Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

TROESTLICH

„Dicke sind schwerer zu kidnappen.“

(Aus den Blauen Seiten, leider den User nicht notiert, bei dem das stand, aber das wäre vielleicht auch indiskret, den hier zu verlinken.)

KURZSCHLUSS

Dass das virtuelle LitBlog-Mag „Mindestens haltbar“, in dem ich den einen oder anderen Text veröffentlicht habe, das Zeitliche gesegnet hat, ist bedauerlich und hat sich vermutlich mittlerweile herumgesprochen. In Mindestens haltbar hat Don Dahlmann thematisch gruppierte Texte veröffentlicht, die er auf Blogs aufgespürt hatte. Das war ganz praktisch, weil so auch mal Leute auf mein Blog klickten, die sich sonst nicht hierher verirrt hätten. (Und entweder verstört wieder abzogen oder doch kleben blieben und mittlerweile täglich mitlesen.)

Was ich immer etwas befremdlich fand, war, meine Texte in einem anderen Layout zu sehen, als das, in dem ich sie ins Netz gestellt hatte. Für mich ist der Look meines Blogs schon Bestandteil seines Charakters. Dass eine Seite Bilder hat, Filmchen, die vielleicht mit einem anderen Text verknüpft sind, aber trotzdem eine Stimmung veranschaulichen, in der ich an einem bestimmten Punkt (oder auf einer bestimmten Geraden oder Welle) in der Zeit gewesen bin. Also dieses autarke, autonome, das einen Blog und den Blogger dahinter und darin ausmacht. Gleichzeitig ist es aber auch spannend, eine Facette aus einem glitzernen Lüster herauszunehmen und beispielsweise neben einem lackierten Apfel an den Weihnachtsbaum oder die Wäscheleine zu hängen.

In Belangen der Vernetzung und Erweiterung hat Mindeses haltbar eine Lücke hinterlassen. Um so erfreuter war ich, als ich vor ein paar Tagen eine Einladung bekam, für ein neues Projekt, das jetzt in seine dritte Ausgabe geht, einen Text zu verfassen. BastiH vom Chaosplaneten hat das Projekt KURZSCHLUSS ersonnen, bei dem drei bis fünf Blogger Beiträge zum gleichen Thema schreiben und zeitgleich auf ihren Blogs veröffentlichen und die anderen Beiträge verlinken. Ein Magazin, das den Text auf dem eigenen Blog belässt und trotzdem mit anderen Blogs verknüpft. Ich finde die Idee hervorragend und auch die Auswahl von Blogs, die er getroffen hat. Einige davon kenne ich, andere machen mich neugierig. Die nächste Ausgabe erscheint am 28.8. um 10.00 Uhr, stellen sie schon mal die Uhr. Das Thema lautet Hingabe/Aufopferung, wobei ich mich in meinem Text, der bereits in Arbeit ist, auf den Bereich der Hingabe konzentrieren werde. Machen Sie sich auf was gefasst!

POOR LITTLE RICH GIRL HAIR

Sie war nur eine Season dabei und trotzdem ist sie vermutlich der bekannteste von Charlie´s Angels, einer Serie, die die Zeit nicht unbeschadet überstanden hat. Die Storylines sind in den meisten Folgen identisch: der Täter steht schon in den ersten Minuten fest, einer der Engel überlegt sich eine sexy Verkleidung und nistest sich ein, um den Täter zu entlarven. Dabei gerät sie in Bedrängnis, so dass ein zweiter Engel einschreitet (und meist auch in Gefahr gerät). Am Ende sind es der knubbelige Bosley und die pfiffige Sabrina Duncan, die den Fall lösen und die Engel retten. Heute betrachtet sind die Folgen unfreiwillig komisch, aber auch berührend, weil sie noch ein Frauenbild zeigen, das sie gleichzeitig entthronten – allein durch die Tatsache, dass drei Frauen in einer (verhältnismäßig) actionreichen Detektivserie die Hauptrollen spielten.
Kelly Garrett (Jaclyn Smith) war die Verführerin, Sabrina Duncan (Kate Jackson) das Hirn und Jill Munroe (Farrah Fawcett-und-damals-noch-Majors) die sinnliche Sportskanone, das All-American-Girl, die Nachbarin/beste Freundin/Partnerin, die jeder gerne gehabt hätte. Farrah vergrößerte ihren Star-Ruhm durch das Aussteigen nach nur einer Staffel. Wie eine edle Blume oder ein feines Gewürz dekorierte und garnierte sie die Serie fürderhin mit Gastauftritten. Sie landete einige Filmrollen und lieferte eine herausragende Leistung in dem Drama „Extremeties“. Es folgten TV-Movies of the Week, Miniserien (u.a. „Poor little rich Girl“, wo sie sehr eindrucksvoll die Millionenerbin Barbara Hutton verkörpert.) Dann irgednwann der Abstieg. Drogen, peinliche Auftritte, zuletzt Schlagzeilen dank Arschkrebs.

In den späten 70ern und bis weit in die 80er verkörperte sie etwas, das an Marilyns Tradition anschloss. Eine Schönheit, eine Zartheit (die sie bei den Engeln nicht zeigen durfte, wo sie als Schockerbeauty besetzt war). Was ich sagen wollte – ich war als Kind ganz doll in Farrah Fawcett verknallt. Und auf ihre Art und in einer Zeit, die modisch eine -ähem- Herausforderung war, verbreiteten die drei Ladies etwas, das im Fernsehen rar gesät war: Style, Grazie, GLAMOUR, und – in Farrahs Fall einen komplett neuen Look: „Rich Girl Hair“.

Und die Skateboard-Industrie konnte sich auch nicht beschweren…

GLAMPFEHLUNG: SWEENEY TODD

Als „Sweeney Todd“ in die Kinos kam dachte ich – Tim Burton Johnny Depp Sweeney Todd – da weiß man ja schon wie der Film aussieht, ohne dass man ein einziges Bild gesehen hat. Das ist alles zu naheliegend. Stattdessen sah ich mir mit Herrn Strike „Into the Wild“ an – zweifellos keine schlechte Wahl. Aber jetzt ärgere ich mich, „Sweeney“ nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben, denn, nachdem ich ihn jetzt zweimal auf DVD angeschaut habe, ist er in die Liste meiner Top 50 geflogen.
Wenn er nicht längst schon da ist, dann wird Johnny Depp irgendwann später in die Liste der großartigsten Schauspieler des 20. und 21. Jahrhunderts eingehen. Wenn er als Jack Sparrow sichtlich Spaß am Spiel hatte und Selbstironie die Rolle prägte, dann ist er mit Sweeney noch einige Schritte weiter gekommen. Er nimmt den Charakter ernst und kleidet ihn mit Würde. Sweeney ist der kaputte Onkel von Edward Scissorhands, ein melodischer Freak mit Vorliebe für scharfe Instrumente.

Einige der Sondheim-Songs kannte ich schon von Bernadette Peters, aber der Großteil war mir neu und ich höre den Soundtrack (die Special Edition) seit Tagen ununterbrochen. HInreißende Texte, wunderbare Kompositionen. Und Stimmen, die Zustände und Gefühle vermitteln und nicht nur Noten hinrotzen. Auch Mrs Burton, Helena Bonham Carter, macht ihren Job ganz wunderbar und desweiteren hervorzuheben der bezaubernde Jamie Campbell Bower.

Also, tun Sie sich was Gutes – wenn Sie es nicht längst schon getan haben, dann kaufen sie die DVD und CD.

GLAM VORFREUT SICH…

CF_Best-of_1

Foto: Benno Kraehahn

Und nicht nur darüber, dass Kraehahn mal wieder ein geiles Foto vorlegt (das überrascht nicht, der Mann ist einfach sehr sehr gut.) Nein, wegen der Abgebildeten, und dass sie demnächst… Demnächst dazu mehr.

THIS WOMAN´S WORK

Dear Kate Bush,

thank you for the church bells on „The Sensual World“, thanks for the laughter and the birdsounds on „Aerial“, thanks for exquisite compositions and overwhelmingly beautiful lyrics. Thanks for being courageous and different. For being daring and unique. For the talent to glamourize and to hold back. For Diamond Dust and Diamond Nights. For Hounds of Love and windy wiley moors. The cutest Sugar Kane Ukulele Dance ever. Could be in a dream, but you make it real and you make it sublime. 30 years of groundbreaking gorgeousness, loveliness, sweetness, drama, glamour, wit and elegance. Your heart IS filled with summer. Happy 50th birthday and Thank You for the Soundtrack of my Life.
Love always,

Glammy

(Who, when he was 10, copied the „e“ you used in the handwritten lyrics on „Lionheart“ and writes it like that to this day.)

CALCIUM oder THE WINNER FAKES IT ALL

Die Handlung – fad. Die Szenerie – Ansichtskarte. Die Charaktere – eindimensional, wenn es hoch kommt. Die Choreographien – pupslustig, also die Grenze zum Peinlichen weit hinter sich lassend. Die Darsteller – mehr oder weniger hochkarätige Talente werden schamlos verbraten. Pierce Brosnan tut einem den ganzen Film lang einfach nur Leid, weil man ihn dazu bringt, das zu tun, was normale Menschen nur besoffen in Karaoke-Bars machen: singen, wenn sie es nicht können. Und gerade deshalb wird er mir erstmals sympathisch. Die Enkelin Filmtochter von Meryl hat soviel Talent, dass es wehtut. Man möchte ihr das Grinsen vom Gesicht wischen. Ihr Hengst: ein Schuss Heroin und er könnte akzeptabel sein, sein Körper ist es und sein Gesicht ist im Grunde ebenfalls Porno. Seine Anständigkeit macht, dass man dem Greis in der Kinoreihe vor einem auf die Glatze rotzen möchte, um ein Gegengewicht zu liefern. Christine Baranski und Julie Walters, beide alles andere als talentarm, dürfen schauspielerisch je eine Klangfarbe cellophan und natreen überreizen. Aber am Schlimmsten: Ständig mache ich mir Sorgen um Meryl, habe Angst, dass sie sich was bricht, bei all dem Hüpfen, Plumpsen, sich werfen, gefangen werden, pirouhettieren, winken, hüftschwingen. Ich denke nur immer Osteoporose. Sie ist ganz klar zu alt für die Rolle, aber was soll man tun, sie hat sichtlich Vergnügen dabei und dieses Vergnügen erhebt sich über alle anderern Widrigkeiten. Ja. Hier wendet sich der Text. Fast schon. Zuvor noch: „Mamma Mia“ ist schlecht. Und ja, ich werde ihn mir noch einmal anschauen, denn ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal soviel Freude hatte im Kino. Meine Füße wippten, mein Herz wurde kuschlig warm, ich liebte das Leben, sogar noch mehrere Stunden im Anschluss. Und niemand, da waren der Ereignishorizont und ich uns einig, hat „The winner takes it all“ je so richtig gesungen wie die Meryl.

Und jetzt hab ich schon wieder Lust. Frau Puls? Frau Bee? Herr Strike?

MONA GLAM

„Mutti – festhalten! Ich bin Kunst! Katia Kelm hat mich in Knete modelliert! Ihr müsst Euch das anschauen!“
„Wo kann man das denn sehen? Kannst Du uns das faxen?“
„FAXEN? Das ist eine Skulptur! Das willst Du doch nicht in schwarzweiß auf Thermopapier!“
„Ja aber wo ist das denn ausgestellt?“
„Jetzt gerade? Im Internet. Geh zu Deiner Tochter.“
„Die sind doch heute in den Urlaub gefahren.“
„Cousine X. hat doch ihren Typen aus dem Internet, die hat bestimmt nen Computer. Ich ruf die mal an.“

(…)

„Ich hatte den Typ von Cousine X. am Telefon und die haben kein Internet. Wie leben DIE denn???“
„Ja. Hm. Kannst Du das denn wirklich nicht faxen?“
„Mutter. Das ist ne Skulptur.
„Na, dann musst Du und das zeigen wenn Du das nächste mal hier bist.“
„Wenn Du die Mona Lisa sehen willst, dann musst Du halt auch in den Louvre.“
„Vielleicht sollten wir wirklich mal dieses Internetz probieren. Kannst du das machen, wenn Du das nächste Mal hier bist?“

Merke: you can be as Glam as can be. When you go home for christmas, guess who´s the Weihnachtsmann?