Archiv des Autors: glamourdick

FRIDAY IN THE PARK WITH FRANK, KATE AND A SLOSHY MAMMOTH

„Der Mann da oben. Grünes Gesicht.“
„Hm hm.“
(…)
„Schau mal. alles fällt.“
„Mh.“
„Die FARBEN!“
(…)
„Hör mal!“
„Hi hi!“
„Pii!“
(…)
„Kuck ma, wenn ich so mach mit den Armen!“
„Eine Windmühle!“
„Genau!“
(…)
„Hm. Der Elefant. So lange Zähne!“
„Der ist schon sehr sehr alt.“
(…)
„Der Zweig!“
„Der plentert. Oder mit „ä“?“
(Beide): „Sloshy sloshy sloshy sloshy!!!“
(…)
„Wie da die Schwäne stehen!“
(…)
„Wellen auf dem Wasser!!“
„!“
(Beide): „Washing machine! Washing MaCHINE!!!“
(…)
„Meinst Du, der kleine Bertie wird jetzt in der Schule gehänselt?“
„Bestimmt, aber da muss er durch.“
„Ja, da muss er durch.“
„Die Kinder tanzen um ihn Ringelreihen und singen „that sun of mine“.“
„Aber er hat Kate als Mutter.“
„Dann geht das.“
„Der hat´s gut.“

(Die Foto-Dokumentation der ersten ELA-Befreiuungsaktion folgt in Kürze. Aber die braucht man eigentlich gar nicht, oder?)

CRAZY LADIES: ESTHER

Liebe Esther,

eigentlich wollte ich es für mich behalten, aber meine Therapeutin sagt dann wieder „Herr Dick, Sie vermeiden, nicht wahr?“ und lächelt spitzbübisch-weise. Und ich vermeide nicht mehr. Also, Esther: wir waren mal richtig gute Freunde, aber durch Dein Verhalten hast du alles kaputt gemacht. Früher warst Du genau so ein wildes Flittchen wie ich mich immer bemühe zu sein. Du warst ein Vorbild. Du hattest lustige Ideen – ich erinnere mich an das Vogueing in den frühen 90ern, was waren wir glamourös! Du hast Deine Muschi jedem gezeigt, ob er sie sehen wollte oder nicht, und seltsamerweise hatte das Stil. Du warst eine der ersten Zicken, die es sich leisten konnten. Alle im Freundeskreis haben das geliebt, auch wenn es uns manchmal erschreckt hat.
Du hast Dir jeden Typen gekrallt, den du Dir auf den Gürtel kerben wolltest. Und als S. dir das Herz gebrochen hat, da hattest Du meine aufrichtige Anteilnahme.
Aber sage mir Schatz, wann fing es an so aufzuhören, wann bist Du Dir so untreu geworden?
Als G. in Dein Leben trat und Du auf einmal Hausfrau spielen wolltest, um Dich auf seine Größe zu schrumpfen? Der Act war lächerlich. Als Du der Kaballah aufgesessen bist? Honey, Du warst mindestens dreimal auf dem Vanity Fair. Mach dir doch mal die Mühe und lies den Artikel über die Kaballah, den sie abgedruckt haben. War sehr informativ.
Als Du das Video zu „American Life“ zurückgezogen hast, weil Dein Präsident gerade einen Krieg begann und in Deinem Clip Kriegsopfer zu sehen waren und Du eine Debatte mit Deinem stolzen Volk (und ich meine jetzt nicht die Briten, die HABEN nämlich eine Königin) vermeiden wolltest?
Als Du den Tsunami-Opfern großmütig 10.000 Flaschen Kaballah-Wasser hast zukommen lassen?
Als Du „Imagine“ von John Lennon mit den Worten „I don´t sing this song because I can sing it so well“ angekündigt hast?
Als Du beschissene Kinderbücher hast schreiben lassen?
Als Du es als hip proklamiert hast, in den Wald zu rennen und Tiere abzuknallen?
Als Du beschlossen hast, nicht mehr Madonna zu sein, sondern „Esther“?
Woran lag´s? Warst Du Dir selber so satt, wie jetzt mir?
Für die Zukunft wünsche ich Dir einen erholsamen Rückzug. Versuch besser nicht mehr, es krachen zu lassen, selbst Pferde schmeißen Dich ab, das sollte Dir zu denken geben, wenn Du das mit Deinem runderneuerten Hirn noch kannst.
Was soll als nächstes Kommen: Seancen, in denen der Geist Marilyns in Dich fährt? Scientology?? Kaufst Du Dir Dein eigenes Land, um endlich mal Königin zu sein???
Esther, ganz ehrlich, ich mag Dich nicht mehr.

I guess the love that we once had is now
officially
DEAD.

Hung up,

GlamD.

BANGA – DAS HATTE ICH BEFÜRCHTET

You are... The Dreaming
You are Kate’s fourth album, The Dreaming! Let’s
face it — you’re wild, dark, and more than a
little bit crazy. You might even scare people
away the first time they encounter you. But
your own special brand of untamed genius should
be fully appreciated and taken on its own
terms. Key songs: Sat in Your Lap, Suspended in
Gaffa, The Dreaming.

Which Kate Bush Album Are You?
brought to you by Quizilla

weak

DIE GEHEIMEN PLÄNE DER ELEPHANT LIBERATION ARMY

Der Plan sieht vor, dass GlamourDick am Freitag pünktlich um 7.30 Uhr aufsteht, damit er spätestens um 9.30 Uhr das Haus verlassen kann. Zuvor wird Karstadt angerufen, ob das Objekt vorrätig ist. Wenn nicht, muss er wohl oder übel nach Neukoelln. Egal. Für das Objekt würde er auch nach Gera oder Neubrandenburg reisen. Etwa zur selben Zeit am Ereignishorizont: Feldflaschen werden gefüllt, Butterbrote mit vegetarischen Aufstrichen belegt. Je nach Klima, wird nach Regenjacken gesucht. Sonnenbrillen gehören in jedem Fall ins Gepäck – es muss mit Anfällen großer Rührung gerechnet werden.
Zeitnah in Neukoelln eilt ein schwarzgewandeter Glam die Gänge des übel ausgeleuchteten Mediamarktes entlang, da Karstadt vermutlich wieder gepennt hat. Das Objekt wird in dreifacher Ausfertigung gekauft, möglicherweise auch vierfach – man geht kein Risiko ein.
Rote Ampeln ignorierend rast ein silberner Hyundai von Neukoelln nach Friedrichshain, parkt erratisch. Der Koffer mit den Objekten wird in das neue, extra für diesen Zweck weißgestrichene Zimmer getragen, die Objekte im Mac gerippt – vielleicht die längste halbe Stunde im Leben der beiden Protagonisten. Mit zitternden Händen und heißen Kabeln werden zwei Ipods präpariert. Auf Telefonanrufe, Mitbewohner, Nachbarn kann nun keinerlei Rücksicht mehr genommen werden. Mobiltelefone werden achtlos auf den Boden geworfen. Die Protagonisten eilen zum Wagen, die Ipods beben und stöhnen vor entrückter Erwartung. Ein Park muss her, ein Wald, ein Fluss, ein Fleck Sensualität in der Haupstadt wird angesteuert. Mit weichen Knien und emsig pochenden Herzen verlassen die Protagonisten das Gefährt, betreten Land, schauen Luft, Erde, Wasser, sich tief in die Augen, steuern die Geräte aus, drücken zeitgleich auf „Play“, reichen sich die Hände und stürzen kopflos, ganz Herz und Seele in die Welt von „Aerial“.
Und dann.
Die Eiszeit ist vorüber.

zooportal

Sie werden sich nicht erinnern, wie sie es dorthin geschafft haben, aber hier stehen sie am Elefantenportal des Berliner Zoos. Etwas asynchron singen sie Kate Bush und wogen rhythmisch-hexig die musikalisch durchströmten Arme. Der Stein erweicht, die Elefanten erheben sich und strecken die Glieder. Sie haben viel zu lange gekniet. Jetzt ist man gut gerüstet, Lucky aus seinem Büro zu entführen. Zu dritt mit zwei liberierten Elefanten geht es dann weiter zum Kanzleramt, wo sich bereits die über Berlin verstreuten Kate-liebenden ELA-Mitglieder eingefunden haben. Einige haben bereits einen Elefanten befreit, andere freuen sich über die bevorstehende Aufgabe.
Es ist ein langer Tag, es ist ein Tag voll poetischer Ekstase. Ein Tag, an dem dunkle Haaransätze von selbst erblonden.
Und dann und wann.
Debbie Harry wird dabei beobachtet, wie sie aus einer Lidl-Tüte Rubine, Smaragde und Ecstasy-Pillen auf die Befreier regnen lässt. Ein gekaperter TV-Aufzeichnungswagen beschallt nun die Elephant-Liberation Army und begleitet die Tausendschaften aus der Stadt, der nächste Zwischenstopp wird eine Insel in der Themse sein, die Bush-Familie zu grüßen, dann ist der Londoner Zoo an der Reihe und sicherlich läuft man auch irgendwann Ines Schreiber über den Weg.
Ja, so wird der Freitag.

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten TÄNZERN, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

TIRILI!

dohlen
(Das passiert, wenn man bei der Google-Bildersuche „Dohlen“ eingibt. Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Effekt für dieses Posting – etwa so:
dohle
aber die drei Cousinen vom Trio Bulgarka, die im Allgäu das Perückenkombinat „Zum Silbernen Dutt“ geplündert haben, gefielen mir auch sehr gut.)

Kja tschack!

(Nur noch zweimal aufwachen!!)

PANORAMIC: A HEART LIKE A LION

Heute ist so ein Tag, wo ich in Demut und Dankbarkeit quelle wie ein Schwamm. Hat vielleicht mit dem schönen Sex letzte Nacht zu tun und ganz sicher mit „Nocturne“ von Kate Bush, aber noch entschiedener mit Thomas, meinem heterosexuellen Freund, den ich in meiner schwärzesten Zeit kennengelernt habe, der mich unschockiert durch Pest und Cholera und Elektroschocks begleitet hat und dessen Herz so groß ist, dass es mir Angst machen würde, wenn nicht ausgerechnet er ein Mensch wäre, der mir keinerlei Angst macht. Er weiß, dass man, einer Aubergine nicht unähnlich, kaum angeschnitten, Bitterstoffe veräußert und er weiß, dass man eine aufgeschnittene Aubergine erstmal auf Salz legt, um die Bitterstoffe zu entziehen. Warum fällt mir keine schönere Metapher ein? Er hätte sie verdient.
Er rennt nicht weg. Er fragt nach, ohne zu nerven. Er bleibt. Und er hat keine Angst, sein Herz zu öffnen. Gegenseitig und einvernehmlich und ehrlich sind wir aufrichtig. Weil uns wehgetan wurde, werden wir einander nicht wehtun, das ist klar.
Ein schwuler und ein heterosexueller Mann – die haben keinerlei Berührungspunkte, dachte ich. Weit auseinandergehende Interessen. Das war einfältig gedacht. Was ich an Thomas liebe, ist, dass er mich durch pure schiere Präsenz eines Besseren belehrt und so neue Wahrheiten entstehen, die alte, falsche Ideen ablösen.
Wenige Menschen schließe ich rein in mein Herz. Manchmal war mein Herz ein Stundenhotel und ich der besoffene Concierge. Jetzt ist es ein bunt bevölkertes San Simeon in dem die Preziosen meine Freunde sind, die alten Langgeliebten (Lucky und Choc und Frank und mein Kai) und die neuen, die dazukommen. Die Neuzugänge in diesem Jahr: ein Herzberger Mädel und ein Mann mit Herz, Thomas, der mutige Löwe.

Und die Möbel für das Zimmer in Deinem Herzen habe ich schon eingekauft, alle brandneu!

NOCTURNE

Vogelgesang in ziemlich mittelbarer Nähe. Aufstehgeräusche. Ein Geruch von – Kohlenstaub. Gemischt mit Räucherstäbchen, wie sie in den 80ern parfümiert waren. Die Aufstehgeräusche kommen aus einem Nebenzimmer, das ebenso wenig zu meiner Wohnung gehört wie das Schlafzimmer, in dem ich gerade wach werde. Neben einem warmen, schönen, schlafenden Körper, der als innenseitiger Löffel an meinem (Körper, nicht Löffel) ruht – so ordentlich wie in der Schublade, warme Haut an warmer Haut, erregbares Gewebe ebenfalls in Aufwachposition.
Ich schaue an eine Decke, ca 50 cm über mir. Wenn dies kein Kleintiergehege ist, dann erwache ich also gerade in einem Hochbett. Im Fenster gegenüber sehe ich eine Brandschutzmauer. Wen hat die je vorm Brennen geschützt? Mich jedenfalls nicht. Langsam und vorsichtig tapse ich die Leiter gen Fußboden hinab und beginne, meine Sachen, die mir gestern vom Leib gerissen wurden, dorthin zu tun, wo sie zuvor waren, an meinem Körper. Bei der Suche nach der Unterhose fällt mir ein, dass ich keine anhatte. Unterhosen sind heikel – seh ich Calvin muss ich lachen, andere mögen meine Dolce & Gabbana-Fakes von H&M nicht. Pfiffig, darauf zu verzichten! Wenn mir das in dreißig Jahren passiert, dann nur aus Senilität. Honni soit und so weiter. Wenn ich mir davon etwas versprochen hatte, ohne Unterhose zum Date zu gehen, dann hat es geklappt. Ich blinzele nach oben, gen Decke, er blinzelt halbwach zurück und lächelt halbseitig. So blinzeln Mittzwanziger. So wohnen Mittzwanziger. So ficken Mittzwanziger.
Auf der Straße, die Sonne geht auf, steck ich mir eine Zigarette an, streiche die in alle Richtungen abstehenden Haare an den Kopf, lächele beidseitig und freue mich, dass ich solche Momente nicht nur aus Reruns von „Sex and the City“ und Erinnerungen an meine Mittzwanziger Vergangenheit beziehe. Und tiriliere ein wenig mit den Dohlen. Kja tschack, Kja tschack, kja tschack! (dtsch: a diamond sky, a diamond night, a sea of honey, look at the light!)