DELIVERED WITH A SCHTRONG ÜBERGLAM PRUSSIAN ACCENT

„I was looking for something specific, and my obsession untill today – I never met anyone who shared my obsession from his doings. The obsession would be if someone does something on his own to get me going. Now, usually because of my attire or my way of dressing and behaving – I did that to people. In person and on picture. So my obsession would be to have a person approach me, looking like me – and forget the FACE! It could be black or blue or white! It could be any given attratctive man. So it´s not that I´m looking for myself but someone like me. That would be heaven for me.“

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(Peter Berlin by Peter Berlin, courtesy of Pro Fun Media)

„There´s nothing good about old. Old is old.“

Peter Berlin in „Die Peter Berlin Story“ Und Dankeschön an die Jungs von Pro Fun für die DVD. Beautiful, just so beautiful. Sexy, glam, tender, sweet, touching. Einer der schönsten Filme über sexuelles Selbstverständnis und eine marilyneske Bio-Parabel auf naive, aber überzeugte und überzeugende Selbstikonisierung. Don´t dream it. Be it.

DEEP KABALLAH: ESTHER BOUND FOR MUMU-LAND

Esther in der LTU-Arena in Düsseldorf. Ob das gut geht? Für´s Olympiastadion Berlin hat´s vor ein paar Jahren nicht gereicht. Aber damals hat Madonna auch noch Erwachsenenmusik gemacht. Jetzt, mit dem Album, das Rocco und Lourdes ihr geschrieben haben, erreicht sie natürlich auch die 4 bis 11jährigen und wenn die alle ihre Erziehungsberechtigten mitbringen, dann fällt vielleicht gar nicht ins Gewicht, dass 50% der deutschen Madonna Fans (die Kölner Schwulen) am Erlebnis aus Lokalethos nicht teilhaben können. Der Rest der Deutschen Fans ist eh zu faul zum Reisen und, ich will ja nichts falsches sagen, aber Düsseldorf ist auch Geschmackssache, wenn auch zugegebenermaßen Hannover vorzuziehen.
Berlin wird verschont. Immerhin. Das liegt daran, dass es hier eine Unerträgliche-Alte-Frauen-Quote gibt, die seit dem Ableben von Evelyn Künnecke von der Dschungelkönigin Desiree Nick über Gebühr strapaziert wird. Es ist wie mit dem Berliner Bären – es kann in beiden Rubriken nur eine geben.
Ich rechne ja fest damit, dass Madonna die nächste Platte von unten singen wird – so viel Beckenbodenpilates kann nicht umsonst gewesen sein. So rundumrejuveniert wird das ganz sicher ein straffer Klang. Ich weiß, dass sie so ein Video seit Jahrzehnten drehen möchte. Es reizt sie. Und ich weiß, dass ich es kaum erwarten kann. Also gar nicht. Also darauf warte ich nicht, wollte ich sagen. Wie schon die Jungs aus Neverland, Wendy und Peter über Kapitän Hook sagten: „Old, over and done for.“ Oder so. Für ein Gerücht halte ich allerdings, dass Esthers agbesaugtes Body Fat für Unsummen von bösen Hexen zum Färben roter Äpfel eingekauft wird. Wahrscheinlicher ist, dass es im Kaballah Center mehrere Reliquienschreine für die Zukunft gibt. Die sorgen nämlich vor. Madonnas Nachgeburt. Teile von Madonnas Gesichtshaut. Forget the fucking Turiner Leichentuch when we finally find out where Madonnas berühmter Leberfleck ended up.

JUST ANOTHER PHOBIC MONDAY

Heut ist wieder so ein Tag, an dem ich dankbar bin, einen Job zu haben, weil ich weiß, dass dieser Tag sonst komplett zerfasern würde und das endet immer mit Schuldgefühlen und einer seltsamen inneren Befremdung. I still don´t have half of my shit together. Viele Aufgaben, die ich mir stelle, klappen noch überhaupt nicht gut. Zwei Panikattacken in zwei Tagen ist zuviel.
Aber der Untermieter, der aussah wie Charles Manson (also auf eine kranke Art nicht unsexy) und mitten in der Nacht durch die Wohnung stiefelte, vermutlich aus innerer Unruhe, weil er heute abreist oder eine killing spree verdauen musste, froke me out. Ich will keine fremden Männer mehr in der Wohnung. Vielleicht muss ich mich doch langsam geschlagen geben und mir was Billigeres suchen, wohungstechnisch meine ich jetzt. Und genau das sind die Gedanken, die zum Zerfasern führen. Fear, rent and taxes.

GLAM UNTERWEGS

Was nun wirklich geschah mit dem Samstag und der Käthe-Niederkirchner-Straße, dem ganzen Überglam und Drumherum der beknackten Kastanienallee (ich kann sie nicht ausstehen, ich fühl mich da wie ein Tourist, ganz Europacentermäßig), dazu vielleicht morgen mehr, aber Kinder – ich hatte sonn Spaß am Fr/Sa. IMG_0232
(Das ist die Tierschutzpartei. Stellt Euch mal vor. Sitze ich mit Anke vorm vegetarischen Imbiss auf der Wiener Straße und ess eine vegetarische Currywurscht, (weil wir ja die Käthe-Niderderkirchner nicht gefunden haben, Anke des Kartenlesens unmächtig, ich noch zerschossen vom Vorabend und unfähig einen Blick von der Straße weg auf die Karte zu nehmen, könnte ja was passieren und möchte man da die Verantwortung? Nein. Andererseits ist Anke Single und die Weltregierung sucht was zum Ficken, von daher schon ärgerlich aber egal, irgendwie ist es ja auch immer ne Erleichtgerung, nach dem Pee-Berg wieder aufem Kreuzberg aufzuschlagen, aber ich schweife ab. Willkommen!) kommen zwei freundliche junge Menschen und bitten um eine Unterschrift, damit sie sich zur Wahl aufstellen lassen können. Stellt sich heraus, es ist die Tierschutzpartei, die ich aus Politiksverdruss doch tatsächich auch gewählt habe. Hab ich denen gesagt. Haben sie sich sehr gefreut und mir für das Foto Modell gestanden. Aber das war nur EINE Begegnung am Samstag. Dann diese beiden Touristen an unserem Tisch vorm vegetarischen Imbiss auf der Wiener. Wahrscheinlich sogar Veganer. Sehr ernsthafte Menschen, die die gante Zeit gar nicht kommunizierten, sich aber all den Quatsch anhören mussten, den Anke und ich so von uns gaben. Dazu muss man wissen, dass wir beide wahre Wasserfälle der Sprache und des rasanten Themenwechsels sein können, auf Deutsch, für manche Menschen sind wir einfach too much wenn wir einfach nur wir sind. So auch gestern und es war eine große Freude, weil wir einander immer noch nicht genug sind, selbst wenn für andere too much. Und Freitag war auch schon so viel Bewegung. Sex, Glamour und Drama.

Und da war ich auch:
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The ultimate Glamourette, my long lost twin, Anke aka Twig, the wonderkid:
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We got along like a theme park on fire. Es war fast gespenstisch, wie präsent und relevant wir einander waren. 14 schweißt zusammen, irgendwie. Mit ihr zu Bowie zu gehen war obligatorisch. Und unsere festen Umarmungen hätte John Irving nicht schöner schreiben können, bei allem Respekt.

ÖFFENTLICH RECHTLICHE VERDAMMNIS

Ein Blick in die Fernsehzeitung und es wird klar, heute ist der Tag, an dem ich a) entweder meinen Fernseher abknalle, oder b) meinen Rundfunkgebührendauerauftrag storniere. Die ARD bringt um 20.15 Uhr den „König der Herzen“, in dem Florian Silbereisen die Hauptrolle spielt. Es geht um Herz, Schmerz und Babyklappen. Das ZDF schickt den abgetakelten altersdementen Zirkusgaul Desiree Nick in die Debilen-Arena „Blond am Freitag“. Nicht genug damit – auch die talent- und charmfreie Kim „ich-will-allen-gefallen-“ Fischer darf wieder dumme Sprüche über andere Zett-Promis reißen. Mein Vorschlag: Silbereisen, Nick und Fischer verklappen. Noch besser: wegsperren und isoliert zum Dauerentertainment verkloppen: Silbereisen muss singen, Nick lästern, Fischer moderieren. Und alle müssen sich für den Rest ihres Lebens gegenseitig ertragen.

P.s.: Die NDR-Talk-Show hat heute eine absolute Neuentdeckung in der Runde! Nina Hagen! AAAAAAAAAAAAAArrrrrrrrrrrrrrrrrrghhhhhhhhhhh! Wo bleibt Felicitas Woll, wo Susanne Fröhlich? Oder heißt die Sabine? Wo Moritz Bleibtreu? Kann die mal Julia Westenlake verspeisen?

GLAM LOVES BERLIN

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(Foto: Pro Fun Media)

Gerade entzückt festgestellt, dass Jim Tushinskis Doku „That Man“ nicht nur im März in einigen ausgewählten Kinos (20.-26.4., Xenon, Berlin sowie Studio-Kino, HH); 4.5.-10.5. Kandelhof-Kino, Freiburg) gezeigt, sondern auch schon Ende Mai auf DVD erscheinen wird! Pro Fun Media bringt den Film über die „Greta Garbo des Schwulen Pornos“ unter dem Titel „Die Peter Berlin-Story“ auf den Markt. Einen ganz reizenden Webauftritt gibt es hier. Und jetzt ahnen Sie, wie mein Desktop aussieht. Ich hätte ja auch zu gerne „Nights in Black Leather“ und That Boy auf DVD. Aber ich schäme mich vorm Gang aufs Zollamt, wenn ich in den Staaten ordere. Die bestellen mich nämlich immer zu sich. Zuletzt, als ich meine Disney-Hexen-Plakate bekam.

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(Foto: Pro Fun Media)

FROH, ZU SEIN oder DENN MICH MACHT DIE LIEBE REICH

Fahre durch den Frühlingsmorgen, es regnet, was nicht schlimm ist. Bin ja schon dankbar für die angenehme Temperatur. Wieder Nena im Ohr, weil es sich so stramm marschieren lässt zu „Willstumitmirgehn“- Sie wissen es ja. Dann kommt „Liebe ist“, während ich dem Stau entkomme und da scheint die Sonne, da lacht das Leben, da geht mein Herz auf, und eh ich groß denken kann, oh Mann ist das peinlich, laufen mir zwei Tränen über das L´Oréalisierte Gesicht, weil ich an jemanden denke, den ich sehr lieb habe und der gerade sehr weit weg ist und für dessen Existenz ich dankbar bin, weil er mir ein Bruder ist obwohl er eine andere Mutter hat. Ja. an manchen Morgenden überrumpelt einen die Lebensfreude hinterrücks und mit ganz seltsamen Aufwallungen und Anwandlungen.

Und im Kiosk bezahle ich wieder mit einem 50er und entschuldige mich, worüber ich meine Zeitung vergesse. (Am Arbeitsplatz ist seit „In Touch“ der Kampf um das obskurste Druckerzeugnis entbrannt. Ich werfe die „Freizeitwoche“ ins Feuer. Schlagzeile:““Unfassbar: Hilde Knef: Zieht man so über Tote her?“). Beim Bäcker bedient heute die Andere und als ich mein Croissant entgegen nehme, (weil die Richtige nicht da ist gibt´s heute kein Käsebaguette), öffnet sich die Tür und Frau Kiosk hastet herein und händigt mir meine „Freizeitwoche“ aus, lächelt verständnisvoll wie der RegenbogeNsticker auf ihrer Kiosktür, und geht wieder zurück zu ihrem Kiosk mit dem Regenbogensticker. Ich kaufe einen Apfelkringel und bringe ihn ihr vorbei, und nicht wegen Karma, und sie freut sich sichtlich. Frühling eben.

GLAMS SPERLING PIEPT oder SWANLAKE, KREUZBERG

Das Sonnenlicht zoomt grinsend über den Kajalüberrest der Vornacht, der es auf das Kopfkissen geschafft hat und pubertierende Sperlinge singen der Grippe ein Schnäppchen. Die Gardine weht vor einem warmen Luftzug.
Nena fragt „Willstu mit mir gehn, willstu?“ und ich will, und so gehe ich mit ihr im Ohr nach draußen, wo in weiter Ferne mein Wagen geduldig auf mich wartet, er hat die Nacht allein verbracht, in einer fremden Straße, tapfer schön allein.
Die Menschen in den Straßen sind noch blass, aber sie haben ein Glitzern im Auge. Ein bisschen zu gierig genießen sie die Temperatur und tragen ihre rosa Maybachufer-Plastiktüten mit Schwung und Knowhow. Es kommt fast ein Gefühl auf, als wolle heute niemand jemandem etwas Böses, kuckma da schwimmt ein Schwanenbaby*, und, wer weiß, vielleicht kann man an das Gefühl so feste denken, dass es entsteht, und dann reitet man eine Weile auf dieser Wohlfühlwelle und die Sperlinge piepen, der Schwan macht seine hässlich/schön/dann zickig-Nummer und der Wagen seufzt, als ich ihn finde und der Katalysator rattert zufrieden. Und ich gönn mir Elvis-like eine Currywurscht bei Curry 36 und einen anderthalben Liter Cola Light Lemon und lächele mir eins und der Tag fliegt, merkstu das?, er fliegt, und dann sitzt man mit guten Menschen zum Thema Sozialiverhalten bei Rocco und auch seinen Brüdern und der Abend fasst noch einmal die Qualitäten des Tages zusammen. Schön.
elvis

* Ich weiß es fällt langsam auf – ich bin den Vögeln die Lobby. Muss man wirklich mal über die Lippen gehen lasse, diesen Satz. Den Vögeln die Lobby.