Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

14

Sie sind 14, es ist Sommer. Die Schulferien sind gerade vorbei. Wo sind Sie? Welche Farbe hat Ihr Anorak? Das Tapetenmuster in der Küche – beschreiben Sie´s. Über wen haben Sie sich in letzter Zeit geärgert? Wie ist Ihr Hautbild? Fahren Sie mit dem Fahrrad oder dem Bus? Wer ist Ihr bester Freund/Ihre beste Freundin. Warum? Was wollen Sie anstellen, um aus dem Haus Ihrer Eltern zu kommen? Was für Bilder hängen an den Wänden Ihres Zimmers? Wer ist der unbeliebteste Mensch an Ihrer Schule? Wer ist der hässlichste Mensch in Ihrem Umfeld, wer der Schönste? Denken Sie viel über Sex nach? Waren Sie in den letzten Tagen gemein? Wenn ja, zu wem? Wie hat sich das auf Sie ausgewirkt? Gibt es jemanden, den Sie verehren? Können Sie sich selbst gut leiden? Welche Platte hören Sie, wenn Sie aus der Schule kommen? Hat sich seit vor den Sommerferien etwas verändert? Wenn Sie etwas an Ihrem Aussehen verändern könnten, was wäre es? Haben sie schon einmal heimlich geraucht und/oder Drogen oder verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen, die Ihnen gar nicht verschrieben wurden? Haben Sie ein Geheimnis, das Ihnen sehr wichtig erscheint? Wie gefällt Ihnen der Schulsport? Haben Sie ein Haustier und ist es Ihnen egal? Wie fühlt es sich an, verliebt zu sein? Waren Sie deswegen schon einmal richtig richtig traurig? Darf ich noch „Du“ sagen?

Du bist 14. Wie geht´s?

HAVE A TINKY FUNKY SEXY BIRTHDAY! und gleichzeitig LIEBE BLOGGER, ES WIRD GEKEGELT

pjotr

Kathleen-Dahling,

aus Glamourdick Mansion ein herzlicher Geburtstagsgruß. Was machst Du/ macht Ihr beiden nächsten oder übernächsten Montag? Bloggerkegeln geht in die 3. Planungsphase. (1 – Idee, 2 – Idee verwerfen, 3 – Idee umsetzen).

Blogger-Dahlings,

auch wenn Ihr keinen Geburtstag habt, wünsche ich Euch einen tinky sexy funky day. Vielleicht nicht ganz so funky sexy tinky wie Mlle Ortega – Geburtstagsbonus muss schon sein! Was macht Ihr am nächsten oder übernächsten Montag? Wenn Ihr mit den Besten kegeln wollt schickt eine Mail an Glamourdick bei aol dott com. And hurry, so I can call some Kegelbahnen.

THE NIGHT IS BITTER, THE STARS HAVE LOST THEIR GLITTER… AND ALL BECAUSE OF THE MAN THAT GOT AWAY

dealwithit
(Kate Moss und Marianne Faithfull verbindet eine große Leidenschaft: Chanel Couture)

Dass ich schwul bin heißt nicht, dass ich grundsätzlich jede alte Diva mag und ihre Konzerte aufsuche. Marianne Faithfull beispielsweise, muss man, bei aller Verehrung, nicht mehr als dreimal live sehen – so oft sie sich als neuerfunden inszeniert, das Melodram aus Heroin und Evian wiederholt sich absehbar und glücklicherweise habe ich immer Konzerte erwischt, in denen höchstens ein wenig Cannabis im Spiel war. So habe ich auch keinerlei Ambition verspürt, mir das, was von Liza Minnelli übrig ist, im Friedrichstadtpalast anzuschauen, nur, weil sie eben das, was von Liza Minnelli übrig ist ist. Ich bin einer der größten Fans ihrer Mutti, der Judy. An Judy lass ich nichts rankommen. Judy was the greatest fucking vocal hooker of the 20th fucking century.
Judy

Aber auch von Judy wollte ich nicht schreiben. Es geht um Liza, es geht um den Friedrichstadtpalast, es geht darum, dass ich ja zumindest Lucky und Frank hätte nach dem Konzert abholen können. Es geht darum, dass ich hier sitze und schäume, weil ich eine Chance verpasst habe. Ich erkläre mich für den heutigen Tag unansprechbar, ich werde nicht ans Telefon gehen, denn mit einem Kissen im Gebiss kann man schlecht reden: im Publikum von Liza saßen nicht nur Frank und Lucky, im Publikum saß auch – und ich zittere, während ich schreibe, im Publikum saß der Mann, mit dem ich Dakota Fanning adoptieren wollte, in Lizas Publikum saß Rufus WAINWRIGHT! AAAAAAAAARRRRRRRRRRRGGGGGHHHHHH.
EVER SINCE — THIS WORLD BEGAAAAAN
THERE IS NOTHING SADDER THAAAAAN
A ONE-MAN-WOMAN WAITING FOR THE MAN THAT GOT
A-HA-WAAAAAY….

IM SCHATTEN DES FERNSEHTURMS

Früher, Ende der 60er bis Ende der 90er gab es einen feierlichen Brauch – die Privatparty. Wenn die Elterngeneration in den 60er noch unter die Erde in sogenannte „Partykeller“ ging, dann trieb es meine Generation in ihrer Blüteprivatpartyzeit auf die Dächer über Berlin. Logisch, dass die Evolution der Privatparty (in Verbindung mit dem Euro und der Rezession) ein Ende setzte – feiere nicht so hoch, mein kleiner Freund! Parties machen Arbeit vorher und nachher und für den Gastgeber auch währenddessen. Parties kosten Geld und Gehirnzellen. Parties machen, dass Wohnungen noch tagelang riechen wie Harald Juhnke aus dem Mund. Also wurde die Privatparty weitestgehend abgeschafft und an ihre Stelle trat – der UMZUG. In Zusammenhang mit Rezession, wachsenden Mieten für Dachgeschosse, dem Euro usw. begab es sich, dass der Mensch seinen direkten Lebensraum verkleinern musste. Parties feierte man jetzt gegen Eintritt an anderen, nun wieder häufig unterirdischen Orten. Der Aspekt der Privatheit verkam. Also, auch angesichts des Euro und der Rezession, nahm man die Gelegenheit beim Schopf, die Party mit dem privat durchgeführten Umzug zu ersetzen.
„Was machst du am Wochenende?“
„Ach, gar nichts. Ich muss früh raus – XY beim Umzug helfen.“
„Ist doch toll!“
Man trifft bei Umzügen immer nette Menschen. Man hat immer ein einigendes Thema „Scheiße – mein Rücken!“ oder „Die sitzen da jetzt nicht schon ne Stunde und trinken Kaffee, oder???“, man bekommt etwas zu Essen (meist Kartoffelsalat und Würschtchen), zu trinken (Flaschenbier) und kann man Abend eines langen Tages mit dem Gefühl ins Bett gehen, nicht nur sozial aktiv gewesen, sondern auch etwas geschafft zu haben.
Franks Umzug gestern war der bestbesetzte, den ich je erlebt habe. Attraktiv, muskulös, humorvoll, meist gut frisiert, gut gekleidet, weitestgehend tatkräftig. Abzugpunkte gibt es nur für die Abwesenheit der Sackkarre und die Abwesenheit von Flaschenbier. Die Gemüsesuppe war delicious, die kleinen Astronautenpacks, gefüllt mit stark gesüßtem Obstmus eine trendige Idee und die Pointe des Tages das Ankommen des Umzugsverschuldenden Ex-Freundes, wegen dem die alte Wohnung hatte aufgegeben werden müssen und der bislang keinerlei Unterstützung beim Auszug gegeben hatte. Diese Ankunft nun also erfolgte zeitgleich mit dem Antransport des letzten Gegenstandes aus der alten Wohnung in die Neue: der Washing machiiiiiiiine. Schwamm drüber.
Ich freue mich auf neue Berichterstattung am Ereignishorizont, denn die neuen Nachbarn scheinen gutes Material zu liefern: die Dame gegenüber: „Ach Tachchen – über mich hamse schon nen Film jedreht – wie ick hier wohne.“ Der gepflegte Rentner „Meine Frau und ich wohnen jetzt seit 40 Jahren hier und sind sehr zufrieden. Es wird Ihnen hier gefallen!“ Und (mein persönliches Highlight): der Asiat, der (vorsichtshalber) schon im Aufzug den Motorradhelm trug. Die Reality-Soap ist vorprogrammiert und wird unter obiger Headline sicher spätestens 2008 auf Sat1 laufen.

GLAM HINTER DEN SPIEGELN – IN WONDERLAND (Dicks, Drugs & Deceit)

wonderland

Bei Lucky wird heute spanisch gesungen – er erinnert an La Lupe, die kleine singende Wölfin, ihre gigantische Stimme, ihr loderndes Temperament und ihr tragisches Schicksal, in dem gewissermaßen auch Soeur Sourire, die singende Nonne eine (Neben-)Rolle spielt. Schicksalshafterweise habe ich mir gestern auch ein Biopic gegeben – „Wonderland“ – den Spielfilm über die Pornolegende John Holmes (13 1/2 inches). Das Ensemble (Val Kilmer, Lisa Kudrow, Kate Bosworth, Dylan McDermott, Carrie Fisher) spielt fantastisch. Der Film hat am Anfang einige Längen, die man ihm später gerne verzeiht, wenn sich das Mystery um einen vierfachen Mord Rashomon-mäßig auffächert. Und ebenso spannend wie der Spielfilm ist die anderthalbstündige Doku über John Holmes auf der Bonus-DVD. Ein wirklicher Bonus, denn einige Fragen, die der Film aufwirft, werden hier beantwortet.(Außerdem sehen wir, wie ehemalige Porno-Queens zwanzig Jahre nach Abschluss ihrer Karriere aussehen.) Ausleihen!

GLAM IST NICHT DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND IST NICHT GLAM

rabbit
(Imagepflege für Deutschland: unse Heidi und unse Seal.)

Die Lufthansa in Köln und Düsseldorf informierte gestern (oder war es vorgestern?) ihre internationalen Reisegäste, dass kostümierte Frauen mit Schere in der Hand keinen Anlass zur Besorgnis darstellen würden.
Mir fiel daraufhin spontan ein Horrorfilmdrehbuch ein, das dringend noch geschrieben werden muss.
Und ich sah vor meinem inneren Auge kreischende asiatische Reisegruppen, die sich auf den Boden werfen, weil betrunkene, perückte Hausfrauen mit Rüttgers-Club-Fahne nach ihren Krawatten hechten. Nicht auszudenken, was islamische Fundamentalisten erst von dieser Humorbekundung halten würden (gut, dass Krawatten bei Radikalen eher unbeliebt sind). Meiner ist jedenfalls auch anders. Und sollte mir eine Frau an eine (meiner wenigen, aber hochwertigen) Krawatten langen, gäbe es Ohrfeigen.
Und auch dies ist Deutschland.

WAHLKAMPF IN ENTENHAUSEN oder GLAM GOES BIRD FLU

gundel

Wenn ich dieses Bild unter dem Thema „Wahlkampf in Entenhausen“ veröffentliche, dann ist die Veröffentlichung honorarfrei, siehstemal. Danke, www.ehapa.de.
Eigentlich wollte ich nur Frau Ortegas sinnvollen und beherzten Aufruf bekräftigen: Wenn Sie also demnächst einen verendenden Vogel auf dem Nachhauseweg finden: NICHT streicheln, NICHT herzen! Besser auch NICHT zum Abendessen verarbeiten. Man weiß nicht, wo der Vogel vorher war und ob er sich danach die Hände gewaschen hat. Ich meine „Hallo??“ Wie oft musste ich mir schon in frühester Kindheit anhören „Glämmchen, nicht mit dem toten Vogel spielen!“
Insbesondere für Gundel und die schwulen Pinguine tut mir das alles wahnsinnig leid.

Und nochmal Glams Wappenspruch: Don´t eat anything you picked up from the sidewalk. Finger weg von Aas!

Noch was. Ich fand Yoghurt-Gum-Heidi wieder doll gestern. Und das neue Aso-TV-Ereignis „Wir schicken unsympathische Idioten mit Kindern und 300.000 Euro auf der Kante zum Makler, hauen der Redationsassistentin eine Schachte „Hallo Wach“ in den Morgenprosecco und stellen sie als Moderatorin dazu“ einfach bestrickend. (Als Blogger liebe ich Reality-TV.)
Ach ja – nicht zu vergessen: in Entenhausen wird gewählt: Ich hätte gerne Entenbrust.

Edith:
Duckimbo

GLAM KANN NICH LESEN

Wenn ich jetzt schriebe, ich lade auf KEINE Lesung mit unter anderem mir ein, dann könnte das partypooperish wirken. Dabei ist es ja so, dass ich lieber meinen Fuß essen würde, als mich vor ein Publikum zu stellen, was noch mit der Endmoräne meiner momentan therapiert werdenden Sozialphobie zu tun hat. Früher oder später werde ich sicher mal lesen, aber ich bin noch nicht so weit. Und die gute Lesungs-Idee, die ich habe, auf der steht gerade ein Mindesthaltbarkeitsdatum – Frage der Zeit, bis jemand anders draufkommt. Und wenn vorher jemand draufkommt, dann spar ich mir meine Lesung. Puh. Ich mag schließlich diesen Space, weil ich mich schreibend äußern kann. Lesen ist ja was ganz anderes und Kopfpullover ab vor den Blogginnen und Blogaußen, die auch Lesen können, bzw. das Metier des mündlichen Vortrages beherrschen. Not me, not yet.
But thanks for asking, anyways.

Saget mal, Ihr Wahrheiten da draußen – wegen überbordender Nachfrage nach einem „Grey Gardens“-Screening – weiß jemand eine geeignete Location? (Large living rom, huge tv?)

FOLD YOURSELF UP, CUT ALONG THE DOTTED LINE, TURN INSIDE OUT

Drei Kühlschränke brummen freundlich vor sich hin, ein Staubsauger röhrt im Hintergrund, zwei Mobiltelefone klingeln gleichzeitig und auf dem Herd gart ein nicht unbedingt wohlriechendes griechisches Fleischgericht. Das eine Mobiltelefon klingelt eine ukrainische Weise, ziemlich lang, aber die Besitzerin lässt die Weise (staubsaugerbedingt) unerhört verklingen. Am anderen Telefon beidseitig angespannte Stimmen.
„Wir sind hier zusammen eingezogen und ich erwarte, dass wir hier hier auch gemeinsam ausziehen.“
Zumal der Keller noch den Bastelkram des Verlassers, der den Exodus hier zu verantworten hat, beherbergt.
Samstag geht es raus aus dem Friedrichshain, mitten in die Mitte, zumindest für einen der beiden. Was wohl aus Scylla und Charibdis, den griechischen Untermieterinnen wird? Scheißgal. Die Katze hat sich jedenfalls schon unsichtbar gemacht.
„Was ist Zwäck-WG, bittä?“ wollte Scylla gerade noch wissen.
„Na, was Ihr hier habt. Gehabt haben werdet. Zusammen wohnen, weil billiger. Keine gemeinsamen Aktivitäten zwecks Aufbau und Pflege von Freundschaft.“
Die Zukunft schaut auf den Fernsehturm, hell und zweckoptimal. Man könnte die Wohnung in ihrer Kompaktheit direkt in die Küche verpacken, in der wir gerade mit den Kühlschränken brummen. Abartig überteuert ist sie, aber überschaubar. Keine Griechinnen, die Zellstoff verschleißen und totes Fleisch zum Übel riechen bringen. Kein überflüssiges Zimmer, das wie ein schwarzes Loch halbjährlich neue Untermieter verschlingt. Und der ehemalige Mitbewohner, der lange Jahre auch der Lebensgefährte war, hat sich bereits einen neuen, kuscheligen Unterschlupf gesucht und gefunden.
Zusammengefasst verhält es sich wie mit dem Dänischen Bettenlager, an dem wir vor ein paar Stunden furchtsam vorbeihuschten, wo ein Schild handschriftlich annoncierte ALLES MUSS RAUS.

Ich fühle mich hilflos, frage mich ob das wirklich der richtige Tag war, das Johanniskraut abzusetzen.
„Weißt Du, dass ich in solchen Momenten überglücklich bin, dass ich Single bin?“ Die Erinnerung an den Verlustschmerz der letzten, lange zurück liegenden Beziehung springt mich an wie ein Horrorfilm-Effekt, um ebenso schnell das Weite zu suchen.
Aber mir gegenüber am Küchentisch, der für die neue Wohnung zu groß ist, feiert sie Wiederauferstehung; der Film wird wöchentlich verlängert, was nicht auf den nachhaltigen Erfolg zurückzuführen ist, sondern auf die Niedertracht des Schicksals.
„So,'“ reiße ich mich zusammen, „jetzt brauche ich ein Blatt Papier und dann machen wir eine Liste, da können wir dann immer schön die erledigten Punkte abhaken! Telefon, Strom, Umzusgwagen. Und Geschirr kannst Du gut mit Handtüchern verpacken. Frag doch mal Galina, ob sie zwei Kühlschränke braucht, vielleicht für die Familie in der Ukraine. Und frag Jungs vom Sport, ob sie bei den schweren Sachen schleppen helfen.“
„Die haben alle kaputte Rücken. Oder Knie.“
„Dann sag halt es ist Bauch-Beine-Po an schicker urbaner Location.“
Dreißig Minuten später sind bereits drei Listenpunkte abgehakt.
Time for moving on.

Anfragen für die Kühlschränke leite ich gern weiter.