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DAS VIERTE: SECHS! NACHSITZEN.

Ich weiß nicht, ob Ihr es wisst, aber irgendwo ganz weit hinten, in den zweistelligen Tastenkombinationen Eurer Fernbedienungen befindet sich ein klitzekleiner Fernsehsender, der sich für Hollywoods Vertretung auf Deutschlands Bildschirmen ausgibt. Dabei zeigt er alte US-Streifen und Serien nicht einmal im Original und auch häufig nur eine Auswahl aus 70ies Schrott, der sonst bei Tele 5 oder Kabel 1 im Nachtprogramm läuft, wenn keiner hinschauen muss. Manchmal jedoch, beweisen die Programmacher des obskuren Senders ein schlaues Händchen: bislang zweimal. Ein Wochenende im Harz wurde mir vor ein paar Monaten mit einem Doris Day-Double Feature verniedlicht (im Harz bedarf es nicht viel, froh zu werden). Und unlängst gab „das Vierte“ bekannt, die Spelling-Serien „Beverly Hills 90210“ und „Melrose Place“ ins Vorabendprogramm zu nehmen. „Melrose, schön“, freute ich mich, zappte gestern zwecks geistigen Themenwechsels durch die Programme, fand zufällig besagten Sender und anstelle von Melrose lief eine alte Detektivserie mit einem alten Protagonisten. Fuck you, das Vierte. Die haben Melrose Place abgesetzt. Wenn Amanda Woodward das erfährt, dann reißt sie Euch die Eier ab.
Was bleibt mir jetzt zum Fernsehen? John Kosmalla. Und der kommt nur wöchentlich. Und den hätte ich lieber in einem anderen Format als „Komm bau ein Haus“ oder wie es heißt. Der lächelt immer so schön. Und ich mag die Frisur. Aber Architekten sind kompliziert, oder?

GLAMOURDICKHEAD

Im Traum nach meinem besten Sex gefragt worden. Aufgewacht und vor Nachdenken nicht mehr so richtig eingeschlafen. Was aber ganz nett war, weil im Dämmerzustand die besten Sex-Erlebnisse Revue passieren zu lassen nicht gerade eine unangenehme Angelegenheit ist.
Und die im Traum gestellte Frage kann ich immer noch nicht beantworten, weil
– der erste Sex, wenn man in jemanden verknallt ist, ist meist geil. Weil man es endlich tut. Und da wiegt die Tatsache die Qualität oft auf. Was sich dann beim zweiten Sex (meist katastrophal) erweist.
– Sex mit einem Fuckbuddy, jemandem, der einen genau kennt und weiß, was er zu tun hat, ist auch nicht zu verachten. Manchmal ist es gut, so jemanden zu haben, just for sex. Denn wenn ich Brötchen will, geh ich ja auch zum Bäcker und nicht notwendigerweise zu Karstadt. (Nicht, dass es da keinen Sex keine Brötchen gebe. Aber ich glaube an Spezialisten.
– und dann gibt es da noch eine ganze Reihe von überraschenden Begegnungen mit damals-wie-heute-Fremden. One night stands, bei denen alles genau richtig lief.
Na toll. Jetzt läuft schon wieder ein Best of im Hirn.

SINGLE SUCKA oder DIAMONDS, DIAMONDS – I DON´T MEAN RHINESTONES

Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich promiks unbepartnert recht zufrieden bin, aber es gibt Situationen, in denen es suckt, Single zu sein:
– Man muss immer alle Einkäufe selbst schleppen.
– Man kann nie in einer Einfahrt parken und der Partner bleibt drin, falls jemand rein oder raus möchte.
– Man macht Listen, weil einen niemand daran erinnt, dass man beispielsweise am Freitag um drei eine Tonanlage abholen muss, die man dann natürlich auch selbst in den fünften Stock zu transportieren hat.
– Und man bekommt fast nie Schmuck geschenkt.

WIR WIR WIR

Also eigentlich gehöre ich ja zu den Menschen, die ab 21.00 Uhr eigentlich nur noch Ficken oder Fernsehen wollen. Manchmal beides. Mehr Entertainment muss nicht. Und Arbeit, insbesondere kreative Arbeit – schon gar nicht. Ich arbeite lieber morgens, wenn der Tag noch keine Gelegenheit hatte, mich hinterrücks anzuspringen.
Umso mehr erstaune ich mich, wie sehr ich die abendlichen konspirativen Treffen, auch Proben genannt, schätze. Wie gut es mir tut, dass in einer wild zusammen getrommelten Gruppe ein „Wir“-Gefühl entsteht. Wie wir uns gegenseitig inspirieren, amüsieren, kritisieren. Energie. Das, es steht fest, wird mir fehlen, wenn die Lesung am Sonntag über die Bühne gegangen sein wird. Im Grunde kann die Lesung richtig Scheiße werden, ich bin jetzt schon glücklich. Hallo! Wer hätte das je gedacht? Ich bin teamfähig! Und das nehm ich mit. Abgesehen davon, dass es jedesmal eine Freude ist, den Worten beim Lebendigwerden beizuwohnen. Und wenn das am Sonntag nur ansatzweise so gut gelingt, wie ich mir das vorstelle, dann werden nicht nur die Beteilgten ihr Vergnügen haben (wenn sie vor Lampenfieber dazu kommen, es wahrzunehmen – ich jedenfalls bin jetzt schon versteinert, beim Gedanken vor einem Publikum zu sitzen*), sondern auch die Zuschauer. Also, weitersagen: 3.9., 21h, Theaterbar, Chausseestr. 35, Berlin-Mitte.

Und wenn es Montag wird, dann werde ich meiner Crew vorschlagen, Fantasy-Rollenspiele zu veranstalten oder so. Und noch ein schöner Nebeneffekt der gemeinsamen Arbeit: nach den Probenabenden habe ich immer noch ein paar unknusprige Chips zum Frühstück hier.

*Langjährige Leser werden eine Ahnung haben, was für ein Elefantenschritt es für mich auf die Bühne ist. Für die Jungleser: check out my not-so-secret-anymore Zweitblog.

THE NOISE

Der Lärm reibt mich auf. Seit wievielen Jahren geht das jetzt? Seit forever. In dieser kleinen, ansonsten behäbig scheinenden Straße wird permanent gebaut. Und man sieht es nicht. Es sieht alles immer so Scheiße aus wie vor den Bauarbeiten. Wenn nicht gebaut wird, dann wird irgendwo ein Boden abgeschliffen. Oder eine alte Heavy-Metal-Flohmarkt-Sammlung auf dem alten Vinyl-Player ausgetestet. Am offenen Fenster. Oder einer der eingeparkten Wagen (davon haben wir hier morgens einige) versucht, sich freizuhupen. „Highway to hell“ zum Frühstück ist mir allerdings lieber als dieses Klopfen, Wummern, Schleifen, Bohren und das Geräusch, von dem ich heute morgen aufgewacht bin: hörte sich an wie eine Waschmaschine, die man aus 10 Metern Höhe in einen überdimensionierten Altglascontainer fallen lässt. Es waren drei davon.
Vielleicht zieh ich doch in den Harz in das Haus am Waldrand.

4 DAYS TO GO

In ein paar Jahren, wenn mir der Zettel mal wieder unter die Finger kommt, werde ich lange rätseln:

– J.´s Boot nach Papag wg Kofferraum-Platz
– Sascha wg. 2 Mikro & Ständer
– Christian Soundcheck Einlass, Fr. ev. nt. ntg. Dafür Sonntag früher.
– Sophie: Bettlaken okay. Eintritt wie gehabt. Tischmiete 50/50.
– Ingo umarmen wg. allem. J. auch wg Kontakt Ingo.
– Lausi: Arme!! Pflaster.
– Schmuckfrage. Zuviel unchristlich. Kreuz zu christlich. Was nu?
– Liste machen für Fr. und So.
– Lebensmittel!

BEHIND THE SCENES

Spanferkelfrisch* ein paar Eindrücke von dem Abschluss unserer heutigen (vorletzten) Probe.

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(18 sec. Und übrigens endet der Filmbeitrag mit dem statement „Vorbei“ meinerseits. Aber das hat Youtube aus unerfindlichen Gründen zensiert.)

*Haben Sie das bei Frau Modeste gelesen mit dem Spanferkel`Nein?? Hin da!

NAMEDROPPING

Fangen wir simpel an, da noch frisch in Erinnerung: Ennis Del Mar, Jack Twist, Tess Durbeyfield, Alec D´Urberville, Angel Clare.
Scarlett O´Hara, Rhett Butler, Sugar Kane, Roslyn Tabor. Margo Channing und Eve Harrington. Norma Desmond. Holly Golightly. Da fängt es aber schon mit den Nebenrollen an. Hollys boyfriend? Die Turbanfrau? Mir fällt nur Mister Yunioshi ein. Und Meg Wildwood („Abfaaaaaangen!“) Josephine und Daphne – wie hießen die aber mit Nachnamen? Dafür Pluspunkte für Ashley Wilkes und Cousine Melanie. Roslyns Mann war Gaylord (was sich Arthur Miller wohl dabei gedacht hat?). Derek Zoolander und Haensel (kein Nachname). Michele Weinberger und Romy White. Martha und George – wie hießen die mit Nachnamen? Santine und Christian. Einfach: Gloria Vane. Baby Jane Hudson. Charlotte Hollister. Angeberpunkt für Judith Traherne. Mrs DeWinter, Mrs Danvers. Maxim DeWinter. Carrie Bradshaw, Charlotte York, Samantha Jones, Miranda – Hobbes? Kelly Garrett, Jill Munroe, Sabrina Duncan. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie. Patsy Stone und Edina Monsoon. Elsie Marina, Pola Debevois, Lorelei Lee, Angela Phinlay, Ellen Arden, Miss Casswell, Rose Loomis. Norman Bates. Shrek!
Und in all den Jahren konnte ich mir nie die Namen der Pflegekinder von Fran Fine merken, aber Digger Barnes hat sich im Hirn festgekrallt, der alte Suffkopp.

THE LOST WEEKEND

Einen Tag Ruhe verordnet. Und gleich zwei draus werden lassen. Nur ein einziges Telefonat geführt. Die Wohnung nur verlassen, um mich Samstagmittag unter die Mengen auf der Friedrichstraße zu begeben und unsichtbar zu tun („How to be invisible“ im Ohr). In der Diamant-Parfümerie Parfum gekauft. Pfiffig! Zumal es dort auf alles 20% gibt – almost like the Intershop of olden days. Bei Dussmann das Wochenend-Entertainmentprogramm besorgt und währenddessen einem attraktiven Hetero mit meinem Klingelton beim Musik-DVD-Shoppen beobachtet, während er am Telefon von einer Einschulungszeremonie berichtete. In meinem Warenkorb: „Tess“ und „Breakfast with Tiffany“ von Edmund John Wintle. Das Buch in zwei Tagen durchgelesen – laut gelacht und das eine oder andere leise Tränchen abgequetscht. Als am Sonntag der Sonntag immer noch nicht vorbei war erwägt, eine DVD auszuleihen. Warum eigentlich, wenn ich schon so viele hier habe? Ein bisschen „Shrek2“ ein bisschen Vintage Falcon. Und mal wieder „Brokeback Mountain“. Endlich mal drauf geachtet, was denn nun wirklich mit Ennis´ Hemd passiert.
Meinetwegen kann die Woche losgehen, ich bin dann jetzt soweit.