Matthew Shepard schaut mich von meiner Arbeitswand an, wo ich ihn hingeklebt habe, für ein Projekt über Opfer, es ist ungefär ein Jahr her. Aus dem Nebenzimmer Le Rob. Nach anfänglichem Hören vn „Intensive Care“ war ich underwhelmed. Jetzt sprießen ein paar Liedknospen zu mir durch.
Alt (ich), neu (Rob-CD), geliehen (Stephen Duffy) und blau (ich komma bald). Auf Gayromeo fragt mich jemand Unattraktives, ob ich Wichs-mpgs von mir habe (Ja), und ob ich sie ihm mailen kann (Nein). Noch ein Glas Wein – ich meine, es ist Oktober, Merlot opportun. Und morgen Nacht (für Astro-Akribiker in der Nacht zum 23.) verlässt die Sonne die Waage und geht in den Skorpion. Und das ist der Tag, wo mein Aszendent steht. Und wo die besten Jungs der Welt geboren wurden (Kai und Jürgen).
Und der Aszendent steht für Lebensaufgaben und jetzt wäre die Zeit, sich für eine neue zu entscheiden. Wenn´s nicht schon 11 wäre, würde ich Roxana anrufen.
Auf Gayromeo fragt mich jemand, wie oft ich wichse. Ich sag ihm „Komm, wir sollten ficken“ und geb ihm meine Nummer. Und denke – so verabschiedet man die Waage, wie es ihr gebührt und so begrüßt man den Skorpion, wie er es gewohnt ist.
Bloggers, enjoy your weekend! I sure will!
Archiv des Autors: glamourdick
GLAMOURSHOPPING

(pic courtesy of katebushnews.com)
Die englische Presse liegt auf dem Rücken und strampelt mit den Beinen vor Entzückung. Der Grund: „Aerial“ (out Nov. 4th). Und Glam zieht sich jetzt die roten Schuhe an, geht zu Karstadt und holt sich Kate Bush´s „King of the Mountain“. MMMMMMMMMMmmmmmmmmhhhhhhhhh, YES!
WARUM DIE GRUPPENTHERAPIE MIR WICHTIG IST
ROXANA:
Na also, ick musste ja nu letzte Woche bein Medizinischen Dienst. Die wolln ma jesund schreim. Und denn kiek ick heute bei meine Ärztin uffn Computer und les mein Befund. Da steht „arbeitsfähig“ und, wattema, ick hab´s ma notiert. Da steeeeeeeht nu also „Verdacht auf narzisstisch-schizoide Persönlichkeitsstörung“. Det musst ick nachher erstema nachschlahng! Und det bedeutet, ick halt ma mehr in meene kreative Welt auf als wie inner Realität. Und ick dachte die Salzteichfijurn wärn jut für mir, und det Makramee, denn da hol ick ma doch meene janze Bestätijung! Soll ick det jetzt uffjeben? Und wisster wer det ooch hatte? Vincent Van Gogh!
MANDY:
Na ick versteh die, dass die Dir jetze jesund schreim – zum Arbeeten broochste doch keene zwee Ohrn.
MANN, SOLCHE FRAGEN SCHON AM FRÜHEN MORGEN. UNGERECHT.
Bin ich momentan ein Nopportunist? Und bin ich da allein oder ist das wieder eine üble Entwicklung in these times of decay?
CHRISTSTOLLEN/JESUSLATSCHEN
Ich will mich nicht darüber beklagen, dass seit einigen Wochen wieder Weihnachtsgebäck die Dekotische der Supermärkte dominiert. (Dominosteine wollen dominieren, es steckt ihnen im Zucker.) Ist mir schlichtweg egal – ich kaufe keine Süßigkeiten. Aber gestern konfrontierte mich Ray mit einem Gebäckstück, das er sich nicht traute, mir anzubieten, weil es sich a) um Christstollen handelte und dieser b) noch den Schlecker-Aufkleber trug. Was Ray nicht weiß ist, dass ich Christstollen c) schon allein des spröden Geschmacks und der staubigen Konsistenz wegen überhaupt nicht mag. ein Gebäckstück, das ohne ausgewiesene Konservierungsstoffe die Regierungszeit Bushs übersteht, muss vom Teufel sein. Trotzdem nahm ich den plastikverpackten zur Hand und betrachtete die Produktbezeichnung. Nicht „Christstollen“ stand da, nein, es hieß „Marzipanstollen“. Dann fiel mir eine ferne graue Zeit ein, zu der meine Familie Care-Pakete aus dem OSTEN* bekommen hatte (ich gehe jetzt nicht näher darauf ein, was das für Schamgefühle auslöste, wir bekamen die Pakete jedenfalls nicht aus wirtschaftlicher Not). In jenen Paketen ruhten knochentrockene DRESDNER Stollen. Sozialistische, die nichts mit Gottes selbstausgewiesenem Sohn zu tun haben wollten. Mich beschäftigt seitdem Folgendes
1. ob es in der ehemaligen DDR Jesuslatschen gab und, wenn ja, wie sie hießen.
2. ob „Marzipanstollen“ vornehmlich in den Neuen Bundesländern verkauft werden und in anderen, westlicheren Läden nach wie vor der „Christstollen“ regiert.
3. ob jetzt wirklich in Bayern alle Kreuze von den Schulwänden abgeschraubt wurden, weil, sakra, das kann ich mir nicht vorstellen.
4. wie ich mir die Kopftuch-tragende Kassiererin im Hugendubel erklären soll. Ich dachte Kopftücher und Christstollen seien verboten worden.
5. ob Madonna Kaballah-Stollen und Michael Jackson Jehova-Stollen und Caroline Reiber nur Reibekuchen backt.
6. ob ich heute früher poste als MC Winkel.
* mit Grauen erinnere ich mich an die Püppchen aus dem Spreewald. Wannimmer ich eine Puppe besaß, wollte ich sie frisieren. Nahm man dem Spreewaldpüppchen die Mütze ab, blickte man auf kalten Kautschuk – die Haare waren kreisglatzenauschschnittmäßig um die Mütze herum gearbeitet.
HARZWALDMÄDEL, DIE ERSTE
Ein Mädchen kenne ich – das kenn ich, zumindest vom Sehen, schon länger als dass ich es nicht kannte. Wir gingen nämlich zur selben Schule. Damals, als es nur fünf TV-Sender und die DDR noch gab. Sie war einen halben Tag älter als ich und war also entsprechend in einer höheren Klasse. Richtig kennengelernt habe ich sie erst Ende der 80er, Anfang der 90er, als wir beide in Berlin-Neukoelln hausten. Wir befreundeten uns im Anschluss an ein Cricket-Match in der beschissenen Stadt Braunschweig und sie nahm mich in ihrem Polo mit zurück nach Berlin. Sie war damals ganz wütend, weil ihr Freunde (der Blödmann) sie verlassen hatte. Ihre Wut verursachte ihr enorme Power. Ihre Arme waren ständig in Bewegung, was zu starken Scheppergeräuschen führte, da diese Arme, ähnlich den Stretch-Hälsen von Massaifrauen, mit Goldringen und Bändern beladen waren.
Dieses Mädchen stand mir in allen Lebens und Erlebenslagen bei. So gut wie sie das tat, konnte ich das nie. Irgendwann war es so, dass man sagen kann, dass sie meine beste Freundin war. Ich war es, der sie aus der Klinik nach ihrem Nose-Job abholen durfte. Mit ihr konnte ich ungefähr ein Dutzend Mal „Interview with the Vampire“ im Kino genießen und Leute beschimpfen, die dazwischen quatschten oder sich zu räuspern wagten.
Und dann, nachdem das Schicksal ihr eine ziemliche Höllentournee abverlangt hatte, verließ sie Berlin und ging nach Hamburg. Das war schlimm, aber zeitgleich lernte ich meinen damaligen Mann kennen, und so glaubte ich, das Schicksal schickt mir einen Ausgleich. Aber Gabi ist nach wie vor die beste Freundin, der Mann längst weg, sein Hund verstorben. Gabi und ich sehen uns selten, aber emotional wissen wir, glaube ich, immer, wo der andere ist. Wenn wir uns die Wahrheit sagen, erschrecken wir einander nicht. Gabi ist schön, klug, eloquent, humorvoll, energisch, durchtrainiert und tierlieb. Außerdem hat sie es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Und heute um 15.00 sollten wir ihr alle die Daumen drücken, denn dann hat sie ein Vorstellungsgespräch. Choc – toi toi toi! I love you.
MUSIC OF PAGAN RAPTURE
@BRITT UND CHOC
Darling Ladies, warum crasht mein Browser heute jedesmal zusammen, wenn ich Eure schönen Seiten ansteuere? Das macht er doch sonst nicht.
VOGELSCHLAG
Wie heißen diese fetten schwarzgrauen Vögel, Raben nicht unähnlich, die alle anderen Vögel mobben und dafür sorgen, dass Teile von Kreuzberg taubenfrei sind? Die, die soviel Gewicht haben, dass, wenn sie auf meinem Dach landen, ein schepperndes Geräusch laut wird und die Ziegel verrutschen (an den Stellen wo es Ziegel hat und nicht diese dünne Dachpappe, an der man sich im Sommer immer die nackten Beine aufschubbert – carpet-burn nennt man das glaube ich).
Gestern beobachtet: so ein Monstervogel mit Beute im Schnabel (vermutlich ein Spritzbesteck vom Kotti). Im Emporflug verliert er seine Beute und macht eine Bewegung, die mich an Doris Day erinnert, wenn sie Bestürzung mimt, verharrt also schockiert ob des Verlustes in der Luft, um dann herabzufallen wie ein Stein, mit zu Berge stehendem Gefieder. Ich denke mal, er hat es geschafft. Der Beuteverlust geschah auf Höhe des Dachgeschosses.
DESPERATE HOUSEWIVES: BECKY SHARP
Ich bin eigentlich kein Fan von Reese Witherspoon (Sorry, Burnster – weiterlesen!). Trotzdem habe ich ungefähr fünf Filme mit ihr auf DVD. Wie kommt das? Sie triffft eine gute Drehbuchauswahl. Und macht ihren Job einwandfrei. Gestern also „Vanity Fair“ gesehen, die Geschichte vom pikaresken Aufstieg und Fall der Becky Sharp. Um das Buch hatte ich mich mein ganzes Studium gedrückt und nach dem Film fragte ich mich warum bloß. It´s beautiful. Hinreißende Geschichte, sexy Charaktere, fulminante Ausstattung, ecxellente Kamera und eine tückisch gute Miss Witherspoon (ihr Name klingt nach Dickens, oder?). Abgesehen von dem traumhaften Plakatmotiv (wicked…) wartet der Film mit noch etwas Zauberhaftem auf – es gibt Elefanten! Und Jonathan Rhys Meyers mit einer supert coolen Frisur!!! Ansehen!
P.S.: Was ich Miss W. indes nie verzeihen werde: dass sie Ryan Phillippe geheiratet hat.
P.P.S.: Mir kann man wirklich nicht vorwerfen, dass ich soviel vom Film verrate, dass man das Gefühl hat, ihn nicht mehr anschauen zu müssen, oder?