Archiv des Autors: glamourdick

A SMUGGLER´S LIFE oder DIVA COOL

smuggler

Timan erinnerte mich durch seinen Beitrag daran – eine Autobiographie in Bildern. Hauptsächlich assoziativ, manchmal auch journalistisch illustriert. Daniel Schmids „A Smuggler´s Life“. Eines der schönsten Bücher in meinem Besitz. So eines, von dem man sich nicht trennen wird. So etwas wie ein neuer Mac, nur in Gestalt eines Buches. Meines hat dann auch noch eine Widmung von der Cover Lady, die, und deshalb schreibe ich das auch – Ende des Monars zwei Konzerte im Berliner Ensemble geben wird. Ich bin gespannt, ob sie wieder Elvis auf die Bühne holt, ob sie sich auf dem Boden rollen wird oder, ganz stilisierte Studienrätin am Lesepult, die „Seelandschaft mit Pocahontas“ auferstehen lässt. In jedem Falle wird es ein Fest, bzw zwei Feste. Unvergesslich ikonoklastisch, puristisch hysterisch und von freudvoller Distanziertheit. Man muss sie sehen, um es zu begreifen.
Und es ist gerade noch Zeit, das andere Buch nochmal zu lesen. Das, das ihren Namen trägt: „Ingrid Caven“ von Jean Jacques Schuhl.

TOMB RAIDER XXVI: THE ERECTION OF CUMALOT

Das Laster möchte wissen, was nun eigentlich aus mir und dem liebevoll für mich ausgesuchten Do-it-yourself-Dildo-kit geworden ist. Und weil mir nichts zu intim ist – hier die Wahrheit:
Täglich, wenn ich durch die Mansion tigere, streicht mein Blick über das Dildokit. Eigentlich wollte ich es schon am ersten Tag tun. Sofort! Unmittelbar! Aber dann wurde ich ungeduldig bei der Anfertigung des unbedingt 37°-haben-müssenden-Warmwassers für den Dildo-Teig. Was, wenn es nun 38° würden? Schlimmer noch: 36°? Hinzu kam ein gewissermaßen spaßbremsender Faktor: der Dildokit-do-it-yourself-Film, in dem eine Art Monika mit nackten Brüsten einer Art Big Jim das Dildo-Form-Gefäß übers Gemächt stülpte und wild mit den Augen rollte. Ich brauchte ein paar Minuten, um mich von dem Anblick zu erholen. Ich bin sensibel, was heterosexuelle Pornografie angeht, aber das ist eine andere Geschichte, die nicht nur mit langen lackierten Fingernägeln mit Marienkäfer-Applikationen zu tun hat. Und dann war es auch schon dunkel und ich konnte die Bedienungsanleitung nicht mehr genau entziffern, weil es in der Mansion nur gedämpftes Licht gibt.

Nach reiflicher Überlegung möchte ich das Geheimnis um mich und das Dildokit aufrecht erhalten und somit einer späteren GlamourDick-Grals-Legende Vorschub leisten. Hat er oder hat er nich? Werden sich die Menschen fragen. Und sollte Lara Croft mich überleben, dann wird sie es vielleicht sein, die in den Ruinen von Berlin nach einem Relikt aus der Bloggerzeit gräbt: dem GlamourDildo.

GLAM CUDDLES oder DICKHEAD

Ich hätte eigentlich vor drei Stunden aufstehen sollen, um alles zu schaffen, was heut so auf dem Plan steht. Zumal ich vor drei Stunden auch schon wach war. Aber dann ist es ja durchaus von Luxus, wenn man mal jemand warmes, wohlriechendes neben sich liegen hat, also hab ich die Pläne einfach geändert. Und geh jetzt wieder zurück ins Bett. See you later!

Edit:
Und das entpuppte sich als absolut richtige Entscheidung, zumal, kaum dass der junge Mann weg war, das Go-ahead für einen glamourösen Auftrag kam und eh der ganze Tagesplan hinfällig wurde. Da soll nochmal jemand behaupten, mit dem Schwanz zu denken sei verwerflich. Becaus in most cases it points in the right direction. Ahead.

Edit 2:
Achtung! Penis content galore in den Kommentaren. Wenn Sie KEIN Freund des Penis sind, besser überspringen.

Edit 3:
Und jetzt kommt noch ein bahnbrechender Bastelplan dazu: „so fertige ich ein Muppet-Gesicht aus den männlichen Genitalien“.

LA RACLETTE

Das war doch jetzt mal ein Absturz der sich gewaschen hat, wenn der Frühstückstee auf 15.30 Uhr fällt. Ich erinnere mich, mit dem Tresen umgefallen zu sein (alles in dem Laden war festgemauert, nur eben der Tresen nicht), beinahe an einer Rauchvergiftung gestorben zu sein, getanzt zu haben, einen Zug gekifft sogar, dann war auch die Polizei da, meine Hose weg und ich in fremden Bermudas unterm Dolce-Mantel nach Hause – war aber kein weiter Weg, nur mal eben die Straße entlang. Und einem Charismatiker über den Weg gelaufen, wie ich ihn so noch nie erlebt habe. (Nicht auf der Straße, schon vorher). Inklusive „ich mach uns jetzt erstmal ne Flasche Champagner auf“. Es muss nicht immer das Roses sein. Merke: Hetenrestaurants sind wilder als schwule Hochzeiten, Kiffen ist das neue Koksen, La Raclette das neue Le Fondue und die eigenen Hosen sind doch die besten.

GLAM GOES ALDI?

Und wundere mich bei meinem zweiten diesjährigen Ausflug in die Karstadt-Lebensmittelabteilung, dass der Ayles noch immer vier neuneneunzich kostet, auf den Vollkorntoasties der alte Preiss steht, billiger schwarzer Tee noch für 59 Cent zu haben ist und die Du Darfst Gemüseputenwurscht sowie die White Elephant Asia Snack-Erdnüsse im Gewürzmatel ebenfalls von der Mehrwertsteuererhöhung unberührt geblieben sind. Schiebe das Wägelchen Richtun Parkhaus, injiziere die Parkkarte in den Kassenautomaten und denke mein Sack blutet! sehe eine 1,00 im Display. Stutze, drücke Storno doch nichts tut sich. Die freundliche Kassiererin hat die Karte doch aber gelocht! Ich war doch nur ein viertelstündchen hier! Und sehe erst dann das laienhaft applizierte Laminatschildchen. NEUE PARKTARIFE. Erste Stunde für Karstadtbesucher nur 1 Euro. Vor ein paar Tagen waren es noch 50 Cent. Und jetzt frag ich mich, ob Aldi nicht vielleicht auch bald endlich Kreditkarten akzeptieren wird. Dann wird´s das nämlich gewesen sein mit mir und der Karstadt-Lebensmittelabteilung.

INDICKNITO

Ich würde Euch von der Eheschließung berichten, aber weil ich alleine da war, hatte ich keine Verbündeten. Also habe ich die meiste Zeit mit der Mutter des Bräutigams geredet. Ich war unter bürgerlichem Namen unterwegs.

GLAM DOES IT LIKE A RABBIT

Als ich aufwache ist es hell. Schön doch eigentlich. Und ich frage mich, woher dieses seltsame Gefühl kommt, dass etwas nicht stimmt. Es dämmert. Es kann nicht hell sein, wenn es zeitgleich ein Donnerstag im Januar ist. Wenn es jetzt hell ist, dann bin ich hier im Bett ganz falsch. Schaue auf die Uhr und sehe, dass ich in 10 Minuten im Büro sein muss. So stellte ich fest
– ein Liter Tee morgens ist nicht nur hilfreich, sondern unverzichtbar.
– die frühmorgige Bloglektüre und Textfabrikation ist ebenfalls elementarer Bestandteil des Wachwerdungsvorgangs.
– bei aller Liebe zur Pünktlichkeit würde ich immer noch nicht ungegroomt aus dem Haus gehen. (Was nicht notwendigerweise eine Dusche einschließt.)
– Autofahren zwanzig Minuten nach Zeitpunkt des Erwachens geht, ist aber weniger sorgfaltsgeprägt als mit ein wenig mehr Zeit im Wachzustand.

TANZ DER VAMPIRE oder ICH BIN SO FROH DASS ICH EIN JUNGE BIN

„Und, wie hast Du Silvester gefeiert?“
„Ich hab mir die Sackhaare rasiert!“
„Aber doch nicht den ganzen Abend?“
„Die waren schon ganz schön lang. Dann hab ich mich mit dem Langhaarschneider verletzt.“
„Rchhhhrgh. Das blutet ganz schön!“
„Hat es dann auch.“
Kollegin kommt dazu. „Und was habt Ihr Silvester gemacht?“
„Er hat sich die Sackhaare rasiert und konnte dann nicht mehr raus.“
„Oh!“
„Ja – aber ich find´s okay mit dem Rasieren und dem Bluten. Ist mir lieber als menstruieren.“

STIMMEN HÖREN

Nachdem ich meinen Weihnachts-DVD-Stapel beinahe abgearbeitet habe bleiben noch zwei feine Stücke unterm Glitzerbaum. Die amerikanische Nachbarin, Adrenalinjunkiebraut und charmante Sängerin hat es geschafft, das fast unmögliche zu vollbringen: mir zwei Filme zu schenken, die ich nicht schon besitze. „Hometown Story“, einen Film aus Marilyn´s Frühwerk, und den wunderbaren „Transamerica“. In den vergangenen Tagen war ich allerdings so filmüberdrüssig, dass ich den dringenden Wunsch verspürte, freiwillig und bereitwillig unter Menschen zu gehen. Abends. In überfüllte Restauarants. Und schön war´s. Das ist zurückzuführen auf schreckliche Erlebnisse mit Meryl Streep, also haben auch schlechte Filme mitunter eine positive Auswirkung, nämlich einen Abend bei Rocco mit der Lieblingskollegin.
Die amerikanische Nachbarin werdet Ihr bald persönlich kennenlernen. Zumindest ihre sexy Stimme, die bundes (oder gar Europa?)-weit den dreisibigen Namen eines Mode-Imperiums wispern wird, das in den letzten Jahren ziemlich an Sexyness und Prestige gewonnen hat. Was die Auswahl der Stimme meiner amerikanischen Nachbarin als Stimme von … nur beweist. Und jetzt, wo ich weiß, was man so bekommt, als Stimme für einen Kino-Spot, möchte ich meine Stimme auch vermieten. Domenico? Stefano? Can you hear me?