Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

EMMY NOMINATIONS FOR GREY GARDENS

Outstanding made for television movie
Outstanding Lead Actress in a Miniseries or Movie (both Jessica and Drew)
Outstanding Supporting Actor in a Miniseries or Movie
Outstanding Supporting Actress in a Miniseries or Movie

und 13 weitere Emmy-Nominierungen. Na? Fühlen Sie sich schon bisschen doof, dass Sie dem Hype auf dieser Seite nicht nachgegangen sind und nicht mal das Original auf DVD in Ihrer Sammung haben? Versteh ich – zu spät. Jetzt ist „Grey Gardens“ Mainstream. Eat your hearts out, Sleepyheads.

MY BOY BUILDS COFFINS oder GOD SLICK

Ich fand sie überhypet, überbewertet – zu viele Vorschusslorbeeren noch bevor das Album draußen war. Jetzt ist es. Überbewertet ist es immer noch, aber egal – es mag nicht das Megakunstwerk sein, das man sich versprochen hat, aber es hat eine handvoll wirklich reizende Lieder. Unter anderem das über den Boyfriend, der Särge baut.

Ach so ja. Florence and the Machine. Und hier noch eine Darbietung, die Kate Bush ganz sicher amüsieren wird.

DAS TRAUMHAFTE LESEN

Das erste Mal, dass mir das Buch über den Weg lief war, als es mir ein Kollege zeigte. Ich schaute auf das Cover, sah irgendwie mich selbst. Dann blätterte ich, sah die anderen Fotos und stellte fest, dass das nicht ich war, aber dass ich den Menschen kannte. Es muss in meinem ersten Berlinjahr gewesen sein, denn in meinem zweiten hatte er schon den Westen verlassen und im Ostteil hielt ich mich zunächst nicht häufig auf. Und gestern sitze ich so nichtsahnend im Dreck vorm Schlachtensee, während ganz Berlin hinter uns spazierengeht, da holt Frau Casino neben köstlichem Bulgur und belegten Brötchen ein Geschenk aus der Tasche, ich packe aus, sie sagt
„Das hast Du sicher längst.“ Weil es auch so nahe liegt, allein schon wenn man das Cover sieht. Aber ich habe noch nicht.
Ich fange an zu blättern und überlege, woher ich ihn kannte, dann fällt es mir ein, es muss im Schwuz oder Schwuzumfeld gewesen sein, ich weiß nicht, ob wir uns je unterhalten haben aber wir waren häufig an den gleichen Plätzen und Orten gewesen. Der Plusquamperfekt ist an dieser Stelle berechtigt. Denn Ronald M. Schernikau, so erfahre ich später über Wikipedia, ist 1991 an den Folgen von AIDS gestorben.

Frau Casino schreibt auf der beigelegte Karte, dass sie sich im Buchladen festgelesen habe. Während eigentlich gerade Famke Janssen sich gegen einen gespenstischen Polizisten zur Wehr setzt, fange ich an zu lesen. Und das Buch saugt mich in sich rein. Ich höre beim Lesen die Stimme des Autoren Matthas Frings und er erzählt eine Geschichte, die in einer Zeit spielt, an die ich mich lange nicht erinnert habe – die späten 80er in Berlin – und mit einem Mal ist alles wieder ganz plastisch. Eigentlich lese ich ja gerade Dan Simmons sehr gelungenen Roman „Drood“, aber der muss warten, ich bin von dieser Biografie extrem berührt. Was ganz sicher auch an der Fähigkeit von Frings liegt, eine Situation so plastisch zu beschreiben, dass man fast dabei ist. Die Art und Weise, wie er berichtet, das ist ein Liebesdienst, und das macht das Buch zu einem Erlebnis.

schernikau

PRISON BREAK 4

Nach einer enttäuschenden Staffel 3 (ja, sehen Sie mal, was passiert, wenn Autoren streiken!) ist die vierte Staffel „Prison Break“ wieder mit das Beste, was das amerikanische Fernsehen zu bieten hat. Die Crew ist wieder draußen, wo sie, wie schon in Staffel 2, aufregendere Action bewerkstelligen kann als in Gefangenschaft. Es können einfach mehr Häuser in Brand gesetzt, Autos gecrasht und Killer ausgelöscht werden als im Knast. Die Männer um Scofield und Burrows sind nicht nur auf der Flucht, sondern auch noch sooooo kurz davor, to wipe their slates clean. Dr. Tancredi ist wieder dabei (na ja, der abgetrennte Kopf, den Lincoln Burroughs in Season 2 fand, muss wohl doch von jemand anderem gewesen sein…) und es ist eine Freude, ihr Jessica-Lange-Gesicht auf dem Fernseher zu sehen, und mit Kathleen Quinlan in der Rolle der Christina Scofield ist den Autoren und Besetzern ein Glanzstück gelungen: die mieseste Mutti, die es je in einer Fernsehserie zu sehen gab. Pack ein, Alexis.
Die Mischung aus Action, Intrige, Campfaktor Mommie Dearest*, sichtbar teurem Production Design und brutal attraktiven Protagonisten geht auf. In Staffel 4 wird noch einmal alles betont, was an Prison Break gut war – Cliffhanger, Loyalität, Sarah & Michael, changierende Antagonisten. Und beim Finale hab ich dann sogar ein paar Tränen vergossen. Closure, as promised in the trailer. Die Jungs und Sara werden mir fehlen. Aber nach Prison Break ist vor Prison Break und ich fang morgen mit Staffel 1 wieder an.

Ich hoffe, dass Wentworth Miller und Sarah Wayne Callies in schöne neue Serien umziehen werden.

*Es gbt nicht viele Antagonisten, die so übel sind, dass man denkt „Rasiert sie! Schneidet ihr ein Ohr ab! POLIERT IHR VERDAMMT NOCHMAL DIE FRESSE UND DANN BRINGT SIE ENDLICH UM – ICH WILL SIE BLUTEN SEEEEEEEEEEEEEHEN!!!!!!!! That´s good writing. She´s fucking fantastic.