Archiv des Autors: glamourdick

ANOTHER LESSON IN GLAM

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„The Cosmetics, Fragrance an Toiletries Foundation has done research that proved that caring for your appearance can both boost your health and relieve depression. And so, even if you´re going to be home alone, put on make up, stockings, and jewelry, particularly if you´re a woman.“
(Joan Rivers, „Bouncing Back: I´ve survived everything and I mean Everything and you can too“)

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PANK

Beim Kollegen Avviso geht es heute polymorph panpervers zur Sache, Schätzchens. Insbesondere die Geständnisse in den Kommentaren. Pandaleuse….

WHATEVER HAPPENED TO A.?

Ich frage mich, was aus A. geworden ist. Anfang der 90er besuchte er grundsätzlich die selben Konzerte wie ich. Neues deutsches Chanson und Tori Amos. Ein bildhübscher Typ Anfang 20. Er hatte eine etwas seltsame Art – jemand der immer auf Gratiskarten spekulierte und sie aufgrund seines niedlichen Gesichts auch manchmal bekam. Eines Nachts in der Bar jeder Vernunft fragte er ganz naiv die Abendregie, ob es okay sei, wenn er mal eben ein paar Lieder zur Gitarre vorträgt. Der Wunsch wurde ihm nicht abgeschlagen, der Bambi-Blick war gut gelungen. Und was wir zu hören bekamen war – – – wunderschön und tief ergreifend. A. bekam an diesem Abend das Angebot eines renommierten Filmproduzenten, der sich für ihn einsetzen wollte. Nicht was Ihr jetzt denkt, das Angebot war seriös, der Produzent heterosexuell.

Einige Wochen später traf ich A. auf der Oranienstraße und erkundigte mich nach seinen Karrierefortschritten. Er habe das Angebot abgelehnt, er sei noch nicht so weit (150 Menschen hatten ihm an diesem Abend seines ersten Auftritts zu Füßen gelegen).
Manchmal denke ich an ihn und stelle fest, dass ich über die Jahre immer damit gerechnet habe, dass er berühmt wird. Ist er leider noch nicht. Ich hoffe, er ist bald soweit.

HEY, NOSTRADAMUS or LIFE DOESN´T PREPARE YOU FOR HIGH SCHOOL MASSACRES

„And in his heart, I think, he´s now learned what I came to believe, which is, as I´ve said all along, that the sun may burn brightly, and the faces of children may be plump and achingly sweet, but in the air we breathe, in the water we drink and in the food we share, there will always be darkness in this world.“

„I ran out of the small café area beside the pit and headed to the bathroom, where I sat for ten minutes and cried. It´s a credit to the human race that several women knocked gently on the door and asked if there was anything they could do. But there wasn´t.“

(Douglas Coupland, „Hey, Nostradamus“)

ACCENTUATE THE POSITIVE

Nach außen hin die Symptome von Microautismus (Danke für den Begriff, Herr Coupland). Eine Lähmung sämtlicher Sympathie- und Empathiekompetenzen. Unlust auf physische Berührung. Verstummung. Unmuts- und Abneigungsschübe, nahezu ziellos. Reizbarkeit. Tendenz zur Zerstörung von Gegenständen und Insekten. Leichte Verwahrlosung des Wohnraumes. Unruhiger Schlaf. Schlechte Träume. Interessarmut. Bad hair. Müdigkeit. Übelkeit.

Appetitlosigkeit, immerhin.

SOMETHING´S OUT OF WHACK

Kaum auf dem Mittelteil des Sees, eine Megaphondurchsage in der Entfernung, gefolgt von unüblichem Lärm. Thomas dockt mit seinem Boot an, einen Langhaarigen mit Schwimmerbrille im Schlepptau. Den hatte mitten auf dem See die Kraft verlassen. Wir schauen nach oben. Ein Hubschrauber direkt über uns, landet auf der Liegewiese nahe S-Bahnhof Schlachtensee. Als wir auf Höhe des Bootsverleihes sind, der Langhaarige am Ufer in Sicherheit, fliegt der Hubschrauber wieder ab. Evil things can happen in the water.

Seltsame, breitflächige Algen, wie Geschwüre, als ob der Seegrund eine Hautkrankheit hatte und nun Schorf ablöst. Ich will keinen Schorf auf meinem Körper, fremden schon gar nicht.

Zu Hause auf der Terrasse eine Insekteninvasion. Sie sehen aus wie Ameisen, sind aber größer. Aber sie reagieren auf mein Ameisenkillerspray.

Drei Fälle, in denen mir Google nicht helfen konnte. Google ist also nicht Gott. Und, siehe unten, „What if God exists but he doesn´t really like people very much?“

SO SCHEISSE, SO SCHLIMM, SO ARGHHH, DASS…

…ich in Erwägung ziehe, zu telefonieren, nur um Klagegeräusche abzusondern. If your phone should ring, do me a favour lieber Leser, don´t answer. I don´t really want to be witnessed. Ich glaub, ich sprüh mir einen whiff Ameisenkillerspray auf die nächste Zigarette.

ALL THE LONELY PEOPLE…

„Douglas Coupland – das ist doch der, der Generation X geschrieben hat, oder? Das was danach kam, war ja alles so ähnlich.“
Na ja. Eher nicht. Wer nach „Microserfs“ oder „Shampoo Planet“ ausgestiegen ist, hat nämlich das enorme Pech, Coupland in Hochform verpasst zu haben. Denn danach kam eine sanfte lavalampige Explosion nach der nächsten: „Girlfriend in a coma“, „Miss Wyoming“ (mein Coupland-Einstieg), „All families are psychotic“, „Hey Nostradamus“, „Eleanor Rigby“ und gerade ganz frisch „JPod“. Alles Lieblingsbücher. Bücher, die ich so sehr liebe, dass ich sie nicht ausleihe, weil es ja sein könnte, dass ich mal wieder die unterstrichenen Passagen durchlesen müsste. Aber was soll ich hier viel quatschen, wenn Coupland das viel besser kann. Here comes my 2nd favourite Canadian (after Mr Wainwright). Was der Frau Choc der Herr Boyle, das ist dem Herrn Dick der Herr Coupland. Read for yourselves. Go buy. Get happy.

„Loneliness is my curse -our species´ curse – it´s the gun that shoots the bullets that make us dance on a saloon floor and humiliate ourselves in front of strangers.“

„How are you supposed to derive solace from stories of oneness with nature written by those old-fashioned writers, about hiking and breezes in the trees. If they were alive today, they´d all be in leather bars.“

„Poor Jeremy had spent his childhood bandied from family to family like a porn novel in a summer camp.“

„What if God exists but he doesn´t really like people very much?“

„It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting.“

Douglas Coupland, „Eleanore Rigby“