Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

EMOTIONALE PORNOGRAFIE*

wäre auch ein schöner Titel für dieses Blog gewesen. Aber etwas hölzern. Zumal ich, wenn ich mal den Schwanznamen aufgeben sollte, schon eine geeignete Alternative hätte: www.Schindluder.net. Oder gibt´s das etwa schon? (Meine Dekolletéstudien würden dann in der Rubrik „Spindluder“ abgelegt. Melancholische Berichterstattungen unter „Schwindluder“.)

* Gestern mal wieder in einem Internetz-Porncycle stecken geblieben. Was es alles gratis gibt – unglaublich. Der Trend zum Exhibitionismus boomt und boomt, aber das wissen die Leser dieser Seite sicherlich. Früher sagte man „Kreativität“, heute ist man gleich ein Selbstausbeuter, wenn man gratis und im übertragenen Sinne die Hosen runterlässt.

GLAM UNDER THE HOT TIN ROOF

Klebeluft, Ölhaut, keine Bewegung. Ein Wetter, dass die Katzen auf den Blechdächern St. Vitus tanzen lässt. In Ze i t l u p e. (Bildlich vorstellen!)
Wenn das letzte Sonnenlicht noch durch den Flur flutet, die Nachtkerzen sich öffnen, der erste Windhauch übers Bett weht… Recently uncaged… It vibrates, it swings. And everything´s fine. And a little sleazy.

tincat
(Schuhe auf dem big brass bed! Und auch noch WEISSE Pumps. Ach, Liz…)

Ich erinnere einen ganz unbedarften, unbeholfenen Abend in Berlin, ca. 1989, es kann auch 88 gewesen sein, genau. 88. Mein erstes Berliner Jahr. Den Abend verbrachte ich mit meinem Laufsteg-Lehrer (no bullshit*) in meinem Wohn/Schlaf/Arbeitszimmer. Wir schauten Bette Davis und durrrrften ja nicht, er war ja mein Laufsteglehrer. Und es war so heiß. Und ich habe von Bette Davis nicht wirklich viel mitbekommen. „Little Foxes“ – ausgerechnet. Passte gar nicht. Und wir schmolzen so in mein Bett (ich hatte kein Sofa) und es knisterte statisch. Und wir kamen uns so nah, dass wir uns Arm- und Beintechnisch noch mehr aufheizten und an Sex vor Sex gar nicht mehr zu denken war, das war also damals, Sommer 88, ich bin ziemlich sicher, dass es 88 war, es gab noch die Mauer, 88 also, Glam und Stefan in Neukoelln. Und Stefan startete keinen Übergriff, dabei sehnte ich mich so danach, ich war ja noch recht unbedarft und er wäre mein erster Berliner Lover geworden. Und wenn ich mich heute in seine Rolle versetze – Hut ab, Stefan, dass Du Klein-Glam nicht um den Verstand gefickt hast. Denn das hättest Du.

Letztes Jahr sah ich ihn in einer RTL2-Reportage über die Party-Szene auf Ibiza. Sachen gibt´s. Und dank Internetz weiß ich jetzt, was er (zumindest bis 2003) so gemacht hat.

*wie in einem schlechten Film: Glam wurde einmal „entdeckt“, 20jährig, im Trash, Oranienstraße, Kreuzberg. Eine Agentur sponsorte mir ein Model-Training und in meinen ersten Studijahren hier lief ich ungefähr anderthalb mal Catwalk und ein paar peinliche Fotos schwirren auch noch irgendwo rum.

YOU LOSE SOME, YOU LOSE SOME

Wenn Menschen einen näher kennen lernen, kann es sein, dass sie einen weniger mögen, als wenn sie einen nicht näher kennen gelernt hätten. Das ist ganz normal und man muss sich glücklich schätzen, wenn ein solches Kennenlernen schnell verläuft und man sich einvernehmlich wieder mit den besten Wünschen verabschieden kann. (Yes, it´s you I´m talking about Mr. King, for the last time, don´t worry – I´ve got plenty of protagonists).
Anders ist es, wenn Langjährige, mit denen man schon beidseitig Tragödien durchlitten und auf Dächern glückselig getanzt hat, sich neu kennenlernen. Und ihnen (vermutlich) beidseitig nicht gefällt, was sie da erleben. Und das tut dann leider weh.

And, yes, it´s a pain in the ass – if you know me and I love you or hate you or anything in between, you´ll end up written about. Or worse: not.

SCHPOCHTSCHAU REVISITED

„Machte es Dir was aus, wenn ich den Fernseher anmache? Du wolltest doch eh duschen.“
„Mach, mach.“
Während des Zähneputzens die ungewohnten Geräusche von Fernsehfußball im Hintergrund. Wirklich SEHR ungewohnt. Sowas kenne ich nur aus der „Ehe der Maria Braun“. Das Telefon klingelt und ich habe eine spannende Unterhaltung mit einer fantastischen Bloggerin. Im Hintergrund immer noch diese – – – SonntagsnachmittagsPapiKucktSportschau-Sounds. Nur dass mein Papi nie Sportschau schaute, das ging dem nämlich auch am Arsch vorbei. Meine Spießer-Onkels in ihren Schrankwandbutzen. Bier auf dem Tisch und „Jetzt haltet mal die Klappe“-Meckerei. HB-Rauch. Und wir Kinder mussten auf Pan Tau verzichten, oder, noch schlimmer „Des Broadways liebstes Kind“. Auf 3Sat läuft Senta Berger. DAS kucken Schwule. Nicht Argentinien gegen Malta oder wer auch immer sich da quält. Telefonieren. Duschen. Ins Fußballzimmer (vorhin war es noch ein Schlafzimmer) schauen.
„Na, geht´s noch lang?“
„Ich kann doch ausmachen.“
„Quatsch – ich geh was Bloggen in der Zeit.“

Allein schon wenn ich das Grün sehe. Und die Turnschuhe. Den Stadionlärm höre. Ich könnte kotzen. Das ist eine tief verwurzelte Abneigung gegen alles, was ich schon imme an richtigen Jungs hasste. Die, die Fußball mochten, konnten mich nicht leiden. Und um nur ein einziges Fußballspiel auszuhalten. 90 Minuten. Mit Pause. Müsste man mich schon mit Posh Spice vertauschen. Und selbst das würde ich mir gründlich überlegen. Marilyn hat es mit Joe DiMaggio auch nicht lange ausgehalten. Und Victoria Beckham ist auch nur noch ein Strich in der Landschaft. Ein Strich in Dolce und Gabbana zwar, aber ein Strich. Okay. Mit Dolce und Gabbana würde man mich rumkriegen. Aber darunter mach ich´s nicht.

I HEART MY BLOG

Das Blogdings ist doch echt ein dolles Dings! Man wird täglich seinen Kram los und braucht den Freunden weniger erzählen, weil sie die Basics schon gelesen haben. Hat man also Zeit für weiterführende Themen. Man hat Info und Kunstgenuss rund um die Uhr und kann sich solidarisch erzürnen über homophobe Polen und Blogger.de -Hey, Blogger.de, jetzt reparier endlich Deine Domäne, ich will die Britt lesen und die Arbo! Man trifft ständig weitgereiste Leute – die Mai ist in der Stadt und gleich treff ich den Nilzenburger – und man kann seine Leser anstecken mit Rufus Wainwright* und Cora Frost zum Beispiel. Man bleibt in Kontakt mit den weltverstreuten besten Freunden und findet neue davon. Und auch neue Lieblingsblogs. Und wenn einem gerade nichts Besseres einfällt, dann kann man über das Bloggen bloggen, oder über die Blogger. Tolle Leute. Tolle Sache, das Blogdings.

* Rufus, ich weiß. Morgen ist es soweit. Ich melde mich gleich nochmal explizit.

DICK WITH NO BALLS

Also, die peinliche Eröffnung zu Beginn, wie es sich für eine Eröffnung gehört: Ich reise nicht nach Warschau, trotz des freundlichen Angebots des Raketenprinzen, mir auf der langen Reise das eisige Händchen zu halten. Ich habe heute den siebten Arbeitstag in Reihe und bin platt, was auch mit der Nachtaktivität zu tun hat, zu der mich fremde und unfremde Männer in den letzten Tagen genötigt haben. Morgen werde ich nur alle fünfe von mir strecken und (hoffentlich) in der Sonne dösen bevor ich mich im Lauf des Tages mit Freund H. versöhne (der idealerweise mit mir in Warschau sein sollte, da er eine furchteinflößende Statur hat. Er sieht ein wenig aus wie eine Soldatenstatue auf einem sozialistischen Kriegerdenkmal, aber er war auch bei der Marine). Heute treffe ich die Petite Patate, die hier oft bühnenkundig kommentiert und nach dem Job habe ich ein Treffen mit dem mutigen Mr. King. (Bitte beachten Sie die Kommentare, sonst kriegen Sie nur die halbe Geschichte.)
Meine eigentlich mal für Samstag anvisierte nachträgliche Geburtstagsparty ist zunächst verschoben. Neue Termine werden verhandelt und ich melde mich bei Euch mit Einladungsmail sobald ein Datum entschieden ist. (Quite possibly next Friday or Saturday.) Bleibt zu sagen, dass dies mein Blog ballfrei bleibt. Allerhöchstens werden hier in den nächsten Wochen Beachbälle thematisiert, denn mich drängt es an die frische Luft, mit Lucky mal wieder flott den Schläger zu schwingen, im Görli, mit anschließendem Biertrinken.

EDIT: Soeben erfahren, dass die Busse nach Warschau voll besetzt abreisen werden. Fühle mich jetzt etwas weniger schäbig. Etwas ärgerlich in diesem Zusammenhang: obwohl es noch viele potentielle Warschau-Demonstranten in Berlin gibt, herrscht wegen der WM ein Mangel an Bussen.

http://www.warschauerpakt2006.de
http://warschauerpakt2006.blogspot.com/

Solidarnosc!

GLAMBABYBOOM oder „KAAATER!“

IMPORTANT NOTICE: Dieser Beitrag wurde im Wachzustand verfasst.

Glam boomt bei den Mittzwanzigern. Eigentlich war ein Date für gestern Nacht gar nicht beabsichtigt – dazu sind auch die Donnerstags-Aufstehzeiten zu brutal und außerdem gab es bereits am Spätnachmittag ein Rendezvous mit Spaziergang – aber dann überrumpelte mich des Nachts (schon wieder) ein Mittzwanziger quasi von hinten mit dem Angebot, „einfach nur einen schönen Film anzuschauen, aber nackt“. Konsequenterweise war das dann „Breakfast at Tiffany´s“. Ich kann nur jedem und jeder Sex zu diesem Film ans Herz legen. Aber den jungen Mann leihe ich für diese Zwecke nicht aus, ich glaube, den behalte ich möglicherweise, wenn er mich lässt. Der kam zur Tür rein*, striff die Hose ab und irgendwie ist es einschlägig, was passiert, wenn zwei Männer, homosexuell, nur mit Unterhose bekleidet, so anstellen, sogar angesichts Audrey. Ich muss „schmutzig grinsen“ in meinen Katalog der Lieblings-wer-wie-was-Wort-Kombinationen aufnehmen, denn darin war er ein Meister und auch sonst sehr versiert. Und lustig. Und sehr frech. Hübsch auch. Ein Mann mit vielen Talenten, hauptsächlich lebensfreudig, das wirkt bei mir ja immer.
Leider war er beim Aufwachen verschwunden, abert wahrscheinlich habe ich wieder telefoniert/getreten/geschnarcht/mit den Zähnen geknirscht/Desiree Nicks Frühprogramme rezitiert/von hinten überrumpelt. Oh, what a night. Ein sportiver Nichtraucher passt mir gerade sehr gut in den Plan. Changes are overdue. Und stellt Euch beim Lesen einen jungen Robbie Williams vor.

update:
„hey schnarchbacke, ich habe nicht vor deine tür gekackt..bin lediglich reingetreten, puh,puh, puh! ;o) ich habe aber den schuldigen ausgemacht, so ein doofer kater wars! 🙂 kannst ihn ja das nächste mal in die eier treten….:)

hoffe wir sehen uns wieder

x.“

*wie bei Kate: „You came walking int this room, like you´re walking in to my arms“

GLAM BEHERRSCHT´S IM SCHLAFE

Eine SMS von Uli: „Was war eigentlich los, letzte Nacht?!“
Gute Frage an sich. Sex mit einem angenehmen Fremden, danach schlafen. Aber das hatte ja nichts mit Uli zu tun. Also ruf ich ihn doch mal an und frage nach.
„Wie meinst Du das, letzte Nacht?“
„Na weil Du um halb 4 angerufen hast.“
„—. Und ich habe mit Dir telefoniert?“
„Ich bin nicht drangegangen.“
Um halb 4 schlief ich. Wird Zeit, dass ich mir einen Wecker besorge und das Handy im Arbeitszimmer lasse, über Nacht. Man bringt sich ja in Teufels Küche, als Schlafwandler. Und, nein, das war nicht das erste Mal. Jetzt ist mir auch noch ganz kodderig. Merke: iss niemals im Finanzamt.