„I´m speechless!“
Archiv des Autors: glamourdick
MÄNNER MACHEN ES MIT FRAUEN SOCKEN CLIPS
„Ich habe eine „S“-Störung.“
„Oh – ich weiß aber nicht, ob ich noch „s“ da habe.“
„Schauen Sie doch mal. Ich nehme sonst auch ein „a“ – ich weiß ja was dahintersteckt.“
Ein brandneues „S“ ziert meine elfenbeinfarbene Tastatur. Es sitzt ein wenig schief, aber wenn man drauftippt, verursacht es ein „s“ auf der Screen. Wie man sich das wünscht.
Seit gestern ist es offiziell: Lara Croft wird einmal mehr ins Rennen geschickt. Ihr Körper wurde etwas athletischer gestaltet und ihre Brust reduziert. Die spinnen, die Amis. Gestern liefen auf meinem Lieblingssender RTL2 ein paar Szene aus dem neuen Game und ich war enttäuscht. Egal – ich habe hier immer noch „Angel of Darkness“ für Mac ungespielt liegen (und will endlich einen G4-Rechner). Da ist sie noch schlank und atombusig und trägt sogar etwas Kajal.
Zur Überschrift: danach suchte jemand bei Google und landete hier.
Madonna hat es ins 21. Jahrhundert geschafft. Ab heute gibt es sie exklusiv bei Itunes. Kaum fällt die Frau vom Pferd lösen sich die Knoten…
HOBBES?
„Allgemeingültige Maximen weltklugen Verhaltens“. So lernte ich einmal die Definition für „Essay“ auswendig und vergaß schon lange, von wem sie eigentlich stammt. Also das Gegenteil von Blogging?
So ein Scheiß kann einem aber auch nur einfallen, wenn die Sonne in der Jungfrau steht.
Apropos weltklug.
I´M SO SORRY
Gestern ist was ziemlich blödes passiert. Nach „Desperate Housewives“ hatte ich plötzlich keine Zigaretten mehr. Und bin zum Automaten. Aber da war keiner mehr. Also bin ich auf die Wiener Straße wo überraschenderweise der Kiosk geöffnet hatte. (Merke bis hierher: Weniger Raucher, weniger Umsatz, längere Öffnungszeiten für Kioskbesitzer.) Ich orderte meine Big Box und der freundliche Kiosbesitzer wollte fünf Euro dreißig. Das sind dreißig Cent mehr als sonst. Dreißig Cent mehr für den Staat, der an einer Big Box schon ca. drei Euro verdient. Diese albernen dreißig Cent legten sich auf meine Stimmung, die sich von einem schtrongen Absolut-Vanille-Vodka noch weiter nach unten schaukeln ließ. „Desperate Housewives“ war auch schon mal lustiger gewesen. Und plötzlich erinnerte ich mich auch wieder an die Absage, die ich am Vormittag für ein einwandfreies Romanprojekt bekommen hatte.
Leider war ich nicht allein in der Wohnung – so musste Rebecca sich meine Tiraden anhören, die schließlich darin gipfelten, dass ich ein Weinglas an die Wand schmiss. Und noch dazu eines, das sie mir erst kürzlich geschenkt hatte. Und weil mein Unmut angesichts der Verhältnisse immer noch nicht adäquat Ausdruck gefunden hatte, wurden meine Tiraden abgründiger, düsterer, kränker. Und heute tut´s mir leid. Die Verhältnisse an sich und auch meine üble Laune. Nach wie vor kotzt mich die Welt gerade an und mir gehen die Ideen aus, sie etwas erträglicher zu gestalten. Aber für Rebecca bin ich dankbar. Thank you for being there, and I´m really really sorry. I love you.
GRAVIS MACHTS MÖGLICH
Mein Powerbook hat ein Problem. Es will nicht mehr mit dem alten „s“ auf der Tastatur zusammen arbeiten. Vielleicht hat das „s“ auch Sehnsüchte und will nichts mehr mit dem Rest des Alphabets und den ganzen Sonderzeichen zu tun haben. In jedem Fall brauche ich ein neues „s“. Und weil ich ja die abgebrühte Welt kenne, in der das „s“, die Tastatur und ich leben, schlussfolgere ich, dass mit dem „s“ auch der Rest der Tastatur ausgewechselt werden muss, damit ich mal eben ein paar Euro ärmer werde und sich die Apple-Leute freuen, mal wieder ein Ersatzteil los zu werden.
Der freundlichen Dame am Gravis-Telefon schildere ich das Problem meines Tapetenwechsel-suchenden „s“. Sie lacht freundlich und sagt, dass man extra für mich ein neues „S“ bereithält. Das kann ich mir morgen abholen. Und in der Zwischenzeit überlege ich mir, welches Schicksal ich dem alten „s“ gönne – schließlich hat es mir all die Jahre einen guten Dienst erwiesen und war immer da, wenn ein Text es erforderlich machte. Danke, liebes „s“. Danke liebes „Gravis“-Team!
SERVICE UNAVAILABLE
RUNNING WILD
Dass die B-Side von „Rocket man“ „Goodbye Norma Jeane“ war und Kate im Rocket-Video diesen süßen kleinen Ukulelen-Tanz macht…, gibt´s noch jemanden, der die hidden hommage mitbekommen hat?

And I think it´s´gonna be a long long time…

A long long time…

Meret Becker trau ich´s zu.
DI HARD
Es hat sich vielleicht schon herumgesprochen, dass der Glamourdick ein großes Herz für Frauen mit großen Herzen (oder anderen Talenten) hat. Gestern, am offiziellen Todestag der bulimischen Prinzessin D. kam nicht nur die frohe Botschaft von Kate Bushs Wiederkehr an sein Ohr, sondern auch ein äußerst scheußliches Bild an sein Auge:

Dodis Vater hat sich nicht lumpen lassen und seiner vermutlich-nie-Schwiegertochter und seinem Sohn ein Denkmal gesetzt. Es zeigt Di- und Dodi-Imitatoren beim Zerrupfen von Geflügel und seltsamer Beinakrobatik. Es steht auf einer Rolltreppe bei Harrod´s. Manche Leute sollten ihre Liebe besser mit großzügigen Geldspenden ausdrücken. Auch gegen einen Blumenstrauß ist nichts einzuwenden.
Und ich hatte immer geglaubt, man könne nicht zweimal tödlich verunglücken…
GLAMOURDICK IN PORNSVILLE, Teil 4 + 5
Kaum, dass man nicht mehr zwanghaft unter Beweis stellen musste, dass Glamourdicks Softporno-Kandidatenauswahl entsetzlich war, wurden einige der ursprünglich angefragten, dann gedissten Darsteller wieder ins Boot geholt. Was Glam und die Queen freute, denn während der Vorgespräche waren in einigen Fällen beidseitige Sympathien festgestellt worden. Insbesondere in dem Zeitraum, in dem Unklarheit über die Engagements herrschte, war Glam täglich mehrfach in Telefonkontakt mit seinen Buster-Boys, zarte Freundschaftsknospen sprossen. Beim Foto-Shooting für die Matrosen-Chanteuse stand er zwei der Boys das erste Mal persönlich gegenüber und war mittlerweile froh, ihnen auch einen Job für´s Feuilleton an Land gezogen zu haben. Ein Dritter der Darsteller (und auch der allererste Bewerber für den Hardcore-Job) lebte in der Straße in der das Büro der Plattenfirma war, in der Glam hauptberuflich tätig war. Geraume Zeit lang kam Glam in den Genuss, mit attraktiven gut gebauten Männern durch den Bergmann-Kiez zu flanieren und sich über Sinn und Zweck von Pornografie, Buddha, Hunde und Kunst auszutauschen. Die Queen hatte einmal gesagt „Für mich war Porno das gleiche wie Punk. Rebellion“. Und auch Glams Einstellung zur Pornografie war (und ist ungetrübt): eine radikale Unterhaltungsform, die es den Darstellern ermöglicht, ihr Ego dadurch zu befriedigen, dass unzählige Menschen im Dunkeln Hand an sich legen. „All those faces out there in the dark…“ And all those erections, auf welche Norma Desmond nicht eingegangen ist.
Teil 5
Der erste Drehtag kam. Und mit ihm der erste laute Krach. Die Produktion hatte einen Kameramann aufgetrieben, der nicht nur wenig Ahnung sondern auch ein äußerst unangenehmes Wesen besaß – alles Konditionen, unter denen sich im Notfall arbeiten lässt. Doch er beging zwei Sünden: er maßregelte die Queen vor dem gesamten Team und er machte ein beschissenes Licht. Das ging beides nicht. Schon eine der Sünden wäre zuviel gewesen. Aus dem Borchardt gingen nach Drehschluss SMS-Bombardements an die Produktion, dass es Tote geben würde, wenn dieser Mensch es am nächsten Tag wagen würde, auch nur ein Wort an die Queen zu richten. Aber ich nehme vorweg…
Am ersten Drehtag drehten wir mit einem Pornoprofi aus Frankfurt am Main. Die Interviews verliefen locker, spaßig und für alle Beteiligten zufrieden stellend. Dann jedoch kam der Dreh, der uns in punkto Absurdität auf die folgenden Drehtage einstimmen sollte. Im Fitnessbereich eines Hotels, bei dem man nicht eben von Weltklasse sprechen kann, trafen der Pornoprofi und der Pornoneuling (ein Franzose mit ungewaschenem Haar) aufeinander und sollten unter Verwendung der vorhandenen Fitnessgeräte Sex simulieren. Dem Umstand entsprechend, dass verärgerte Hotelgäste lautstark Einlass ins Gym begehrten und die Dreharbeiten mehrfach unterbrochen werden mussten, verlief der Dreh recht gut. Erstmals in seinem Leben war der Dick anwesend, während ein Filmteam zwei Männer beim Simulieren des Geschlechtsaktes in diversen Positionen filmte. Kaum, dass sich beide Darsteller entkleidet hatten, begann der Pornoprofi damit, mit seinem Glied zu spielen und auf diesem Wege in kürzester Zeit eine stattliche Erektion zu produzieren. Erwähnte ich, dass wir ein SOFT-Format drehten? Dreh und Angelpunkt (bzw. Achse) in der Unterscheidung zwischen Erotik und Pornografie ist die männliche Erektion. Verboten, verboten, verboten. Doch niemand schien sich zu trauen, den Profi auf die Erektionsproblematik aufmerksam zu machen und so blieb es Aufgabe des Kameramannes, durch geschickt gewählte Einstellungen den Ständer zu verstecken und Erotik zu definieren.
Während die Darsteller nun verschiedene Stellungen vorführten, war es die Aufgabe der Queen, scharfsinnige Fragen über die Fähigkeiten des Newcomers an den Profi zu stellen, der immer noch über eine beachtliche Erektion verfügte, die sich partout nicht aus der Ruhe bringen ließ, nicht einmal durch die Anwesenheit einer Frau beim (vermeintlichen) Vollzug des homosexuellen Geschlechtsaktes. Da der französische Anfänger nur „Ja“ und „Nein“ auf Deutsch konnte, sparte man komplexere Fragen aus. Immerhin konnte er freundliche lächeln und machte nicht den Fehler, beim Pornokuss sichtbar an der Zunge des Gegenübers zu lutschen. Allerdings beging er eine andere klassische Porno-Sünde: er behielt die Socken an. Der Drehtag endete mit dem Dreh eines Erotik-Clips, bei dem die Anwesenheit weder für den Dialogue Coach, noch die Porno-Queen erforderlich war. Gut so –denn der Kameramann hätte keine weitere Stunde überlebt (siehe oben). Zwischen SMSen aus dem Borchardt wollte der Dick, dem ja die Pornografie ein neues weites Feld war, eine Frage beantwortet wissen.
„Sag mal – ist es eigentlich üblich, dass männliche Darsteller sich auch in Drehpausen fortwährend den Penis steifhalten?“
(Denn insbesondere ein Bild geht dem Dick von diesem ersten Drehtag nicht mehr aus dem Kopf: der männliche Porno-Profi – in der rechten Hand seine Erektion, in der linken ein Käseschnittchen, wie er sich bei der Queen nach ihren Hunden erkundigt.)
„Ich habe mich auch gewundert – zumindest beim Essen hätte er ihn aus der Hand nehmen können…“
WHEN I WAS A CHILD, RUNNING IN THE NIGHT
1978. War mit Katrin L. spielen, weil die sich mit Manuela P. gestritten hat. Sonst wollen die nie mit mir spielen, hatte ich also Glück. Bei Katrin L. haben wir dann das Zimmer ihres großen Bruders durchsucht und alle seine neuen Platten gehört. Da war eine Single dabei, und ich glaube ich habe mich verliebt. Die Sängerin kommt aus England und heißt Kate Bush. Sie ist auch noch ganz jung.
Habe mir von meinem Taschengeld die LP-Schallplatte von Kate Bush gekauft und mir dann von meiner Schwester die Englischbücher geholt. Will wissen, was die singt, aber eigentlich ist es egal, weil die Stimme ist ja auch so sehr schön. Was wohl „I´m 2D after a push and pull-feeling“ bedeutet?
Habe mit Bleistift das Cover abgemalt. Ist ganz gut geworden. Tante Rosa freut sich, dass ich junge Frauen male.
Nochmal 1978. War mit Mutti in der Metro. Kate Bushs neue Platte gekauft. „Lionheart“. Ist ganz toll. Ich könnte mich vielleicht mal als Kate Bush verkleiden und mit „Coffee Homegound“ auftreten. Tante Rosa hat ja bald Geburtstag.
1980.„Babooshka“ war heute im Fernsehen. Ich hatte eine richtige Gänsehaut, wie Kate Bush das Lied gesungen hat. Es war ein Video-Clip! Schade, dass es kaum Sendungen gibt, wo man solche Video-Clips sehen kann.
1982. Andrea W. ist von ihrem Freund sitzen gelassen worden und wir haben den ganzen Nachmittag in ihrem Zimmer geraucht und „The Dreaming“ gehört. Alle finden die Platte doof, nur Andrea und ich nicht.
1985. Höre schon seit Wochen nichts anderes als „Hounds of Love“. Bei „Cloudbusting“ muss ich jedes Mal an Edward denken, der jetzt auch schon lange nicht mehr geschrieben hat. „I´ts you and me… Eddie…“. Ich glaub ich färbe mir mal die Haare rot wie im „Hounds of Love“ Video.
1988. Anke hat mir die komplette „Sensual World“ Deko aus dem Plattenladen geschenkt. Was soll ich mit dreißig LP-Covern?? Aber ist ja nett gemeint. Bei „This woman´s work“ muss ich heulen. Das Lied, wo jemand, den ganzen Tag nur vorm Computer sitzt find ich ziemlich albern. Aber wie Kate durch diesen Wald läuft und einen Text singt, bei dem ich GAR nichts verstehe – traumhaft schön. Man weiß nicht wo sie ist und was sie da macht, aber man will da unbedingt auch hin. Stepping out of the page into a sensual world.
1993. Ich liebe Kate Bush. Was haben die Leute gegen „The Red Shoes“? Okay, dieser permanente Glitzerstaub in den Videos nervt, aber hallo – wer macht seit 15 Jahren eine geniale Platte nach der anderen, wenn nicht sie? Take me up to the top of the city… You´re the only one I want. I think about us lying, lying on a beach somewhere… Und wenn ich 15 Jahre auf die nächste Platte warten müsste, die Frau ist und bleibt in meinem Herzen.
2005. Manuela P. trafen meine Eltern dieses Jahr bei ihrem Ostseeurlaub. Andrea W. ist verheiratet und lebt in Goslar. Tante Rosa verstarb 1985. Edward, meine erste große Liebe, rief mich zuletzt im vergangenen Sommer an – der Kontakt ist nie abgerissen, and I WON´T forget. Auch aus ihm ist nichts geworden. Katrin L., die immer meine Lieblings-Spielkameradin war, vielleicht, weil ich durch sie zu Kate Bush kam, ist vor ein paar Jahren gestorben. Sie war unter 30.
