Vor kurzem habe ich mir Annette Bening (or whatever her name is – the Beatty-broad) vorgeknöpft, nicht ahnend, welch perverse Perlen der Filmkunst da noch in meinem auf dem Hausflur gefundenen Regal schlummern würden.
Hochgelobt wurde ihre Leistung in diesem heiteren Machwerk, das sich die Bezeichnung Spielfilm wohl nur durch die gefühlte Länge von 3 Stunden verdient hat. Der Satan in diesem Film ist nicht Esther. Sondern der Drehbuchautor diese großartige Schauspielerin, für die ich nie wirklch etwas übrig hatte. Streep Meryl, in der Muppet Show von einer Ziege dargestellt. Hier von einer Perücke, die ihr den Nimbus „Chefredakteurin“ verleihen soll, aber eher an die Leiterin des Verbands der Apothekergattinnen Rheinland Pfalz erinnert. Ebenso un-chique wie die Haare – ihre Outfits. Wenn das Prada war, dann die Out-Takes, die es nicht in die Shops geschafft haben. Die arme Anna Wintour, die Vorbild für die Rolle stand… Mit diesem Seize 2-Gewicht und in pitiful shades of grey würde die sich nicht einmal auf die New Yorker Dachterrasse, geschweige denn ins Vogue-Office wagen.
Zur Herstellungsgeschichte: frustrierte Ex-Praktikantin verfasst Chick-Lit-Abrechnungsroman, weil sie dem Glamourzwang der Vogue-Redaktion nicht standhalten konnte. Dollet Thema. Bstimmt auch schick als Film. Kleines Ego kämpft gegen großes Ego. Allein in diesem einen Satz haftet soviel Langeweile – das ganze dauert dann aber ca 5 Stunden. Nach einer halben Stunde war meine Tüte Honey Mustard Pretzel Snack leer wie der Film und die Blicke der jungen Hauptdarstellerin, die ich für ihre Leistung in „Brokeback Mountain“ eigentlich gemocht hatte (Plusquamperfekt, wohlgemerkt!).
Zurück zu Meryl. Ähnlich wie bei Annette kan man grundsätzlich an der schauspielerischen Leistung nichts aussetzen. Sie spielt und bekommt dafür Geld. Im unsäglichen Prada-Fake-Film spielt sie ein Biest (ohne jemals etwas von Joan Collins oder Heather Locklear gehört zu haben – zwei Episoden Denver-Clan wären eine vernünftige und ausreichende Vorildung für die Rolle gewesen.) Aber jetzt schreien alle wieder „Oscar Oscar“, nur weil eine alte Schauspielerin mal das Rollenfach gewechselt hat. Wenn das so einfach wäre… Meines Erachtens sollten Drehbuchautor, Ausstatter und Haarstylist aus der Gewerkschaft fliegen. Und die Streep sollte Unterricht bei Jessica Lange nehmen. Oder jüngeren Kolleginnen das Feld überlassen, genug Kohle wird sie schon verdient haben. Ich bin es langsam Leid, alten Schauspielerinnen dabei zuzuschauen, wie sie ihre medizinisch verjüngte Physiognomie aus reiner verzweifelter und unangebrachter Eitelkeit in die Kamera halten.