Archiv des Autors: glamourdick

TOUJOURS AMOUR COEUR MALHEUR oder AGNES UND SEIN GEHIRN

Letzte Nacht im Traum habe ich einen französischen Kult-Popsong geschrieben, das hat mich so aufgeregt, dass ich mehrmals aufwachte, zu Papier und Bleistift griff und verschiedene Textelemente festhielt. Jetzt lese ich
plage
nuage
coeur blanc et maintenant coeur beige (laundry. it came out beige.)

Da kann man doch was draus machen.

Fußnote: Desweiteren performte ich in diesem Traum, in dem alles um Weiß zu gehen schien, eine krude Gehirnoperation an einem Freund. Er bat mich, sein Gehirn in weißes Papier einzuwickeln. Das tat ich. Im Sitzen war alles okay, aber wenn er sich hinlegte, bekam er Kopfschmerzen. Und das, obwohl ich nicht genäht habe, sondern einfach einen Klebebandstreifen um den Kopf gelegt hatte.

ICH BIN NICHT KYLIE

„Mein Kopf tut weh, ich lieg im Gras und erzähl mir was – davon wird´s nicht besser.“
Ein mieser kleiner böser fieser Tag ist das. Nennt sich 17. Oktober. Eine abergläubische Angst hält mich davon ab, das Kalenderblatt vorzeitig abzureißen und zerknüllt in den Papierkorb zu befördern. Wenn Du etwas netter zu mir wärst, Tag, dann würde ich auch besser über Dich reden. Ist doch wahr.

Ich würde heute so gerne über Nenas Autobiografie bloggen, aber die habe ich noch nicht gelesen. Weil ich sie erst zu Weihnachten geschenkt bekommen werde. Scheißwarterei.
Die Zeit vertreib ich mir mit Bret Easton Ellis´“Lunar Park“. Auch schön.

CITIZEN KATE: WOW, SHE DID IT AGAIN

http://www.emirecords.co.uk/quicktime/kate_bush/king_of_the_mountain/index.php?version=6.520&bandwidth=5600

Das erste Auftauchen ihres Gesichts in schwarzweiß – Cathyesk. Der ganze Clip Vintage Kate… Das Tanzen überlässt sie Elvis, aber mit dünkt, „King of the Mountain“ ist erst der Auftakt zu etwas Großem, Magischen, viel weiter Reichenden. Emotional sensuality is back – on a wuthering wind.
Die San Simeon-Flashes sind von großer Schönheit, der animierte King typisch Kate-kindlich und ihre schaukelnden Schultern und das wehende Haar – oh well, she´s Kate! Echter falscher Schnee hat den Glitzerstaub der 90er abgelöst, Gott sei Dank (man hatte ja langsam den Eindruck, woimmer sie auftaucht regnet es pures Gold, aber sie ist ja eine Cloudbusterin und eine Alchimistin des Gesangs sowieso). Im Haar trägt sie kess ein paar Federn – Vorwegnahme der Vogelgesänge, die sie, Berichten und Gerüchten zufolge, auf „Aerial“ anstimmen wird. Das Versteckspiel mit den Hüften wäre vielleicht nicht nötig gewesen, aber alles in allem folgt sie ihrem Weg, sie hat ihn schließlich bereitet, mit brillianter Konsequenz.
Wind, Schnee, Gänse, Kleiderbügel, Big Coat, Big Hair und der King auf nem Schlitten. ROSEBUD!!!

kane

CEREAL MONOTONY

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass mir von Tori Amos nur die Lieder gefallen, die mit Essen zu tun haben? Cornflake Girl, Baker, Baker? Sugar?
Okay – Crucify, da wird nicht gegessen. Aber das ist auch die Hymne der Phobiker, irgendwie.
Nach den ersten beiden Platten kam von Frau Amos eh nur noch mystische Menstruation für Anglistikstudentinnen. Und vielleicht Erziehungswissenschaft.

AUSBRÜCHE UND ANDERE GEBRECHEN

Gestern habe ich das Ines Schreiber-Gen in mir entdeckt und das war nicht schön. Warum mache ich eigentlich eine Therapie, in deren Verlauf ich immer unleidlicher werden? Das frage ich die Therapeutin das nächste Mal.

Mit den Bulimikerinnen versteh ich mich am Besten, auch, wenn angesichts meines vergifteten Dienstags ein gewisses Unverständnis vorhanden ist, was die Fähigkeit angeht, sich freiwillig zum Erbrechen zu bringen.
„10 bis 15 Mal.“
„In der Woche?“
„Am Tag.“

PUT ON YOUR RED SHOES: DORNRÖSCHEN, UNLEASH!

Innerhalb der letzten Tage hatte ich das Vergnügen, mir die komplette Karriere meiner Lieblingssängerin in Gestalt internationaler TV-Auftritte, Promo-Videos und Interviews anzuschauen. Ich kam in den Genuss von lange vergessenen Charity-Videos wie „Let it be“ („Ferry Aid“), wo noch länger vergessene Pop-Sternchen neben meiner Queen agieren, aber darauf will ich gar nicht eingehen. Was mir auffiel war nämlich etwas viel Fieseres.
Ich bekam zu sehen, wie aus einer 20jährigen, deren Expressivität die kulturelle Geburtsstunde von Björk, Siouxsie, Nina Hagen usw. usw. einleitete, die tanzte, sang, sich grotesk inszenierte, mit einem Mal eine Dame wurde, die fast reglos vor Mikrophonen steht und ihre Expressivität allein in die Stimme legt. Und sich dann erst einmal zwölf Jahre schlafen legt.
Kate Bush´s Expressivität, ihr innovativer Mut der Selbstinszenierung hat in den frühen Jahren durch Presse und Satiriker so einen Schlag verpasst bekommen, dass der Rückzug eigentlich zwangsläufig war. Stell Dir vor du bist 20 und alle parodieren Dich. Das ist nicht schön, wenn man zart besaitet ist. Wir sind nicht alle Dickhäuter. Die Wegbereiterin des Post-Pop hat sich zurück genommen, ist ängstlich geworden. Das erinnert mich an Thomas Hardys Konsequenz: der hatte beschlossen, nie wieder einen Roman zu veröffentlichen, weil ihm die schlechten Kritiken aufs Gemüt schlugen. Und hat sich dran gehalten. Schlimm.
Ich wünsche mir, Kate endlich wieder tanzen zu sehen. Morgen ist auf Channel 4 die Videopremiere von King of the Mountain. Get back up on that hill girl! If I could, I´d make the deal for you. Du bist den anderen top-of-the-city-haushoch überlegen, damals, heute. Zeig´s Ihnen!

kblap

CRUNCHY QUADRIGA OF BERLIN: IRIS SCHOKOBERBEN

Iris Berben ist überall. Im Fernsehen, im Borchardt, in der Zeitung und auf einer Tafel Ritter-Sport-Schokolade. Der quietschgelbe Hintergrund bringt ihre schokofarbenen Haare beonders gut zur Geltung, aber Iris tut nur manche Sachen aus Eitelkeit. Für die Schokolade gibt es einen Zweck. Und zwar einen guten. (Quadratischen? Praktischen?). „Machen Sie mit! Jede Packung zählt!“ Auch die, die ich extra aufgehoben habe und auf die mein Auge fällt, wenn ich es von Tastatur und Screen schweifen lasse.
Mit dem Verzehr einer Tafel Quadrago Crunchy Pop ermögliche ich einem afrikanischen Kind die Versorgung mit Lehrmitteln für einen ganzen Tag. Das ist toll. Nur gibt es ein Problem: was, wenn meine Packung aufgegessen ist? Nimmt man meinem afrikanischen Kind dann den Bleistift wieder weg? Hinzukommend nch eine ganz andere Frage: Ich habe meine Quadriga Crunchy Pop bei Reichelt erworben. Auf dem Tisch für auslaufende Ware. Für 69 Cent. Ist da noch ein Bleistift für Afrika drin? Oder zahlt das nur die Haarfarbe für Iris? Ich würde ja jeden Tag eine Tafel kaufen, aber ich kann doch nicht durch die Stadt fahren und überall nach Restbeständen Ausschau halten. Was ich machen könnte: einen Satz Bleistifte kaufen, dem Bekannten von mir in die Hand drücken, der demnächst nach Tansania geht. Dann steht hinter dem afrikanischen Kind nämlich auch nicht am Ende des Tages ein Schokoladenfunktionär, um ihm das Tageslehrmittel zu entreißen. Und ich kann auf Schokolade verzichten. Ist eh gesünder. Und irgendwie praktischer. Auch wenn es an Quadratur mangelt.

NOCH MEHR ESSEN

Aus der Küche sonores Lachen, das nicht aufhören will. Erzählt er sich gerade wieder selbst einen Witz? Ein Blick um die Ecke bringt Licht ins Dunkel. Er sitzt am Tisch, vor sich eine noch verschlossene Dose Bohneneintopf und ein leergegessener Becher „Froop“-Joghurt. Need I say more?