Sommer 2004. Nach mehrstündigem Schippern auf dem See und Verspeisung sämtlicher Lebensmittel-und Getränkevorräte, die Sonne britzelt noch, die Leiber sind hungrig und erst rosa, wollen aber nicht vom Wasser, bleibt uns nur eines. Ein Besuch im Bootsverleih (mit angeschlossener „Gastronomie“). Kai holt Essen, Trinken, Eis und will gerade wieder ins Boot steigen, da werden wir Zeugen eines dramatischen Vorfalls. Eine junge Dame, blondgelockt, keine Apfelsinen im Haar, aber eine Tochter an Bord, versucht ungelenk ihr Leihboot am Bootssteg einzuparken. Dort herrscht reger Betrieb. Der freundliche bezirksansässige Bootsverleih-Angestellte ermutigt:
„Frollein so jeht det woll nich. Du bist ja falschrum.“
Frollein (irritiert, verängstigt, ein wenig garstig): „Wie? Was? Falsch rum! Da könnte ja jeder kommen! Und schon gar nicht in diesem Ton, bitte!“
„Na nu stell Dir mal nich so affich an – Du musst det Boot wenden!“
(Mit einer zickigen Note, ZDF-Vorabendserien-fähig): „Wenden? Wie stellen Sie sich das vor? Bin ich hier die Ruderkönigin oder was?“
Kai bittet mich sein Eis zu halten, springt ins Wasser und hilft Frollein beim Einparken.
„Sehen Sie – der junge Mann hier hilft mir wenigstens, anstatt blöde Sprüche zu machen.“
Mit einem Rest Restwürde packt Katja Riemann Sachen und Tochter, verschwindet hohen Hauptes zwischen amüsierten Ausflüglern. Ein Sympathiepunkt für Haltung an die Ruderkönigin vom Schlachtensee. Demnächst in dieser Rubrik: „Die seltsame Gräfin vom Schlachtensee“.

(Abkühlung nach hysterisch-hitzigem Lachanfall. GlamD. in seinem Element)

Ich gehe, schaue – ihr Name, 1926-1962. Lippenstiftabdrücke von bescheuerten Fans. Geschmacklose Blumen, teils vergammelt. Joe DiM.´s Dauerauftrag „jeden Tag eine frische rote Rose“ lief 1982 aus. 20 Jahre waren gebucht, 20 Jahre reichen, er ist Pragmatiker. Und trotzdem gelten seine letzten Worte ihr. Er hat nach ihr nie wieder geheiratet. 


