Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

TELEGRAM GLAM

Dreieinhalb Stunden heavy work, Job 2 bringt Erfolgserlebnisse. Sorgen legen sich – ich kann´s noch. Eine termingerechte Abwicklung scheint möglich. Pornoqueen calls und berichtet von erfolgreicher Vernissage. (Heute vermutlich in allen Boulevardmedien.) Pornoqueen grüßt Liebesliedstar, Liebesliedstar freut sich, dass alles wieder im Lot ist. So do I. Einen 11 Jahre alten Mobilfunkvertrag gekündigt, weil die Scheißer mir das N97 nicht hinterher schmeißen. Brief an die Steuer mit Bitte um Verständnis mit Argument „vertrauensbildende Maßnahme – Dauerauftrag“. Termin mit Steuer-Hilfs-Frau klargemacht. Junge Familie besucht, Baby bestaunt. Das erste im näheren Freundeskreis. Trick vorgeführt, weil die Ehefrau des Freundes mal sehen wollte, wie man sein Bein hinter den Kopf legt. Bendier than Madonna. Unbeantwortete Anrufe von unbekannter Mobilfunknummer. Neugieriger Rückruf landet auf Mailbox. Termin mit Agentin gemacht. Gerätselt, um was es in dem Meeting in Copenhagen gehen soll und nicht wenig vorgefreut. Schwester angerufen, Neffen am Ohr gehabt. Gespräche mit Neffen immer von hohem Unterhaltungswert. Häufiger mit Neffen telefonieren! Neffe Goldjunge mit Zähnen von Jürgen Vogel. Essen mit den Besten und ein gehaltvoller Primitivo dazu. Anruf von verschollen geglaubtem Blogger, Treffen für Monatg abend klargemacht. Neuen Opera-Browser installiert. Neuer Opera-Browser nervt mit (vermutlich) englischem Rechtschreibkontrollprogramm und irgendwie klobiger Tab-Optik. Dann noch eine Folge Gossip Girl. Viele Handlungsstränge mit OC verwechselt. (U.a. Summers Mutter vermisst, wo doch aber Summer in Gossip Girl Blair heißt und ihre Mutter aussieht wie die zwei identischen Schauspielerinnen in Weed.) Vorfreude auf die in Kürze eintreffende Rufus-CD/DVD. Leise Zweifel ob Milwaukee-Konzert an VolksbühnenErlebnisheranreichen kann.

HOSTAGE SITUATIONS

Einzuschlafen, während der Gast sich was zu Essen holt… Aber es war eine harte Woche, es waren drei Flaschen Wein und es galt auch, ein Drama zu verarbeiten, in dem Entführung, Flucht und Zukunftspanik eine Rolle spielen. Airen, wo soll ich Dein Telefon abliefern?

WELLEN STATT WLAN

Das war jetzt so der Arbeitstag, nachdem man wirklich von Urlaubsreife sprechen kann. Zwei Stunden Zeit gehabt, die Dinge zu erledigen, für die ich sonst 6 Stunden Zeit habe. Aber all das mit der Aussicht auf vier Tage Ostsee, das pushte.
Ein paar Tage raus aus den elektrischen Netzwerken und Zeit, die Gedanken mal analog zu ordnen. Es war eine intensive Woche mit Ausschlägen nach oben unten rechts links. Jetzt werden die Energien des Sommers noch einmal gebündelt und etwas nachgespürt. Ich merke, wie durch ich bin und werde Sie jetzt ein paar Tage in Ruhe lassen und mal in mich hineinhören, wenn das Rauschen der Wellen und die Gesänge des Herrn Strike dies erlauben. Ich wünsche mir und Ihnen ein Sommerwochenende voller Zauber! Oder Sie ficken einfach mal wieder, das wär doch sicher auch was.
Einstweilen Ahoi!

Ihr Glam

I SEA

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Zwei Arbeitstage noch, dann gehts zurück an das Wasser, das mir im Winter 1998 die vergessene Liebe zum Meer wiederbrachte. Damals die Düne hochgestiefelt, kalten Wind im Gesicht und den Duft der Ostsee in der Nase, der gleiche wie im Herbst 21 Jahre früher, als ich mich ein paar Kilometer weiter von einer schweren Krankheit erholen sollte. Kinderkrankheiten. Rilke hatte auch zu diesem Thema viel zu sagen.

Oben auf der Düne der Blick aufs, übers Meer und dann ein intensives warmes Gefühl und glasierte Augen. Dann bin ich zu dem Mann hin, der mich hergebracht hatte, nahm ihn in den Arm, damit er meine sentimentalen Tränen nicht sah, wir küssten uns und der Hund sprang uns an. Der Mann hatte sich immer darüber amüsiert, dass ich nicht ein Naturbursche war wie er und mich mit Kates Winslet in „Titanic“ verglichen: „You´re not the outdoor type“. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und so begann eine Veränderung, für die ich heute noch dankbar bin. Mein Leben, so wie ich es jetzt führe, wäre unvorstellbar, wenn es nicht die Ereignisse von 1998 gegeben hätte. Eine Art vorher-nachher-Show, für die es Zeugen gibt.

Ich freue mich darauf, wie die See sich mir 2009 präsentieren wird.

BYE BYE BABY

So, it´s his last night in Europe. So he´s my Jewish Princess. And he´s like the person who like says „Like, tomorrow´s my last night in Europe. I bet you come up with, like, a gorgeous idea to make that memorable, like.“ So I want to make a wonderful Abschieds-Event. AND I DON´T HAVE A FUCKING CLUE HOW TO ARRANGE SOMETHING. Ich arbeite bis 20h. Ideen, bitte! Ideen…

BAUCHGEFÜHL

„Ich habe in letzter Zeit soviel gegessen, ich mag mich gar nicht im Badeanzug zeigen.“
„Da müssen Sie sich keine Sorgen machen, die anderen haben auch gerade Gewichtsprobleme und wenn nicht, dann bilden sie sich ein, sie hätten welche.“

GLAM, BACK IN ASHBY HOUSE

Gerade in dem Manuskript gelesen, das mein letztes vollendetes Werk vor Beginn des Bloggens gewesen ist. Und irgendwie auch der Anlass war, mit dem Bloggen anzufangen, aber das ist eine twisted story, die ich jetzt zu müde bin, zu erzählen. Ich hatte irgendwann gelernt, Romane nur noch fertigzustellen, wenn ich dafür einen Verlag habe, Ashby House entstand zuvor. Schubladenromane sind Steinbabys – man will nicht allzu viele davon, dann wird man unförmig. Ashby House ist mein Steinbaby und es zappelt gerade. Ich war ganz zögerlich, als ich die Datei öffnete – wie liest sich das vier Jahre später? Und, ja, vier Jahre des täglichen mal mehr mal weniger pointierten Schreibens im Netz haben meinen Stil verbessert, meinen Anspruch an mich selbst erhöht, und so befürchtete ich, etwas völlig Rohes, Unraffiniertes zu Lesen zu bekommen, und, obwohl ich auf jeder Seite Verbesserungen anbringen könnte – I liked my little gothic novel. She has Glam. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie es war, sie zu schreiben (irgendwie ist sie eine sie, kein er). Nur noch, dass die ersten beiden Kapitel sich selbst schrieben und ich dann nur noch dem Pfad folgte. Und als ich meine Protagonisten von vier Jahren wieder auferstehen sah, las, da war ich genau so verknallt in sie, wie zum Zeitpunkt ihrer Schöpfung. Und ich glaub, ich mach mich jetzt an die Überarbeitung. Es wäre schön, wenn jemand nochmal so zwei bis drei Stunden an einen Tag drantackern könnte. Oder ich lass das Schlafen. Wird schon irgendwie. Muss.

(Das mit den missplatzierten Kommata liegt zum einen an Übermüdung, zum anderen an meiner Meningitis mit 9, weil, als ich im Krankenhaus lag, da brachten sie den anderen die Kommata bei. Aber es gibt ja, Gott sei Dank, Lektoren. Und diese Seite hier hat Komma-Freiheit. Comma-tossing with Glam!)

THERE IS THUNDER IN OUR HEARTS

Und während wir unter der Nachmittagssonne auf dem dunkelgrünen Wasser schippern, etwas angeschwipst, und in unschuldigster Unschuld die Elemente ehren, findet ein paar Kilometer Luftlinie entfernt, in Abwesenheit des Ehemannes, ein Ehedrama statt, das eigentlich den Farce-Charakter eines Boulevard-Sücks besitzt. Die Ehefrau, die den Absprung zum See nicht rechtzeitig gefunden hat und nun wütend zu Hause sitzt ruft die Schwiegermutter an und lässt sich über deren bösen Sohn aus, so gaubwürdig, dass diese ihn anruft und droht, sofort nach Berlin zu kommen, um Schwiegertochter und Kind einzusammeln und mit ins Heimatdorf zu holen.
Die Stunden auf dem Wasser vergehen und langsam fällt der Ärger von ihm ab. Alles Gespür von Zeit erlischt und erst als die Sonne schon fast hinter den Bäumen versinkt, verlassen wir den See und fahren zurück in die Stadt. Als ich in der Wohnung angekommen bin klingelt das Telefon – es ist die Gattin, die sich nach dem Verbleib des Mannes erkundigt. Aufgrund einer Sprachbarriere reicht sie mich weiter.
„Hallo Glam? Hier spricht Birgit.“
„Sie sind sicher die Mutter.“
„Meine Schwiegertochter macht sich Sorgen, wo ihr Mann bleibt.“
„Ihr Sohn dürfte in einer halben Stunde zu Hause sein, er hat die S-Bahn genommen.“

Nachdem ich aufgelegt habe fällt mir ein, dass ich eigentlich auch hätte erklären können – er hat seine Frau nicht böse im Stich gelassen, er hatte nur die stundenlange Warterei satt. Und ob es nicht vielleicht etwas übertrieben ist, aufgrund so einer Sachlage kurzerhand einen Flug ins ferne Berlin zu buchen, da die beiden immerhin verheiratet und eine eigene kleine Familie sind, und man als einstiger Erziehungsberechtigter einsehen muss, dass die Zeit der Einmischung irgendwann vorbei ist, und ob man nicht vielleicht einfach noch zusammen nett was Essen geht, irgendwo draußen, wo´s schön ist, wo sie jetzt doch eh schon mal in der Stadt ist, und dass es auch in der großen Stadt Menschen gibt, die sich um ihren Sohn kümmern, weil sie ihn gern haben.
Aber das fällt mir erst nach dem Auflegen ein.

Und das ist es, was den See und die Zeit darauf so fantastisch macht – dass man mal ein paar Stunden kein Gewittergrollen hört, es einem auch unvorstellbar erscheint, dass es irgendwann mal wieder gewittern könnte. Die Menschen sollten mehr Zeit an und auf Seen verbringen. Sie sollten dort ihr Leben spüren, ihre inneren Stimmen durch leise Wellenbewegungen zum Schlummern bringen und ihre Mitmenschen ihre Leben leben lassen. Aber das versteht man nur, wenn man den See erlebt hat, und dazu darf man halt die S-Bahn nicht verpassen.