum fällt mir keine schönere Metapher ein? Er hätte sie verdient.
Er rennt nicht weg. Er fragt nach, ohne zu nerven. Er bleibt. Und er hat keine Angst, sein Herz zu öffnen. Gegenseitig und einvernehmlich und ehrlich sind wir aufrichtig. Weil uns wehgetan wurde, werden wir einander nicht wehtun, das ist klar.
Ein schwuler und ein heterosexueller Mann – die haben keinerlei Berührungspunkte, dachte ich. Weit auseinandergehende Interessen. Das war einfältig gedacht. Was ich an Thomas liebe, ist, dass er mich durch pure schiere Präsenz eines Besseren belehrt und so neue Wahrheiten entstehen, die alte, falsche Ideen ablösen.
Wenige Menschen schließe ich rein in mein Herz. Manchmal war mein Herz ein Stundenhotel und ich der besoffene Concierge. Jetzt ist es ein bunt bevölkertes San Simeon in dem die Preziosen meine Freunde sind, die alten Langgeliebten (Lucky und Choc und Frank und mein Kai) und die neuen, die dazukommen. Die Neuzugänge in diesem Jahr: ein Herzberger Mädel und ein Mann mit Herz, Thomas, der mutige Löwe.

Und die Möbel für das Zimmer in Deinem Herzen habe ich schon eingekauft, alle brandneu!

THERE IS A LOT TO BE LEARNED FROM BEASTS

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Es gibt keinen Film, dessen Uraufführung ich ungeduldiger erwartet habe als Coppolas Dracula-Verfilmung (so wie es keine Platte gibt, die ich sehnlicher erwarte als „Aerial“, aber dies nur am Rande.) Vampire waren schon immern mein Thema gewesen, sexy Vampire insbesonders. Eines abends, im Februar 1992 (?), drückte mir eine Freundin ihren Ex auf, der ihr gerade lästig wurde, und so hatte ich einen attraktiven (wenn auch heterosexuellen) Begleiter, als ich mein persönliches „Vom Winde verweht“ erstmals erleben durfte. Der Film hätte mich sowieso umgehauen, aber ich bekam Fieber, als das erste Rot die Leinwand tauchte. Als der Film vorbei war, lag ich bei 40°C.
Es hilft, wenn man „Bram Stoker´s Dracula“ im Fieberrausch sieht, aber es ist nicht notwendig. Mit ein paar Ausnahmen (Keanu Reeves als Harker und das alberne Fledermauskostüm kurz vorm Finale) hat Coppola den schönsten Vampirfilm aller Zeiten gedreht.
Ich habe den Film mittlerweile ca. 100 mal gesehen (das war nötig, er war Thema meiner Magisterarbeit), aber noch immer bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich Gary Oldman und Winona zuschaue. Ja, das ist der Film, für den ich Winona liebe. Und dass dieser Film nicht nur auf mich ungeheuer erotisierend wirkte, erlebte ich bei der Uraufführung, denn mein heterosexueller Begleiter erklärte mir nach der Vorstellung, dass er von mir ebenso fasziniert sei wie ich von Dracula. Aber ich hatte Fieber und ging allein nach Hause. Und träumte in Rot, die ganze Nacht.

(Happy birthday Winona!)

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„I have crosssed oceans of time to find you.“

THE BIRDS

Heute gab es im Kate Bush-Newsletter die erste Sound-Impression von „Aerial“ nach King of the Mountain. Kate singt mit Vögeln. Nicht nur lustig, auch wunderschön. Und zu der ganzen Berichterstattung betreffs Vogelgrippe um so Lustiger.

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Auf obigem Plakat sehen Sie, was Sie nicht sehen. Tippi Hedren. Die Dame im grün(gefärbt)en Kostüm ist nämlich Jessca Tandy in der Rolle der Mrs. Brenner. Quasi die Iokaste im ödipalsten Film der 60er. Wieder so ein Fall von nutzlosem Wissen. Und hier das andere grüne Kostüm am Körper der exquisiten Tippi Hedren. Vielleicht das schönste Kostüm und die schönste Frau der Filmgeschichte (Marilyn jetzt mal ausgenommen).

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Hier sieht man, wie gut es auch im sitzen sitzt.

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GLAMOURSHOPPING

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(pic courtesy of katebushnews.com)

Die englische Presse liegt auf dem Rücken und strampelt mit den Beinen vor Entzückung. Der Grund: „Aerial“ (out Nov. 4th). Und Glam zieht sich jetzt die roten Schuhe an, geht zu Karstadt und holt sich Kate Bush´s „King of the Mountain“. MMMMMMMMMMmmmmmmmmhhhhhhhhh, YES!

HARZWALDMÄDEL, DIE ERSTE

Ein Mädchen kenne ich – das kenn ich, zumindest vom Sehen, schon länger als dass ich es nicht kannte. Wir gingen nämlich zur selben Schule. Damals, als es nur fünf TV-Sender und die DDR noch gab. Sie war einen halben Tag älter als ich und war also entsprechend in einer höheren Klasse. Richtig kennengelernt habe ich sie erst Ende der 80er, Anfang der 90er, als wir beide in Berlin-Neukoelln hausten. Wir befreundeten uns im Anschluss an ein Cricket-Match in der beschissenen Stadt Braunschweig und sie nahm mich in ihrem Polo mit zurück nach Berlin. Sie war damals ganz wütend, weil ihr Freunde (der Blödmann) sie verlassen hatte. Ihre Wut verursachte ihr enorme Power. Ihre Arme waren ständig in Bewegung, was zu starken Scheppergeräuschen führte, da diese Arme, ähnlich den Stretch-Hälsen von Massaifrauen, mit Goldringen und Bändern beladen waren.
Dieses Mädchen stand mir in allen Lebens und Erlebenslagen bei. So gut wie sie das tat, konnte ich das nie. Irgendwann war es so, dass man sagen kann, dass sie meine beste Freundin war. Ich war es, der sie aus der Klinik nach ihrem Nose-Job abholen durfte. Mit ihr konnte ich ungefähr ein Dutzend Mal „Interview with the Vampire“ im Kino genießen und Leute beschimpfen, die dazwischen quatschten oder sich zu räuspern wagten.
Und dann, nachdem das Schicksal ihr eine ziemliche Höllentournee abverlangt hatte, verließ sie Berlin und ging nach Hamburg. Das war schlimm, aber zeitgleich lernte ich meinen damaligen Mann kennen, und so glaubte ich, das Schicksal schickt mir einen Ausgleich. Aber Gabi ist nach wie vor die beste Freundin, der Mann längst weg, sein Hund verstorben. Gabi und ich sehen uns selten, aber emotional wissen wir, glaube ich, immer, wo der andere ist. Wenn wir uns die Wahrheit sagen, erschrecken wir einander nicht. Gabi ist schön, klug, eloquent, humorvoll, energisch, durchtrainiert und tierlieb. Außerdem hat sie es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Und heute um 15.00 sollten wir ihr alle die Daumen drücken, denn dann hat sie ein Vorstellungsgespräch. Choc – toi toi toi! I love you.

CITIZEN KATE: WOW, SHE DID IT AGAIN

http://www.emirecords.co.uk/quicktime/kate_bush/king_of_the_mountain/index.php?version=6.520&bandwidth=5600

Das erste Auftauchen ihres Gesichts in schwarzweiß – Cathyesk. Der ganze Clip Vintage Kate… Das Tanzen überlässt sie Elvis, aber mit dünkt, „King of the Mountain“ ist erst der Auftakt zu etwas Großem, Magischen, viel weiter Reichenden. Emotional sensuality is back – on a wuthering wind.
Die San Simeon-Flashes sind von großer Schönheit, der animierte King typisch Kate-kindlich und ihre schaukelnden Schultern und das wehende Haar – oh well, she´s Kate! Echter falscher Schnee hat den Glitzerstaub der 90er abgelöst, Gott sei Dank (man hatte ja langsam den Eindruck, woimmer sie auftaucht regnet es pures Gold, aber sie ist ja eine Cloudbusterin und eine Alchimistin des Gesangs sowieso). Im Haar trägt sie kess ein paar Federn – Vorwegnahme der Vogelgesänge, die sie, Berichten und Gerüchten zufolge, auf „Aerial“ anstimmen wird. Das Versteckspiel mit den Hüften wäre vielleicht nicht nötig gewesen, aber alles in allem folgt sie ihrem Weg, sie hat ihn schließlich bereitet, mit brillianter Konsequenz.
Wind, Schnee, Gänse, Kleiderbügel, Big Coat, Big Hair und der King auf nem Schlitten. ROSEBUD!!!

kane