Archiv des Autors: glamourdick

DAMIT MAN NACH EINEM EVENT NICHT IN EIN TIEFES SCHWARZES LOCH FÄLLT

Das mit dem Rauchen endlich mal sein lassen. Rechnungen bezahlen. Zweitjob suchen. Neuen Erstjob langsam mal erwägen. Auch mal wieder Zeit für Blowjob. Exposé für Angst-Buch neu angehen. Länger schlafen. Zahnarzt. Das Webseiten-Projekt.
Fühlt sich trotzdem noch etwas dumpf an. Die nervöse Energie war so heftig, dass ich sie gestern noch spürte. Heute dafür ziemlich erholt aufgewacht. Langsam anfangen. Erstmal die Rechnungen.

„GESTERN WOLLT ICH NOCH STERBEN…

… und heut und heut und heut ist es vorbei
Gestern lag alles in Scherben
Und heut bin ich wieder dabei.“

Ich weiß nicht, wie´s für´s Publikum war – für mich war´s geil. Abgesehen natürlich davon, dass es mir nie gefallen wird, auf einer Bühne zu sitzen, selbst wenn Sybille Schmitz herself für die Veranstaltung Patin und uns 8 zur Seite stand und ich eigentlich erst wieder langsam bei mir ankam, als wir die Tonanalage ins Taxi verfrachtet hatten. Das Wortschnittchen und Chris waren die attraktivsten Stützpfeiler, die ich mir hätte wünschen können, echte Ladies. Sascha und Marco perfekt in ihren Rollen angekommen. Thomas changierte chamäleonesk versiert durch ungefähr 270 männliche Nebenrollen (Ahmed und Ali mit Dir zu lesen war mir ein besonderes Vergnügen!) und Augusta, was soll man sagen – a star is born. Als nächstes verfilme ich mit ihr alle Geschichten aus der Konditorei. Diesen Süßen werde ich wohl demnächst mal ein Dinner zaubern und natürlich auch Frank, der den Soundtrack bediente und aus einer Lesung einen Hörfilm machte. Dem Schwuz bin ich besonders zu Dank verpflichet: technisches Equipment, für das ich ein paar Hundert Euro Miete hätte hinblättern müssen, wurde mir gratis zur Verfügung gestellt. Und die nächste Lesung soll ich doch gleich dort machen wurde mir angeboten.
Ich habe mich über jeden einzelnen Menschen im Publikum gefreut und besonders den weit Angereisten hier nochmal ein Dankeschön! Der skurrilen Waage einen hertzlichen Dank für die Tallulah-CD. So müssen Premierengeschenke aussehen! Und meinen beiden Backstage-Händchenhaltern, den besten Freunden der Welt, Lucky und Skailight: Euch stelle ich eine Karaokemaschine und eine Sonnenbank und einen Weihnachtsbaum und einen Sandwichtoaster und eine Kaffeemaschine in das Haus, das Ihr in meinem Herzen bewohnt.

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(Das Wortschnittchen, Thomas Elbel, Glam, Marco Ammer, Sascha Diestelmann, Augusta Behnstedt und Chris Zambo)

EDIT: Ich beiße mir gerade die Zähne aus beim Versuch, mit Imovie jpgs und avi-Dateien in einen schicken kleinen Film zu patchworken. Schreibt n Drehbuch aber n Film schneiden is nich. Ich bleib am Ball. Für Tipps wäre ich jedoch dankbar.

UNNÖTIGER STRESS

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Wenn einem z.B. das Schlüsselbund mit Auto- und Wohnungsschlüsseln entwendet wird und man sich am Premierentag, der ohnehin ein wenig busy ist, ums Auswechseln der Schlösser kümmern muss. (Schmiedemeisters Sohn hat selbstverständlich bereits sein erprobtes Zweitschloss in der Wohnungstür installiert.)

SYBILLE SEI MIT MIR oder ZEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG

So, jetzt habe ich Frau Fragmente verabschiedet und packe ein paar Sachen zusammen und dann geht´s bald los.
Gestern übrigens, in der Hubertuslounge, die, wie hier so üblich, wie ein Ost-Wohnzimmer eingerichtet ist (bzw. ein Setzkasten aus vielen Ost-Wohnzimmern), eine alte Zeitschrift mit Schwarzweiß-Cover gesehen. Erst aus der Entfernung und so gedacht „Das auf dem Cover ist doch-„, dann gedacht „Nein. Abwegig.“ Dann aber doch neugierig hingegangen und angeschaut, und – ja. Auf dem Cover Sybille Schmitz, 1937*. Hatte ich nicht kürzlich erst gebloggt, dass ich mich mehr den Zeichnen öffnen sollte, den „strange phenomena“? Da haben die Zeichen offenbar mitgelesen. Auch angesichts Blogmich sehr interessant, zu erfahren wer alles mitliest.

*Der freundliche Barmann hat mir die Zeitschrift gegen einen Flyer einegtauscht.

DIE SÜSSEN TRÄNEN DES GLAMOURDICK oder FILMSTOCK

Der Herr Timanfaya hat sich ein schickes Stöckchen einfallen lassen. Die liebsten tearjerker. Für welche Filme man vorsorglich eine Packung Taschentücher einpackt.Frau Choc hat bereits einen prima Beitrag zu „Love, actually“ vorgelegt. Über „Tess“ schrieb ich kürzlich und auch meine history zu Coppola´s Dracula habe ich schon einmal ausgebreitet. Hier also drei weitere favourites. Na ja, drei reichen nicht ganz.

Playing by Heart: Gena Rowlands, Sean Connery, Nastassja Kinski, Dennis Quaid. Wie Ryan Phillippe immer wieder vor Angelina Jolie flüchtet und sie trotzdem nicht locker lässt und ihn einfach argumentativ emotional mit ihrer Liebe überrollt, bis er gar nicht mehr anders kann als es zu zu lassen. Schmerzvoll und von einer atemberaubenden darstellerischen Eleganz. Das war der Film, in dem mich Angelina erstmals überzeugte. Und Gena geht immer.

Big Fish: Eine Vater-Sohn-Geschichte/Legende/Märchen, von Tim Burton bildgewaltig und gewohnt skurril umgesetzt. So gewaltig, dass ich ihm verzeihe, dass Jessica Langes Rolle klein ist. Insbesondere die Wasser-Szenen lösen bei mir Tränenfluten aus.

Invisible: ein schwedischer Film über einen Jungen, der eines Morgens aufwacht und feststellt, dass er tot ist. Nur ein Mädchen, seine Mörderin (Tuva Novotny) kann ihn spüren, für alle anderen ist er unsichtbar. Die Krankenhausszene bricht mir das Herz.

Brokeback Mountain: Die Sequenz, in der Jack umgebracht wird, während seine Frau emotionsbefreit berichtet, dass er bei einem Umfall um´s Leben kam. Bis zum Ende schluchze ich ununterbrochen. richtig schlimm wird´s dann nochmal beim Abspann, wenn Rufus „The maker makes“ singt. Der Film hat mich zutiefst erschüttert.

Desweiteren: Frances, Stepmom, Steel Magnolias, the Notebook. Cold Mountain (mache ich immer aus, kurz bevor Jude Law abgeknallt wird, weil ich das Ende einfach nicht ertragen kann. Und Renee Zellweger, davon abgesehen.)

Dass ich Filme selten im Kino sehe, hat wohl auch damit zu tun, dass ich ziemlich heulbereit bin.
So, kommt her, fangt Tränenfilmstöckchen:
Spango

Larousse

Schnittchen

ONE DAY TO GO

Und, ja. Ich bin sehr angespannt wegen morgen. Habe diverse altvertraute Angstsymptome, aber ich verständige mich mit ihnen. („Na, Zittern – gib mir mehr, das ging doch schon mal besser!“)Und habe heute schon diverse Konfrontationen geprobt. Hässlich gekleidet unfrisiert und mit Augenringen rausgegangen. Schlange gestanden. Mich am Geldautomat vorgedrängelt (stellte sich später raus, dass ich mich an Judith Holofernes vorbeigedrängelt hatte. Sorry Judith. Aber auch klassisch: wenn man am Hässlichsten ist, trifft man Leute, die man immer schon mal treffen wollte. Und hat natürlich nicht mal einen Flyer dabei. Habe also nur Blick gesenkt und getan als sei sie eine einfache Kreuzbergerin. „Was geht sie auch nicht an den Promi-Bankautomaten?“ meinte Lucky. )

Dann durch die Nachbarschaft und hier Guten Tag und dort Schönes Wetter gesagt. Schön, wenn die Nachbarschaft eine echte Nachbarschaft ist. Und gleich kommt Frau Fragmente und wir trinken ein Käffchen auf der Terrasse. Und nachher ist Blogmich, aber da mach ich mich vorher schick, keine Angst.

STIMMT ZWAR NICHT, ABER IMMERHIN BIN ICH IN DER SIEGESSÄULE

„Gestern wollte ich noch sterben“

(Hier: bürgerlicher Name des Herrn Dick) (Hier: die Firma in der er seit 5 Jahren nicht mehr arbeitet) hat aus den Einträgen seines Blogs (http://glamourdick.twoday.net) ein Drehbuch geschneidert. Es lesen: Chris Zambo, Marco Ammer und Sascha Diestelmann.

3.9., 21 Uhr, Filmbar in der Theaterbar

Anmerkung: Dass Chris, Sascha und Marco lesen stimmt. Aber da sind dann ja auch noch Thomas Elbel, Augusta Behnstedt und unser Wortschnittchen. Mit meinem Blog hat das Script gar nichts zu tun.

SURREAL BUT NICE

Wenn Freitag und Samstag nicht so voller Programmpunkte wären, würde ich wohl langsam nervös wegen der Lesung. Es erdet auch, wenn man sich mit Veranstaltern betreffs Requisiten ein wenig streitet und wegen Kosten usw. Dank akuter Erschöpfung war es mir heute aber sogar möglich auszuschlafen anstatt von Nervositätsträumen aufgeweckt zu werden. Aber die habe ich dank ständiger Listenführung ganz gut im Griff. Schreibe alles auf, was anliegt, dann ist das Anliegen in Schriftform beruhigt. Quälende Gedanken hinter denen sich Sachen verstecken, auf die ich keinen Einfluss habe („Wird überhaupt jemand kommen?“, „Klappt das mit der Technik?“, „Fall ich ohnmächtig um?“) bekommen eine andere Behandlung. Denen setze ich folgenden Satz entgegen: „drop the thought!“ Und so klappt das bislang ganz gut. Die Evolution hat das mit der Verdrängung mitunter ganz vernünftig gemeint.
Meinen Anspruch an die Lesung – das Buch, wenn auch nur einmal, zum Leben zu erwecken, es selbst zu s e h e n habe ich mir ein bisschen dadurch verscherzt, dass ich selbst mitlese. Im Gegensatz zum Publikum bekomme ich von der Lesung nichts mit – selbst bei den Proben hat das eine dreamy quality. Fiktion, die sich auf einmal belebt und anhört wie ein Teil meiner Vergangenheit, Erinnerung. A weird process. Surreal but nice. Heute auch auf meiner Liste: Pläne für ab Montag machen.
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(Foto mit Dank an Anne@wortlaute.de)