Archiv des Autors: glamourdick

JA,…

… es ist tatsächlich einer dieser verschissenen Tage, an denen sich die Welt gegen einen verschwört.
Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it. Fuck it.

Und noch mal: Fuck it.

Herr, lass es Nacht werden! Dès que possible.

GLAM KNICKT EIN: CONFESSIONS ON A DANCEFLOOR oder GO AHEAD, MAKE A WISH

Ich gebe Coca Cola die Schuld. Die Firma mit den schmuddeligen Flaschenhälsen (ja, oben drin, innen – Schmodder. Drei Flaschen Cola Light Lemon gratis habe ich als Wiedergutmachung bekommen. Also keine Schlusspointe, die ein Posting wert gewesen wäre. Egal. Cola also, aus Versehen die ohne Koffein gegriffen und prompt ein schreckliches Gefühl: Sehnsucht nach trashiger Disco-Musik. Euro-Trash am Liebsten. Die müssen da irgendwas reitun, anders kann ich mir das nicht erklären. Gehadert. Das kannst Du nicht tun, Glam, nicht nach den öffentlichen Absagen, der Aufkündigung der langjährigen einseitigen Liebe. Stehlen vielleicht? Zu riskant. Ich mag Polizisten nur, wenn sie mich beschützen, nicht wenn sie mich verhören. Letzteres höchstens mal als Roleplay, mit dem Australier letztes Jahr war´s ja ganz spannend „Oh no officer, I didn´t do it. Pleaaase. Believe me.“
Also geschaut. 10 Euro. Geht ja. Gekauft. Sogar die Kreditkarte verweigert sich beim ersten Versuch. Beim zweiten klappts. Dann im Auto überlegt. Gleich anmachen. Nein, Fenster sind auf, Blogger sind überall. Wenn dich einer sieht/hört! Zu Hause dann Türen zu, Fenster zu. Angemacht. Erst das Uhrticken, dann das Abba-Intro. Ja, eingeknickt. Nach 10 Sekunden Fenster und Türen aufgerissen und durch die Wohnung getanzt, noch immer leicht beschämt. Auf dem Stepper gesteppt, laut mitgesungen. „Every little thing that you say or do – I´m hung up, I´ve hung up on you….“

Von nun an nur noch Pepsi:

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(Ca. 2.30 Min. Madonna´s infamous Pepsi-Commercial. Die Kampagne wurde gestoppt, als im „Like a Prayer“-Clip Kreuze brannten und ein zu ethnischer Jesus //Schwarz-Cola, ich fand das super passend// auftrat. Damals knickte Glam ebenfalls ein und musste zugeben, dass er die eigentlich so uncoole Madonna mit einem Mal ganz ganz toll fand. Zirkelschluss, irgendwie und alles wegen Cola.)

Ach ja – und: Esther, denk nicht, dass ich Dir verziehen hätte. Ich vermeide nur beim Musikhören den Gedanken an Dich und Dein Leben dahinter. Ich verdränge quasi den fetten Elvis zugunsten der Erinnerung an eine bessere Zeit.

MUSIC oder EIGENTLICH SOLLTE DIES DER BOWIE-TEXT WERDEN UND JETZT SCHREIB ICH DOCH WIEDER NUR ÜBER MICH

Nach meinem Selbstmordversuch mit 14 begann ich, mein Leben nicht mehr nur zu ertragen, sondern zu gestalten. Da ich nicht mehr das Kind sein wollte, das geschubst und bespuckt wird, musste ich mir starke Freunde suchen (das mit der eigenen Stärkeentwicklung sollte ich erst später begreifen). Ich suchte mir die schrillsten Mitschüler aus und beschloss, mich mit denen anzufreunden. Dazu musste ich erst einmal selbst schrill werden, bzw. meine innere Fragmentierung auf meine pubertierenden Oberfläche projizieren. Das war leicht. Erst einmal weg mit dem Babyspeck – das geht prima, wenn man mit dem Rauchen anfängt und auf ein paar Mahlzeiten verzichtet. Dann entwickelt man einen nonkonformen Look durch eigenwillige Frisur, macht ein Statement mit Mode (um den Stil zu etablieren muss man ihn eine Weile konsequent durchziehen und ganz ganz selten gegensteuern und statt ausschließlich schwarz beispielsweise mal eine blaue Blume am Revers oder ein weißes Hemd tragen).
Die Metamorphose vollzog ich binnen eines halben Jahres und mithilfe des „Face“-Magazines. Ich orientierte mich am New-Romantic-Look, der für mich null mit Romantik zu tun hatte. Aber ich konnte mir das Gesicht zuschminken, mich entfremden, verfremden. Stellen Sie sich Tokyo Hotel einfach 1983 ohne Plattenvertrag vor. That was me. Early Glam. So gewann ich dann schließlich die Aufmerksamkeit der Rauchereckenschüler. Früher war man auch auf mich aufmerksam gewesen, aber eben nicht positiv. Jetzt konnten die Blicke -gute, böse- an der gestalteten Oberfläche abperlen, ich bot ihnen einen Anlass, so dass sie sich nicht bis auf meine innere Andersartigkeit herabbohrten. Zeitgleich wurde ich in der Schule eher mittelmäßig. Das gehörte zur Selbstinszenierung, weil plötzlich andere Dinge zähten, als Vokabeln zu lernen (immerhin war ich im Englischen (vermutlich wegen „The Face“) so gut, dass ich bei Vokabeltests immer Synonyme für die nicht gelernten Begriffe fand, was meine Englischlehrerin immer etwas auf die Palme brachte). Nicht-so-gut-sein schien cooler als Einsen zu schreiben. Trotzdem heulte ich bei meiner ersten 5.

Anke war die Coolste von der Schule, war ein Jahr älter als ich und wurde meine beste Freundin. Sie sah aus wie die Film-Christiane F. und perfektionierte diesen Look gnadenlos und stilsicher. Ihr Haar war lang und rot. Extra-enge Jeans wurden noch einmal abgenäht. Hackenstiefeletten. Man erkannte sie auf Anhieb zumal sie eine einzigartige Jeansjacke besaß, auf deren Rücken der Name „Bowie“ prangte. Ja. Bowie. Bis dahin hatte ich fast nur Frauen gehört. Blondie, Kate Bush, wisst Ihr ja. Und dann eröffnete Anke mir das Bowie-Universum. Gerade als er 1983 mit „Let´s Dance“ und der „Serious Moonlight“-Tour massenkompatibel und Discotauglich wurde. Zuerst dachte ich „was ist das für ein alter blondierter Mann?“ Doch in Ankes Zimmer, bei Tee und Cola, musste ich mir die „Stage“ anhören. Die „Ziggy Stardust Live“. „Aladdin Sane“ (!). Und natürlich den Christiane F.-Soundtrack.
The return of the Thin White Duke, throwing darts in lovers´ eyes. Man muss sich mal vostellen, wie ein 14, 15jähriger Popmusik hört. Texte mitliest und ganz absolut nimmt. Das sind Statements, die man heiratet. Die man nicht mehr loswird. Die mitunter mysteriös scheinen, versprechend, dies über die Jahre bleiben oder nicht. Es gibt Lieder von Bowie oder von Kate, die ich bis heute nicht erklären könnte. Enigmen, die von mir nie ent-täuscht wurden. Und damals war Bowie für mich hauptsächlich Text und Musik. Ich fand ihn nicht sexy. Aber mein Lieblingsdandy wurde er.

Popmusik wird von 14jährigen gekauft. Die bestimmen, was in die Charts kommt, daran hat sich bis heute nichts geändert. Eine Kultur, die an die Risse appeliert, die sich in einem jungen Leben auftun, ist spannend. Erwachsene Menschen mit einer ausgeprägten Liebe zur Musik, die sich die Begeisterung erhalten haben, neugierig die Texte mitzulesen, während die neue CD von XY läuft sind mir sehr sympathisch. Das ist jetzt siche keine Überraschung, schließlich habe ich schon berichtet, wie ich aus dem ersten „Aerial“-hören ein Happening gemacht habe. Ich muss auch nur „Rufus“ sagen.

Wenn ich mich tief erwischen möchte, dann geht das immer mit Musik. Meine Begeisterung beruht auf dieser Berührung innen – a sound that could kill someone, that one dance that can make you break down and cry. Musik reizt meine Seele. Und Judy, Rufus, Kate, David können mich bis zum heutigen Tag so bewegen, die Seele so in Schwingung versetzen, dass ich lachen, tanzen, weinen kann – was der Körper gerade so braucht. Und bringen mich zurück zu meinem 14jährigen Ich. An die Grenze dieser Metamorphose, die zu dem geführt hat, wer und was ich jetzt bin. Die Musik war vor allem auch Eines: Trost. You may be different, you may be mad. But so are we. Because our emotions are intense. Manchmal weiß ich nicht, ob ich Early Glam abschminken möchte oder ihm ein bisschen beim Augenbrauenmalen assistieren. Aber das ist egal. Ich nehm ihn dann einfach fest in den Arm, denn das hat ihm damals am meisten gefehlt.

Inspired by the wonderful Frau Fragmente.

WAS JA GAR NICHT GEHT: KOMMENTARE LÖSCHEN

You do that once, with an email-explanation: granted. No explication, you´re off my blogroll (or won´t get there).

Dafür müsste ich eigentlich eine Rubrik „Lessons in Blogging“ einführen. Mach ich aber nicht. Teach yourselves! Sind doch alle halbwegs erwachsen.

UM NOCHMAL AUF BOWIE/IGGY UND BOWIE/JAGGER ZURÜCK ZU KOMMEN

Wer den noch nicht kennt – nachsitzen:
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(Movie Trailer, ca. 1.30 Min.)

„Velvet Goldmine“ stars Jonathan Rhys Meyers (der dieses Jahr übrigens einen Emmy für seine Rolle als Elvis Presley in einer TV-Mini-Serie bekommen hat), Christian Bale, Ewan MacGregor and Toni Collette. Abgesehen von Christian Bale haben auch alle tolle Perücken. Und nicht nur deshalb ist VG in meiner All Time Favourite Glam Movies Top 20.

Hier als Zugabe Mr. Meyers in his Bowie-inspired role. He has GLAM written all over him! Love that!

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(Ca. 2.15 Min.)

Da fällt mir ein, dass Velvet Goldmine meine allererste DVD war.

GLAM, POSTKOITAL

Ich date nicht mehr, ich habe wieder ausschließlich Sexdates. Gesagt, getan. Und prompt –

Immer die Arie mit dem Flurlicht/ Klolicht-Schalter. Immer machen one night stands das Flurlicht an, dann wieder aus, dann das Badlicht an. Das ginge ja noch. Aber: den selben Irrtum, wenn sie aus dem Bad wieder rauskommen: Flurlicht an, Flurlicht aus, Badlicht aus. Meine Nachbarn gegenüber wissen schon bei dieser Lichtabfolge – Glam fickt mit einem oder (nach Häufigkeit) mehreren Unbekannten.

Eigentlich läuft alles ganz gut, dann lässt er eine Magnumflasche Poppers geöffnet aufs Bett fallen. Einige dort draußen wissen, was das bedeutet. Man entfernt Körperteile aus Öffnungen, reißt Tagesdecke und Laken herab um zu überprüfen, ob es auch die Matratze erwischt hat. Es hat. Dann bleibt nichts, als sofort, aber subito, die Waschmaschine anzuschmeißen, alle Fenster aufzureißen (waren sie hitzebedingt ohnehin) und das laute Fluchen zu unterdrücken, was soviel Blut ins Hirn strömen lässt, dass an eine Erektion in den nächsten 20 Minuten höchstens zu denken ist. Dann liegt man nebeneinander auf dem Bett, sich des Schwitzens jetzt erst richtig bewusst und weiß nicht, ob man überhaupt nochmal angefasst werden möchte. Und aus der Matratze wabert der stumptrübe Dampf alter Turnschuhe, verquirlt mit Nagellackentferner und dem Zeug, mit dem sie Leichen konservieren. Poppers forever! At least for the next week. Sprecht mich also nicht auf meine verquollenen Augen an, ich kann nichts dafür. Betriebsunfall.

Edit: 0.30 Uhr. Waschmaschine geöffnet, Luft geholt – sofortige Anschwellung von Blutgefäßen. Gefühl sinnloser unbedingt zweckzuentfremdender Fortpflanzungswut. Merke: Poppers nicht bei 40° zu entfernen.

DER GLAMMSTE IST AUSGERECHNET HETERO oder I TOOK A TRIP ON MY GEMINI SPACECRAFT

bowie-reality-tour

Bitte lieber Gott, mach dass ich altere wie David Bowie. Mit Würde und sehr stylish. Aber bitte mach, das meine Kunst auch im Alter noch inspirativ und beglückend ist. Und mach, dass, sollte ich so reich werden wie David, ich mir den Luxus leiste, nur dann ein Alterswerk zu veröffentlichen, wenn es im Stile von „Heathen“ ist. Ich merke schon seit Tagen, ich setze langsam an zu einem Glam&Bowie-Beitrag, aber dieser hier ist es noch nicht.

Gestern auf dem Balkon in der Hollywoodschaukel eingeschlafen, weil es drinnen zu heiß war. Vorher Bowie-Live-DVD angeschaut und Textfetzen notiert

– why can´t we give love one more chance, why can´t we give ourselves one more chance?
– bye bye love. hallo* space boy! this chaos is killing me. do you like girls or boys? it´s confusing these days. but moon dust will cover you.
– we´re learning to live with somebody´s depression. and i don´t want to live with somebody´s depression.
– the SERIOUS moonlight
– people on the streets. (…) turn away from it all like a blind man
– du, könntest du schwimmen…
– I took a trip on my gemini spacecraft
– it´s the terror of knowing what this world is about, watching some good friend scream „let me out!“
– believing the strangest things. loving the alien.
– he coughed and shook his crumpled wings, closed his eyes and moved his lips: „it´s time we should be going.“**

Auf Notizen eingeschlafen. Heute spiegelverkehrte Bowie-Weisheiten auf Oberkörper. Wenn es nicht so heiß wäre würde ich gern aufs Duschen verzichten. Glamour-Dilemma. Und – der neue Coupland ist da! (Siehe Glams Nachttisch unten rechts.) Den nehm ich mir auf den See mit. Ich fahr so um 13.00. Will wer mit?

*Ja, er singt „Hallo“, nicht „hello“.
** Das ist so fantastisch, dass ich schmelze.

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(Ca. 5 Min. Bowie und Lennox 1992 doing „Under pressure“. Bowie in seiner Bad Hair Phase, Annie aber sehr sehr glam. Es gibt da einen Seitenblick von Bowie auf Annie, der sagt „Mädel, mit dem Lidschatten haste Dir aber echt Mühe gegeben.“ But still – great song, great performance and, personally, I really like the eye-shadow.)

…cause love’s such an old-fashioned word
and love dares you to care for the people on the edge
of the night and love dares you to change our way
of caring about ourselves this is our last dance
this is our last dance this is ourselves
under pressure under pressure…

JUNGFRAU AUS FRIAULI, BAGGER DEN VOLLEYBALL!

Deutschland traurig. Deutschland weint. Wir sind kein Papst mehr. Mal schaun, wie gut wir in Pokerface sind. Oder ob´s jetzt den internationalen Gästen an den Kragen geht.

Einer dieser Tage, an denen ich den Ohrstöpsel gar nicht aus dem Ohr nehmen werde. Und wo sind all die Fahnen hin?

Übrigens: ich hab nur die Zugabe gesehen, also dies drangehängte. Und dabei Musik gehört. Und gerade als das erste Tor fiel sang Bowie „Heroes“ (dazu irgendwann später mehr). Das musste ich fast zwanghaft ganz dolle aufdrehen und die Nachbarn und die Kollegen drüben im Altenheim halten mich jetzt für Sophia Lorens heimlichen Sohn. Dürfen sie. Spaghetti! Biscotti! Amaretti!