Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

„LIEBER GLAM, WIE GEHT ES DIR“ ODER „READ MY BLOG“

„Hallo Glam, ich habe so lange nichts von Dir gehört. Wie war Deine Lesung? Wie geht es Dir sonst so? Du hast Dich so lange nicht gemeldet.“
Ich hasse solche Emails. Jemandem vorzuwerfen, er oder sie habe sich lange nicht gemeldet, bedeutet nur, dass der oder diejenige selbst den Arsch nicht hochbekommen hat. Diesen Vorwurf dann auf den Angeschriebenen zu projizieren ist Kindergarten. Allein schon beim Gedanken, sowas zu beantworten tut mir die darauf verwendete Denkzeit leid.

Freundschaft bedeutet nicht, sich täglich anzurufen. Freundschaft bedeutet, dass man sich auch nach anderthalb Jahren teffen kann und sofort ein Thema hat – und dieses Thema ist dann in der Regel ein akutes und kein Abriss der vergangenen anderthalb Jahre.

Sich nicht melden bedeutet nicht, nichts zu sagen zu haben oder am anderen desinteressiert zu sein. Sich jedem Freund gegenüber verbal über die akute Befindlichkeit zu äußern wäre ziemlich narzißtisch. Vom Zeitaufwand einmal ganz abgesehen. Für den Narzißmus und die Befindlichkeitsäußerung habe ich diesen Blog. Wenn man auf dem Laufenden bleiben möchte, kann man mitlesen. Nicht dass ich das bei jedem voraussetze. Aber es hilft, dann und wann hereinzuschauen – denn dann kann man nachlesen, wie die Lesung war, beispielsweise.
Unter anderem ist so ein Blog nützlich, um Themen vom Tisch zu bekommen, mit denen man keine Konversation verstopfen möchte. Die Konversation kann also gleich als weiterführend betrachtet werden, da man den Teil der Berichterstattung aussparen kann. Äußerst praktisch. Zeitökonomisch. So bin ich jeden Morgen informiert, was sich bei Lucky tut, was die Bee und die Choc beschäftigt und (sofern er seinen überbewerteten Mac-Blog endlich mal in den Griff bekommt), mit wem Frank gerade Dinge erlebt.

BEFINDLICHKEITSBLOGGEN

Nach einer kuschligen Mütze Schlaf das Frühstück gestrichen, wählen gegangen, mit einem hochintelligenten zutiefst interessantem Herrn ein anregendes Gespräch im Garten, danach mit Lucky eine fade Pizza zum Kaffee. Auch anregend. Und dann bringt die Piratin einen Kanadier mit an den Tisch, bei dem wohl jeder sofort Couchsurfer werden würde und wir entwerfen Türschilder für Minki Mouse aus Trivial Pursuit Karten. Erfahren so, dass James Bond schon einmal verheiratet war – was die Piratin als einzige korrekt beantworten konnte. Und dann taucht noch die N. auf, in Gestalt eines Zufalls. Es spricht vieles dafür, die Tür am Wochenende zu öffnen anstatt sich hinter ihr zu verkrümeln, mit einem Stapel DVDs und einer Tüte
Reiscracker. Diese neuen Sonntage gefallen mir. Ganz ausgezeichnet. Nur mein Wunder-Film für Frau Frost ist immer noch ohne Ton, trotz des aktuellsten Quicktime und Optimierung meiner Itunes-Bibliothek, die Speicherplatz für mindestens noch 300 Lieder für den Pod geschaffen hat. Danke Frank!

IM SCHLAF STRECKE ICH MEIN BEIN AUS

Ich hatte ja schon einmal berichtet, dass ich diese unangenehme Angewohnheit habe, Leute im Schlaf aus dem Bett zu stoßen. Also nicht vorsätzlich Leute, die irgendwo schlafen, sondern nur in meinem Bett wenn ich mit ihnen darin schlafe und selbst nicht wach bin. Und als meine Freundin N. am Sonntagmorgen besser ihren Wagen stehen ließ und ich ihr einen Platz in meinem Bett anbot, weil das Gästebett bereits belegt war, wies ich sie forsorglich daraufhin. Und als wir Sonntagmittag aufwachten hatte ich sie nicht getreten! Sie hatte sich die ganze Zeit angekuschelt und das scheint der Trick zu sein. So ist das also.

GESTERN BEI GAYROMEO oder EVERY BABY NEEDS A DA-DA-DADDY

„So, ich verabschiede mich dann mal und lese ein Buch.“
„Willst Du mich wirklich allein lassen?“
„Na ja – allein – sind noch 2000 andere online.“
„Och bitte! Meine Mutter ist nicht da und ich bin hier ganz allein in der Wohnung.“

Und nicht, dass die Leser jetzt glauben, ich habe mich auf Abiturienten eingependelt – es handelt sich um den selben Zivildienstleistenden wie vor ein paar Tagen. Ich habe ihm (ohne jede Bitterkeit) gesagt, dass es nicht schaden kann, sich frühzeitig ans Alleinsein zu gewöhnen.

A LONG WAY DOWN oder THANK YOU FOR SMOKING

Seit mein Arbeitsplatz wegen der Petze zum Nichtraucherarbeitsplatzt umfunktioniert wurde rauche ich weniger muss ich für meine Zigarettenpause ans Fenster. Hat man frische Luft, kriegt man bisschen Sonne ab – wäre also nicht so schlimm. Wenn ich nicht diese Höhenangst hätte. Und das Büro sich nicht gerade im 4. Stock befände. Was es aber tut. Und zwar in einem Fabrikgebäude mit sehr sehr hohen Räumen.
Ich stehe dann also am Fenster, das so auf Kniehöhe beginnt und halte mich mit einer Hand am Fensterrahmen fest. Ich beuge mich ein klitzeklein bisschen nach vorne, damit auch ja kein Rauch in die Fresse der Petze ins Büro qualmt. Fixiere einen Punkt auf der Häuserfassade gegenüber. Das gelingt mir 10 Sekunden und dann saugt der Abgrund an mir. Ich muss nach unten schauen. Dann dieses Magengefühl, das so ähnlich ist, wie wenn man kurz vorm einschlafen aufwacht. Als ob ein Gespenst einen Flipflop durch meine Mitte macht. Und wenn ich eh schon runterschaue, dann geb ich´s mir gleich richtig. Beuge den Kopf noch etwas weiter und fixiere etwas auf dem Boden. Dann setzt so ein Vertigo-Effekt ein. Mein Körper denkt schon, dass er stürzt. Ziemlich irrational, aber so ist das mit Ängsten. Und da ich ja nun aber so gerne rauche, konfrontiere ich seit ein paar Tagen mehrmals täglich meine Höhenangst. Aber der Petze verzeihe ich trotzdem nicht. Ich bin ja nachtragend.

GLAM DENKT LAUT

Ich hätte dann gerne noch meinen persönlichen Pornoblog, in dem ich meine liebsten Internet-Gratis-Flicks präsentiere. Und noch einen, in dem ich über Blogger schreibe, die hier mitlesen und denen ich eins auswischen will. Und einen für belletristisches. Und wenn ich die alle umsetze, dann bleibt mir keine Zeit für´s Schreiben, dann kann ich nur noch multipel bloggen wie Axxxxxx, aber irgendwoher muss die Margarine ja kommen. Also blogge ich etwas zurück und verwende mehr Zeit auf meine anderen Buchstabenfähigkeiten.

Und, ja, es nervt, wenn man nicht mehr, wie in jungfräulichen Zeiten, über alle und alles schreiben kann. Und es bremst. Und es vermasselt den Spaß, denn als Spaß und intim und freiwillig und publik fing alles an und jetzt soll jeder Flachwichser, der sich erwähnt fühlt, sich für Gloria von Thurn und Taxis halten, I mean – please??? Gloria hätte mehr Humor.

GLAM ODs

Zwei Folgen Desperate Housewives. Eine Grey´s Anatomy. In Maischberger reingezappt. Unter irgendeinem Stein hat man Frau Moschmann hervorgezogen, blondiert und in einen grünen Rock gesteckt, der ihre Knie verbirgt. Immerhin. Uschi Glas wird immer dünner und straffer. Aus Entfernung sieht sie auf eine Nicole Richie Art und Weise recht gut aus für ihre 700 Jahre. Fehlt nur noch die menschenfressende Sonnenbrille. Charlotte Roche soll ihre Jugendlichkeit verbreiten, wirkt aber dabei wie ein zu oft sitzengebliebenes zu oft bekifftes Schulmädchen, zu früh geschwängert. Keine Diskussion, ist so. Desweiteren eine Frau mit einer Frisur, die aus Moers kommt, oder Essen. Irgendein Einzugsgebiet von Düsseldorf jedenfalls. Die Frisur, nicht die Frau. Und all das wegen Eva Herman, die Bücher schrieb, wie man besser stillt und damit ihre Zielgruppe viel zu stark eingeschränkt hatte. Versteh ich, dass die mal ein bisschen breiter streuen wollte. Soll sie.
Osama bin Laden will Whitney Huston entführen, schreibt „InTouch“, sie sei so wunderbar islamisch. It´s not right, but it´s okay. Sprich: Soll er. Ihre Kopfbedeckungen, die Versandhaus-Perücken, sind genau so crazy wie die von Osama. Osamas Kopftücher wären sogar eine deutliche Verbesserung für Whitney. Den Weg zur Turban-Diva muss man sich närmlich hart ersaufen. Auch sonst ein vorstellbar erschreckendes Paar, so eine Art Kehrseite von Brangelina. Whitneys Wohnzimmer erinnert an Terroristenhöhlen. InTouch berichtete. Olle Crackpfeife. Jenny Elvers-Elbertzhagen ist „Lady“ Diana. Diana, Prinzessin von Wales heißt das. Den Titel nach dem Vornamen nach einer Scheidung. Kann man respektieren. Selbst in der Volksbühne. Ich hasse den Tag schon vor dem Duschen.

IT COULD WORK BUT IT WON´T

Projekt A hat zwei Handlungsebenen. Eine, die ganz gut funktioniert und eine, die durchgestanden und für mich abgenudelt ist. Projekt B verfügt über brisante Themen und eine charmante Erzählperspektive. Wenn ich jetzt die durchgestandene Handlungsebene aus A mit der charmant-brisanten Erzählperspektive aus B ersetze, dann hätte ich also ein Buch ohne viel Neues zu schreiben. Es könnte so einfach sein. But it sucks.

GLAMPIRISM oder THEN TAKE ME AWAY FROM ALL THIS DEATH!

Louis

Es begann nicht gerade mit Weltliteratur. „Salem´s Lot“ von Stephen King war der erste Vampirroman der Post-Postmoderne. Und Glam verliebte sich in den äußerst bösen, aber auch äußerst markanten Obervampir. Dann bekam ich Mitte der 80er „Interview with the Vampire“ in die Finger und war angefixt. Glücklicherweise setzte Anne Rice die Geschichte um Louis und Lestat fort. „The Vampire Lestat“ und „The Queen of the Damned“ blieben eine ganze Weile meine Lieblingsbücher. Dann kam Coppolas Dracula in die Kinos und meine Vampir-Manie hatte ihren Höhepunkt erreicht. Was kleinen Mädchen Pferde sind, das wurden mir die Vampire. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein Regal in der Glamschen Bibiothek gefüllt mit primärer und sekundärer Vampirliteratur. Und damit stand dann auch irgendwann das Thema meiner Magisterarbeit fest: „Die Metamorphosen Draculas: Eine kurze Geschichte des Vampirs als Archetyp von Stoker bis Coppola“.
Blasse, schuldzerfressene Romantiker mit Hang zur Meldodramatik und Blutdurst faszinierten mich. Am Schönsten verkörpert von Brad Pitt als Veggie-Vampir und Gary Oldmann als Rhett Butler aus der Hölle. Bis dann die Bücher von Anne Rice immer zäher wurden und vollständig unlektoriert in Druck zu gehen schienen. (Frau Rice kam das dramaturgische Mittel des Absatzes abhanden. Ihre Kapitel wurden immer länger, ein unpointiertes Geschwafel, tödlich nur im Zusammenhang mit „einschläfernd“.) Und ich mit dem Thema irgendwie durch war. Und auch selbst gar nicht mehr blass sein wollte. Und dann fällt mir fast zehn Jahre später „Twilight“ (siehe unten) in die Hände und ich stelle fest, dass es einer Autorin gelungen ist, das Genre noch einmal neu zu beleben. Auch sie geht in Serie, die Fortsetzung erscheint in wenigen Tagen. Aber dieses mal belasse ich es beim ersten Teil. Das nächste Vampirbuch, das ich lese, wird aus meiner Feder sein. Und das hat noch etwas Zeit.

WAS EIN BISSCHEN NERVT

Dass meine linke Ohrmuschel anatomisch so geformt ist, dass das headphone immer irgendwie querliegt und ich nur ein stark eingeschränktes Stereo zu hören vermag, es sei denn ich drücke mit dem Zeigefinger gegen den Ohrstöpsel, aber wie sieht das aus und wie soll man da noch eine SMS schreiben?