Archiv des Autors: glamourdick

KATE BUSH AVAILABLE ON ITUNES

Gerade wollte ich über die Unflexibilität von Itunes meckern, dem Apfelhändler, der seine lückenhafte Bibliothek nur einmal wöchentlich aktualisiert, da stolpere ich in meiner Suche über etwas historisch Bewegendes: „King of the Mountain“ von Kate Bush ist nun doch als Download available. Und dabei ist nicht einmal Dienstag!! (Eigentlich sollte die Single in Europa erst in vier Wochen auf den Markt kommen. In den Staaten ging sie vor ein paar Tagen online. Danke, Apple – ich sag nie wieder was Böses über Euch!)
Kate Bush´s new single „King of the Mountain“ is now available on European Itunes, Darlings! Celebrate!

P.S.: „Citizen Kane“ gibt es bei amazon.de gerade für € 7,-. Anschaffen!

CH CH CH CHANGES

Ich schlafe eigentlich ganz gut. Schlafe gut ein, wache auf kurz bevor der Wecker klingelt. Nicht gestern. Gestern abend habe ich nämlich eine Veränderung erlebt, die mich nicht einschlafen lässt und dann, nach zwei Stunden Schlaf, wieder aufweckt. Mit einem komischen Gefühl von „da war doch was“. Ja. Hollywood. Hätte ich mal Helsinki genommen. Oder Stockholm. Es nützt nichts, es ist noch dunkel, ich muss wieder einschlafen. Das Abendlicht hatte alles so rot erscheinen lassen. Ich wache wieder auf, es ist hell draußen, ich habe ein flaues Gefühl im Magen. Knie weich, als ich aufstehe, vor den Spiegel gehe – da bin ich. Blond. Weil ich es mir wert bin.

lowie

MARILYN IN LONDON – DIE FAST VERGESSENE REISE

Hinter Marilyn geht die Sonne unter. Der Horizont hinter ihr teilt ihr Gesicht. Die rechte Hand hat sie an einem der Zöpfe der nicht besonders aufwendig gearbeiteten Perücke, die sie in „The Misfits“ nun mal trug. Ihr Blick ist traurig, mehr als traurig. Ungläubig, vor allem verängstigt, verstört, als habe sie eine Vorahnung, was die nächsten zwei Jahre bringen sollen: Zerschmetterte Herzen und unekstatische Pillen/Champagner/Vodka-Exzesse, eine Karriere, die pressetauglich aufs Eis inszeniert wird und der vollständige Zusammenbruch. Besoffen an fremden Swimming Pools mit Menstruationsblut auf dem Bademantel. Tod.
Ich stehe vor diesem Foto, es ist 1987 und die Knoedler Gallery in London veranstaltet anlässlich des Book-Releases von „Marilyn: An Appreciation“ eine Ausstellung der Magnum-Fotografin Eve Arnold. Ich bin in meinem letzten Teenage-Jahr, ein emotionaler Androgyn, der schon den Kontakt zu dem Kind verloren hat, das er einmal war und noch nicht weiß, was aus ihm im Erwachsenenalter werden soll. Geplant ist erstmal eine Lebens-Laufbahn von 36 Jahren. Ohnehin ist alles was jenseits der 25 liegt unvorstellbar alt.
Ein anderes Farbfoto zeigt Marilyn an einer Hauswand lehnend, in dem weißen Kleid mit den Technicolor-roten Kirschen, die man in „Misfits“ nur erahnen kann, ist ja ein Schwarzweißfilm. Ihre Hände sind auf Geschlechtshöhe verschränkt, der Kopf ist leicht geneigt und Augen und Mund sind geschlossen. Lämmer und Schlachtbänke. Sie sieht vor ihrem inneren Auge die Ehe mit Amerikas berühmtesten Dramatiker Arthur Miller scheitern, im Grunde ist schon alles vorbei, man bleibt nur zusammen um irgendwie dieses Machwerk von Film hinter sich zu bringen, das er ihr nach mehrjährigem Writer´s block (it´s not easy being the codependent of a Hollywood-Goddess) runtergekritzelt hat. So sieht sie das. Eine üble Parabel auf ihr Leben als Nutte des Ruhms und eine Heiligsprechung des letzten Amerikanischen Mannes. Dem bricht die Nutte das Herz und das Rückgrat und sie steigt in seinen Pick-up-Truck. Äußert den Wunsch, dass doch irgendwann einmal auf der Welt ein Kind geboren werden müsste, das ohne Angst aufwächst. Unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich. Kaputte Romantik, der Tod der Ironie vorweggenommen.
Nach der Ausstellung treffe ich Edward. Meine erste große Liebe. Ich habe ihn zwei Jahre nicht gesehen und in dieser Zeit nicht aus dem System gekriegt. Zwei Jahre unglücklich verliebt sein geht vielleicht wirklich nur im Alter zwischen 17 und 19. Danach verhält es sich wie mit Frivolität bei Senioren – a big No No. Edward ist ohne Obdach und mit seiner Freundin Sarah unterwegs. Sie trägt eine Tasche wie die von Mary Poppins. Mein Herz, schon ziemlich angeknackst von zwei Jahren Sehnen bricht wie ein rohes Ei auf Küchenkacheln (Danke, Douglas Coupland.). Im Criterion am Piccadilly Circus sehe ich eine Frau in einem Tippi-Hedren-Kostüm. Eine halbe Stunde später auf dem Piccadilly Circus rennt diese Frau vor zwei Polizisten weg. Sie stürzt. Sie ist tot.

Erst als ich London einige Jahre später das nächste Mal besuchte, kam ich wieder mit Edward zusammen. Madonna sang „Open your heart“ und „Express yourself“ und das taten wir. Als wir nach 5jähriger Pause endlich wieder Sex hatten, riss ich mit meinem Fuß ein ziemlich beladenes Regal um. (Bei unserem allerersten Sex war ein Bett zu Bruch gegangen).
London ist für mich immer das Sinnbild auswegloser, außer sich geratener Gefühle geblieben. Ich war jetzt mehr als zehn Jahre nicht da und verspüre auch keinerlei Lust. Es sei denn, Kate Bush tritt auf. Und, ja – natürlich würde ich mich dort mit Edward treffen, aber es wird nichts laufen. Versprochen.
misfits

GLAM BELIEVES IN KARMA

Lieber Dominik Wiktor XieraX.
Das dachte ich mir, dass Du irgendwann mal Deinen eigentümlich buchstabierten selbst gewählten Namen googlest. Wir sind ja alle nicht frei von Eitelkeit. Und wenn Du schon mal hier bist, möchte ich Dir sagen, dass die ca. 1000 Euro, die Du mir schuldest, mir in den letzten Jahren ein paar Mal sehr sehr gefehlt haben. Na, wie fühlt sich das an?
Herzlichst,

Glam

SAMSTAGS SICH LIEBENDE LIBELLEN

Mein lieber kleiner Ipod beschallt mich, während ich mit nackten Füßen im Gras des vielleicht hässlichsten Park Berlins sitze und mich über die Funktion von Musikverlagen informiere. Musikrechte sind wie eine Immobilie, lerne ich, die nie an Wert verliert. Da wünsche ich mir, ich hätte „Happy Birthday“ oder „Live is live“ geschrieben oder dass ich meinen potentiellen Hit-Song „Doris Day“ ins Schwyzer Dütsch übersetzt hätte, denn dann hätte ich längst ein Schweizer Konto.
Zwei poppende Libellen fliegen an mir vorbei, vielleicht ist es auch eine siamesische Zwillings-Drachenfliege, man weiß es mangels des Studiums von Präzedenzlibellen nicht. Und „poppen“ ist bestimmt der falsche Sprachgebrauch, denn es hat etwas sehr lyrisches, lichtes, wenn Libellen Liebe machen.
Ich freue mich an Keane und Nephew (eine ganz unglaublich gute dänische Rockband). Und dann wählt der Pod, wie eigentlich immer, „Running up that hill“. Heute morgen bei einem Gay Dating Server, habe ich einen sehr netten jungen Mann zum Weinen gebracht, indem ich ihm den Link zur BBC2 verriet, wo man an diesem Wochenende noch Kates neue Single anhören kann.
Alles was fehlte, war Prosecco auf Eis und ein Liebhaber, aber der Park ist ja gleich um die Ecke, mittendrin ein nettes Restaurant. Und daneben im Gras probten noch vorhin zwei begeisternd gebaute Tänzer freien Oberkörpers eine Choreographie, die sich stilistisch an einer mächtigen Keilerei orientierte. Was ich sagen will – der Tag ist noch nicht vorbei. Der Sommer auch noch nicht. Aber wenn er geht, dann habe ich ihm auch nichts weiter vorzuwerfen.

WHO THE FUG IS ROSEBUD

Die Platte ist noch nicht auf dem Markt und schon wirft sie viele Fragen auf. Vornehmlich: Who or what is „rosebud“, den Kate Bush in „King of the Mountain“ Elvis Presley an die Seite dichtet.
Hat denn keiner von Euch Bloggern die filmlegende „Citizen Kane“ gesehen? Orson Welles Meisterwerk über den Medienmogul Kane, dessen letzten Worte „rosebud“ lauten. Den ganzen Film über soll die Frage beantwortet werden, die ich auch in dem Titel dieses Postings aufwerfe. Es stellt sich heraus, dass „rosebud“ der Name von Kanes Schlitten in Kindertagen war. Und bei allem Besitz, den er angehäuft hatte, galten seine letzten Worte dem kleinen „rosebud“.
Die Figur des Kane basiert auf William Randolph Hearst, dem Presse-Zar, der sich einen Palast (San Simeon?) gebaut hat und eine langjährige Affäre mit der Schasupielerin Marion Davies hatte. Orson Welles hatte aus indiskreter Quelle erfahren, mit welchem Wort Hearst Marions Geschlechtsteil bezeichnete. Rosebud natürlich. Auch aus anderen Gründen war Hearst not amused über Citizen Kane und mit aller Macht versuchte er, den Film zu stoppen. Was ihm über Jahre hinweg gelang. Aber Qualität setzt sich durch.

In Xanadu did Kubla Khan a stately pleasure dome decree…

AUS GEGEBENEM ANLASS

Rest your head
You worry too much
It´s gonna be alright
When times get rough
You can fall back on us
Don´t give up
Please, don´t give up!

Don´t give up
Cause you have friends
Don´t give up
You´re not the only one
Don´t give up
Cause we believe, there´s a place
Where we belong