Archiv der Kategorie: Dann sind sie Helden

WHAT HAVE I DONE TO DESERVE THIS?!

giftboy

Es begann mit einer altrosé-farbenen Schlafbrille mit Stickerei und Strass-Applikation, die mir die amerikanische Nachbarin vor ein paar Tagen veehrte. Danach kam ein dutzend Falcon Videos von Frank, der keinen VHS mehr besitzt und endgültig in der Porno 2.0-Erlebniswelt angekommen ist. Lucky kaufte sich aus Versehen „Die fetten Jahre sind vorbei“ auf DVD, fand ihn doof und schenkte ihn mir (I do like it). Kollegin Tanja spendierte eine Currywurscht mit Pommes und vom Skailight fand ich gestern eine wunderschöne CD im Briefkasten – darauf charmante neue spanische Popmusik und ein langhaariger junger Mann nur in Unterhose. Dann kam ein Päckchen mit fantastischen Leih-DVDs von Tod Spango – es kann Herbst werden.
I feel like it´s my birthday. Thank you Dahlings – you are wonderful!

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YOU JUMP INTO THE MIRROR

kateq20hat

You stand in front of a million doors
And each one holds a million more
Corridors that lead to the world
Of the invisible
Corridors that twist and turn
Corridors that blister and burn

Eye of Braille
Hem of anorak
Stem of wallflower
Hair of doormat

(Picture: Q-Magazine, Oct. 2006)

THE ELITE MEET

In a clump of trees at the bottom of the hill, an elderly wampyr offered a Marlboro to a huge, naked ape-like creature covered with a tangle of orange fur. It accepted graciously, and they smoked in silence, side by side.
(…)
A once famous comedian, believed to have died in the 1920s, climbed out of his rusty car, and proceeded to remove his clothing: his legs were goat legs, and his tail was short and goatish.

American Gods, Neil Gaiman

DIE GÖTTER UND LOUISE BROOKS

Liege so in der Hollywoodschaukel rum, Sonne scheint, Ipod shuffelt, eine Gardenienblüte duftet durchdringend, lese „American Gods“. Die Götter reisen gerade in einem Hippie-VW-Bus in die Mitte Amerikas, eine Schweinefarm irgendwo in Kansas. Der Ipod shuffelt auf „Caravan of Love“. Passt.
„This land, this very land gave us the greatest movie star of all times. She was the greatest there ever was.“
„Judy Garland?“ Shadow asked.
Czernobog shook his head curtly.
„He´s talking about Louise Brooks“, said Mr Nancy.

Schaue an mir runter, genauer gesagt auf die Brust. Louise Brooks schaut mich mysteriös von meinem Louise-Brooks-T-Shirt an, in einer Art mysteriös wie das ausschließlich Louise Brooks zu tun pflegt. Eine Windböe whifft eine weitere Dosis Gardenie herüber und einer dieser großen grauen Vögel fliegt mit einem höhnischen Krächzer über mein Dach.
It´s alright – alright.

PAPIERKORB ESSEN FASSBINDER-BEITRAG AUF

Eigentlich steht hier aus gegebenem Anlass ein Beitrag über Rainer Werner Fassbinder und seinen Clan. Die Art und Weise wie Glam immer wieder auf Fassbinder-Epigonen trifft, die über kurze oder längere Zeit sein Leben begleiten. Aber das las sich wie ein Paul Sahner-Interview. Gestrig anekdotisch, also wanderte der Text in den Müll.
Der gegebene Anlass bleibt allerdings bestehen, denn heute ist im Theater Aachen Uraufführung von Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ in der Regie von Cora Frost. Wer also in der Aachener Gegend lebt, sollte sich das anschauen.

UNSERE UNVERNUNFT IST SICHER NOCH EIN KLEINER TEIL VON UNS UND WIRD AUCH NOCH EIN KLEINES BISSCHEN BLEIBEN

… und in der Zwischenzeit, bis wir wieder vernünftig sind, werdn wir uns die Zeit mit Unvernunft vertreiben.“ (Nena, bisschen paraphrasiert.)

Berlin im, Jahre 2003. Als meine Freundin N. mich anrief und mir unter Tränen mitteilte, ihr Freund habe sie gerade verlassen, hatte ich gerade den Dealer in der Küche und lud sie spontan ein, zu mir zu kommen. Was folgte war einer der schönsten, lustigsten, freundschaftlichsten Abstürze meines und N.s Lebens. Irgendwann waren wie zu viert oder fünft in meinem Schlafzimmer und erzählten uns Lagerfeuergeschichten, um uns vom Nichtschlafenkönnen abzulenken. Wie gesagt – einer der schönsten Abende überhaupt und sicherlich die lustigste Art und Weise, eine Trennung zu überstehen. Ein halbes Jahr später war N. aus Berlin weggezogen und ich besuchte sie in einer Stadt mit D. Sie holte mich vom Flughafen ab und wir fuhren zu Freunden von ihr zum Sektfrühstück. Zwei Tage später war der Gastgeber mein Boyfriend. Ich war nun also öfter in D., wo ich Sommernachmittage in Hängematten verbrachte und mit N. und D.D. aus D. in dessen Wohnzimmer tanzte. Und dann traf ich N. auch häufiger auf der Lieblingsinsel, wo ihre Mutter ein Haus hat. Einmal weinten wir am Flughafen, weil der Abschied von der Insel wirklich hart ist. Am 1. Juni diesen Jahres legte sich am Strand von Es Cavallet eine Frau auf mich drauf – das dürfen nicht viele – es war N. und wir tranken weiße Sangria und lästerten über die italienischen Models, die sich vor uns im Sand drapierten.
Manchmal sehen wir uns ein paar Monate nicht, telefonieren in dieser Zeit auch kaum, aber, wenn wir uns, wie beispielweise vorgestern, andlich wieder treffen, dann ist sofort wieder eine kindlich schöne Energie da. Dieses mal haben wir weder getanzt noch Drogen genommen, weil wir etwas vernünftiger geworden sind. Aber immer noch nicht ganz vernünftig, Gott sei Dank. Und warum ich das schreibe? Weil, warum nicht. Und jetzt MUSS sie mal mein Blog lesen.