Shirley MacLaine war lange Jahre eine große Heldin für mich. Wenn ich „Sweet Charity“ sehe, „Postcards from the Edge“ oder „Das Apartment“ kann ich nachvollziehen warum. Dazu kamen noch die Eso-Bücher die mich ein paar Jahre lang begleiteten und mir Hoffnung vermittelten, als ich noch an Glauben glaubte. Und dann war da noch die TV-Show „Illusions“, in der Shirley sich selbst spielte – als Künstlerin, Tänzerin, Schauspielerin, Autorin und Sängerin (ich gehöre zu den ca. 12 Menschen weltweit, die sogar ihre CD besitzen, aber ich habe auch die von Goldie Hawn und Bette Davis). Diese TV-Show konnte ich sprichwörtlich und sprechgesanglich auswendig. Sie half mir über meinen ersten Ferienjob in einer Fabrik, in der ich vier Wochen lang Gummiränder auf emaillierte Industriewaschbecken aufzog. An Highlight-Tagen durfte ich Emailtropfen aus den Becken schleifen! Während dieser –sagen wir- repetitiven Tätigkeit, die stets von unsagbar sexistischen, versauten, rohen, ekligen, mich-für-immer-prägenden dummen Sprüchen der Mitarbeiter begleitet war, sang-sprach ich innerlich arbeitstäglich die „Illusions-Show“ auf. Mit Moderationstexten und Songs! Bei 8 Arbeitsstunden und einer 45minütigen Sendung also … rechnet doch selbst. Bis heute verfolgen mich Textpassagen in Shirleys Intonation wie „George Bernhard Shaw and John Lennn both expressed a similar sentiment“ oder „I´m a person too. I´m a human. A someone. To me I´m important. Not something you spit on or hide in the corner. I´m a person, too.“ Ihre amerikanisierten Versionen französischer Chanson-Klassiker (und solchen, die es beinahe geworden wären) gehen mir nicht aus dem Kopf.
20 Jahre später ist Shirley auf die Rolle der „verrückten Alten“ abonniert Manchmal auch noch in Filmen. Sie hat ein Buch herausgebracht, das ihr Jack-Russell-Terrier über sie geschrieben hat. In einem anderen (ansonsten sehr schönen ) Buch über den Jakobsweg berichtet sie von ihrem Besuch des versunkenen Atlantis. Ein befreundeter Fotograf bezeichnet sie als die schrecklichste, übelste Heuchlerin, die er je ablichten musste. And Joan Rivers (das ist die amerikanische Comedienne, bei der die Vogelgrippe Désirée Nick 98% ihres Programms klaut) expresses a similar sentiment. Joan berichtet von ihren Erlebnissen als Opener für MacLaine in Las Vegas. Zum Ende der Spielzeit war es üblich, dass der Star seiner Crew ein Geschenk macht. Angesichts der Unsicherheiten in der Entertainmentbranche war das in der Regel ein Geldbetrag. Shirley MacLaines Crew bekam signierte Nagelpflege-Etuis. Sweet Charity, indeed.
„And first thing tomorrow morning: do something outrageous!“ (Regieanweisung: putzige Fratze schneiden und Schultern hochziehen.)
Archiv des Autors: glamourdick
WAHRE FARBEN
Grad denk ich mir, was für eine schöne Geschichte so ein virtuelles Logbuch ist und möchte dem positiven Gefühl demütig Ausdruck verleihen. Veröffentlichen ohne Verlage, ohne Vorgaben, ohne Verkaufsdruck. Keine Kriterien außer meinen. Okay, gibt kein Geld für. Aber Freude geht auch ohne Geld.
Ich kann meine Elefantengeschichten loswerden und mich daran freuen, dass sie jemanden interessieren, aber selbst wenn nicht, wäre es egal – denn Gajneesha hat ein Auge auf mich, this I know. Ich kann Porno-Erfahrungen neben Gralsreisen stellen, von Crazy Ladies berichten, deren Wirken und Sein zu schade sind, um vergessen zu werden, kann mich an Erlebnissen hoch- und Begegnungen runterziehen, kann aufkochen, auftischen und abräumen, Kate Bush und Cyndi Lauper preisen und dreimal mit den Hacken klacken. A laugh and a cry and a tap to the foot. Plus: Slinky dicks galore!
Und was wäre all dies ohne die Kommentatoren, deren Seiten ich zur Inspiration, zur Freudfindung, zur Provokation und zum puren Genuss täglich entlang wandere. Und auch den unkommentierenden Lesern (ick hab doch ´n Counter – ihr entgeht mir nich) hiermit ein herzlicher Dank.
Barbies, Kens: Your true colors keep shining through. Beautiful. Like a rainbow.

(Links Bonnie, mittig Kate, rechts Clyde: These are a few of my favourite things. Kate Bush würde ihre Hunde bestimmt NICHT in New Orleans zurücklassen. Oder ihre Elefanten im brennenden Zirkus.)
THE SPIDER „LOVE“
Es ist schon das zweite Mal innerhalb der letzten drei Jahre, dass es die vermutlich dickste Spinne Berlins auf meine Terrasse verschlägt. Gerade jetzt sitzt sie in ihrem Netz vor dem Fenster, so dass ich ihr fasziniert angeekelt zuschauen muss, wie sie ein mittlerweile unkenntliches Insekt von ebenfalls beträchtlicher Größe einspinnt und in Kürze in ihre Speisekammer abtransportieren wird, sich aber schon bei der Spinn-Aktion unglaublich genüsslich Zeit lässt. Ja, es wird Herbst da draußen.
Und warum bloß fällt mir gerade jetzt ein, dass mir gerade jetzt immer wieder die Frage gestellt wird, ob ich eine Beziehung habe. Und dass von mir erwartet wird, dass ich mich dafür entschuldigen muss, dass ich nicht Bestandteil eines Paares bin. Heute fragte mich sogar jemand, ob es daran liegen könne, dass ich meinen homophoben Selbsthass auf potentielle Partner projiziere. (Wer mich kennt, muss jetzt lachen.) Fragt Ihr nur, denke ich dann, ich werde frisch und glücklich verliebt sein, wenn Ihr Euch schon längst wieder satt habt und an „frisch“ nicht mehr zu denken ist.
SETTING FREE THE ELEPHANTS
Angesichts des Lupe-Velez-Todesbeitrages berichtet die Spreepiratin von einem sukrillen Todesfall: ein Tierpfleger erstickte am Kot seines zu pflegenden Elefanten. Ich denke da wird sich der Elefant sicher etwas bei gedacht haben. Sind ja sehr intelligente Tiere. Habe erst kürzlich im Wartezimmer meiner Ärztin die ganzen Peta-Flyer durchgelesen und bin der Meinung, dass man alle Elefanten aus Zirkussen und Zoos befreien sollte. Die werden normalerweise 70 jahre alt, in Gefangenschaft eher 30. Und auch wenn es zu meinen schönsten Erinnerungen zählt, in Zürich mit der Porno Queen Taxi zu fahren, während neben uns ein Elefant seinen Morgenspaziergang macht, würde ich auch Zirkus Knie bitten, seine Elefanten laufen zu lassen. Die könnten ja Stephanie ausstellen. Irresistibel, der Gedanke. Ganz zu schweigen davon, dass Autofahrer angehalten wären, vorsichtiger zu fahren, denn wenn man einen Elefanten anfährt, dann erzürnt man die Elefantentanten.

Und dann gibt es noch die ganz entsetzlich traurige Geschichte, die man in Stewart O´Nan´s „Circus Fire“ nachlesen kann. Im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts war es für Wanderzirkusse üblich, die Zeltdächer mit Paraffin gegen Regen zu imprägnieren. Es kam zu einigen legendären Bränden. Die Geschichte, die mir das Herz zerrissen hat, ist die von der Elefantentruppe, die in ihrem Stall ausharrte, trotz Feuer, weil sie auf das Kommando ihres (schon verbrannten) Pflegers warteten. Die haben es mit der Loyalität übertrieben und sind geradewegs in den Tierhimmel gekommen, wo sie sich mit Bambis Mutti und dem Hund meines Ex angefreundet haben.
GLAMOURDICK IN PORNSVILLE, TEIL 666 Where Glam attacks the Satanical Scriptwriter
Der zweite Dreh findet an einer schrecklichen Location in Weißensee statt – der „Fotofabrik“, der man ansieht, dass hier hauptsächlich ein Genre produziert wird: Hardcore. Man sieht es nicht nur – man kann es förmlich riechen… Zur Mittagszeit stellt der Dick fest, dass sein Portemonnaie weg ist. Mit Bargeld, allen Karten, Ausweisen, Führerscheinen. Die ausführende Produktion zeigt wenig Mitleid, ich glaube sogar das eine oder andere hämische Lächeln zu sehen. Dolly und ich spekulieren, wer der Dieb wohl sein könnte – ist er unter den Darstellern (die wir beide mögen) zu vermuten? Ausgeschlossen. Der Pizzaboy? Es kann nur der teuflische Kameramann sein, der auch noch ganz demonstrativ sein eigenes Portemonnaie auf dem Tisch liegen lässt. Das Schwein.
Neben den üblichen Sex-Simulations-Sequenzen muss die Queen heute auch den Einspieler für eine einzigartige Rubrik abdrehen: die Anmoderation der Erotik-Clips, die die Darsteller in ungestörter Soft-Action zeigen. Der „Drehbuchautor“ hat wunderbare Geschichten für diese Moderationen geschrieben:
„Es war einmal ein Manager, der nach einem gestressten Arbeitstag endlich in seinem Hotelbett die Beine hochlegen und nach dem Pagen klingeln kann…“ Die Texte sind allerdings auch nicht peinlicher als die Erotik-Clips, die darauf folgen.
Als Dialogue-Coach schlägt der Dick eine Textänderung vor. Anstatt „Hallo meine Lieben, hier ist wieder Eure Porno-Queen mit ihrer schwulen Märchenstunde“ (!) ändern wir minimal: „Und wenn Ihr dachtet, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, dann muss ich Euch enttäuschen, denn jetzt liest die Buster auch noch Märchen vor“. Endlich haben wir den perfekten Ton für die perfide Show gefunden. Von nun an wird hardcoremäßig improvisiert und ironisiert.
Die Produktion ist not amused. Der „Drehbuchautor“ schürzt ob der methodischen Improvisation die Lippen und hebt bei jedem Abweichen von seinem Text den Finger.
„Es dauert viel zu lange, wenn ihr den Text ändert und dann auch noch einprobt. Wir hatten erwartet, dass die Queen ihren Text drauf hat.“
„Vorsicht Freundchän!“ Der Kameramann duckt sich.
„Und wir hätten einen Text erwartet, bei dem man nicht unfreiwillig lachen muss. Und zwar nicht erst einen Tag vor dem Dreh.“ Ich bin Dialogue-Coach, ich darf das sagen.
Als ich nach Hause komme klebt an meinem Briefkasten ein Zettel mit der folgenden Notiz in einer optimistischen Frauenhandschrift:
„Hallo Glamourdick, ich habe DeinPortemonnaie gefunden. Du kannst es in der XY-straße abholen.“
Meine Erleichterung wird durchsetzt von feinen Fäden Schuldgefühls dem Kameramann gegenüber, die ich zu einem Zopf flechte, abschneide, und in den Papiermüll werfe, der praktischerweise direkt unter den Briefkästen steht.
LA LUPE
„The first time you buy a house you see how pretty the paint is and buy it. The second time you look to see if the basement has termites. It’s the same with men.“
(Lupe Velez)
Wie sagte Patsy Stone einmal zu Edina Monsoon „Put them in the bowl, Dear“. Aus gegebenem Anlass hier ein Akimbo von Lupe Velez, die in ihrer Kloschüssel ertrank, anstelle, wie geplant, durch eine Überdosis Seconal zu sterben. Merke: Seconal nie auf vollen Magen, sonst Brechreiz. Brechreiz in Verbindung mit Seconal-Halbkoma und rutschigem Badezimmerläufer = unglaublich bescheuerte Todesursache, die legendärer sein wird als ein paar Hollywood-Filme in den 30ern und 40ern. Ansonsten bemerkenswert zu Lupe: sie war mit Johnny Weissmueller verheiratet und hat in einer tatsächlich unglaulich witzigen slowburn-Sequenz von Oliver Hardy mal ein rohes Ei an den Kopf bekommen. Oder war es in den Schuh?

SOUNDS OF SILENCE, BAYERN 3
Was wäre eigentlich so schlimm daran, zu zu geben, dass jemand einen Schlaganfall hatte? „Verstummt über tragische Anlässe“ ist natürlich von viel größerer tragischer Bandbreite. Vor allem im Süden der Republik, da unten im Freistaat. Das erinnert mich an die Schauspielerin, die behauptete, die eigene Tochter zu sein, weil sie nicht zugeben wollte, wie alt sie wirklich ist (das Motiv hat Thomas Tryon zu „Fedora“ gebracht, was widerum Billy Wilder verfilmte.)
Und eines will/muss ich Schuermi lassen – für eine Frau über 70 sieht sie tadellos aus. Und natürlich hat sie mein Mitgefühl.
NACHMITTÄGLICHER NACHTRAG:
Und natürlich entschuldige ich mich hiermit bei allen Googlern, die die Wortkombi „Schuermann, verstumm“ getippt haben und bei mir gelandet sind für die Respektlosigkeit meiner Beiträge. Und sage noch einmal: Was ist so schlimm daran über 70 zu sein und zu gestehen, dass man einen Schlaganfall hatte? (Wenn man nicht sprechen kann, dann kann man das Geständnis ja schriftlich geben.) Und wie, so frage ich mich heute, sehen die Telefonate zwischen E. Herman und Schuermi aus, bzw. wie hören sie sich an???
Aber jetzt, versprochen, hier mein letztes Wort zum Themenkomplex stumme Schuermi: Wort.
VON SAMEN ZU SCHWEIGSAMEN
Oops, I did it again. Den Tee ins Milchkännchen geschüttet anstatt in die Tasse. Egal. Kann ja mal passieren.
Nicht vergessen heute abend, 19.30 Uhr Bayern 3! Schuermi!

A GLAMOUROUS FOUNTAIN OF JOY
Gestern die Schlachtensee-Saison beendet. In vollem Wissen, dass es das jetzt mit dem Sommer gewesen sein würde, habe ich mit Lucky noch einmal das Boot startklar gemacht und den Anker (den er liebevoll „Engelke“ nennt) geworfen. Idylle pur. Sowas krönt man am besten mit einem Essen im Mirchi an der Oranienstraße wo man in einem mit bunten Fahnen und funkelnden Fackeln bestückten Garten sitzt und instant holiday feelings bekommt. So auch gestern. Doch dann wurden wir gierige Zeugen einer Unterhaltung am benachbarten Vierertisch.
„Ich bin so wütend geworden – als ob es alles an meinem Samen liegen soll!“
„Als ob er unfruchtbar sei – stellt Euch mal vor!“
„Als ob ich unfruchtbar sein soll. Dabei weiß doch jedes Kind, es ist erwiesen. Erwiesen. Selbst wenn der rechte Hoden kein lebendiges Sperma mehr produziert – der linke kann noch völlig normal arbeiten!“
„Er ist von Arzt zu Arzt wegen seines Spermas.“
„Von Arzt zu Arzt Proben abgeben. SO EINE WUT hatte ich.“
„SO ein Hals!“
„Alles war nur noch Samen. Tag und Nacht.“
„Du denkst ja an nichts anderes mehr.“
Die Gabel, die auf halbem Wege zum Mund war wird zurück auf den Teller gelegt, weil ich mich nun auch aufgefordert fühle. Gemeine Themen in vollen Restaurants sind mein Steckenpferd.
„Lucky, sag mal ganz ehrlich, fragt man Dich in letzter Zeit auch immer wieder ob Du ein Tröpfler oder ein Sprudler bist?“
„Immer öfter.“
„Ist das eine Alterserscheinung? Ich musste letztens ein Video als Beweis mailen, weil jemand Zweifel daran hatte, ob ich wirklich ein Sprudler bin.“
„Rechtsdrehend oder Linksdrehend?“
„Vorwiegend rechttsdrehend.“
Die Kellnerin kommt mit einem Mai Tai und einem Bombay Nights.
„Hat der Bombay Night Ananassaft?“ frage ich die Kellnerin.
„Ja. Ananassaft.“
„Ist sehr gut für den Geschmack“, sage ich und proste dem Mann mit dem einen funktionstüchtigen Hoden zu, während Lucky eine äußerst obszöne Geste mit der Zunge in seine Richtung macht, die vom Tagesspiegel-Verkäufer und der Kellnerin imitiert wird. Es hat mal wieder geklappt. Nach einem erstaunlich langen Contenance-Findungs-Aufenthalt auf dem WC (oder der Anbgabe einer Probe?) kehrt der Einhodige zurück. Und wechselt das Thema. Eine bislang stumm gebliebene Dame vom Vierertisch klatscht kurz in die Hände und schaut dann betreten und ertappt auf ihren Teller.
BÄRBEL, HEIKE, PETRA, ABER VOR ALLEM BÄRBEL
Man könnte über den 11. September schreiben, über Las Vegas oder die Wahlen. Aber weil ich gestern Johannes Boulevard Kerner gesehen habe, schreibe ich lieber darüber, denn da saß sie, die ich lange vermisste: Bärbel Friedmann, ehemals Schäfer.
Als ich im Jahre 1999 die schlimmste Trennung meines Lebens durchlebte, tat ich ein paar Tage lang das, was Kate Bush sieben Jahre lang durchgehalten hat: im Bett bleiben und schlechtes Fernsehen sehen. Die Daily Talk Shows rauf und runter. Ich muss gestehen schon nach dem zweiten Tag meine Favoritin gefunden zu haben. Die eine Moderatorin, die Ironie, Zweifel und aufrichtige Bestürzung über ihre verunfallten Gäste (Kandidaten?) mit ins Spiel brachte: Bärbel. Und muss auch gestehen, dass ich schon am dritten Tag meines Daily-Talk-Konsums ein Exposé für ein Buch über Daily Talk angefertigt hatte und wiederum wenige Wochen später im Flugzeug nach Köln saß, auf dem Weg zu Bärbel. Nein, nicht in die Sendung, sondern in die Redaktion, um ihr mein Projekt vorzustellen.
Als sie lebendig vor mir stand, jagte sie mir zunächst einmal Angst ein. Sie ist groß, hat einen wuchtigen Körper und einen funkelnden Blick (aus Eisaugen,) der töten kann, weil er schon viel gesehen hat. Meine Angst erkläre ich im Nachhinein mit dem Aufflammen einer seinerzeit noch schlummernden Sozialphobie, einer übergroßen Befürchtungshaltung fremden (und manchmal vertrauten) Menschen gegenüber, ausgelöst seinerzeit von der brutalen Trennung.
Weil Buchprojekte mit Promis die Tendenz haben sich zu verzögern schrieb ich, auf Bärbel wartend, flugs ein Werk über schwule Beziehung und Trennung, das sich recht erfolgreich verkaufte. Ich traf Bärbel noch einmal in Berlin, aber irgendwie hatte keiner von uns mehr Lust auf ein Buch über Daily Talk. Aber bevor wir uns aus den augen verloren schrieb Bärbel den Klappentext für mein Trennungsbuch, der vielleicht nicht unmaßgeblich am Erfolg des Werkes teilhaben sollte. „Die Liebe ist das einzige Märchen, das nicht mit einem „Es war einmal“ beginnt, sondern endet“.
Jetzt ist Bärbel bei Kerner und stellt einen Roman im Stile von „Sex and the City“ vor. „Pass auf Bärbel,“ möchte ich ihr zurufen, „Prominamen und Romane – das geht nur selten gut!“. Und gleichzeitig sehe ich sie und denke, wer diese Frau zum Freund hat, hat einen Freund für´s Leben. Und ob ihr Buch nun gut läuft oder schlecht – das ist scheißegal. Heike Makatsch war auch da, wird auch immer großartiger. Und eine Tragödie wie die um Petra Schürmann, die aus Trauer über den Tod ihrer Tochter ihre Sprache verloren hat, kann es auch nur in Bayern geben – das hat Ludwigsche Ausmaße! Warum gibt Kerner nicht seinen Stuhl an Bärbel ab? Mit Bärbel würde Petra vielleicht reden. Mit Bärbel würde ich täglich zuschauen. Sogar die Kochsendungen. Und mich um einen Redaktionsjob bewerben. Und dann vielleicht darüber ein Tell-all-Buch schreiben. Zusammen mit Heike?