Archiv der Kategorie: Glam gruebelt

TEATH oder BABY, DON´T BLEACH

Weniges ist mir heilig. Mein Morgentee gehört dazu. Zum vollständigen Aufwachen benötige ich morgens einen Liter Tee (mit Milch & Süßstoff) und Schreiben. Heute ist der Morgentee mein Feind, kann sich also mit Alice in eine Ecke stellen. Denn gestern hat meine Prophylaxe-Expertin die Spuren von drei Monaten Tee, Kaffee und Nikotin entfernt.
„Ist schlimmer geworden.“
„Ja – und das in so kurzer Zeit!“
„Dann lass ich mal den Airflow weg, vielleicht lag´s daran.“
Ohne Airflow dauert das Alles etwas länger. Das Ultraschallgerät schafft Tonfrequenzen, die mir einmal durch den Schädel jagen, Ohr zu Ohr. 50 Minuten später darf ich mir im Handspiegel meine gereinigten Zähne anschauen. Schön sieht das aus. Bis auf weiteres. Und während ich dies schreibe schaue ich meine dritte Tasse Tee strafend an und drücke meine Morgenzigarette aus.
„Ich glaube nicht, dass es der Airflow war – dieses Mal waren auch Zähne betroffen, die ich beim Airflow gar nicht berücksichtigt habe.“
„Oh.“
„Verwenden Sie eine abrasive Zahnpasta?“
„Ja. Die, die sie mir letztes Mal gegen die Belege empfohlen haben.“
„Ja, man sagt immer, sie schädige den Zahn nicht, aber setzen Sie sie vorsichtshalber mal ab.“

Und wir lernen – Babies don´t bleach. Your teeth will never be the same again. And you learn to hate your Genussmittel, was eigentlich nur zu Krebs führen kann, denn wo bleibt der Genuss, wenn man dabei ständig an den Schaden denkt. Und wer weiß eine durchsichtige Alternative zu Tee?

HOLLYWOOD GOTHIC

Und dann bin ich in den Besitz dieser Filmrechte gekommen. Festgestellt, dass es sich um erstklassigen 70ies Porn handelt und in den nächsten Wochen habe ich alles zusammengesucht, was es von dem Hauptdarsteller so gab. Sehr viel schönes dabei, hinzu kam noch seine ziemlich tragische Biografie, die (für seine Zeit) klassisch endete. Drogen, AIDS – diverse Darstellerinnen und Darsteller angesteckt, zunächst unwissentlich, später, drogenbedingt war es ihm egal. Mitte der 80er sieht er immer noch sehr scharf aus, wenn auch mit fast weißen und für meinen Geschmack zu kurz geschnittenen Haaren. Und als ich aufwachte habe ich den Namen gegooglet, weil es konnte nicht angehen, dass es diesen Mann nicht wirklich gegeben hat. Und siehe, ein Gleichnamiger hat eine nicht minder tragische Karriere, wenn auch nicht im Porno, so im Spielfilm. Die endet 1978, als er sich und seine dreißig Jahre jüngere Frau, die er wenige Wochen zuvor geheiratet hat, erschießt. Also sie zuerst, dann sich selbst.

HOSIANNA

Telefon geht. TDSL geht. Mein AOL-account lässt sich öffnen. Nur Fernsehen ist nicht mehr, wegen des blitzerschlagenen Receivers. Fehlt mir jetzt aber auch nicht so.

Edit:
Und eben ruft doch son Junge von AOL an und konfiguriert mit mir mein Mac-Mail-Programm, so dass ich für Email jetzt gar keinen mehr Browser offen haben muss!

GLAMMERGEDDON

Verdrängung ist eine Option, die die Evolution oder die liebe Gott nicht von ungefähr eingefädelt hat. Manchmal hilft Verdrängung dabei, sich um Dinge erst zu kümmern, wenn ein Handeln im Sinne des Wortes notwendig wird. Ich nenne hier als Beispiel die Erledigung der Steuer.
Dann aber wieder gibt es Verdrängungen, die nicht gut tun, und mit solchen plagte ich mich am Samstag und Sonntag. Ich verdrängte meine Finanzsituation dergestalt, dass ich (so gut wie) einem kleinen Trip auf die Lieblingsinsel zusagte. Was dazu führte, dass ich nachts aufwachte, dass ich morgends vor dem Aufwachen aufwachte und dass ich mich am Tag alle paar Stunden vor Erschöpfung hinlegen musste. Weil das Handwerkszeug der Verdrängung, der ihr zugrunde liegende Tatbestand nämlich, immer wieder seinen hässlichen Schädel hob und mich debil verächtlich angrinste wie ein ostdeutscher Junge, der meint, Anne Frank sei verjährt.
All dies vor dem Hintergrund, dass ich gerade die Apokalypse las, wie sie Gaiman und Pratchett schon 1990 veranschaulicht haben und ganz enttäuscht war, als sie vorbei war. Und nun ja nichts mehr zum Ablenken hatte, weil ich mich bei Nip/Tuck verschätzt hatte und statt der gefühlten vier Folgen, sich nur noch eine auf der letzten DVD befand. Und dann gibt es ja da noch die andere große Geschichte, über die ich mir zur Zeit ständig Gedanken mache, die immer dazu führen, dass ich mich unzulänglich und alt fühle. Ganz zu zu schweigen von der Frage, was das für eine Welt ist, in der selbst die schönen erfolgreichen enddreißigjährigen Blondinen sich das Leben nehmen wollen. (Owen ist mittlerweile raus aus dem Krankenhaus). So. Und als ob all das nicht ausreichen würde, mache ich noch eine Feststellung von Spliss, der meine Haarspitzen teilt. Es ist der Wurm drin, in dieser Gegenwart, und egal wie ich mich abzappele – es ist keine Änderung in Sicht.

Und wenn jetzt wieder ein Schlaumeier kommt, der mich auf Texte verweist, in denen ich Optimismus predige – GET OFF MY BUS! Auch die moralische Verpflichtung, Freude zu suchen, kann eine Blondine manchmal nicht vom Kummer erlösen.

Bedeedledee deedledee deedledeedum boop boop peedoo.

WENN ICH AUF IHRE EMAIL NICHT ANTWORTE…

…dann müssen Sie sich nichts dabei denken. Ist nicht persönlich gemeint. Ich weiß nämlich gar nicht, ob Sie mir eine Email geschrieben haben. AOL lässt mich nicht an meinen Account. AOL ist nämlich von Alice verschluckt worden. Und da die ja mit ihrem Todeskampf beschäftigt ist, spuckt sie meine Mails nicht aus. Aber macht ja nix. Das Telefon geht ja momentan.

GLAM RETTET DIE KINDER

Ab Samstag dürfen Jugendliche unter 18 nicht mehr in der Öffentlichkeit rauchen, sagt Maggie gerade. Man wird mich also demnächst auf Neukoellner Spielplätzen und in Buswartehäuschen lungern sehen. Raus mit der Kippe! Aber flott. Und jetzt gibst Du dem Onkel die Schachtel, zackich! Kiosk war gestern.

FUCK YOU

Dass die schöne Cinque-Pelzbesatzjacke bei der Geburtstagsparty weggestohlen wurde ist ja irgendwie, wenn auch schmerzlich, zu verkraften, aber dass sich die Donnie-Darko-Director´s-cut-DVD, die zweite Donnie Darko-DVD in meinem Besitz wohlgemerkt, sich unabgemeldet verabchschiedet hat, nach 4 Tagen in meinem Besitz, das kann ich mir nur mit einem Wurmloch erklären.

Edit.
Die DVD fand sich im vom Blitzschlag getroffenen ehemaligen DVD-Player. Aber die schicke Jacke ist nach wie vor fort. Hm. Was nun aber, wenn der ausrangierte DVD-Player ein Portal ist?

HURE DES SATANS oder DAS ENDE DER MUSCHITRILOGIE

vpunkt

45 Minuten in Warteschleifen. Nach erfolgter Rekonfigurierung mithilfe der freundlichen Telfefondienstleistungsmitarbeiterin funktioniert nicht einmal mehr das nachbarliche Netz. Diagnose Hardwarefehler. Anderthalb Stunden durch die Stadt – z ä h fließender Verkehr), zu Gravis hin und zurück. Diagnose: Alice-Diagnose falsch, es liegt kein Hardware-Fehler vor. Eigentlich erfreulich, aber nicht in diesem Zusammenhang. Nächster Alice-Anruf, zweite Warteschleife, dritter Anruf. „Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld.“ Nein. Hab ich nicht. Ich hatte innerhalb der letzten 6 Wochen nur 4 Wochen lang einen funktionierenden Telfonanschluss, ich bin da etwas angespannt. Dann ein freundlicher Sachbearbeiter: „Ja, es liegt seit gestern Abend eine Störung vor, wir wissen noch nicht, wann Sie wieder Zugriff aufs Netz haben werden.“ Ich werde etwas ungehalten. So ungehalten, dass meine Bitte um eine Weiterverbindung zu einem Beschwerdemedium das erste Mal Ernst genommen wird. „Wir verbinden Sie gleich mit einem unserer Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld. Ihre vermutliche Wartezeit beträgt zur Zeit über 5 Minuten.“

Ich frage mich, ob die zusammenbrechenden Leitungen nicht schon die Folgen der Hacker-Rache eines ehemaligen Alice-Kunden sind. Und warum funktioniert mein Email-Account seit heute nicht mehr?

Sie soll bluten, die V-Punkt, die elende Sau, sie soll sich mit ihren Spaghettiträgern aufknüpfen während man ihr ein ungefettetes Modem in den Arsch schiebt. Sie soll bluten, sie soll brennen, sie soll einen zähfließenden Tod sterben, die Elende.

Und ab jetzt geht´s hier gewaltarm und sexfrei weiter. Bis auf weiteres.

TITTENINFERNO PART DEUX oder MATSCH MORE MUSCHI

Die Hot Shots-Reportageseiten: überblätterbar. Wichtiger: S.60/61, stressgeplagte spanische Manager (nicht wirklich die Coupé-Zielgruppe) dürfen mit dem Vorschlaghammer ein Hotel kaputthauen. Dann, endlich, wieder Titten. Große. Also solche, die vorne herabhängen, anstelle sich entgegenzuwölben. Titten in freier Wildbahn unter dem Motto „Wild Ludern in der Natur“. Auf 11 Fotos. Auch Marit aus Lübeck trägt Schmalspur-Strichcode und Glam denkt über eine Intimrasur nach, verwirft aber sofort den Gedanken, denn es gilt die nächsten zwei Seiten zu überspringen – Sport wieder. S. 70/71 Anno 70/71 – eine Reminiszenz an die Schulmädchenreportagenfilme. Ein sehr süßer Typ mit Friedrichshainer Frisur steht im Wasser (für meine Fälle einen Arsch breit zu tief) und öffnet die Arme für eine Frau mit großem Busch. Die Bildunterschrift weist dem süßen Typen die Identität von Sascha Hehn zu. Ja, wir sahen alle schon mal besser aus. Nun endlich, das, was der Coupé-Mann von Welt, wie eingangs schon geschildert, vor Freude in die Hände klatschen lässt: eine Doppelseite mit Matsch unter der Überschrift „Matschfest“. „Das Tolle (am Matschfest) ist: einmal im Jahr darf man sich auch als Erwachsener mal so richtig einsauen.“ Ich denke, der Coupé-Leser macht diese Erfahrung durchaus häufiger.
Jetzt aber richtig!, scheinen sich die Macher des Magazins gedacht zu haben, denn auf den Seiten 74 und 75 präsentieren sie etwas mit Namen Annina, was man wirklich als Busenwunder beschreiben kann. Muss. Die Frau hat so große Teile, dass sie einen Teil davon noch ihrer Lippe abgeben musste. „Ich mache Annina zur neuen Gina Wild,“ so ihr „Manager“ (gab es dafür nicht eine andere Berufsbezeichnung?), „Sie soll weltweit Karriere machen“. Ja. Genau. Wie die Gina Wild auch. Annina hat keinen Strichcode, nur einen kleinen Bürzel. Vielleicht hat aber auch beim Rasieren das Telefon geklingelt und der Fotograf sein Ankommen für sofort angekündigt, was das unfertige Make up und die glänzende Stirn erklären, wenn auch nicht entschuldigen würde.
76/77: Bräute schmieren sich Kuchen in die Fresse. Nein, kein despektierlicher Begriff für Damen aus meinem Munde – es sind echte Bräute, mit Schleier und allem Zick und Zack.
78/79: „Taining für den Ernstfall“. Männer in Uniform in einem Trainingscamp, wo sie mal so richtig die Sau rauslassen können. (Wieder Schmiererei, diesmal mit Kunstblut). Auch Kriegsveteranen mit appen Beinen finden hier noch einen Job. Als Attrappe. Die Amis wieder…
KULTURHINWEIS. Ich fass es nicht. Eine Bühneninszenierung wird auf ZWEI Seiten präsentiert. (Für die arme zerrissene Sau gab es nur eine viertel Seite!). „Bühnenekstase“. Ein paar meiner Lieblingsadjektive: Lasziv (wie ein Zäpfchen einzuführen). Pikant (wie Ochsenschwanzbrühe). Barbusig (wie strapsmäusig). Erotisch (wie ein Couchtisch). Ach so, es geht um das Fressspektakel „Belle et fou“, was soviel heist wie „Glocken und Doofe“.
Weiter mit Testosteron. Blutverschmierte Boxer. Langsam erhärtet sich mein Verdacht, dass man mit einem Coupé-Leser besser nicht zum Mud-Wrestling gehen sollte – oder irgendwo anders hin, wo sich zwei Männer die Körper aneinanderreiben, es wird blutig enden. Oder matschig. Oder man bekommt eine Torte ins Gesicht.

Festhalten, denn auf den folgenden Seiten wird zwischen den Zeilen ausgesprochen, was wir doch alle schon seit Jahren denken. Dass nämlich Nicole Kidman, „Australiens geilster Filmstar“, eine wirklich geile Sau ist (Sie sollten sehen, wie meine Finger zittern, während ich diese Worte mit Bezug auf die von mir verehrte Filmkünstlerin und den traumschönen Vorzeigefall von Grazie und Glamour, Anmut und Stil verwende.) „Hüllenlos zum Erolg“ versammelt alle Nacktszenen, die Nicole je gedreht hat. Alle 3.
Weiter gehts auf gewohntem Niveau. Susann, 21, aus Gelsenkrichen macht sich für 150 euro nackig. Normalerweise müsste sie für die gleiche Summe sechs mal blasen, also macht das durchaus Sinn. Susann hat gar keine Schamhaare, sondern einfach nur eine Spalte da, wo bei Männern der Schwanz hängt.

Ich spurte weiter. Filmempfehlungen: Masters of Desaster (ein Film über die Coupé-Redaktion), Fantastic Four (Debbie does Dallas, Denver, Dortmund und Darmstadt), Transporters (LKWs im Schlamm), Krieg der Raubtiere im Fluch des Blutdursts (Periode am Mondo-Lesbo-Pornoset).
Ich überspringe, ich kann nicht mehr – ein Mädchen auf einem Billiardtisch hält sich die Hand vor die Muschi (damit die nächste Kugel drinnen bleibt??). Die CARTOONSEITE. Die „Eis am Stiel“-DVD wird vorgestellt, dann noch eine ganzseitige Reklame für „Selbst ist der Mann“ – ohne Scheiß! Aber es ist kein Magazin für den ansprucharmen Wichser, sondern ein „Do it yourself-Magazin“ der anderen Art, in dem u.a. der „Urlaub im Garten“ propagiert wird, und wo vorgeführt wird wie man Regale aufwerten kann. So. Das war´s. Reicht mir ein Herrengedeck und dann geh ich an meinem Auto schrauben. Das vorne Brüste hat. Und hinten. In der Mitte und sogar Brüste auf dem Rücken. Je suis coupé.