AM FREITAG WAR GLAM DURCH NICHTS AUS DER RUHE ZU BRINGEN

Denn, tatsächlich, der polnische Balkonbauer schaut mich traurig an, als er mir mitteilt, dass die Bodenverlegung nun doch noch etwas mehr Zeit bräuchte. Er habe heute beim besten Willen nicht alles geschafft. Hm. Und Montag ginge es auch nicht weiter, weil er da in Polen sei. Man könnte jetzt explodieren, aber was nützt DAS? Dann erlebt man nie die neu verlegten babylachsfarbenen Fliesen, die die Vermieterin mit Bedacht und Geschmack nach Inspektion der Mansion ausgewählt hatte. Und zugleich wären die frischen, unverfugten Fliesen dann mit Dick-Explosions-Masse verunreinigt. Wäre schade drum, um Fliesen, um Dick. Auch schade um das geplante Balkon-Wochenende, die Pflanzorgie, den Sundowner in der Hollyoodschaukel. Also reißt man sich zusammen und geht Kartoffeln schälen. Als das Telefon klingelt und die Vermieterin freundlich anfragt
„Sagen Sie Herr Dick – wäre es ganz unverschämt, anzufragen, ob ich ihnen morgen am Samstag nochmal die Handwerker vorbeischicken kann, die Fliesen zu verfugen?“
„Aber nein, Frau S. Kein Problem.“
„Ab wieviel Uhr kann ich Ihnen das denn zumuten?“
„So ab 11.00 Uhr?“
„Wunderbar. Dann noch ein schönes Wochenende.“
„Herzlichen Dank, Frau S. Ihnen dasselbe.“
Und dabei habe ich diesen Monat meine Miete noch gar nicht gezahlt.
So, und jetzt schäl ich die Möhren. Es gibt Glamoursche Ofentortilla.

THE CLEAVAGE SALVATION ARMY or THE DISAPPEARANCE OF GLAM

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When we´re not busy praying, saving our planet and blogging, we like to get drunk, screw around, bang our heads and sing to some serious country tunes.

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Mit Brittbee, Wortschnittchen, Lucky, und Ereignishorizont im Monster Ronsons. Auch dabei: Nicole und Kieran, die wir auf dem Weg aufgegabelt haben. Mich sieht man nicht, denn ich musste ja filmen. Heute hört man mich auch nicht mehr. Some would call it a sexy voice – I call it Bette Davis meets Johnnie Walker. Aber wen wir da im Film am Lautesten hören, das ist das Rockluder Lucky. Dem haben wir mit „I should be so Lucky“ auch einen akustischen Blumenstrauß geflochten. (Leider nicht auf Film.)
Ebenfalls auf der Playlist „I got you babe“, der Grusical-Hit „Memory“ (da müsst Ihr mal auf den Text achten. Schmeißt Dich weg.), „One way or another“ von Blondie und ein Pat Benatar-Medley. We are strong! We belong! Living on a power-keg and giving off sparks.*

*Erkennen Sie das Chanson?

GLAM GEGEN DIE BLOGROLL

Vorwort: im folgenden rede ich über Blogs, keineswegs über die Persönlichkeiten, die dahinter stecken.

Irgendwie, Darlings, ist n bisschen die Luft raus. Nicht, dass ich mir nicht alle halbe Stunde was aus den Rippen leiern könte, nee, das geht schon noch – aber das, was für mich das Bloggen in den ersten paar Monaten ausgemacht hat, das ist irgendwie futsch. Die flutschende Inspiration und genenseitige Befruchtung, die mir das perlende schäumende Bloggieren einmal so lieb gemacht hat.

Remember… da war Choc, die mich überhaupt erst drauf brachte. Die jeden Tag spritzigwütende Skizzen des Lebens und Erlebens lieferte. Schroeder erstattete enthusiastisch Bericht über geile Weiber, die ich mit Crazy-Noten versehen konnte. Burnster war highfire-cool aber noch jenseits des solipsistischen. MC mochte ich damals noch gar nicht (er schien so hetero, was er ja auch ist, aber eben auf ne Art, die mich irritierte), das kam erst später, dass ich ihn zu schätzen lernte, über den kann ich jetzt also nicht meckern, was an sich schon wieder schade ist, weil ich ja mit meiner Bestenliste meckere. Britt war die Königin von allen und zwar ebenfalls täglich, und auch Arboretum und Fraufrank waren recht äußerungswütig. Sie sehen, worauf ich hinauswill – mir sind ein paar wichtige Pfeiler der Inspiration weggebrochen. Meine Tageszeitung ist quasi um den Feuielleton und „Rund um die Welt“ beschnitten. Und wenn ich schon mal am Meckern bin: Ich höre keine Podcasts. Ich liebe das Netz, weil ich hier lesen und schauen darf, aber nicht hören muss. Liebe Fragmente – komm zurück zum Schreiben, bitte bitte.
Lucky war schon immer eher sporadisch, aber wenn, dann meist hochwertig. Der Ereignishorizont ist blogistisch so verlässlich wie das Wetter in Berlin und das gleiche gilt leider für den Raketenprinz und Pheerce. Goldkehlchen, die nur allzu selten singen. Cassandra? Fühl Dich ebenfalls angesprochen.

Das Schreckliche: Es gibt nicht so wahnsinnig viele tolle Blogs – sonst würde ich nicht meckern, sondern anderweitig weiterlesen. Mein Dank und meine tägliche Blog-Bestätigung an die Schwadroneuse, die Beine, Tod Spango (gerade heute morgen wieder), Ole, die Diagonale (aber vorsicht mit den podcasts!) und Lore.Berlin. You make me hope. Und ich werde Eure Blogrolls gnadenlos abhuren, á la récherche du kick perdu.

MAY BE

Ich liebe lettische Boygroups. Zumal ich den Sprachgebrauch bei Fremdsprachlern, die Englisch singen, oft sehr schön finde. Auch bei Björk. Sehen Sie „Brainstorm“, im Heimatlettland bekannt als Prata Vetra. Das Lied „Maybe“ ist schon ein paar Jahre alt, aber noch immer bestechend schön. Allein schon der Satz „Maybe… my animals live in your zoo.“
Das ganze erinnert irgendwie an tschechische Kinderfilme. Luzie, der Schrecken der Straße wohnt jetzt im Haus gegenüber.

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WHEN THE LITTLE BLUE BIRD WHO HAS NEVER SAID A WORD STARTS TO SING „SPRING SPRING“ oder THE SMELL OF BIRTHDAY

So ein Gefühl wie jeden Tag Geburtstag. Ist ja auch Königinnenwetter. Bin jeden Morgen überrascht, wenn ich in die Küche gehe und dort keine melodisch duftenden lachsfarbenen Rosen auf dem Tisch stehen und keine Kerze brennt. Das war damals schön in der Georgette-WG – Geburtstag war immer wie ein Kindergeburtstag. Mit Gabentisch und Kerze (handmade by Georgette´s mother), frischen Blumen auf dem Frühstückstisch. Und Frühstück auf dem Frühstückstisch! Nur ohne Topfschlagen.
Der Frühling is it for me. Deshalb habe ich mich auch für eine Geburt in eben jenem entschieden. Wenn die Schwere des elenden Berliner Winters sich in Berliner Luft auslöst, wenn es knospt und knispelt. Und wie um das Geburtstagsgefühl zu unterstreichen – gestern „Judy at Carnegie Hall“ in der Post. Merveilleux! Ja, ich muss sagen (sprichwörtlich – ich kann es nicht für mich behalten, es muss raus, es muss raus), ich fühle mich gerade reich beschenkt. Und soeben festgestellt, dass acht Stück Süßstoff im Tee (anstelle der üblichen vier) auch keinen nennenswerten Unterschied macht. Sweet day, Euch allen!

TATORT GLAMOURDICK MANSION oder GLAM DOES ARD

Gestern Tatort angeschaut. Ich! Ich kuck das nie, ich finde das ist Betonfernsehen. Pulverisierter Schotter im nicht übertragenen Sinn. Hart, trocken, rissig, grau. Aber die Schilderung einer ultraklaustrophobischen Situation in der Inhaltsangabe und der Mangel eines DVD-Stapels neben dem Fernseher veranlassten mich dazu, endlich auch mal meine GEZ-Gebühren abzunutzen. Und siehe da – ein gutes Drehbuch, eine Regie, die ihre Kamera sogar dann und wann zu nutzen weiß, ein Sujet (Sterbehilfe), das aus einem ungewohnten Blickwinkel (dem des verständnisvollen Sterbehelfers) und nicht ohne Empathie vorgestellt wird. Wären da nicht die deutschen Schauspieler… Außer der bayrischen Polizeimeisterin*, die ein hervorragendes Volkstheater lieferte, die war großartig. Dass der Tatort in Echtzeit spielte merkte man kaum, obwohl ständig Uhren eingeblendet wurden, die die gleichen Zahlen zeigten, wie die auf meinemVHS-Display**. Es stellte sich nie das Gefühl von Dringlichkeit ein. Tempo kann man besser inszenieren. Und das vielleicht unglaubwürdigste an der so realitätsverliebten Krimireihe: dass in anderthalb Stunden ein Fall gelöst wird. Hallo? Anderthalb Jahre, more likely.

* Die Krankenschwester war auch gut.
** Die Uhr ist tatsächlich auf dem VHS, nicht dem DVD-Player. Ich hab sowas noch, ja. Für die ganzen alten Falcon Videos.

12H oder LANGSAM IST DAS NEUE SCHNELL

Werde wach mit der Erinnerung an eine Umarmung (anstatt an den dünnen Briefumschlag zu denken) und muss grinsen, weil es eine sehr frische Erinnerung ist. Ca. 7 Stunden alt. Bis es am Vortag zu dieser Umarmung gekommen war, sind einige Stunden vergangen, ich habe nicht auf die Uhr geschaut, ich kann das jetzt also nicht exakt dokumentieren. Aber wenn ich ihn um 15.00 Uhr getroffen habe und er um 3.00 gegangen ist, dann waren das wohl 12 Stunden von denen ungefähr die letzten drei sehr eng und innig waren. In diesen 12 Stunden gab es ferner
1 Aufenthalt im Görlitzer Park, Sonne gucken
1 Sommersturm
1 Staubwolke
1 Vergleich von Kopfwunden
2 neue Blüten am Pfirsichbaum
2 gepimpte Pizzen
2 spontan verworfene Pläne zur Abendgestaltung
1 Grey Terrace
1 Grey Gardens
– jede Menge geschmackliche Übereinstimmungen (u.a. bei Sonnenbrillen und Rufus Wainwright)
– die Feststellung eines gemeinsamen Bekannten und eines gemeinsamen (ehemaligen) Lovers
– (mindestens) ein wachsendes Vertrauen darin, hier soeben jemand ziemlich Interessantes kennen zu lernen.
– eine Korrumpierung des Zeitempfindens meinerseits, weil mir das alles viel viel schneller und gar nicht wie ein halber Tag vorkam. Wer hat an der Uhr gedreht?